<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Deutsches Medizin-Netz &#187; Diagnostik</title>
	<atom:link href="http://www.medizin-netz.de/category/diagnostik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.medizin-netz.de</link>
	<description>Medizinischer Informationsdienst</description>
	<lastBuildDate>Tue, 27 Dec 2011 08:52:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.2</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>Diagnostik</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/diagnostik/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/diagnostik/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 23:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Blutdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[EKG]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrokardiogram]]></category>
		<category><![CDATA[Inspektion]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=472</guid>
		<description><![CDATA[

Um Risikofaktoren erkennen und bek&#228;mpfen zu k&#246;nnen, brauchen Sie Ihren Arzt. Das ausf&#252;hrliche Gespr&#228;ch mit dem Patienten sowie die k&#246;rperliche Untersuchung bilden die Basis jeder Diagnostik.
Am Anfang steht immer das ausf&#252;hrliche Gespr&#228;ch mit dem Patienten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<p>Um Risikofaktoren erkennen und bek&#228;mpfen zu k&#246;nnen, brauchen Sie Ihren Arzt. Das ausf&#252;hrliche Gespr&#228;ch mit dem Patienten sowie die k&#246;rperliche Untersuchung bilden die Basis jeder Diagnostik.</p>
<p>Am Anfang steht immer das ausf&#252;hrliche Gespr&#228;ch mit dem Patienten und die Schilderung seiner Beschwerden, sowie die k&#246;rperliche Untersuchung mit den vier manuellen Verfahren Inspektion, Palpation, Perkussion und Auskultation. Bevor medizin-technisches Ger&#228;t zur Ermittlung der Diagnose eingesetzt wird, sind diese Grundschritte die Basis, auf der der Arzt seine Diagnose und sp&#228;ter auch die Therapie aufbaut.</p>
<p>Die Inspektion beinhaltet die visuelle Begutachtung des Patienten, zum Beispiel der Haut, des Gesichtsausdrucks, des Grades der Vitalit&#228;t und damit insgesamt der Art und Weise, wie der Patient vor den Arzt hintritt und wie er seine Situation schildert.</p>
<p>Die Palpation ist die Untersuchung des K&#246;rpers durch Abtasten mit den H&#228;nden. Dabei l&#228;sst sich zum Beispiel die Konsistenz der Haut sowie des Fett- und Bindegewebes ermitteln. Bei Herzkranken ergibt sich manchmal in H&#246;he des Herzens eine tastbare Herzvergr&#246;&#223;erung und/oder eine Bewegungsst&#246;rung des Herzens, die man besser f&#252;hlen als sehen kann. Auch das Erf&#252;hlen des Pulsschlags, besonders g&#252;nstig am Handgelenk, an den Halsschlagadern und an den Leistenarterien m&#246;glich, geh&#246;rt zur Palpation.</p>
<p>Die Perkussion (Ersch&#252;tterung) dient dazu, bei S&#228;uglingen und Kindern die Gr&#246;&#223;e des Herzens zu ermitteln oder Erg&#252;sse, die die Funktion der Lunge beeintr&#228;chtigen, festzustellen. Der Arzt klopft dabei mit einer ganz speziellen Fingerhaltung den Brustkorb ab und kann aus dem Klopfschall einige R&#252;ckschl&#252;sse auf Gr&#246;&#223;e und Beschaffenheit innerer Organe ziehen.</p>
<p>Die Auskultation ist das Abh&#246;ren mit dem Stethoskop. Der Arzt h&#246;rt dabei spezifische, in Tonh&#246;he, Lautst&#228;rke und Dauer unterschiedliche T&#246;ne und Ger&#228;usche, die Aufschluss &#252;ber Brustorgane und Blutgef&#228;&#223;e geben. Wenn das Herz sich zusammenzieht und Blut auswirft, ist als erstes der Ton der Kontraktion des Herzmuskels zu h&#246;ren, gleichdanach, wenn das Herz in die Erschlaffungsphase kommt und die Herzklappen sich schlie&#223;en, die Klappent&#246;ne. Die Auskultation gibt oft die ersten Hinweise auf Defekte an den Herzklappen. Aber auch die Lunge kann, beispielsweise wenn es als Folge einer Blutstauung zu Fl&#252;ssigkeitsansammlungen in den Lungenbl&#228;schen kommt, mit dem Stethoskop &#252;berpr&#252;ft werden, ebenso die Blutgef&#228;&#223;e, die unterschiedliche Ger&#228;usche abgeben, je nachdem, ob sie stark eingeengt oder noch gut durchl&#228;ssig f&#252;r das Blut sind.</p>
<h4>Blutdruckmessung</h4>
<p>Vor rund einhundert Jahren baute der italienische Kinderarzt Scipione Riva-Rocci (abgek&#252;rzt RR) die v&#246;llig ungef&#228;hrliche Blutdruckmessung mit Hilfe einer aufblasbaren Manschette, die um den Oberarm gelegt wird und mit einem Messger&#228;t verbunden ist, das den Blutdruck in der Ma&#223;einheit &#8211; mm Hg = Millimeter Quecksilbers&#228;ule &#8211; angibt. Sobald die Armmanschette aufgeblasen wird, dr&#252;ckt sie die Muskeln und die darin eingelagerten Blutgef&#228;&#223;e zusammen, so dass in keine Richtung mehr Blut flie&#223;en kann.<br />
Nun l&#228;sst der Arzt die Luft wieder langsam aus der Manschette ausstr&#246;men und legt gleichzeitig ein Stethoskop in die Ellenbeuge &#252;ber die Blutgef&#228;&#223;e. So h&#246;rt er an einem kr&#228;ftigen Ger&#228;usch, wenn das Blut wieder zu flie&#223;en beginnt. Der in diesem Moment auf der Messskala abgelesene Wert ist der systolische Blutdruck, der bei einem Gesunden etwa 120 bis 130 mm Hg betr&#228;gt. Der Arzt l&#228;sst dann weiter Luft aus der Manschette ab, und sobald er &#252;ber der Schlagader der Ellenbeuge kein Ger&#228;usch mehr h&#246;rt, liest er den diastolischen Blutdruck ab, der in aller Regel um 40 bis 50 Punkte unter dem systolischen Wert liegt, bei einem Gesunden also 80 bis 85 betr&#228;gt. Wichtiges Verfahren bei Patienten mit hohem Blutdruck ist heute die automatische kontinuierliche Blutdruckmessung &#252;ber 24 Stunden zur Ermittlung des Blutdruckprofils unter Alltagsbedingungen.</p>
<h4>Das Elektrokardiogramm (EKG)</h4>
<p>Das EKG ist die Ableitung und gleichzeitige Aufzeichnung von Aktionsstr&#246;men, die bei der Erregung des Herzmuskels entstehen. Diese Erregungen der einzelnen Abschnitte des Herzens werden auf Spezialpapier in einem typischen Kurvenbild niedergeschrieben, dessen Zacken, Wellen und Strecken mit den Buchstaben P, Q, R, S und T gekennzeichnet sind. Die Elektroden, die die Herzstr&#246;me registrieren, werden in Form eines Dreiecks rund um das Herz an Armen und Beinen befestigt. Der Buchstabe P bezeichnet die Aktivit&#228;ten der beiden Herzvorh&#246;fe, die drei folgenden Buchstaben Q, R und S geben Aufschluss &#252;ber die Aktivit&#228;ten der beiden Herzkammern. Mit T ist die Phase der sogenannten Nachschwankungen bezeichnet.</p>
<p>Dem EKG l&#228;sst sich unter anderem entnehmen, ob der Herzmuskel ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, ob Entz&#252;ndungen die Erregungsleitung st&#246;ren und ob die Herzschlagfolge regelm&#228;&#223;ig ist und vieles andere mehr. Bei Patienten mit Durchblutungsst&#246;rungen des Herzens wird neben dem Ruhe-EKG noch ein Belastungs-EKG gemacht. Der Patient tritt dabei auf einem Fahrradergometer in die Pedale, der unterschiedlich schwerg&#228;ngig eingestellt werden kann, oder er l&#228;uft eine bestimmte Strecke auf einem Laufband. Die in Watt gemessene Leistung gibt Hinweise auf die Leistungsf&#228;higkeit des Herzens und auf eventuell im EKG sichtbare Durchblutungsst&#246;rungen des Herzmuskels. Manchmal ist auch ein Langzeit-EKG notwendig; der Patient hat dann f&#252;r 24 Stunden ein tragbares EKG-Ger&#228;t bei sich, das die Herzt&#228;tigkeit unter der allt&#228;glichen Belastung registriert. Diese Technik dient vor allem zur Erfassung vor&#252;bergehend auftretender Herzrhythmusst&#246;rungen.</p>
<h4>Das R&#246;ntgen</h4>
<p>Die beim R&#246;ntgen entstehende Strahlenbelastung ist minimal, gemessen an der Intensit&#228;t der nat&#252;rlichen Strahlung aus dem Kosmos, doch insgesamt ist die Bedeutung des einfachen R&#246;ntgenbildes des Brustkorbs bei Herzerkrankungen deutlich zur&#252;ckgegangen, weil sich bessere Diagnosemethoden, zum Beispiel die Echokardiographie, anbieten. Das R&#246;ntgen spielt noch eine Rolle bei der Diagnose angeborener oder erworbener Herzfehler, bei Lungenstauung und bei Verdacht auf Lungenentz&#252;ndung oder Ergussbildung.</p>
<h4>Die Echokardiographie</h4>
<p>Die Untersuchung des Herzens mit Ultraschall, auch Echokardiographie oder Sonografie genannt, hat die kardiologische Diagnostik wesentlich bereichert. Der Einsatz von Ultraschall ist schmerzlos und ungef&#228;hrlich und kann deswegen beliebig oft wiederholt werden. Es werden dabei Schallwellen in den K&#246;rper geschickt, und die zur&#252;ckgeworfenen Echos werden aufgezeichnet. Alle Organe lassen sich, teils gut, teils sehr gut, teils aber auch &#8211; wegen der anatomischen Lage &#8211; weniger gut mit Ultraschall abtasten und bewerten. Im Bereich des Herzens kann man beispielsweise erkennen, ob eine Herzkammer vergr&#246;&#223;ert ist, eine Aussackung (Aneurysma) hat, ob die Kammer noch ausreichend kontrahiert, ob es irgendwo einen Tumor, einen Thrombus oder Defekte an einer Herzklappe gibt. Es ist sogar m&#246;glich, an die Spitze eines Endoskops einen Schallkopf zu setzen, das Ger&#228;t in die Speiser&#246;hre einzuf&#252;hren und dann von dort aus sehr g&#252;nstig, weil die Lunge nicht st&#246;rend die Sicht versperrt, das Herz zu inspizieren. Die Echokardiographie ist heute die wichtigste Ma&#223;nahme der Herz-Diagnostik. Spezielle Varianten sind die Stress-Echokardiographie, die den Nachweis f&#252;r minderdurchblutete Herzbezirke (Isch&#228;mie) liefert, und die Doppler-Sonografie, die Aufschluss gibt &#252;ber den Zustand von Blutgef&#228;&#223;en und &#252;ber die Str&#246;mungsgeschwindigkeit des Blutes in den Gef&#228;&#223;en und an den Herzklappen.</p>
<h4>Der Herzkatheter</h4>
<p>Der Herzkatheter ist ein invasives, also ein eingreifendes Untersuchungsverfahren, das in der Kardiologie und Herzchirurgie eine zunehmend gro&#223;e Rolle spielt. Der deutsche Chirurg Werner For&#223;mann hat Ende der zwanziger Jahre, damals Assistent des ber&#252;hmten Ferdinand Sauerbruch an der Berliner Charité, sich selbst in einem mutigen Versuch erstmals einen Katheter von der Ellenbeuge aus bis ins Herz geschoben. Beim Vorschieben des Katheters durch die K&#246;rperschlagader bis in die Abg&#228;nge der Herzkranzgef&#228;&#223;e k&#246;nnen unter Verwendung von Kontrastmitteln die Herzkranzgef&#228;&#223;e im R&#246;ntgenbild sichtbar gemacht werden. F&#252;r diese au&#223;erordentliche Pionierleistung erhielt For&#223;mann 1953 zusammen mit zwei Amerikanern den Nobelpreis.<br />
Mit Hilfe eines Herzkatheters kann man heute nicht nur die Beschaffenheit und Durchl&#228;ssigkeit der Herzkranzgef&#228;&#223;e erkennen, sondern auch die Druckverh&#228;ltnisse in den Herzinnenr&#228;umen und den Sauerstoffs&#228;ttigungsgrad des Blutes messen sowie Herzmissbildungen und angeborene Herzfehler diagnostizieren. Mit speziellen Elektroden an der Spitze des Katheters k&#246;nnen im Herzen auch elektrophysiologische Untersuchungen gemacht werden (EKG-Ableitungen im Herzen), um beispielsweise Herzrhythmusst&#246;rungen zu erkennen und auf gleichem Wege zu behandeln.</p>
<h4>Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET)</h4>
<p>Mit diesen drei Methoden ist die Diagnostik ganz allgemein und speziell auch die Herz-Diagnostik erneut gro&#223;e Schritte nach vorne gekommen. Die CT-Ger&#228;te, von den Engl&#228;ndern Godfrey Hounsfield und Allan Cormack entwickelt und 1971 auf den Markt gebracht, er&#246;ffnen ganz neue Perspektiven der Diagnostik, indem sie den K&#246;rper eines Menschen gewisserma&#223;en r&#246;ntgenologisch in Scheiben schneiden und so St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck einer gr&#252;ndlichen Diagnostik zug&#228;nglich machen k&#246;nnen. Beispielsweise l&#228;sst sich die Dicke des Herzmuskels mit einem Computertomogramm sicher ermitteln. Die Spiral-Computertomographie kann in einem Zuge eine K&#246;rperregion oder ein Organ wie das Herz als Ganzes aufnehmen und in Schichten sichtbar machen.<br />
Mit der von dem Amerikaner Paul Lauterbur zwei Jahre nach Vorstellung des ersten CT weiterentwickelten Methode, der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder Kernspintomographie, ist eine noch einmal verfeinerte und genauere Diagnostik m&#246;glich. Es lassen sich zum Beispiel damit, und zwar frei von aller Strahlenbelastung und daher beliebig oft anwendbar, Blutgef&#228;&#223;e sehr gut inspizieren und Herzfehler oder die Gr&#246;&#223;e eines Herzinfarkts erkennen.</p>
<p>Die Positronen-Emissions-Tomographie hat inzwischen als die bisher letzte gro&#223;e Errungenschaft der sogenannten bildgebenden Verfahren breiten Einzug in die Medizin gehalten. Sie kann Aufschluss geben &#252;ber Stoffwechselvorg&#228;nge im Organismus, auch &#252;ber den Herzmuskel und &#252;ber seine Durchblutung, beziehungsweise eine eventuelle Narbenbildung. K&#246;rpereigene oder auch k&#246;rperfremde chemische Verbindungen, die radioaktiv markiert und in den K&#246;rper eingebracht werden, zerfallen in einem bestimmten Zeitraum in kleine Teilchen (Positronen), und diese senden hochfrequente elektromagnetische Wellen, sogenannte Gammastrahlen, aus. Sie werden von einer Gammakamera empfangen und von ihr zu einem Bild zusammengesetzt. Dabei wird die Wanderung, Verteilung und Ausscheidung bestimmter Stoffe sichtbar.</p>
