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Ein Wetzlarer Arzt realisierte: Hilfe für Afrika – Wasser für den Senegal

Eingetragen von Medizin-Netz am 1. September 2006 Kein Kommentar

Ein Urlaub im Club Aldiana im Senegal im Jahre 1997 war für den bis vor einigen Jahren in Wetzlar in der Helgebachstraße praktizierenden Arzt Dr. Karl-Heinz Schneider und seine Frau Helga eine Initialzündung zur Hilfeleistung. Anläßlich einer Sawannenwanderung von 17 Personen geriet die Gruppe in ein schweres Gewitter mit Sturm, sintflutartigem Regen und großflächiger Überschwemmung. Man fand Zuflucht in den Hütten eines urwüchsigen Senegaldorfes. Ca. 200 Einwohner leben dort in “Rundalows”, sämtlich ohne Strom- und Wasserversorgung. Die völlig durchweichten Wanderer wurden mit Tee versorgt , aufgewärmt und psychisch “stabilisiert”, nachdem die Schwelle zur Panik fast erreicht war. Diese Fürsorge, geleistet von Ärmsten der Armen, hinterließ Wirkung. Unweit des üppigen Clublebens wurde der Wandergruppe die soziale Realität demonstriert: 1 Mann, 2 Frauen und 8 Kinder “bewohnten” ca. 12 qm Fläche.
Frau Schneider organisierte am gleichen Abend anläßlich einer Galavorstellung im Club kurzfristige Hilfe in Form von Kleidung, Nahrung, Medikamenten und einem Geldbetrag, von Dr. Schneider am nächsten Tag mit herzlichem Dank im Dorf Nianingh-Peul überreicht. Langfristige Hilfe wurde beschlossen.

Ohne Wasser kein Leben…

Dr. Schneider setzte sich mit der Deutschen Botschaft in Dakar in Verbindung, diese kontaktierte den Bürgermeister. Man erfuhr, daß eine von einem Clubgast seinerzeit organisierte Wasserleitung blockiert worden sei.
Der Staat habe nur einige Monate das Wasser kostengünstig liefern können, sodann sei die Wasserzufuhr privatisiert und somit das Wasser nicht mehr bezahlbar gewesen. Ein Brunnen sei dringend erforderlich, anderenfall müßte die gesamte Bevölkerung mit ca. 100 Rindern, Schafen, Ziegen u.a. Haustieren das Dorf verlassen.
Unter Leitung der Deutschen Botschaft wurde zunächst ein von Dr. Schneider und Freunden finanzierter Brunnen gebaut. In 13 m Tiefe erreichte man den Grundwasserspiegel. Nach ca. 1 Jahr stellte sich heraus, daß die Ergiebigkeit in der Trockenperiode für Menschen und Tiere nicht ausreichte und eine Bewässerung von Pflanzen, wie Hirse und Gemüse, nicht zu denken war.

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Am Brunnen 1 (erbaut 1998). Dr. K. H. Schneider mit Bauleiter Abdou Sow

Zweiter Brunnen organisiert, gebaut und finanziert…

Dr. Schneider verfolgte konsequent sein Ziel, die Wasserversorgung zu optimieren. Infolge Personalmangels bei der Deutschen Botschaft wurde der Verein “Hilfe für Afrika-Wasser für den Senegal e.V.” mit Sitz in Oberstdorf mit dem Bau eines 2. Brunnens mit noch günstigerem Standort betreffs des Grundwasserspiegels beauftragt. Dieser Verein hat bereits beim Bau von 18 Brunnen im Senegal große Erfahrungen gesammelt. Er finanziert sich aus den Beiträgen von 230 Mitgliedern und insbesondere aus Spenden. Pro Brunnen fallen je nach Tiefe Kosten in Höhe von ca. DM 8000 bis 12000 an. In für senegalesische Verhältnisse kurzer Zeit von 3 Monaten entstand Brunnen Nr. 2; in nur 6 m Tiefe wurde Wasser großer Quantität und bester Qualität gefunden, die Probleme waren gelöst auf rein privater Basis.

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Brunnen 2. Nianing-Peulh, 05.11.99

Brunneneinweihung – ein großes Fest, Lob und Dank für den Initiator…

Am 5. November 1999, 2 Jahre nach der “Sintflut” waren alle Bewohner des Dorfes und viele Besucher aus den 20 Umlandgemeinden von Nianingh in Festtagsstimmung. Zahlreiche senegalesiche und deutsche Fahnen waren gehißt. Mit farbenprächtiger Bekleidung, orientalisches Outfit übertreffend, wurde die Bedeutung des Tages durch die Bevölkerung markiert. Im Festzelt wurden folkloristische Tänze aufgeführt, die Burschen des Dorfes übertrafen sich im Trommel- und Paukenwirbel.
Abdou Sow, in Dakar Germanistik studiert, berichtete im Auftrag des Bürgermeisters und des Gemeindevorstandes über seine Verhandlungen mit der Deutschen Botschaft und den glücklichen Zusammenhang zwischen der Blockade der Wasserleitung und der Offerte eines Brunnenbaues von Dr.Schneider.
Der Präsident des Rates der 20 zu Nianingh zusammengeschlossenen Gemeinden, Mamdoub Diob, brachte zum Ausdruck, daß die fehlende staatliche Hilfe zur Wasserversorgung durch Dr. Schneider kompensiert wurde und dankte im Namen der Bezirksregierung.
Der Vorsitzende des Vereins “Wasser für den Senegal”, Herr Franz Bickel, beglückwünschte Dr. Schneider zur Fertigstellung und Inbetriebnahme beider Brunnen und überreichte ein Stiftungsschild. Mit ihm stimmten unter dem Beifall aller Anwesenden ein in den Choral: Großer Gott wir loben Dich!
Dr. Schneider schilderte anschließend den 1. Kontakt mit der Bevölkerung und seine Beweggründe zum Brunnenbau. Er dankte allen am Bau Beteiligten, insbesondere beiden Bauleitern. Sein Appell, dem Erhalt der Wasserqualität besondere Aufmerksamkeit zu schenken, galt der gesamten Bevölkerung.
Der Geistliche, Abbe David, dankte Gott für das Wasser als die Grundlage jeden Lebens und spendete Gottes Segen.
Dr. Schneider durchschnitt unter großem Jubel ein über den Brunnen gespanntes “Blaues Band” symbolisch zur Freigabe des Wassers und genoß einen kräftigen Schluck unter gleißender Senegalsonne. Und das Schütteln dankbarer Hände wollte nicht enden…
Dr. Schneider denkt nach über das Problem der Stromversorgung für Nianing-Peulh.

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“Ohne Wasser kein Leben”. Nianing-Peulh, 05.11.99

Geldspendenaktion für Nianing-Peulh (Senegal, Westafrika)

Verwandte, Freunde, ehemalige Patienten und alle, die Not in der 3. Welt lindern wollen, sind zur Beteiligung aufgerufen.

Die Kontaktadresse lautet:

Dr. med K.-H. Schneider E-Mail: drkhschneider@gmx.de
Laufdorfer Weg 89 Fon: 06441/921170
35578 Wetzlar, Deutschland Fax: 06441/921171

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