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Tips für Eltern Teil 6

Eingetragen von Adam Groves am 29. April 2008 Kein Kommentar

14. Und zuletzt das Wichtigste

Unter Umständen hat es in Ihrer Familie aufgrund des Übergewichtes Ihres Kindes schon manch eine Auseinandersetzung gegeben. Wir haben versucht, Ihnen uns wesentlich erscheinende Aspekte zu verdeutlichen. Letztlich sollten Sie aber beherzigen, daß keine Maßnahme mit Zwang dauerhaft zu bewerkstelligen ist. Versuchen Sie, Ihr Kind als Partner anzusehen. Seien Sie großzügig im Umgang mit Lob. Bestärken Sie Ihr Kind in dessen Interessen und Aktivitäten. Beschränken Sie Kritik nur auf das erforderliche Minimum. RedenGerade im Hinblick auf das Problem Übergewicht sind kritisierende Bemerkungen zu unterlassen. Versuchen Sie festzustellen, wie Ihr Kind im Verlauf des Tages versucht hat, mit der Problematik umzugehen. Sagen Sie Ihrem Kind, wenn Sie bemerken, daß es die richtigen Schritte unternommen hat. Teilen Sie ihm mit, daß Sie sehen, wie es sich bemüht. Verdeutlichen Sie auch, daß jeder Tag ein neuer Tag ist. Der Blick sollte in die Zukunft gerichtet sein. Große Auseinandersetzungen über vorgekommene Entgleisungen oder Verfehlungen sollten vermieden werden. Das Selbstwertgefühl Ihres Kindes hängt mit davon ab, wie Sie es fördern. Ein besseres Selbstwertgefühl ermöglicht Ihrem Kind auch einen freieren Umgang mit seiner spezifischen Problematik gegenüber Gleichaltrigen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch darüber, daß auch andere Jugendliche spezifische Schwierigkeiten haben. Falls Sie jemanden konkret vor Augen haben, versuchen Sie zugleich aufzuzeigen, wie dieses Kind mit dem ihm eigenen Schwierigkeiten zurecht kommt.

Bitte denken Sie noch einmal daran, daß es viele Gründe für die Entstehung des Übergewichts bei Ihrem Kind gibt. Übergewicht stellt ein langfristiges Problem dar. Nehmen Sie sich nicht zuviel auf einmal vor. Am besten ist es, wenn Sie mit einer einzigen Maßnahme beginnen und diese dann konsequent über mehrere Wochen und Monate verfolgen. Wenn es Ihnen gelungen ist, diese erste Maßnahme zu Ihrer Zufriedenheit umzusetzen, können Sie sich diese Seiten noch einmal vornehmen, um zu überlegen, was Sie dann angehen können und wollen.

Was auch immer Sie tun, Ihr Kind muß damit einverstanden sein. Es hat keinen Zweck, Ihrem Kind etwas gegen dessen Willen aufzwängen zu wollen. Eine Maßnahme, die für das eine Kind geeignet ist, kann für ein anderes Kind völlig ungeeignet sein. Ist Ihr Kind schon älter, kann es durchaus auch vernünftig sein, sich mit Hilfsangeboten und gutgemeinten Ratschlägen zurückzuhalten. Dies gilt besonders, wenn die “Fronten verhärtet” sind. Letztlich muß Ihr Kind lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Prof.Dr.med. Johannes Hebebrand, LVR-Klinikum Essen, Kliniken/Institut der Universität Duisburg-Essen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Virchowstrasse 174, 45147 Essen.

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