<p>Brosch&#252;re aus der TK-Schriftenreihe zur gesundheitsbewussten Lebensf&#252;hrung. 1. Auflage 1999. Herausgeber: Techniker Krankenkasse, Hauptverwaltung: 22291 Hamburg. Fax: 040 &#8211; 69 09 &#8211; 22 58, Internet: <a href="http://www.tk-online.de/" target="_blank">http://www.tk-online.de</a>. Bereich Marketing und Vertrieb; Fachbereich Werbung und Redaktion. Text: Max Conradt. Redaktion: Roderich Vollmer-Rupprecht, Britta Surholt-Rauer.<br />
Mit freundlicher Genehmigung der Techniker Krankenkasse.</p>
<p>Lesen Sie auch die Artikel zu:</p>
<ul>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/diagnostik/positronen-emissions-tomographie-pet-neue-moeglichkeiten-in-der-krebsdiagnostik/' title='Positronen-Emissions-Tomographie (PET): Neue M&#246;glichkeiten in der Krebsdiagnostik?'> Positronen-Emissions-Tomographie (PET): Neue M&#246;glichkeiten in der Krebsdiagnostik?</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/diagnostik/grundlagen-der-modernen-bildgebenden-verfahren/' title='Grundlagen der modernen bildgebenden Verfahren'>Grundlagen der modernen bildgebenden Verfahren</a></li>
<li>Das <a href='http://www.medizin-netz.de/umfassende-berichte/herz-funktionen-erkrankungen-behandlung-und-vorsorge/' title='Herz: Funktionen, Erkrankungen, Behandlung und Vorsorge'>Herz</a>:Funktionen, Erkrankungen, Behandlung und Vorsorge</li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/angina-pectoris-und-koronare-herzkrankheit-khk/' title='Angina pectoris und Koronare Herzkrankheit (KHK)'>Angina pectoris</a> und Koronare Herzkrankheit (KHK)</li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/aortenklappeninsuffizienz/' title='Aortenklappeninsuffizienz'>Aortenklappeninsuffizienz</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/aortenklappenstenose-verengung-der-aortenklappe-des-herzens/' title='Aortenklappenstenose (Verengung der Aortenklappe des Herzens)'>Aortenklappenstenose (Verengung der Aortenklappe des Herzens)</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/herzinfarkt-myokardinfarkt/' title='Herzinfarkt (Myokardinfarkt)'>Herzinfarkt (Myokardinfarkt)</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/herzinsuffizienz-herzversagen/' title='Herzinsuffizienz (Herzversagen)'>Herzinsuffizienz (Herzversagen)</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/mitralklappeninsuffizienz/' title='Mitralklappeninsuffizienz'>Mitralklappeninsuffizienz</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/mitralklappenprolaps/' title='Mitralklappenprolaps'>Mitralklappenprolaps</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/mitralklappenstenose/' title='Mitralklappenstenose'>Mitralklappenstenose</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/myokarditis-herzmuskelentzuendung/' title='Myokarditis (Herzmuskelentz&#252;ndung)'>Myokarditis (Herzmuskelentz&#252;ndung)</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/umfassende-berichte/arterielle-verschlusskrankheit-avk-obliterierende-artheriopathie-der-unteren-extremitaeten/' title='Arterielle Verschlusskrankheit (AVK, obliterierende Artheriopathie) der unteren Extremit&#228;ten'>Die arterielle Verschlusskrankheit (AVK, obliterierende Artheriopathie) der unteren Extremit&#228;ten</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/therapien/arterielle-verschlusskrankheit-der-unteren-extremitaeten-technik-des-gefaessersatzes-bypass/' title='Arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremit&#228;ten: Technik des Gef&#228;&#223;ersatzes (Bypass)'>Die arterielle Verschlusskrankheit (AVK, obliterierende Artheriopathie) der unteren Extremit&#228;ten: Technik des Gef&#228;&#223;ersatzes (Bypass)</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/therapien/arterielle-verschlusskrankheit-der-unteren-extremitaeten-tea-thrombendarteriektomie/' title='Arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremit&#228;ten: TEA (Thrombendarteriektomie)'>Die arterielle Verschlusskrankheit (AVK, obliterierende Artheriopathie) der unteren Extremit&#228;ten: TEA (Thrombendarteriektomie)</a></li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/umfassende-berichte/herzrhythmusstoerungen/' title='Herzrhythmusst&#246;rungen'>Herzrhythmusst&#246;rungen</a></li>
</ul>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=472&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/diagnostik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Grundlagen der modernen bildgebenden Verfahren</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/grundlagen-der-modernen-bildgebenden-verfahren/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/grundlagen-der-modernen-bildgebenden-verfahren/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 23:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildgebende Verfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgen]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenbild]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenstrahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=477</guid>
		<description><![CDATA[

Wichtig zum Verst&#228;ndnis der Grundlagen der modernen bildgebenden Verfahren sind geringe physikalische und apparative Grundkenntnisse, die im folgenden erl&#228;utert werden sollen.
Erzeugung von R&#246;ntgenstrahlen durch R&#246;ntgengeneratoren und R&#246;hren
Zur Durchf&#252;hrung von R&#246;ntgenuntersuchungen ist es notwendig, einerseits R&#246;ntgenstrahlen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<p>Wichtig zum Verst&#228;ndnis der Grundlagen der modernen bildgebenden Verfahren sind geringe physikalische und apparative Grundkenntnisse, die im folgenden erl&#228;utert werden sollen.</p>
<h4>Erzeugung von R&#246;ntgenstrahlen durch R&#246;ntgengeneratoren und R&#246;hren</h4>
<p>Zur Durchf&#252;hrung von R&#246;ntgenuntersuchungen ist es notwendig, einerseits R&#246;ntgenstrahlen zu erzeugen und mit diesen das zu untersuchende Objekt zu durchdringen und andererseits die in den einzelnen Teilen des Objektes unterschiedlich geschw&#228;chten, unsichtbaren R&#246;ntgenstrahlen im sog. R&#246;ntgenbild f&#252;r unser Auge sichtbar werden zu lassen.<br />
Die R&#246;ntgenstrahlen werden in der R&#246;ntgenr&#246;hre erzeugt, zu deren Betrieb der R&#246;ntgengenerator erforderlich ist. In eine Glasr&#246;hre ist ein Gl&#252;hdraht („Gl&#252;hkathode“) in Form eines hitzebest&#228;ndigen Drahtes aus Wolfram als Sender und ein Empf&#228;nger („Anode“) eingeschmolzen. Wird nun der Sender auf eine Temperatur von etwa 2000 °C geheizt, so treten aus ihrer Oberfl&#228;che Millionen von kleinsten, elektrisch geladenen Teilchen („Gl&#252;helektronen“) aus. In der Glasr&#246;hre befindet sich ein Vakuum, damit die entstandenen Teilchen nicht mit Luftbestandteilen zusammensto&#223;en k&#246;nnen und durch ein angelegtes elektrisches Feld in ihrer Richtung bestimmt werden. In dem Vakuum werden die Teilchen auf den Empf&#228;nger gerichtet beschleunigt. Beim Aufprallen auf die Anode werden die elektrisch geladenen Teilchen abgebremst. Hierbei entsteht die charakteristische R&#246;ntgenstrahlung. Der Ausgangspunkt der neuen elektromagnetischen Wellen, der R&#246;ntgenstrahlen, auf die Anode wird “Fokus” oder “Brennfleck” genannt.<br />
Ein moderner R&#246;ntgengenerator besteht aus dem Bedienterminal, an dem die Aufnahmeparameter (physikalischen Parameter der elektromagnetischen Strahlen) eingestellt und angezeigt werden k&#246;nnen, und aus den Steuerelementen f&#252;r die R&#246;ntgenr&#246;hre.</p>
<h4>Wesen und Eigenschaften der R&#246;ntgenstrahlen</h4>
<p>Die von der Anode ausgehenden R&#246;ntgenstrahlen sind elektromagnetische Schwingungen mit wohldefinierter Wellenl&#228;nge, die sich geradlinig nach allen Richtungen ausbreiten und sich mit Lichtgeschwindigkeit fortpflanzen.</p>
<h4>R&#246;ntgenbild</h4>
<p>Die Wiedergabe des durch die R&#246;ntgenstrahlen erzeugten R&#246;ntgenbildes geschieht am h&#228;ufigsten durch die R&#246;ntgenphotographie auf dem R&#246;ntgenfilm. Die Prinzipen sind denen der Photographie &#228;hnlich. Heute ist auch eine digitale Speicherung der Aufnahmen unter Verwendung von Computern als Speichermedium m&#246;glich. Bei der R&#246;ntgenaufnahme erfolgt die Verteilung von Hell und Dunkel in umgekehrter Weise, d. h. bei der geringsten Absorption (der gr&#246;&#223;te Anteil der Strahlung durchdringt den K&#246;rper) entsteht durch die st&#228;rkste Strahlenintensit&#228;t die dunkelste T&#246;nung. Diese Bereiche erscheinen auf dem R&#246;ntgenbild schwarz. Mit zunehmender Absorption kommt es durch die abnehmende Strahlenintensit&#228;t zu verminderter Schw&#228;rzung des Films, die Strukturen erscheinen hell. So kommen die Knochen hell, die Weichteile dunkel und die Luft am dunkelsten zur Darstellung. Infolge der unterschiedlichen Strahlenabsorption des untersuchten Objektes resultieren verschiedene Schattenintensit&#228;ten auf dem Film.</p>
<p>R&#246;ntgenstrahlen werden bei den folgenden bildgebenden Verfahren in der Medizin eingesetzt:</p>
<ul>
<li><strong> Konventionelle R&#246;ntgenaufnahme</strong><br />
Unter der konventionellen R&#246;ntgenaufnahme versteht man das nahezu jedem bekannte R&#246;ntgenbild.</li>
<li>Voraussetzung f&#252;r das Zustandekommen eines Bildes ist der Kontrastunterschied der einzelnen Organe. Erzeugen die Organe einen gen&#252;gend nat&#252;rlichen Kontrast, wie bei der Aufnahme des Brustkorbes, so brauchen keine zus&#228;tzlichen k&#252;nstlichen Kontrastmittel verwendet zu werden. Hierbei stehen neben Luft und Sauerstoff zur Darstellung von Hohlorganen (Magen, Darm, Harnblase) vor allem wasserl&#246;sliche, r&#246;ntgendichte (nahezu vollst&#228;ndige Absorption der hindurchtretenden Strahlung) Kontrastmittel zur Verf&#252;gung. Anwendungsgebiet ist hier z. B. die Untersuchung des Gallensystems, der Nieren oder der Harnblase.<br />
<strong>Bedeutung in der Medizin</strong><br />
Das klassische R&#246;ntgenbild stellt zumeist die erste Untersuchungsmodalit&#228;t im Rahmen der Diagnostik dar. Haupteinsatzgebiete sind die Diagnostik des Skelettsystems, des Brust- und Bauchraumes sowie nach Kontrastmittelgabe des Magen-Darm Traktes.</li>
<li><strong>Computertomographie</strong><br />
Grundlagen:<br />
Die Computertomographie (CT) ist ein Verfahren zur Herstellung von Querschnittsbildern (scheibenf&#246;rmigen Abbildungen) des K&#246;rpers mit Hilfe von R&#246;ntgenstrahlen. Eine CT-Anlage besteht dabei im wesentlichen aus den folgenden Komponenten: der R&#246;ntgenr&#246;hre, dem Detektorsystem und einem Rechner.<br />
Die Anfertigung eines Schnittbildes erfolgt durch ein eng begrenztes R&#246;ntgenstrahlenb&#252;ndel, welches die gew&#252;nschte K&#246;rperschnittebene aus verschiedenen Richtungen abtastet. Die so gewonnenen K&#246;rperquerschnitte haben eine variable Schichtdicke. Die durch den K&#246;rper abgeschw&#228;chten R&#246;ntgenstrahlen werden durch Detektoren erfasst, in elektrische Signale umgewandelt und an einen Computer gegeben, wo sie in ihrer r&#228;umlichen Verteilung rechnerisch zu einem Querschnittsbild aufgebaut werden.<br />
<strong>Bedeutung in der Medizin<br />
</strong>Die Computertomographie hat in der radiologischen Diagnostik neue Perspektiven er&#246;ffnet. Durch die Abbildung eines d&#252;nnen K&#246;rperabschnittes erh&#228;lt man neben den konventionellen R&#246;ntgenaufnahmen gewisserma&#223;en eine dritte Dimension. &#220;berlagerungen durch umliegende Strukturen sind weitgehend ausgeschlossen. Mit der hohen Messgenauigkeit k&#246;nnen auch sehr geringe Absorptionsunterschiede erfasst, Organ- und Weichteilstrukturen bei nur geringen Kontrastunterschieden dargestellt werden. Durch den zus&#228;tzlichen Einsatz von R&#246;ntgenkontrastmitteln, die gew&#246;hnlich in eine Unterarmvene injiziert werden, kann die diagnostische Sicherheit durch ein Anheben der Kontrastdifferenzen angehoben werden. Die Haupteinsatzgebiete sind die Abbildungen im Bereich des Kopfes, des Brust- und des Bauchraumes. Durch die Verwendung von Filter- und Nachbearbeitungsverfahren k&#246;nnen spezielle K&#246;rperstrukturen gezielt untersucht werden (z. B. Knochenabbildungen im Bereich der Wirbels&#228;ule).</li>
</ul>
<p>Die folgenden Untersuchungsverfahren werden nicht mit R&#246;ntgenstrahlen durchgef&#252;hrt. Dazu z&#228;hlen:</p>
<ul>
<li><strong> Ultraschall (Sonographie)</strong><br />
Zur Ultraschallerzeugung in der Medizin dienen sog. piezoelektrische Schallgeber. Die Ultraschallger&#228;te arbeiten dabei nach dem Pulsechoverfahren. Die in der Sendeeinheit des Ultraschallger&#228;tes erzeugten elektrischen Impulse werden im Schallkopf in Ultraschallimpulse umgesetzt und ausgesandt. Dabei werden in periodischen Abst&#228;nden kurze Schallimpulse erzeugt. Diese setzen sich im K&#246;rper fort und k&#246;nnen absorbiert, reflektiert, gebrochen und gestreut werden. Wegen der gegen&#252;ber der Lichtgeschwindigkeit niedrigen Schallfortpflanzungsgeschwindigkeit von 1540 m/s dauert es je nach Tiefenlage der Reflexionsstelle, bis die Echos als Antwort auf den Sendeimpuls an den Sendeort der Hautoberfl&#228;che zur&#252;ckkehren. Im Schallkopf finden sich auch die Empf&#228;nger. Aus der Zeitdifferenz zwischen Sendemoment und Empfang eines Echos, der Schallaufzeit, kann bei bekannter Schallgeschwindigkeit auf die Tiefenlage der echogebenden Struktur geschlossen werden. Die Ultraschallsignale werden vom Schallkopf tiefenabh&#228;ngig verst&#228;rkt und dargestellt.<br />
<strong>Bedeutung in der Medizin<br />
</strong>Die Bedeutung des Ultraschalls liegt vor allem in der leichten Durchf&#252;hrbarkeit, der weiten Verbreitung und schmerzlosen, ungef&#228;hrlichen Anwendung f&#252;r den Patienten. Alle oberfl&#228;chlich gelegenen Strukturen im Bereich des Halses (z. B. Schilddr&#252;se), des Bauchraumes sowie des Muskel- und Skelettsystems k&#246;nnen sehr gut abgebildet und untersucht werden.</li>
<li><strong>Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT oder Kernspintomographie)<br />
</strong>Grundlage des Verfahrens ist die sog. Kernspinresonanz. Hierbei handelt es sich um eine Eigenschaft von Atomkernen, die aufgrund einer ungeraden Anzahl von Unterbestandteilen einen sog. Eigendrehimpuls (Spin) und damit ein magnetisches Moment aufweisen. Dies ist einem Kinderkreisel vergleichbar, der um seine Achse rotiert. Es bedeutet, dass sich unter Einfluss eines magnetischen Feldes Wechselwirkungen dieser Atomkerne ergeben. Dabei ist die Frequenz der Abweichung dem eingestrahlten Magnetfeld proportional.<br />
Gegenw&#228;rtig wird im wesentlichen Wasserstoff zur Bilderzeugung herangezogen, das im menschlichen K&#246;rper bei weitem am h&#228;ufigsten vorkommt. Gegen&#252;ber der Computertomographie besitzt die MR-Tomographie folgende Vorteile:<br />
1. Keine ionisierende Strahlung,<br />
2. Beliebige Schnittebenen durch den K&#246;rper ohne Umlagerung des Patienten,<br />
3. Hohe Kontraste zwischen normalem und pathologischem Gewebe entsprechend den Unterschieden in der Auslenkung durch das Magnetfeld,<br />
4. Aufgrund von Flussph&#228;nomenen Darstellung des Gef&#228;&#223;systems ohne Kontrastmittelanwendung,<br />
5. St&#246;rungsfreie Darstellung der Grenzfl&#228;chen zwischen Knochen- und Weichteilgewebe.</p>
<p>Gesundheitliche Risiken durch die Anwendung der Kernspintomographie sind nicht bekannt. Allerdings k&#246;nnen Patienten mit magnetischen Implantaten oder Herzschrittmachern aufgrund des eingestrahlten Magnetfeldes nicht untersucht werden (Gefahr von Rhythmusst&#246;rungen durch Fehlfunktion des Herzschrittmachers). Andererseits bedeutet der Aufenthalt in dem engen Ger&#228;tetunnel f&#252;r manche Patienten eine erhebliche psychische Belastung.<br />
<strong>Bedeutung in der Medizin<br />
</strong>Die Kernspintomographie hat in den letzten Jahren eine rasche Entwicklung durchgemacht. Aufgrund des gegen&#252;ber Ultraschallwellen und R&#246;ntgenstrahlen v&#246;llig anderen physikalischen Prinzips er&#246;ffnet sie der medizinischen Diagnostik eine neue Dimension. Die klinische Indikation zur MRT kommen vor allem aus dem Bereich der Neuroradiologie (Ver&#228;nderungen der Gehirnstrukturen, des R&#252;ckenmarkes), Untersuchungen des Herzens, der Leber, Nieren und des Muskel-Skelett-Systems.</li>
<li>Szintigraphie<br />
Die Szintigraphie wird in der nuklearmedizinischen Diagnostik verwendet. Das Wesen der Diagnostik basiert auf der Darstellung von Funktionen des lebenden Organismus in Form von Bildern, Daten oder Kurven. Sie unterscheidet sich von anderen bildgebenden Verfahren, die die &#246;rtliche Verteilung von Gewebeeigenschaften (durch Absorption von R&#246;ntgenstrahlen z. B. durch Knochen oder Weichteile) bildlich darstellen und ein hoch aufl&#246;sendes Bild der Morphologie (morphe= Aussehen) ergeben.<br />
Prozesse, die mit nuklearmedizinischen Verfahren untersucht werden k&#246;nnen, sind der Transport einer radioaktiven Substanz durch den Blutstrom zum Gewebe, die Aufnahme ins Gewebe oder die Verstoffwechselung (Umsetzung, Abbau) im Zielorgan. Neben der relativen Verteilung von Funktionsparametern k&#246;nnen physiologische oder biochemische Parameter nahezu nur durch nuklearmedizinische Verfahren quantitativ beschrieben werden (z. B. seitengetrennte Nierenausscheidung).<br />
Die &#246;rtliche Darstellung der Verteilung der radioaktiven Substanzen erfolgt durch Detektoren, d. h. in der bildgebenden Nuklearmedizin &#252;berwiegend durch sog. „Gammakameras“. Die gewonnen Aufnahmen, die als Szintigramme bezeichnet werden, stellen idealisiert betrachtet die topographische Verteilung der radioaktiven Substanz bildlich dar. Von den Szintigrammen kann die Aktivit&#228;t (Ausma&#223; des Vorliegens einer Substanz) innerhalb einer interessierenden Region direkt abgeleitet werden.<br />
In der nuklearmedizinischen Diagnostik ist es im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Verfahren erforderlich, die radioaktive Substanz durch Injektion in eine Armvene in den K&#246;rper zu bringen. Registriert werden also nur Impulse, die aus dem K&#246;rper an das Detektorsystem gelangen. Eine zus&#228;tzliche Erzeugung von Strahlen au&#223;erhalb des K&#246;rpers findet nicht statt. Durch die Verwendung von kurzlebigen und niedrig energetischen radioaktiven Substanzen kann die Strahlenbelastung sehr niedrig gehalten werden.<br />
<strong>Bedeutung in der Medizin<br />
</strong>Die Abbildung physiologischer Vorg&#228;nge in der Medizin ist ein weit verbreitetes Standardverfahren, das es erlaubt, Aussagen &#252;ber Stoffwechsel oder Rezeptorstatus von Geweben zu machen. Eine hochaufl&#246;sende Darstellung, wie aus den zuvor beschriebenen Verfahren, kann jedoch nicht erreicht werden. Nuklearmedizinische Verfahren finden vor allem Anwendung in der Diagnostik von Schilddr&#252;senerkrankungen, Skelettver&#228;nderungen, Mangeldurchblutung des Herzmuskels, seitengetrennten Nierenfunktion sowie Rezeptorverhalten von Gewebe. Die Entwicklung neuer spezifischerer Substanzen und die Verbesserung der Abbildungsvorrichtungen werden den Einsatz der diagnostischen Verfahren noch verst&#228;rken.</li>
</ul>
<h4>Strahlenbelastung der dargestellten Untersuchungsverfahren:</h4>
<p>Ultraschall und Kernspintomographie gehen mit keiner Strahlenbelastung einher. Da sich jedoch nicht alle Untersuchungen mit diesen Techniken durchf&#252;hren lassen, kann h&#228;ufig eine Strahlenbelastung des Patienten nicht umgangen werden. Diese ist im Sinne der medizinisch ethischen und der gesetzlichen Grundlagen jedoch so gering als irgend m&#246;glich zu halten.<br />
Die folgende Tabelle gibt einen Vergleich der Untersuchungsmethoden wider. Ber&#252;cksichtigt werden sollte, dass allen Menschen einer nat&#252;rlich vorkommenden Strahlungsbelastung zwischen 1,5 und 5 mSv pro Jahr ausgesetzt sind, die vor allem mit dem Wohnort variiert.</p>
<table border="0" cellspacing="2" cellpadding="0" width="42%">
<tbody>
<tr valign="top" bgcolor="#ff9900">
<td width="144">
<h4>Untersuchungsart</h4>
</td>
<td width="150">
<h4>Untersuchtes Organ</h4>
</td>
<td width="125">
<h4>Effektive Dosis<br />
(mSv; Sv=Sievert)</h4>
</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ffcc66">
<td>R&#246;ntgenaufnahmen</td>
<td width="150">Brustkorb, Sch&#228;del</td>
<td>0,2</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ff9900">
<td></td>
<td width="150">Wirbels&#228;ule</td>
<td>2,0-5,0</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ffcc66">
<td>(Mammographie)</td>
<td width="150">weibl. Brust</td>
<td>2,5-5,0</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ff9900">
<td>Computertomographie</td>
<td width="150">Brustkorb</td>
<td>10,0</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ffcc66">
<td></td>
<td width="150">Bauchraum</td>
<td>7,0</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ff9900">
<td>Nuklearmedizin</td>
<td width="150">Knochen</td>
<td>3,2</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ffcc66">
<td></td>
<td width="150">Nieren</td>
<td>1,3</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ff9900">
<td></td>
<td width="150">Schilddr&#252;se</td>
<td>0,9</td>
</tr>
<tr class="bodytext" bgcolor="#ffcc66">
<td></td>
<td width="150">Hirn</td>
<td>4,0</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Dr. med. Carsten K&#246;rber<br />
Nuklearmedizinische Praxis Fulda</p>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=477&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/grundlagen-der-modernen-bildgebenden-verfahren/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Genetisch bedingte Erkrankungen: M&#246;glichkeiten der Diagnostik</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/genetisch-bedingte-erkrankungen-moeglichkeiten-der-diagnostik/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/genetisch-bedingte-erkrankungen-moeglichkeiten-der-diagnostik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2006 23:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Chorea Huntington]]></category>
		<category><![CDATA[Cystische Fibrose]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[Dynamische Mutationen]]></category>
		<category><![CDATA[Muskeldystrophie]]></category>
		<category><![CDATA[Myotone Dystrophie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=474</guid>
		<description><![CDATA[

Beim Menschen sind bisher &#252;ber 2.000 Erkrankungen mit ausschlie&#223;lich oder auch teilweise genetischer &#196;tiologie bekannt. Dabei werden Erkrankungen, die monogen entsprechend den Mendelschen Gesetzm&#228;&#223;igkeiten vererbt werden, von multifaktoriell bedingten St&#246;rungen, die neben genetischen auch &#228;u&#223;ere ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<p>Beim Menschen sind bisher &#252;ber 2.000 Erkrankungen mit ausschlie&#223;lich oder auch teilweise genetischer &#196;tiologie bekannt. Dabei werden Erkrankungen, die monogen entsprechend den Mendelschen Gesetzm&#228;&#223;igkeiten vererbt werden, von multifaktoriell bedingten St&#246;rungen, die neben genetischen auch &#228;u&#223;ere Ursachen haben, unterschieden. Auch Chromosomenaberrationen, St&#246;rungen der Chromosomenzahl oder -struktur sind f&#252;r das Auftreten genetisch bedingter Krankheiten verantwortlich. Beispiele f&#252;r die relativ seltenen monogenen Erkrankungen werden nachfolgend dargestellt. Zu den h&#228;ufiger auftretenden multifaktoriell bedingten St&#246;rungen, auf die hier nicht n&#228;her eingegangen werden kann, z&#228;hlen zum Beispiel Neuralrohrdefekte, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, angeborene Herzdefekte, Diabetes mellitus, Schizophrenien und manisch-depressive Erkrankungen.</p>
<p>Der Nachweis krankheitsverursachender Ver&#228;nderungen innerhalb des menschlichen Genoms ist Gegenstand humangenetischer Diagnostik und Forschung. Auf molekularer Ebene wurden bisher drei Typen von Mutationen unterschieden:</p>
<ul>
<li> die Substitution, bei der einzelne Nukleotide gegeneinander ausgetauscht werden,</li>
<li>die Deletion von einem oder mehreren Nukleotiden sowie</li>
<li>die Insertion von einem oder mehreren Nukleotiden.</li>
</ul>
<p>W&#228;hrend die Substitution keine Auswirkung auf den Leserahmen hat (Missense-Mutation) aber zu einem verk&#252;rzten Protein f&#252;hren kann (Stop-Mutation), wird der Leserahmen durch eine Insertion oder Deletion h&#228;ufig verschoben. In der Folge k&#246;nnen die anschlie&#223;enden Sequenzen kein funktionelles Genprodukt kodieren (Nonsense-Mutation). Dar&#252;berhinaus k&#246;nnen diese Mutationen zu einem fehlerhaften Splei&#223;en der RNA f&#252;hren. Die Folge ist das Fehlen von Exonteilsequenzen, ganzen Exons oder auch das Einf&#252;gen neuer Exonsequenzen.</p>
<h4>Dynamische Mutationen</h4>
<p>Durch molekulargenetische Verfahren wurde in den vergangenen Jahren ein bis dahin unbekannter pathogenetischer Mutationstyp im humanen Genom entdeckt, der bisher bei keiner weiteren Spezies nachgewiesen wurde: die Verl&#228;ngerung repetitiver DNA-Abschnitte, auch &#8220;dynamische Mutation&#8221; genannt. In der Regel werden diese repetitiven Basentripletts stabil von Generation zu Generation weitervererbt. Im expandierten Zustand zeigen sie jedoch eine ausgepr&#228;gte Instabilit&#228;t bei der Transmission durch die Keimbahn. Dies resultiert in einem variablen Schweregrad und Erkrankungsalter auch innerhalb einer Familie. Dynamische Mutationen wurden seit 1991 f&#252;r mindestens 14 Erkrankungen beschrieben.</p>
<p>Der Begriff der dynamischen Mutation wird verwendet, um die Variabilit&#228;t der Kopienzahl in repetitiven DNA-Sequenzen zu beschreiben. Das einzelne Motiv eines solchen Repeats ist in der Regel 3 bp (= 1 Trinukleotid) lang. Liegen diese repetitiven Sequenzen innerhalb oder in der Nachbarschaft aktiver Gene, so kann die Verl&#228;ngerung des Repeats Auswirkungen auf die Transkription bzw. Translation des Gens oder auf die Funktion des Produktes haben. F&#252;r die Loci, an denen dynamische Mutationen auftreten, wurden sowohl die Normal-Allele als auch die expandierten Allele untersucht. Auch in den Normal-Allelen ist die Anzahl der Repeat-Kopien variabel. Bis zu einer bestimmten Repeatl&#228;nge sind diese Allele jedoch stabil und nicht mit einem pathologischen Ph&#228;notyp verbunden. Nach &#220;berschreiten einer genspezifischen Grenze werden die Repeats instabil und f&#252;hren zur Manifestation einer Erkrankung.</p>
<h4>Nachweisverfahren</h4>
<p>Zum Nachweis von genetischen Ver&#228;nderungen werden zahlreiche Verfahren eingesetzt, die inzwischen Routine in den Diagnostiklaboratorien sind:</p>
<ul>
<li> <em>Chromosomenanalysen</em></li>
<li><em>Fluoreszenz in situ Hybridisierungen</em></li>
<li><em>PCR-Analysen</em></li>
<li><em>Southern-Blot-Analysen</em></li>
<li><em>Sequenzierungen</em></li>
<li><em>RNA-Analysen</em></li>
<li><em>Protein-Analysen</em></li>
</ul>
<p>Voraussetzung f&#252;r jede Form der Diagnostik ist die Kenntnis der zu untersuchenden Chromosomen, Gene oder Mutationen. Eine umfassende Untersuchung des gesamten Genoms ist zur Zeit nicht m&#246;glich.</p>
<h4>Leitlinien zur molekulargenetischen Diagnostik*</h4>
<p>Jede molekulargenetische Labordiagnostik im Rahmen medizinisch-genetischer Fragestellungen muss mit dem Angebot einer genetischen Beratung verbunden sein. Die Inanspruchnahme der Untersuchung ist freiwillig. Die Untersuchung darf nur mit Einwilligung der betreffenden Person bzw. des gesetzlichen Vertreters und unter Einhaltung der f&#252;r &#228;rztliche Ma&#223;nahmen geforderten Rahmenbedingungen (Aufkl&#228;rungspflicht, Schweigepflicht, Datenschutz, etc.) durchgef&#252;hrt werden. Die Einwilligung sollte nach M&#246;glichkeit schriftlich erteilt werden. Der Patient kann jederzeit die Einstellung der Untersuchung verlangen.</p>
<h4>Cystische Fibrose (CF)</h4>
<p>Die CF ist die h&#228;ufigste autosomal rezessiv vererbte Erkrankung in der europ&#228;ischen Bev&#246;lkerung. Sie tritt mit einer H&#228;ufigkeit von 1:2.000 auf, die Heterozygotenfrequenz liegt bei 1:22. Die Isolierung des Gens im Jahr 1989 und der Nachweis von Mutationen hat zu einer wesentlichen Verbesserung der Diagnostik bei Betroffenen und heterozygoten Gentr&#228;gern gef&#252;hrt.</p>
<p>Die progrediente Erkrankung betrifft vor allem das Bronchialsystem mit z&#228;her Schleimbildung und h&#228;ufigen Infektionen. Auch der Magen-Darm-Trakt kann durch St&#246;rungen des Pankreas betroffen sein. Pankreas-Insuffizienz tritt bei ca. 85% der Patienten auf. Das Gen f&#252;r die CF, das auf Chromosom 7 (7q31.3) lokalisiert wurde, besteht aus 24 Exons und kodiert f&#252;r einen Chlorid-Kanal in der Membran von Epithelzellen.</p>
<p>F&#252;r das Gen sind inzwischen &#252;ber 600 Mutationen beschrieben worden. In Nordeuropa findet man jedoch bei 70% der Patienten eine Deletion von drei bp in Exon 10. An Position 508 fehlt die Aminos&#228;ure Phenylalanin (F508). F&#252;nf weitere Mutationen sind f&#252;r etwa 15% der Ver&#228;nderungen im CF-Gen verantwortlich.</p>
<p><strong> Diagnostik<br />
</strong>Die F508-Mutation wird in der Regel durch Analyse von PCR-Produkten nachgewiesen. Auch f&#252;r einige andere Mutationen wurden PCRs entwickelt. Eine vollst&#228;ndige Aufkl&#228;rung kann u.U. durch Sequenzierung einzelner Exons erreicht werden.</p>
<p>Die molekulargenetische Diagnostik tr&#228;gt zur Absicherung der klinischen Diagnose bei und ist hilfreich zur Kl&#228;rung des Heterozygotenstatus von Risikopersonen und deren Partnern.</p>
<h4>Muskeldystrophie Typ Becker (BMD) und Duchenne (DMD)</h4>
<p>Die Muskeldystrophien vom Typ Becker und Duchenne werden X-chromosomal-rezessiv vererbt. Dementsprechend erkranken nur M&#228;nner, w&#228;hrend Frauen den Gendefekt &#252;bertragen k&#246;nnen, ohne selbst Symptome zu entwickeln. Die Inzidenz liegt bei ca. 1:3.500 bei Knaben.</p>
<p>In dem extrem gro&#223;en Gen (2.400 kb), f&#252;r das mehr als 79 Exons bekannt sind, treten h&#228;ufig spontan Ver&#228;nderungen auf (Neumutationsrate ca. 30%). Dabei findet man bei ca. 60% der Patienten Deletionen und bei ungef&#228;hr 6% Duplikationen. F&#252;r einen Teil der Betroffenen kann der genetische Defekt nicht mit einfachen Verfahren identifiziert werden.</p>
<p><strong> Diagnostik<br />
</strong>Bei der molekularen Diagnostik werden PCR, Southern-Blot, Protein-Test und in situ Hybridisierung (bei sehr gro&#223;en Deletionen) angewendet. Dabei gilt der Nachweis einer Deletion als Best&#228;tigung der klinischen Diagnose. Schwierigkeiten bereitet die direkte Diagnostik bei m&#246;glichen Konduktorinnen. Bei dieser Fragestellung wird in der Regel eine indirekte Genanalyse mit gekoppelten Markern durchgef&#252;hrt.</p>
<h4>Myotone Dystrophie</h4>
<p>Die myotone Dystrophie (DM), auch Curschmann-Steinert-Syndrom genannt, wird durch ein instabiles, expandiertes (CTG)-Repeat im 3´-nicht-translatierten Bereich (3´-UTR) eines Protein-Kinase-Gens (DMPK) verursacht. Die DM ist mit einer weltweiten Inzidenz von 1:8.000 die verbreitetste muskul&#228;re Dystrophie bei Erwachsenen. Die Klinik der Erkrankung ist sehr variabel und umfasst Symptome wie Myotonie und fortschreitende Muskelschw&#228;che, kardio-respiratorische Probleme, Kataraktbildung, vorzeitigen <a href="http://www.imedo.de/group/overview/index/707-mittel-gegen-haarausfall" title="Haarausfall">Haarausfall</a>, endokrine St&#246;rungen und psychische Ver&#228;nderungen. Obwohl diese Erkrankung in der Regel zwischen der 3. und 4. Lebensdekade auftritt (klassische Form), sind auch kongenitale F&#228;lle bekannt, die einen wesentlich schwereren Verlauf zeigen. Die kongenitale Form weist eine hohe perinatale Mortalit&#228;tsrate auf. Kinder, die diese Periode &#252;berleben, entwickeln die klassischen Symptome bereits um das 10. Lebensjahr.</p>
<p>Bei nicht-betroffenen Personen finden sich 5 bis 35 (CTG)-Repeats im DM-Gen, bei Patienten mit milden Symptomen 50 bis 150, bei der klassischen adulten Form ca. 100 bis 1.000 und bei kongenitalen F&#228;llen mehr als 2.000 (Tab. 1). In der Regel wird ein fr&#252;heres Erkrankungsalter und ein schwerer Verlauf in aufeinanderfolgenden Generationen beobachtet. Mit dieser genetischen Antizipation ist ein Anwachsen der Repeatl&#228;nge korreliert. Die steigende Expansion ist jedoch abh&#228;ngig vom Geschlecht des betroffenen Elternteils. Kongenitale F&#228;lle treten fast ausschlie&#223;lich bei maternaler Vererbung der Mutation auf.</p>
<p><strong> Diagnostik<br />
</strong>PCR und Southern-Blot-Analysen f&#252;hren in der Regel zu eindeutigen Aussagen. Mit steigendem Alter der betroffenen Person w&#228;chst jedoch das somatische Mosaik in Blutzellen, wodurch die Untersuchung erschwert wird.</p>
<h4>Chorea Huntington</h4>
<p>Bei den Erkrankungen, die durch expandierte CAG-Repeats hervorgerufen sind, werden klinisch in der Regel neurodegenerative Prozesse beobachtet. Die h&#228;ufigste Erkrankung dieses Typs ist die Chorea Huntington. Betroffene zeigen neben den charakteristischen, unwillk&#252;rlichen Bewegungen zus&#228;tzlich psychiatrische Symptome und entwickeln im Verlauf der Erkrankung eine Demenz. Die Krankheit ist durch Zelluntergang, besonders im Putamen und Caudatum, gekennzeichnet. Sie verl&#228;uft progredient und f&#252;hrt in der Regel nach 15 bis 20 Jahren zum Tode.</p>
<p>Durch Expansion des Glutamin-Bereichs wird das Protein ver&#228;ndert und erh&#228;lt eine (zus&#228;tzliche) bisher nicht vorhandene Funktion. Bei den Ursachen autosomal dominant vererbter Erkrankungen spricht man daher auch von gain of function-Mutationen, w&#228;hrend rezessive Leiden durch den Verlust der Proteinfunktion (loss of function) hervorgerufen werden.</p>
<p>Das Gen f&#252;r die Huntington-Krankheit wurde bereits 1983 auf dem kurzen Arm des Chromosoms 4 (4p-16.3) lokalisiert. 1993 wurden das Gen IT15 und die Mutation, die die Erkrankung verursacht, publiziert. Auf DNA-Ebene ist die Mutation durch eine Expansion der polymorphen (CAG)-Sequenz innerhalb des Gens charakterisiert. Kontroll-Chromosomen tragen 11 bis 35 Kopien des (CAG)-Trinukleotids im Gen IT15, w&#228;hrend bei Betroffenen in diesem Gen mehr als 38 (CAG)-Tripletts enthalten sind. Die DNA-Sequenz (CAG) kodiert auf Proteinebene die Aminos&#228;ure Glutamin. Huntington, das 39 oder mehr aufeinander folgende Glutaminreste enth&#228;lt, weist vermutlich eine ver&#228;nderte Funktion auf und l&#246;st ab einem bestimmten Alter die Symptome einer Huntington-Krankheit aus. Huntington von Kontrollpersonen tr&#228;gt im kritischen Bereich k&#252;rzere Glutaminabschnitte (&lt;34 Aminos&#228;urereste), die nicht zu einer Erkrankung f&#252;hren.</p>
<p><strong> Diagnostik<br />
</strong>Zur Abkl&#228;rung bei klinischem Verdacht wird eine PCR durchgef&#252;hrt. Da es sich um eine Erkrankung des Erwachsenenalters handelt, kann eine pr&#228;klinische Untersuchung angeboten werden. Voraussetzung hierf&#252;r ist die Vollj&#228;hrigkeit des Ratsuchenden.</p>
<h4>Fragile Stellen</h4>
<p>Expansionen von (CGG)/(GCC)-Sequenzen k&#246;nnen unter speziellen Kulturbedingungen fragile Stellen in Chromosomen induzieren und Ursache pleiotroper Erkrankungen sein. Jedoch verursachen nicht alle fragilen Stellen, die bisher bekannt sind, einen auff&#228;lligen Ph&#228;notyp. Beispielhaft sei hier das FraXA-Syndrom vorgestellt, eine der h&#228;ufigsten Ursachen erblicher geistiger Behinderung.</p>
<p>Dem FraXA-Syndrom liegt eine Repeat-Expansion im 5´-Bereich des X-chromosomalen Gens FMR-1 zu Grunde. Der klinische Ph&#228;notyp wurde 1943 durch Martin und Bell beschrieben (Martin-Bell-Syndrom). Betroffene M&#228;nner zeigen neben der geistigen Retardierung faziale Dysmorphien mit l&#228;nglichem Gesicht, vorspringender Stirn, langer Nase und gro&#223;en Ohren sowie eine Makroorchidie. Frauen mit der betroffenen Anlage k&#246;nnen unauff&#228;llig bleiben, alle Grade von Lernbehinderung aufweisen oder ebenfalls geistig retardiert sein. Bei Betroffenen kann durch zytogenetische Untersuchungen bei geeigneten Kulturbedingungen eine fragile Stelle auf dem langen Arm des X-Chromosoms (Xq27.3) sichtbar gemacht werden. Die fragile Stelle besteht aus tandemartig wiederholten (CGG)-Tripletts. FMR1-Allele mit 5 bis 54 Repeat-Kopien wurden in der nicht-betroffenen Bev&#246;lkerung nachgewiesen. Bei &#8220;stillen&#8221; m&#228;nnlichen &#220;bertr&#228;gern (das hei&#223;t Individuen ohne Symptome) und unauff&#228;lligen heterozygoten Frauen finden sich ca. 50 bis 200 Kopien; diese Allele werden als Pr&#228;mutation bezeichnet. Ihre Frequenz innerhalb der Bev&#246;lkerung liegt zwischen 0,4 und 0,9%. Sie k&#246;nnen bei maternaler Vererbung auf &#252;ber 1.000 Kopien expandieren und dann als Vollmutation die geistige Entwicklung des Betroffenen beeinflussen. In der Regel werden FMR-1 Allele mit mehr als 200 (CGG) methyliert und daher nicht exprimiert. Die Methylierung folgt der Repeat-Expansion und f&#252;hrt zum Verlust des FMR-1 Proteins, das hochkonservierte RNA-Bindungsdom&#228;nen tr&#228;gt. Beim FraXA-Syndrom liegt demgem&#228;&#223; eine &#8220;loss of function&#8221;-Mutation vor. Dies wird best&#228;tigt durch betroffene m&#228;nnliche Patienten, die statt einer Repeat-Expansion eine Deletion von Teilsequenzen oder des gesamten Gens aufweisen.</p>
<p>Die Vollmutation entsteht immer aus einer Pr&#228;mutation, das bedeutet, es handelt sich um einen zumindest zweistufigen Prozess. Die repetitive Sequenz expandiert erst nach der Bildung der Zygote in einer fr&#252;hembryonalen Entwicklungsphase und zwar ausschlie&#223;lich auf dem maternalen Allel. Bei den Betroffenen findet man ein Mosaik aus verschiedenen stark expandierten Allelen.</p>
<p><strong> Diagnostik<br />
</strong>Die Untersuchung wird angeboten bei unklarer mentaler Retardierung von Knaben. Die L&#228;nge der repetitiven Sequenz wird mit Hilfe der PCR und Southern-Blot-Analysen abgesch&#228;tzt. Bei positivem Ergebnis kann auch eine Untersuchung asymptomatischer weiblicher Risikopersonen sinnvoll sein.</p>
<p>Anschrift der Autorin:<br />
Dr. Chr. Z&#252;hlke<br />
Institut f&#252;r Humangenetik der medizinischen Universit&#228;t zu L&#252;beck<br />
Ratzeburger Allee 160<br />
23538 L&#252;beck</p>
<p>* = Berufsverband Medizinische Genetik, 1996</p>
<p>Mit freundlicher Genehmigung der Medizinischen Verlagsgesellschaft Umwelt und Medizin mbH und der Stiftung f&#252;r das behinderte Kind.</p>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=474&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/genetisch-bedingte-erkrankungen-moeglichkeiten-der-diagnostik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die molekularen Grundlagen der Medizin in der Sprache &#8220;jedermanns&#8221;</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/die-molekularen-grundlagen-der-medizin-in-der-sprache-jedermanns/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/die-molekularen-grundlagen-der-medizin-in-der-sprache-jedermanns/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2006 23:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Gene]]></category>
		<category><![CDATA[Informationen]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[RNA-Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=482</guid>
		<description><![CDATA[

Die Information eines jeden Gens entspricht etwa dem Inhalt eines Buchs von 500 Seiten. Es enth&#228;lt eine &#228;hnliche Menge an Buchstaben und etwa 5 mal so viele W&#246;rter, weil die W&#246;rter der Gensprache kurz und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<p>Die Information eines jeden Gens entspricht etwa dem Inhalt eines Buchs von 500 Seiten. Es enth&#228;lt eine &#228;hnliche Menge an Buchstaben und etwa 5 mal so viele W&#246;rter, weil die W&#246;rter der Gensprache kurz und pr&#228;zise sind. &#196;hnlich wie ein Buch muss jedes Gen, wenn es benutzt wird, aufgeklappt werden, die Information wird entnommen, abgeschrieben (kopiert), und erst dann werden die Befehle durchgef&#252;hrt. Wir tragen insgesamt etwa 100.000 Gene, so viele Gene also wie eine mittelgro&#223;e Bibliothek B&#252;cher enth&#228;lt. Jede einzelne Zelle im K&#246;rper tr&#228;gt die ganze Bibliothek solange mit sich herum, wie sie einen Zellkern enth&#228;lt. Dies schlie&#223;t zum Beispiel wei&#223;e Blutzellen, Hautzellen, Zellen der Organe, Bindegewebe, Knochen und Muskeln ein. Nur wenige Zellen, rote Blutk&#246;rperchen zum Beispiel, haben keinen Zellkern. Braucht die Zelle ein Gen, um ihre Funktion erf&#252;llen zu k&#246;nnen, wird die Bibliothek im Zellkern benachrichtigt, das notwendige Gen aufgeklappt, gelesen, und die enthaltenen Befehle werden durchgef&#252;hrt. Nun kommen wir zu der Frage, woher die Zelle wei&#223;, wo das Gen im Zellkern, also das Buch in der Bibliothek zu finden ist. Aber erst sollten wir uns kurz mit der Sprache der Gene besch&#228;ftigen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-484" title="luft1" src="/wp-content/uploads/2009/03/luft1.gif" alt="luft1" width="334" height="184" /><br />
<strong>Abb. 1: Die Information in DNA-Sprache wird durch Buchstaben (ATGC) weitergegeben. A bindet an T und G bindet an C. DNA-Molek&#252;le bestehen aus zwei komplement&#228;ren Str&#228;ngen. Der kodierende Strang wird in RNA-Sprache komplement&#228;r umgeschrieben, wenn das Gen ge&#246;ffnet wird. Die RNA-Sprache benutzt das U anstatt das T. In RNA-Sprache besteht jedes Wort aus drei Buchstaben (Codons). Jedes Codon steht f&#252;r eine (von 21 Aminos&#228;uren).</strong></p>
<p>Es gibt nur vier Buchstaben in der genetischen Sprache, n&#228;mlich das A, das C, das G und das T. Diese Buchstaben stehen f&#252;r unterschiedliche Basen (Adenin, Guanin, Cytosin und Thymidin) der Desoxyribonukleins&#228;ure (DNA). Die DNA-Basen sind so strukturiert, dass A mit T und G mit C zusammenpasst. Schon auswendig gelernt? Nur mit diesen vier Buchstaben werden alle W&#246;rter in dieser Sprache geschrieben. Es hat sich weiterhin herausgestellt, dass jedes Wort in dieser Sprache nur drei Buchstaben lang sein kann (Abb. 1). Begabte Mathematiker werden sofort errechnen, dass in solch einer Sprache nur 64 W&#246;rter &#252;berhaupt m&#246;glich sind, und so ist es in der Tat. Sie ist sogar noch simpler, denn wir verwenden nur 21 W&#246;rter in dieser Sprache, was eine gewisse Redundanz erlaubt. Jedes 3-buchstabige Wort steht (kodiert oder &#8220;Codon&#8221;) f&#252;r eine einzelne Aminos&#228;ure, und es werden nur 21 Aminos&#228;uren verwendet, um jedes Eiwei&#223; im K&#246;rper zu produzieren. Es ist so, als h&#228;tte ein Bauleiter nur 21 Sorten von Bausteinen, um ein Haus zu bauen. Die Vielf&#228;ltigkeit der s&#228;mtlichen Lebewesen der Erde beruht also nur auf 21 Bausteinen. Die Information in den Genen wird mit Hilfe eines Lesestreifens abgelesen. Die DNA ist aus komplement&#228;ren Str&#228;ngen zusammengesetzt, und zwar so, dass ein T immer einem A und ein G immer einem C gegen&#252;berliegen muss. Wenn sich die DNA-Str&#228;nge voneinander l&#246;sen, wird der kodierende Strang durch ein sofort gebildetes Ribonukleins&#228;ure- (RNA)Molek&#252;l als Spiegelbild abgelesen. Leider kann die RNA mit dem Buchstaben T nichts anfangen und muss deshalb ein U verwenden. Dies soll uns aber nicht weiter st&#246;ren. Das ganze W&#246;rterbuch dieser Sprache passt auf eine Seite (Abb. 2). Man wird sofort die Redundanz dieser Sprache erkennen. Die Aminos&#228;ure Leucin wird zum Beispiel durch insgesamt sechs W&#246;rter kodiert. Mutationen im letzten Buchstaben f&#252;hren h&#228;ufig zu keiner Ver&#228;nderung, das hei&#223;t zu keinem Aminos&#228;urenaustausch.</p>
<p>Die 100.000 B&#252;cher (die Gene) mit Informationen sind sorgf&#228;ltig in unserer Bibliothek (dem Genom) aufbewahrt, und jedes steht auf seinem richtigen Platz. Die Bibliothek ist in mehreren Geb&#228;uden verteilt, wie das bei Universit&#228;tsbibliotheken oft der Fall ist. Beim Menschen haben wir 23 Paare von Geb&#228;uden im Zellkern zur Verf&#252;gung, um unsere Bibliothek unterzubringen. Die Geb&#228;ude hei&#223;en Chromosome und sind numeriert von 1 bis 22 plus x oder y. Wir haben gl&#252;cklicherweise zwei Kopien von jedem Genbuch, mit Ausnahme der x- und y-Chromosomen, von denen wir nur eine einzige Kopie jeden Gens haben. Diese beiden Chromosome x und y bestimmen auch unser Geschlecht. Nun gut &#8211; aber wie sind denn Sachen, B&#252;cher oder Gene in dieser Bibliothek von 100.000 B&#252;chern mit 300 Millionen W&#246;rtern und 1.000 Millionen Buchstaben zu finden?</p>
<p>Stellen Sie sich vor, Sie m&#246;chten gern mal wieder etwas von Schiller lesen. Filius oder T&#246;chterchen haben Ihre eigene Kopie l&#228;ngst verschleppt oder verschlampt, und Sie wenden sich jetzt an eine echte Bibliothek. &#8220;Ich h&#228;tte gerne Schillers &#8216;Wilhelm Tell&#8217; &#8220;, sagen Sie der jungen Dame hinter dem Schalter. &#8220;Kein Problem&#8221;, erwidert diese. &#8220;Gehen Sie bitte hier zur T&#252;r hinaus, in das n&#228;chste Geb&#228;ude gegen&#252;ber, im ersten Obergeschoss links finden Sie die deutschen Klassiker alphabetisch geordnet, und dort werden Sie Schiller in einer neuen Ausgabe finden&#8221;. Tats&#228;chlich, in wenigen Minuten haben Sie das gew&#252;nschte Buch in der Hand und lichten den Lieblingstext mit dem Kopierer ab, der sich zuf&#228;lligerweise auf demselben Stock befindet. Sie k&#246;nnten, wenn Sie Zeit und genug Geld dabei haben, auch das ganze St&#252;ck kopieren.</p>
<p>Viel schwieriger ist es, wenn Sie sich den Titel des gew&#252;nschten Buches nicht merken k&#246;nnen oder ihn gar nicht wissen. Manchmal hat man nur eine vage Idee oder nur einen Bruchteil des Buches im Kopf. Sie kommen also in die Bibliothek und k&#252;ndigen an, Sie wollen nun ein Theaterst&#252;ck von einem ber&#252;hmten deutschen Schriftsteller lesen. Aber Sie ernten nur gelangweilte Blicke von den Bibliothekarinnen. &#8220;Ich glaube, es f&#228;ngt an mit dem Satz: &#8220;Es l&#228;chelt der See, er ladet zum Bade&#8221;, behaupten Sie. Immer noch keine Resonanz von den Damen. &#8220;Nah am Ende hei&#223;t es in diesem St&#252;ck: &#8220;Durch diese hohle Gasse wird er kommen´&#8221;, erkl&#228;ren Sie, und sofort leuchten die Augen der &#228;lteren Bibliothekarin auf, die noch eine anst&#228;ndige Schule besuchen konnte. &#8220;Das kommt in Schillers Wilhelm Tell vor&#8221;, erkl&#228;rt sie. Den finden Sie unter den deutschen Klassikern. &#8220;Gehen Sie bitte hier zur T&#252;r hinaus, in das n&#228;chste Geb&#228;ude gegen&#252;ber, auf dem ersten Obergeschoss links finden Sie die deutschen Klassiker alphabetisch geordnet und dort werden Sie Schiller in einer neuen Ausgabe finden&#8221;. Und tats&#228;chlich, in wenigen Minuten haben Sie wieder das gew&#252;nschte Buch in der Hand.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-485" title="luft2" src="/wp-content/uploads/2009/03/luft2.gif" alt="luft2" width="335" height="264" /></p>
<p><strong>Abb. 2: Das Gen-W&#246;rterbuch in RNA-Sprache besteht aus W&#246;rtern mit jeweils drei Buchstaben (unter Benutzung von AUGC). Es k&#246;nnte 64 W&#246;rter in dieser Sprache geben. Wir benutzen aber nur 21. Hier ist die Redundanz der Sprache sofort zu erkennen. Die Aminos&#228;ure Leucin wird zum Beispiel durch 6 W&#246;rter kodiert. Diese Eigenschaft erkl&#228;rt auch, warum viele Mutationen nicht zu Aminos&#228;urenaustausch f&#252;hren.</strong></p>
<p>In unserer genetischen Bibliothek sind wir auch in der Lage, Gene zu finden, von denen wir nur einen kleinen Bruchteil oder so gut wie gar nichts wissen. Wir m&#252;ssen erst zur Bibliothek, das hei&#223;t, wir m&#252;ssen die Zellen, wie zum Beispiel wei&#223;e Blutk&#246;rperchen, gewinnen und die Bibliotheken extrahieren. Wir m&#252;ssen dann im n&#228;chsten Schritt daf&#252;r sorgen, dass die B&#252;cher aufgeklappt werden. Das machen wir, indem wir die Zellkerne auf 96 Grad Celsius erw&#228;rmen. Dann geben wir das Spiegelbild unserer paar S&#228;tze (&#8220;Es l&#228;chelt der See&#8221; w&#252;rde also &#8220;See der l&#228;chelt Es&#8221;, und &#8220;Durch diese hohle Gasse&#8221; w&#252;rde &#8220;Gasse hohle diese Durch&#8221;, hei&#223;en) ein. &#220;brigens, dieses Anhaften von Spiegelbildern an den Originaltext wird als Hybridisierung bekennzeichnet. Es gibt verschiedene Methoden, um die Hybridisierung anzuwenden, aber das Prinzip ist immer das gleiche.</p>
<p>Der n&#228;chste Schritt ist, den Kopierer einzustellen, so dass er alles zwischen diesen beiden S&#228;tzen f&#252;r uns kopiert. Dazu m&#252;ssen wir lose Buchstaben und Kleber hinzuf&#252;gen, und der Inhalt wird gehorsam kopiert. Einen Kleber haben wir in der Form eines Enzyms, die Polymerase. Es gibt verschiedene Sorten von Polymerase. Bei der Zellteilung werden die Gene, Chromosomen usw. durch die Wirkung einer t&#252;chtigen Polymerase verdoppelt. Trotzdem k&#246;nnen wir mit einer Kopie unseres Gens nur wenig anfangen, weil die Dinger einfach zu klein sind. Kein Problem, wir machen einfach mehrere Kopien. Wir schlie&#223;en die B&#252;cher, indem wir unsere Zellkernsuppe bis auf Raumtemperatur abk&#252;hlen lassen, und machen sie dann mit mehr Hitze wieder auf. Nun kopieren wir unseren Wilhelm Tell noch mal. Aus zweien sind nun vier Kopien geworden. Aus vier Kopien werden dann acht, aus acht 16, aus 16 werden 32, aus 32 werden 64 usw. Mit 64 Zyklen k&#246;nnten wir mit dieser geometrischen Progression die ganze Stadt Berlin mit unserem Gen &#252;berfluten, aber soviel brauchen wir gar nicht; 25 bis 27 Zyklen sind v&#246;llig ausreichend. Diese neue Genkopiertechnik (der Terminus technicus f&#252;r kopieren hei&#223;t &#252;brigens Genklonierung) nennt man Polymerase-Kettenreaktion, und f&#252;r sie ist vor kurzem ein Nobelpreis vergeben worden.</p>
<p>Wir haben vor, mit dieser und einer &#228;hnlichen Technik jedes Gen im Menschen zu kopieren, zu lesen und dadurch dessen Funktion kennenzulernen. An diesem internationalen Projekt (human genome project) der Aufkl&#228;rung des menschlichen Genoms, wird auch in Deutschland intensiv gearbeitet. Es wird unser Wissen &#252;ber k&#246;rperliche Vorg&#228;nge, vererbte Krankheiten, aber auch &#252;ber Krebs und andere Volkskrankheiten enorm erweitern.</p>
<p>Die gleichen Gene sind bei verschiedenen Menschen alle etwas unterschiedlich. Bei mir hei&#223;t es vielleicht &#8220;Es lacht der See, er ladet zum Bade&#8221;, oder vielleicht &#8220;Durch diese leere Gasse wird er kommen&#8221;. Solche Ver&#228;nderungen (Terminus technicus: Polymorphismen) &#228;ndern den Inhalt des Buches (Gens) nicht. Dennoch sind sie mit der Polymerase-Kettenreaktion sofort zu finden. Steht aber stattdessen, &#8220;Durch diese hohle Gasse wird er nicht kommen&#8221;, wird sich vielleicht die Geschichte so ver&#228;ndern, dass etwas ganz unerwartetes dabei herauskommt. So k&#246;nnen wir Gene lesen und Ver&#228;nderungen (Mutationen) feststellen. Die meisten Mutationen sind lapidar, andere dagegen k&#246;nnen t&#246;dlich sein.</p>
<p>Zuletzt m&#246;chte ich die gesellschaftliche Bedeutung dieser Technik kurz schildern. Das ist vielleicht am besten zu machen, indem wir uns das phantastische Numerierungssystem der Genbibliothek kurz anschauen. Dieses Numerierungssystem besteht aus der sogenannten Satelliten-DNA. Diese Satelliten bestehen aus Buchstabenwiederholungen, die nicht in Aminos&#228;uren kodiert werden. Diese Wiederholungen dienen einem uns nicht bekannten Zweck. Manche sind riesig und andere dagegen klein (sogenannte Mikrosatelliten). Die Satelliten (variable number of tandem repeats VNTR) und Mikrosatelliten kommen immer an den gleichen Stellen (loci) auf den Chromosomen bei allen Menschen auf dieser Erde (und anderswo) vor. Sie liegen zwischen den Genen oder sogar in den Genen selbst. Wir kennen zur Zeit etwa 1.000 Genorte, bei denen kleine Verschiedenheiten in diesen DNA-Wiederholungen (Polymorphismen) h&#228;ufig vorkommen. H&#228;ufig ist eine CACA-Wiederholung. Es w&#228;re so, als w&#252;rde der Text unserer Geschichte &#8211; &#8220;Es l&#228;chelt der See&#8221; &#8211; auf einmal mit Unsinn &#8211; blah-blah, blah-blah &#8211; unterbrochen. Danach beginnt wieder der sinnvolle Text. Die Wiederholungen werden aber nicht in RNA und Aminos&#228;uren umgesetzt. Mikrosatelliten stellen eine wundervolle Methode dar, um Gene zu finden. Wenn wir die Mikrosatelliten amplifiziert haben und dann durch ein Elektrophorese-Gel laufen lassen, laufen die langen langsamer als die kurzen. So k&#246;nnen wir sie trennen und zuordnen.</p>
<p>Keine zwei Menschen auf dieser Erde haben das gleiche Erbgut &#8211; mit Ausnahme von eineiigen Zwillingen &#8211; und sogar diese sind nicht genau gleich. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Menschen bei 10 oder 100 von diesen Gen-Markern &#228;hneln, liegt bei eins zu einer Million. Die bei Richtern sehr beliebten Augenzeugen haben eine Fehlerrate von 10%! Sie werden sich an die Methode der Zahnmediziner erinnern, mit der man Menschen durch ihr Gebiss identifizieren kann. Mit der molekulargenetischen Technik kann man mit einer weitaus gr&#246;&#223;eren Genauigkeit rechnen. Bei &#220;berf&#228;llen, bei Vergewaltigung oder anderen Gewalttaten bleiben oft Blutspuren, Samen oder Hautfetzen unter den Fingern&#228;geln der Opfer zur&#252;ck. Theoretisch brauche ich nur einen einzelnen Zellkern, um eine molekulargenetische Untersuchung durchf&#252;hren zu k&#246;nnen. Ihnen ist sicherlich der Fall von O. J. Simpson, dem amerikanischen Football-Spieler, bekannt, der verd&#228;chtigt wird, seine Frau und ihren Freund umgebracht zu haben. Bei diesem Verbrechen ist viel Blut, nicht nur von den Opfern, sondern wahrscheinlich auch von dem T&#228;ter, hinterlassen worden. Simpson erlitt eine Handwunde am Tage des Mordanschlags. Wir k&#246;nnen damit rechnen, dass der Fall mit hundertprozentiger Genauigkeit aufgekl&#228;rt werden kann. Ob das Gericht die Methode akzeptieren oder die Technik verstehen wird, wie Sie sie jetzt verstehen, ist noch ungewiss. Das Zellmaterial kann auch unter besonderen Umst&#228;nden jahrelang auf eine Untersuchung warten. Beispiele daf&#252;r sind der &#246;sterreichische Eismann, mumifizierte Pharaonen oder sogar im Harz (Bernstein) gefesselte Insekten, die nach 500 Millionen Jahren mit ihren heutigen Verwandten bez&#252;glich ihres Erbguts verglichen werden k&#246;nnen.</p>
<p>Schlie&#223;lich bestehen auch andere M&#246;glichkeiten und &#220;berlegungen, was aus dieser Technik zu machen w&#228;re. Wir haben bisher eine ganze Reihe von Genen indentifiziert und ihren Inhalt einigerma&#223;en lesen k&#246;nnen. Manche Ver&#228;nderungen (Polymorphismen) an Genen assoziiert man mit Intelligenz oder Verhaltensweisen, die zu Gewalt, zu Alkoholismus oder zu Homosexualit&#228;t f&#252;hren. Diese Assoziationen sind jedoch schwach, von wenig aktueller Bedeutung und zum Teil auch v&#246;llig falsch. Dennoch besch&#228;ftigen sie die Regenbogenpresse, die mit gro&#223;er Begeisterung &#252;ber solche genetischen Untersuchungen berichtet. Stellen Sie sich vor, ein Kanzlerkandidat kommt zur Franz-Volhard-Klinik, um sich von mir seinen Cholesterinspiegel bestimmen zu lassen. Die MTA im Labor trennt die Zellen von dem Blutserum, aber anstatt &#8211; wie &#252;blich &#8211; die Zellen zu vernichten, werden sie an ein skrupelloses Labor verkauft, in dem Genanalysen durchgef&#252;hrt werden. Wenige Tage sp&#228;ter hei&#223;t es in der Bild-Zeitung: &#8220;Genanalyse belegt: Kanzlerkandidat neigt zu Gewalt, zu Alkoholkonsum und zu Homosexualit&#228;t; &#252;brigens ist er doof&#8221;. So etwas l&#228;ge tats&#228;chlich im Bereich des M&#246;glichen. Um dies zu verhindern, brauchen wir statt noch mehr Datenschutzgesetze und b&#252;rokratische Vorg&#228;ngen vor allem eine aufgekl&#228;rte Bev&#246;lkerung.</p>
<p><strong>Literatur</strong><br />
1Ross, D.W.: Introduction to Molecular Medicine (second edition) New York, Berlin, Heidelberg 1996.<br />
2Thompson &amp; Thompson: Genetics in Medicine Thompson, M.W., R.R. McInnnes, H.F. Willard (eds.) Philadelphia, 1991 (neue Auflage April 1999).<br />
3Strachan, T., A.P. Read: Human Medical Genetics, Oxford, UK 1996.</p>
<p>Anschrift des Verfassers:<br />
Prof. Dr. Friedrich Luft<br />
Charité, Franz-Volhard-Klinik<br />
Nephrologie und Hypertensiologie<br />
Wiltbergstra&#223;e 50<br />
13125 Berlin</p>
<p>Mit freundlicher Genehmigung der Medizinischen Verlagsgesellschaft Umwelt und Medizin mbH und der Stiftung f&#252;r das behinderte Kind.</p>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=482&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/die-molekularen-grundlagen-der-medizin-in-der-sprache-jedermanns/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Positronen-Emissions-Tomographie (PET): Neue M&#246;glichkeiten in der Krebsdiagnostik?</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/positronen-emissions-tomographie-pet-neue-moeglichkeiten-in-der-krebsdiagnostik/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/positronen-emissions-tomographie-pet-neue-moeglichkeiten-in-der-krebsdiagnostik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2006 23:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Krebsdiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[PET]]></category>
		<category><![CDATA[Positronen-Emissions-Tomographie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=487</guid>
		<description><![CDATA[

Einf&#252;hrung
Die Positronen-Emissions-Tomographie bezeichnet ein nuklearmedizinisches Verfahren, mit dem Stoffwechselprozesse des K&#246;rpers auf molekularer Ebene in einer Untersuchung erforscht, und in ihrer r&#228;umlichen Verteilung sichtbar gemacht werden k&#246;nnen. Aufgrund der gro&#223;en Bedeutung einer fr&#252;hzeitigen Erkennung b&#246;sartiger ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<h4>Einf&#252;hrung</h4>
<p>Die Positronen-Emissions-Tomographie bezeichnet ein nuklearmedizinisches Verfahren, mit dem Stoffwechselprozesse des K&#246;rpers auf molekularer Ebene in einer Untersuchung erforscht, und in ihrer r&#228;umlichen Verteilung sichtbar gemacht werden k&#246;nnen. Aufgrund der gro&#223;en Bedeutung einer fr&#252;hzeitigen Erkennung b&#246;sartiger Erkrankungen im Hinblick auf eine m&#246;glichst zur Heilung f&#252;hrenden Therapie, kann der PET in Zukunft eine entscheidende Bedeutung zukommen.</p>
<p>Da mit Diagnoseverfahren wie R&#246;ntgen, Ultraschall, Computer- und Kernspintomographie raumfordernde Prozesse erst ab einer Gr&#246;&#223;e von etwa 1 cm als krankhaft erkannt werden k&#246;nnen, besteht ein Bedarf an Methoden, die bereits bei geringerer Tumorgr&#246;&#223;e z. B. bez&#252;glich Gut- oder B&#246;sartigkeit eine Aussagekraft besitzen. Man wei&#223; heute, dass viele Krebsgeschw&#252;lste bereits bei ihrer Entdeckung Tochterzellen (Metastasen) &#252;ber Lymph- oder Blutbahnen abgesiedelt haben, die an verschiedensten anderen K&#246;rperstellen zu weiteren Tumoren f&#252;hren k&#246;nnen (&#8220;Streukrebs&#8221;), was die Prognose erkrankter Patienten meist drastisch verschlechtert. Da die PET nun nicht die Gr&#246;&#223;e einer Gewebsver&#228;nderung misst, sondern deren Stoffwechselaktivit&#228;t, die bei b&#246;sartigen Tumoren meist gegen&#252;ber normalem Gewebe erh&#246;ht ist, bietet sich hier eine Erg&#228;nzung und u.U. auch Alternative zur Fr&#252;hdiagnose und zum Ausbreitungsverhalten mancher Krebsarten an.</p>
<p>Eine Untersuchung mittels der PET l&#228;uft folgenderma&#223;en ab: Zuerst informiert der Arzt den Patienten &#252;ber den Zweck der Untersuchung sowie &#252;ber deren Ablauf. Dann legt der Arzt einen intraven&#246;sen Zugang (meist am Handr&#252;cken oder in der Ellenbeuge), &#252;ber den der radioaktiv markierte Traubenzucker in die Blutbahn gespritzt werden kann. Es dauert nun etwa 45 Minuten, bis sich die Substanz ausreichend im K&#246;rper verteilt hat. Nun kann die Untersuchung in dem PET-Scanner beginnen, welche zwischen einer halben bis zu 2 Stunden betragen kann. W&#228;hrend der gesamten Untersuchung ist der Patient nie allein, denn im Vorraum, der durch eine gro&#223;e Glasscheibe abgetrennt ist, verfolgen Medizinisch-Technische Assistenten und/oder der Arzt den vollst&#228;ndigen Untersuchungsablauf und halten Sicht- und Sprechkontakt zu dem Patienten.</p>
<h4>Klinische Anwendungen</h4>
<p>Viele neue Erkenntnisse brachte die PET bereits in der Hirnforschung. Erkrankungen wie der &#8220;Morbus <a href="http://www.imedo.de/infocenter/alzheimer-demenz" title="Alzheimer-Demenz">Alzheimer</a>&#8220;, die &#8220;Parkinsonsche Krankheit&#8221;, die &#8220;Chorea Huntington&#8221;, die Epilepsie oder auch Hirntumoren k&#246;nnen mit der PET in ihrem von der Norm abweichenden Stoffwechselverhalten untersucht werden. Neben der Verwendung von F-18-Glucose zur Analyse des Blutflusses und des Energieverbrauchs in bestimmten Hirnregionen (das Gehirn verstoffwechselt ausschlie&#223;lich Glucose), kommen hier auch mit anderen Positronenstrahlern markierte Substanzen, z. B. zur Darstellung bestimmter Oberfl&#228;chenrezeptoren von Gehirnzellen, zur Anwendung (Dopamin-, Benzodiazepinrezeptoren etc.).</p>
<p>In der Herzforschung (Kardiologie) kann mit der PET sowohl der Durchfluss des Blutes durch die Herzkranzgef&#228;&#223;e bestimmt werden (was Aufschluss &#252;ber eventuelle Verengungen, sog. &#8220;Stenosen&#8221; geben kann), wie auch die Stoffwechselaktivit&#228;t des Herzmuskels (Myokard) beschrieben werden, was z. B. f&#252;r die Kl&#228;rung der Frage nach abgestorbenem Gewebe bei einem erlittenen Herzinfarkt bedeutsam ist.</p>
<p>Gerade im Bereich der Krebsforschung (Onkologie) er&#246;ffnet sich ein breiter Raum f&#252;r die Anwendung der PET-Diagnostik, die trotz der Kosten f&#252;r die apparative Ausstattung zu gro&#223;em Nutzen f&#252;r erkrankte Patienten f&#252;hren kann.</p>
<p>Das Wesen einer Krebserkrankung wird bestimmt durch die Ph&#228;nomene: Unkontrolliertes Wachstum (st&#228;ndige Zellteilung zum Preis des Verlustes einer normalen Funktion), das Eindringen von Tumorgewebe in benachbarte K&#246;rperregionen (“Infiltration”, “Invasion”) und die F&#228;higkeit zur Absiedlung von Tochtergeschw&#252;lsten (&#8220;Metastasierung&#8221;).<br />
Wie bereits oben beschrieben, besteht ein Vorteil der PET im Vergleich zu anderen diagnostischen Verfahren in der Tatsache, dass die Stoffwechselaktivit&#228;t von K&#246;rpergewebe untersucht werden kann, was unabh&#228;ngig von der Gr&#246;&#223;e einer Gewebsver&#228;nderung ist. Nun findet man gerade bei Krebszellen aufgrund der verst&#228;rkten Teilungsrate einen erh&#246;hten Energiestoffwechsel, weshalb sich energieliefernde und zum Zellaufbau ben&#246;tigte Substanzen in solchen Zellen sehr stark anreichern (Glucose, Aminos&#228;uren etc.). Markiert man diese Substanzen mit geeigneten Positronenstrahlern, lassen sich &#252;ber den PET-Tomographen Aussagen zur Stoffwechselaktivit&#228;t in allen K&#246;rperregionen in Form von Abbildungen treffen (&#8220;Szintigramme&#8221;). Es ist so oft m&#246;glich, neben der Ausgangsgeschwulst auch kleine Metastasen &#8211; sofern sie erh&#246;hten Energieumsatz zeigen &#8211; sichtbar zu machen, teilweise lange bevor sie die &#8220;1 cm-Schwelle&#8221; &#252;berschritten haben. Bedeutsam wird dies insbesondere bei der Einteilung des Schweregrades eines Krebsleidens (sog. &#8220;Staging&#8221;), da dieser u. a. anhand der Ausbreitung und Verteilung von Metastasen beurteilt wird. Hieraus wiederum folgt die Entscheidung, welche Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Man hat also mit der FDG-PET die M&#246;glichkeit, bereits in einem fr&#252;hen Stadium der Erkrankung Aussagen &#252;ber den Schweregrad und daraus folgende Behandlungsrichtlinien zu treffen.</p>
<p>Da aber nicht nur b&#246;sartige Tumoren einen erh&#246;hten Stoffwechsel zeigen, sondern ebenfalls z.B. entz&#252;ndete, verletzte und in Abheilung begriffene Gewebe, kann sich das Problem einer genauen Tumordiagnose mittels PET stellen. Als Suchmethode (&#8220;Screening&#8221;), ob &#252;berhaupt ein Krebsleiden vorliegt, wenn noch keine anderen Hinweise darauf vorhanden sind, ist die PET derzeit nicht geeignet. Auch erlaubt sie keine Unterscheidung zwischen Krebs und Entz&#252;ndung, wohl aber zwischen Krebs- und Narbengewebe. Hier wird es wichtig sein, neben der Anwendung markierter Glucose, auch andere Stoffe mit Positronenstrahlern zu markieren, die eine besonders hohe Anreicherung gerade in Tumorgewebe zeigen.</p>
<h4>Grundlagen</h4>
<p>Die Besonderheit der PET &#8211; im Unterschied auch zu anderen Untersuchungsverfahren mit radioaktiven Isotopen &#8211; besteht in der Tatsache, dass bestimmte Stoffe mit sog. &#8220;Positronenstrahlern&#8221; markiert werden, welche bei ihrem Zerfall zwei &#8220;Photonen&#8221; (Gamma-Quanten) in einem Winkel von 180º zueinander aussenden (sog. &#8220;Vernichtungsstrahlung&#8221;). Die Registrierung dieser zeitgleich entstehenden Signale &#252;ber ein Messger&#228;t (PET-Scanner) und einen Computer erm&#246;glicht eine exakte r&#228;umliche Lokalisation der Strahlungsquelle, sowie aus der Anzahl der empfangenen Strahlungssignale eine Aussage &#252;ber die H&#246;he der Stoffwechselaktivit&#228;t in dem Bereich, wo sich die markierte Substanz anreichert.</p>
<p>Da Positronenstrahler als radioaktive &#8220;Zwillingsbr&#252;der&#8221; (Nuklide) von h&#228;ufig im K&#246;rper vorkommenden Substanzen wie Sauerstoff (O-15), Stickstoff (N-13), Kohlenstoff (C-11) oder auch Fluor (F-18) existieren, k&#246;nnen diese in biologisch bedeutsame Verbindungen wie Kohlenhydrate, Aminos&#228;uren und Fette ohne wesentliche Ver&#228;nderung der Molek&#252;lstruktur eingebaut, und &#252;ber eine Vene dem Patienten verabreicht werden. Anhand der Verfolgung der jeweiligen Stoffwechselwege erlauben sie eine Unterscheidung von regelrechten und ver&#228;nderten biochemischen Prozessen.</p>
<p>Die Positronenstrahler m&#252;ssen allerdings in einem technisch aufwendigen Verfahren in einem Kreisbeschleuniger (Zyklotron) hergestellt werden. Wegen ihrer allgemein sehr kurzen &#8220;Halbwertszeiten&#8221; (20-120 min) m&#252;ssen sie rasch mit einer biologischen Substanz verbunden werden und meist auch am Ort der Produktion zur intraven&#246;sen Injektion kommen. Die breiteste Anwendung findet bisher Fluor-18-markierte Glucose (Fluorodesoxyglucose, FDG). Der Blut- oder Traubenzucker wird in fast allen K&#246;rperzellen zur Energielieferung ben&#246;tigt und da Fluor-18 mit 110 min eine relativ g&#252;nstige Halbwertszeit besitzt, l&#228;sst sich mit FDG in nahezu allen Geweben der regionale Energiestoffwechsel messen.</p>
<p>Derzeit kommt die PET meist in Forschungsprojekten zur Geltung, vor allem in Universit&#228;tskliniken. Es zeichnet sich jedoch eine stetig zunehmende Einrichtung von PET-Tomographen auch ohne Zyklotron an gro&#223;en Kliniken und in gro&#223;en nuklearmedizinischen Praxen ab, die die ben&#246;tigten Positronenstrahler (meist F-18-Glucose) von in der N&#228;he befindlichen Zyklotronen beziehen k&#246;nnen (sog. &#8220;Satelliten-Prinzip&#8221;).</p>
<p>Ein PET-Tomograph, auch PET-Scanner genannt, hat von au&#223;en betrachtet aufgrund seiner Ringstruktur gro&#223;e Ahnlichkeit mit einem Computertomographen (CT) oder einem Kernspintomographen (NMR, MRT), funktioniert aber nach einem anderen Prinzip. In dem Ring befinden sich viele einzelne sog. &#8220;Szintillationskristalle&#8221;, die die von den Positronenstrahlern ausgesandten Impulse empfangen und in Lichtblitze verwandeln, welche wiederum &#252;ber spezielle Schaltungen in elektrische Impulse zur digitalen Weiterverarbeitung umgewandelt werden. Mit der PET kann in etwa 1-2 Stunden Untersuchungszeit eine Aufnahme des ganzen K&#246;rpers angefertigt werden.</p>
<p>(mf)</p>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=487&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/positronen-emissions-tomographie-pet-neue-moeglichkeiten-in-der-krebsdiagnostik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Koloskopie (Spiegelung des Dickdarms)</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/koloskopie-spiegelung-des-dickdarms/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/koloskopie-spiegelung-des-dickdarms/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2006 23:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Therapien]]></category>
		<category><![CDATA[Dickdarm]]></category>
		<category><![CDATA[Koloskopie]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofaktoren]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelung]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=480</guid>
		<description><![CDATA[

Allgemeines zur Endoskopie
Die Koloskopie („Umschau im Dickdarm“) z&#228;hlt zu den sogenannten endoskopischen („Umschau im Innern“) Verfahren der Medizin. Diesen Verfahren ist gemeinsam, da&#223; ein d&#252;nnes Instrument (das Endoskop) unterschiedlicher L&#228;nge durch eine K&#246;rper&#246;ffnung oder einen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<h4>Allgemeines zur Endoskopie</h4>
<p>Die Koloskopie („Umschau im Dickdarm“) z&#228;hlt zu den sogenannten endoskopischen („Umschau im Innern“) Verfahren der Medizin. Diesen Verfahren ist gemeinsam, da&#223; ein d&#252;nnes Instrument (das Endoskop) unterschiedlicher L&#228;nge durch eine K&#246;rper&#246;ffnung oder einen kleinen Hautschnitt in das zu untersuchende Organ vorgeschoben wird.</p>
<p>Ein Lichtweg aus Glasfasern leitet Licht an das Ende des Endoskops und beleuchtet das Innere des Organs. &#220;ber ein optisches System (direkte Sicht, oder bei aufgesetzter Videokamera auf einem Bildschirm) kann der untersuchende Arzt das Organinnere betrachten. In zunehmendem Ma&#223;e werden auch Endoskope mit kleinem Kamerachip am Instrumentenende eingesetzt. Endoskope verf&#252;gen ferner &#252;ber Sp&#252;l-Saugkan&#228;le und/oder Arbeitskan&#228;le. Dadurch ist das Sp&#252;len und Absaugen (was vor allem f&#252;r bessere Sichtverh&#228;ltnisse sorgt) sowie das Vorschieben von speziellen Instrumenten zum Betrachtungsort m&#246;glich. Der Einsatz von Endoskopen ist somit nicht nur auf das Betrachten von Organen beschr&#228;nkt; vielmehr ist es m&#246;glich, Gewebeproben zu entnehmen und kleinere operative Eingriffe durchzuf&#252;hren.</p>
<p>Endoskope k&#246;nnen je nach Anwendungsgebiet starr oder biegsam sein und haben unterschiedliche L&#228;ngen und Durchmesser. Der Dickdarm ist nur eines von vielen Organen, die mit Endoskopen untersucht und behandelt werden k&#246;nnen. Andere Beispiele sind: Speiser&#246;hre, Magen und Zw&#246;lffingerdarm (kurz Gastroskopie genannt, eigentlich &#214;sophago-Gastro-Duodenoskopie= &#214;GD); Gelenke, z. B. das Kniegelenk (Arthroskopie), Atemwege (Bronchoskopie), Bauchh&#246;hle (Laparoskopie), Enddarm (Rektoskopie), Harnblase (Cystoskopie), Dickdarm (Koloskopie) u. a.</p>
<p>Insbesondere die Laparoskopie hat eine Reihe von gr&#246;&#223;eren Bauchoperationen fast v&#246;llig abgel&#246;st. Die <a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/gallensteine-cholelithiasis/' title='Gallensteine (Cholelithiasis)'>Entfernung der Gallenblase</a>, die Behandlung einer Eileiterschwangerschaft oder die Sterilisation der Frau sind Beispiele hierf&#252;r. Die einzelnen therapeutischen M&#246;glichkeiten des Koloskops werden weiter unten im Detail aufgef&#252;hrt.</p>
<p>Endoskopie als Routineverfahren gibt es etwa seit 30 Jahren. Durch die genannten gro&#223;en Fortschritte in der Diagnose und Therapie von Erkrankungen hat die Endoskopie die Medizin in dieser Zeit geradezu revolutioniert.</p>
<h4>Wie wird die Koloskopie durchgef&#252;hrt?</h4>
<p>Bei der Koloskopie wird das biegsame, ca. 150 cm lange und knapp 15 mm dicke Koloskop durch den After in den Darm vorgeschoben. Der untersuchende Arzt kann das Innere des Enddarms, des Dickdarms und des letzten Teils des D&#252;nndarms einsehen.</p>
<p>Vor der Untersuchung bekommt der Patient eine Venenverweilkan&#252;le. &#220;ber diesen Zugang kann gegebenenfalls ein Beruhigungs- oder Schmerzmittel gegeben werden; im seltenen Fall einer Komplikation k&#246;nnen Notfallmedikamente ohne Verz&#246;gerung verabreicht werden.</p>
<p>Die Untersuchung wird in Seitenlage durchgef&#252;hrt. Unter Verwendung eines Gleitmittels wird das Ger&#228;t durch den After unter st&#228;ndiger Sicht des Arztes in den Darm eingef&#252;hrt und langsam vorgeschoben. Gleichzeitig wird Luft in den Darm gepumpt, damit sich der leere Darm entfaltet und alle Wandstrukturen gut erkennbar werden. Eine Sp&#252;lung und Absaugung am Ende des Ger&#228;tes sorgen zus&#228;tzlich f&#252;r gute Sicht. Durch Stellr&#228;der am hinteren Ende des Koloskops kann das vordere Ende in verschiedene Richtungen gebogen werden. Dadurch ist es m&#246;glich, die Richtung des Instruments beim Vorschieben zu bestimmen und gleichzeitig die Darmwand im gesamten Umfang genau zu betrachten.</p>
<p>Das Koloskop verf&#252;gt &#252;ber einen Arbeitskanal, &#252;ber den spezielle Instrumente durch das Koloskop zum Betrachtungsort vorgeschoben werden k&#246;nnen. Daher sind die Einsatzm&#246;glichkeiten des Koloskops weit vielf&#228;ltiger als nur die Betrachtung der Darmwand. Mit Hilfe entsprechender Instrumente kann der Arzt z. B.</p>
<ul>
<li> <em>kleine Gewebeproben entnehmen, die dann zur eindeutigen Diagnosesicherung mikroskopisch untersucht werden k&#246;nnen</em></li>
<li><em>Polypen abtragen (durch Schlingen, Elektrokoagulation oder Laser)</em></li>
<li><em>Blutungen durch Elektrokoagulation oder das Spritzen gef&#228;&#223;verengender oder -ver&#246;dender Medikamente stillen</em></li>
<li><em>Fremdk&#246;rper fassen und herausziehen</em></li>
<li><em>Engstellen aufdehnen</em></li>
<li><em>Fl&#252;ssigkeit absaugen</em></li>
</ul>
<p>Speziellen Endoskopen sitzt ein kleiner Ultraschallkopf am Ende auf. Damit ist es m&#246;glich, die Darmwand und angrenzendes Gewebe von innen her zu beurteilen. Dies ist beispielsweise zur Beurteilung der Tiefenausdehnung eines Tumors sehr hilfreich.</p>
<p>Das Aufblasen des Darms mit Luft und die Bewegungen mit dem Koloskop werden von vielen Patienten als unangenehm empfunden; die Untersuchung wird aber von den meisten Patienten gut toleriert. Bei Bedarf kann ein Beruhigungs- und/oder Schmerzmittel vor der Untersuchung und auch wiederholt w&#228;hrend der Untersuchung verabreicht werden.</p>
<p>Die Entnahme von Gewebeproben und andere Eingriffe an der Darmschleimhaut sp&#252;rt der Patient in aller Regel gar nicht, da sie Schleimhaut keine Schmerzrezeptoren hat.</p>
<h4>Warum wird eine Koloskopie durchgef&#252;hrt?</h4>
<p>Eine Koloskopie wird durchgef&#252;hrt, wenn eine Erkrankung des Dickdarms vermutet wird oder der Verlauf einer bereits bekannten Erkrankung beurteilt werden soll. Mit Hilfe der Koloskopie kann der Arzt den gesamten Dickdarm detailliert einsehen, Gewebeproben krankheitsverd&#228;chtiger Bereiche zur mikroskopischen Untersuchung entnehmen und, falls n&#246;tig, h&#228;ufig gleich die notwendige Behandlung durchf&#252;hren. Dabei ist das Verfahren wesentlich sicherer als beispielsweise eine Operation.<br />
Bei Verdacht auf folgende Erkrankungen ist die Koloskopie zur Sicherung der Diagnose, Erfassung der Ausdehnung der Erkrankung und als Kontrolluntersuchung nach einer durchgef&#252;hrten Therapie ein Verfahren der ersten Wahl:</p>
<ul>
<li> <em>sog. chronisch-entz&#252;ndliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)</em></li>
<li><em>Dickdarmdivertikel</em></li>
<li><em>Dickdarmpolypen</em></li>
<li><em>b&#246;sartige Tumoren des Dickdarms</em></li>
<li><em>Darmblutungen unklarer Ursache</em></li>
<li><em>unklare, chronische Verstopfung oder Durchf&#228;lle</em></li>
<li><em>Ausschlu&#223; organischer Ursachen einer funktionellen Erkrankung (z. B. sog. Reizdarm)</em></li>
</ul>
<h4>Welche Risiken hat die Koloskopie?</h4>
<p>Insbesondere im Vergleich zu einer Operation mit Er&#246;ffnung der Bauchh&#246;hle und des Darms ist die Koloskopie ein sehr sicheres Verfahren. Durch entsprechende Vorbereitung und sorgf&#228;ltige Durchf&#252;hrung ist das Risiko einer Komplikation sehr gering. Trotzdem wird der Arzt vor einer Koloskopie &#252;ber die folgenden m&#246;glichen Komplikationen aufkl&#228;ren:</p>
<ul>
<li> <em>Verletzungen (Perforation) der Darmwand kommen in sehr seltenen F&#228;llen vor. Sie k&#246;nnen zum &#220;bertritt von Darminhalt und Bakterien in die Bauchh&#246;hle f&#252;hren und eine Operation n&#246;tig werden lassen.</em></li>
<li><em>Blutungen der Darmwand kommen mit einer H&#228;ufigkeit um 1:1000 vor. In der Regel l&#228;&#223;t sich die Blutung durch Unterspritzung oder andere Verfahren w&#228;hrend der Koloskopie stillen.</em></li>
<li><em>Mit dem Einschwemmen von Darmbakterien in die Blutbahn mit der Folge einer Sepsis („Blutvergiftung“) ist mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1:10000 zu rechnen. Bei dieser gef&#228;hrlichen Komplikation wird die Gabe von Antibiotika n&#246;tig.</em></li>
<li><em>Aus verschiedenen Gr&#252;nden (zu hohe Dosierung der Beruhigungsmittel, vegetative Reaktionen, allergische Reaktion auf verabreichte Medikamente) kann es zu einer St&#246;rung der Atem- und Herz-/Kreislauf-Funktion bis hin zum Herzstillstand kommen (insgesamt ca. 1:2000). Hier sind im Extremfall Wiederbelebungsma&#223;nahmen n&#246;tig.</em></li>
</ul>
<p>Die erw&#228;hnten Zahlen erfassen die aufgetretenen Komplikationen bei allen Untersuchten. Daher finden sich in diesen Zahlen auch sehr alte und schwerkranke Patienten wieder, bei denen das Risiko f&#252;r die meisten Komplikationen viel h&#246;her liegt, als z. B. bei einem j&#252;ngeren Patienten, bei dem nur Darmpolypen entfernt werden.</p>
<p>Um auftretende Komplikationen sofort zu erkennen, werden Atmung und Puls eines jeden Patienten w&#228;hrend der Untersuchung und, falls er ein Beruhigungsmittel bekommen hat, auch danach st&#228;ndig &#252;berwacht. Die vorsorgliche Plazierung einer Venenverweilkan&#252;le erm&#246;glicht das sofortige Verabreichen von eventuell n&#246;tigen Notfallmedikamenten. F&#252;r den Extremfall m&#252;ssen nach deutscher Vorschrift Hilfsmittel zur Wiederbelebung sofort greifbar sein.up</p>
<h4>Was ist vor einer Koloskopie zu beachten?</h4>
<p>Unerl&#228;&#223;liche Voraussetzung f&#252;r eine erfolgreiche Koloskopie ist eine gr&#252;ndliche Reinigung des Darms vor der Untersuchung. Dies wird am besten durch das Trinken abf&#252;hrender Fl&#252;ssigkeit (sog. Darmsp&#252;ll&#246;sung) am Vortag erreicht, ersatzweise (aber weniger gut wirksam) ist auch ein Einlauf m&#246;glich. In der Regel mu&#223; der Patient am Vortag der Untersuchung nach einer letzten Mahlzeit am Mittag &#252;ber den Nachmittag und Abend etwa 4 l der Darmsp&#252;ll&#246;sung trinken. Essen darf er bis zur Untersuchung nicht mehr; trinken von Wasser, Tee oder Kaffee ohne Milch ist jedoch erlaubt und erw&#252;nscht. Es ist sehr wichtig, da&#223; sich der Patient genauestens an das vom medizinischen Personal vorgegebene Protokoll zur Darmreinigung h&#228;lt. Eine der h&#228;ufigsten Ursachen f&#252;r mi&#223;lungene oder unvollst&#228;ndige Darmspiegelungen ist die unzureichende Darmreinigung vor der Untersuchung! Das kann eine Wiederholung der Untersuchung n&#246;tig machen oder gar zum &#220;bersehen eines krankhaften Befundes f&#252;hren.</p>
<p>Bei manchen Patienten ist die Gabe eines Antibiotikums unmittelbar vor der Untersuchung zur Vorbeugung schwerer Komplikationen durch Einschwemmen von Darmbakterien in die Blutbahn n&#246;tig. Dies sind insbesondere:</p>
<ul>
<li> <em>Patienten, die an einer Herzklappenentz&#252;ndung (Endokarditis) oder an rheumatischem Fieber erkrankt waren, oder eine k&#252;nstlichen Herzklappe haben;</em></li>
<li><em>Patienten, die ein geschw&#228;chtes Immunsystem (z. B. im Rahmen mancher Chemotherapien) haben.</em></li>
</ul>
<p>Im Einzelfall entscheidet dar&#252;ber der behandelnde Arzt.</p>
<h4>Was ist nach der Koloskopie zu beachten?</h4>
<p>Wie sich ein Patient nach der Untersuchung verhalten mu&#223;, h&#228;ngt vor allem davon ab, ob ein gr&#246;&#223;erer Eingriff w&#228;hrend der Koloskopie durchgef&#252;hrt wurde (z. B. gro&#223;er Polyp abgetragen, st&#228;rkere Blutung) und ob, ein Beruhigungs- oder Schmerzmittel n&#246;tig war.</p>
<p>Bei Verwendung eines Beruhigungsmittels darf der Untersuchte unter keinen Umst&#228;nden am selben Tag am Stra&#223;enverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen. Im Falle einer ambulanten Behandlung mit Gabe eines Beruhigungsmittels sollte man sich nach Hause fahren lassen und f&#252;r die ersten Stunden nicht alleine bleiben. Je nach Umfang der Untersuchung kann es n&#246;tig sein, eine zeitlang nach der Untersuchung n&#252;chtern zu bleiben. Welche Verhaltensregeln nach der Untersuchung befolgt werden sollten, wird der Untersucher im Einzelfall erl&#228;utern.</p>
<p>Kommt es nach der Untersuchung zu Blutabgang aus dem After, Fieber, Bauchschmerzen oder anderen Beschwerden, sollte der Patient dies unbedingt sofort dem behandelnden Arzt mitteilen.</p>
<p><strong>Tipp Endoskopie Atlas</strong>: Unter <a href="http://www.endoskopiebilder.de/" target="_blank">www.endoskopiebilder.de</a> zeigt die II. Medizinische Abteilung des Albertinen-Krankenhauses in Hamburg ca. 850 Bilder der gastroenterologischen Endoskopie. Der Endoskopie-Atlas f&#252;hrt zum einen &#196;rzten und Schwestern systematisch die typischen Befunde vor Augen, zum anderen demonstriert er Betroffenen Befunde und Verl&#228;ufe anhand von Bildern, Fallbeispielen und Videos.</p>
<p><strong>Der Dickdarm</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-303" title="dickdarm" src="/wp-content/uploads/2009/03/dickdarm.gif" alt="dickdarm" width="340" height="194" /></p>
<p>Mit freundlicher Genehmigung des Verlages Haus&amp;Gro&#223;</p>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=480&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/koloskopie-spiegelung-des-dickdarms/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Chirurgie und Computer: CAS &#8211; Computer assisted surgery</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/chirurgie-und-computer-cas-computer-assisted-surgery/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/chirurgie-und-computer-cas-computer-assisted-surgery/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2006 23:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[CAS]]></category>
		<category><![CDATA[Computer assisted surgery]]></category>
		<category><![CDATA[Matching]]></category>
		<category><![CDATA[Wirbelsäulenoperationen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=467</guid>
		<description><![CDATA[

Neue M&#246;glichkeiten im modernen Operationssaal am Beispiel von Wirbels&#228;ulenoperationen
Der Computer ist aus dem t&#228;glichen Leben (fast) nicht mehr wegzudenken. Auch der Chirurg bedient sich zunehmend der Hilfe von rechnergesteuerten &#8220;Navigationssystemen&#8221;, die in Orthop&#228;die, Neurochirurgie und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<p><strong>Neue M&#246;glichkeiten im modernen Operationssaal am Beispiel von Wirbels&#228;ulenoperationen</strong></p>
<p>Der Computer ist aus dem t&#228;glichen Leben (fast) nicht mehr wegzudenken. Auch der Chirurg bedient sich zunehmend der Hilfe von rechnergesteuerten &#8220;Navigationssystemen&#8221;, die in Orthop&#228;die, Neurochirurgie und Gesichtschirurgie Anwendung finden. Im folgenden wird das Verfahren am Beispiel einer Wirbels&#228;ulenoperation erl&#228;utert.<br />
Orthop&#228;dische Chirurgie stellt immer besondere Anforderungen an Augenma&#223; und dreidimensionales Vorstellungsverm&#246;gen des Operateurs. R&#246;ntgenaufnahmen oder die Magnetresonanztomographie lassen zwar heutzutage bestechend scharfe und dreidimensionale Bilder der Anatomie entstehen, konnten aber bisher jedoch nicht direkt auf die reale Situation einer Operation &#252;bertragen werden. W&#228;hrend der Operation sind aber nicht alle Regionen zug&#228;nglich, da sie von z. B. Muskeln, B&#228;ndern, Nerven und Gef&#228;&#223;en bedeckt sind. So muss z. B. bei Operation eines Wirbelk&#246;rperbruchs die Positionierung der Schrauben durch den Wirbelbogen allein aufgrund der anatomischen Kenntnisse und einer eindimensionalen R&#246;ntgendurchleuchtung ohne direkte visuelle Kontrolle erfolgen. In der N&#228;he liegen jedoch hochempfindliche Nerven und Gef&#228;&#223;e, die bei Einbringen des Stabilisierungsmaterials nicht direkt sichtbar sind. Geht man von Durchmessern zwischen 3 und 10 mm aus, so wird klar, dass selbst erfahrenste Chirurgen die Schraube fehlplazieren k&#246;nnen. In der Literatur werden fehlplazierte Schrauben mit Raten zwischen 10 und 40% angegeben.<br />
Deshalb wurden Anfang der 90er Jahre verschiedene Systeme entwickelt, die intraoperativ eine pr&#228;zisere Plazierung erreichen helfen sollen.</p>
<h4>Das stereotaktische 3-D-Prinzip</h4>
<p>Vor der Operation wird eine 3-dimensionale Computertomographie (R&#246;ntgen-Schichtuntersuchung) der Wirbelk&#246;rper angefertigt. Mittels Computer kann auf dem Bildschirm die Operation geplant werden. Auch Simulationen mit einer &#8220;Fahrt&#8221; durch den zu operierenden Wirbel sind m&#246;glich.<br />
W&#228;hrend der Operation wird ein Bild durch einen 3-dimensionalen Abtaster der sichtbaren hinteren Strukturen des Wirbelk&#246;rpers erstellt. Ein optisches System, das die r&#228;umliche Position von T-f&#246;rmigen, sog.&#8221;rigid bodies&#8221; (s. Abb. 1) &#252;ber Infrarotdioden erfasst, kommuniziert mit einem Rechner. Das Prinzip ist einer Peilung von Seeleuten mit Leuchtfeuern vergleichbar.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-468" title="compgest1" src="/wp-content/uploads/2009/03/compgest1.jpg" alt="compgest1" width="165" height="258" /></p>
<h4>Das &#8220;Matching&#8221;</h4>
<p>Es folgt die Umrechnung dieser so gewonnenen Daten mit der vor der Operation erstellten Computertomographie, das hei&#223;t, dem Computer werden anatomische Punkte erkl&#228;rt. Der Computer errechnet dann eine Verbindung zwischen der &#8220;virtuellen&#8221; Welt des computertomographischen Bildes und der &#8220;realen&#8221; Welt des Patienten. Dies ist der entscheidende Schritt der Operation. Das sogenannte &#8220;matching&#8221; beruht auf einem Abgleich zwischen den sichtbaren Anteilen des Wirbelk&#246;rpers (in der Regel der Dornfortsatz und die Querforts&#228;tze) und den gespeicherten Daten aus dem Computertomogramm (s. Abb. 2). Wenn hierbei allerdings Fehler auftreten, wird dem Chirurgen falsche Sicherheit suggeriert.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-469" title="compgest2" src="/wp-content/uploads/2009/03/compgest2.jpg" alt="compgest2" width="243" height="175" /></p>
<p>Ein Leitsystem auf dem Bohrer gibt dem Chirurgen durch ein Fadenkreuz dann die korrekte Bohrrichtung online auf dem Bildschirm an. Als letzten Schritt bringt der Operateur den Bohrer in die korrekte Position. Er wird je nach Art des verwendeten Systems dabei einen Punkt auf dem Bildschirm, bzw. 2 Fadenkreuze &#252;bereinander bringen m&#252;ssen. Weiterhin kann auch die Bohrl&#228;nge sichtbar gemacht werden, so dass die hinter dem Wirbelk&#246;rper liegende Hauptschlagader geschont werden kann. Der Chirurg kann mit dem teilweise sprachgesteuerten System simulieren, wie die Lage der Implantate w&#228;re, wenn in einer gew&#228;hlten Stellung gebohrt w&#252;rde. Zudem kann er sich &#8220;auf Zuruf&#8221; mit dem Navigationshelm (s. Abb. 3) Bilder der Computertomographie aufrufen, um das Bild der Operation mit dem R&#246;ntgen zu vergleichen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-470" title="compgest3" src="/wp-content/uploads/2009/03/compgest3.jpg" alt="compgest3" width="183" height="177" /></p>
<h4>Was bringt das neue System?</h4>
<p>Die Erfahrungen im Operationssaal und die ersten postoperativen Untersuchungen haben gezeigt, dass das System f&#252;r den Chirurgen wie auch den Patienten einen nicht unerheblichen Zugewinn in Form von Sicherheit, Pr&#228;zision und verminderter Strahlenbelastung durch den Wegfall intraoperativer R&#246;ntgenaufnahmen bedeutet. Das vor der Operation angefertigte Computertomogramm wird bei Knochenbr&#252;chen oder Wirbelk&#246;rperversteifungen in diesem Bereich routinem&#228;&#223;ig angefertigt.<br />
Die Navigationssysteme sind an einigen, ausgew&#228;hlten H&#228;usern zu finden, da sie sehr teuer sind. Dem Interessierten sei jedoch geraten, sich eher einem erfahrenen Operateur als einem Navigationssystem anzuvertrauen.<br />
Der Einsatz ist ebenfalls bei H&#252;ft- und Beckenoperationen, Eingriffen am Gehirn und im Gesicht m&#246;glich. Statt Infrarotstrahlen als &#220;bermittler der Informationen zwischen Patient und Computer werden auch Systeme mit Ultraschall erprobt.<br />
Man kann davon noch pr&#228;zisere und gefahrlosere Eingriffe erwarten, wenn die anatomischen Verh&#228;ltnisse wenig Sicht oder komplexe Strukturen bieten. Langfristig werden diese Navigationssysteme aus dem Operationssaal der Zukunft nicht mehr wegzudenken sein.</p>
<h4>Literatur</h4>
<p>Amiot, LP, Labelle, H, De Guise, JA Computed-assisted pedicle screw fixation: a feasibility study. Spine 20, 1208-1212, 1995.</p>
<p>Esses SI, Sachs BL, Dreyzin V.- Complications associated with the technique of pedicle screw fixation. A selected survey of ABS members. Spine 18: 2231-2238,1993.</p>
<p>Jerosch J, Malms J, Castro WH, Wagner R, Wiesner L: Control of pedicle screw placement following instrumented posterior lumbar fusion. Z Orthop 130:479-483, 1993.</p>
<p>Kalfas, IH, Kormos, DW, Murphy, MA, McKenzie, RL, Barnett, GH, Bell, GR, Steiner, CP, Trimble, MB, Weisenberger, JP Application of frameless stereotaxy to pedicle screw fixation of the spine. J Neurosurg 83: 641-647, 1995.</p>
<p>Merloz, P, Tonetti, J, Eid, A, Faure, C, Lavalee, S, Troccaz, J, Sautot, P, Hamadeh, A, Cinquin, P Computer assisted spine surgery. Clin Orthop 337, 86-96, 1997.</p>
<p>Dr. Thomas Wallny</p>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=467&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/chirurgie-und-computer-cas-computer-assisted-surgery/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Aktuelle Diagnostik des kalten (&#8220;hypofunktionellen&#8221;) Schilddr&#252;senknotens</title>
		<link>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/aktuelle-diagnostik-des-kalten-hypofunktionellen-schilddruesenknotens/</link>
		<comments>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/aktuelle-diagnostik-des-kalten-hypofunktionellen-schilddruesenknotens/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2006 23:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Medizin-Netz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Umfassende Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[kalter Schilddrüsenknoten]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüsenknoten]]></category>
		<category><![CDATA[Ultraschall]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-netz.de/?p=465</guid>
		<description><![CDATA[

Einleitung
Schilddr&#252;senknoten sind in der Bev&#246;lkerung sehr h&#228;ufig. Bei Reihenuntersuchungen an zuf&#228;llig ausgew&#228;hlten Probanden waren 10-33% der untersuchten Knoten in der Schilddr&#252;se gr&#246;&#223;er als 5 mm. In einer Untersuchung von Hampel und Mitarbeitern (1) an &#252;ber ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<h4>Einleitung</h4>
<p>Schilddr&#252;senknoten sind in der Bev&#246;lkerung sehr h&#228;ufig. Bei Reihenuntersuchungen an zuf&#228;llig ausgew&#228;hlten Probanden waren 10-33% der untersuchten Knoten in der Schilddr&#252;se gr&#246;&#223;er als 5 mm. In einer Untersuchung von Hampel und Mitarbeitern (1) an &#252;ber 6000 Personen aus verschiedenen Regionen Deutschlands lie&#223;en sich bei 30% der &#252;ber 18j&#228;hrigen Frauen und bei 21% der M&#228;nner Schilddr&#252;senknoten nachweisen. Wichtiger urs&#228;chlicher Faktor f&#252;r dieses hohe Vorkommen knotiger Ver&#228;nderungen in diesem Organ ist sicherlich eine nicht ausreichende Iodversorgung in der Nahrung.<br />
Betrachtet man jedoch Untersuchungen aus ausreichend iodversorgten L&#228;ndern, so findet sich in Autopsie-Studien oder Untersuchungen mittels Ultraschall auch dort eine vergleichbar hohe Zahl herdf&#246;rmiger Ver&#228;nderungen in der Schilddr&#252;se zwischen 20 und 50%. Diese Ergebnisse legen nahe, dass neben dem Iodmangel aufgrund nicht ausreichenden Vorkommens in der t&#228;glichen Nahrung zus&#228;tzliche Faktoren bestehen, die zum Auftreten knotiger Ver&#228;nderungen in der Schilddr&#252;se f&#252;hren k&#246;nnen.<br />
Das diagnostische Vorgehen, das f&#252;r die Abkl&#228;rung des Schilddr&#252;senknotens empfohlen wird, muss aufgrund der H&#228;ufigkeit kleiner knotiger Ver&#228;nderungen mit m&#246;glichst hoher Sicherheit diejenigen Patienten identifizieren, die einer weiteren Behandlung bed&#252;rfen. Histologisch entsprechen die sonographisch nachgewiesenen Knoten in den meisten F&#228;llen gutartigen, teils mit wasserklarer Fl&#252;ssigkeit gef&#252;llten H&#246;hlungen (Zysten) in der Schilddr&#252;se. Auch b&#246;sartige Ver&#228;nderungen (Schilddr&#252;senkarzinome) k&#246;nnen sich als kalter Knoten zeigen.</p>
<p>Die Basisdiagnostik d&#252;rfte in den folgenden Untersuchungen bestehen:</p>
<p>1) <strong>Ultraschall</strong> (Sonographie) der Schilddr&#252;se:<br />
Die Sonographie der Schilddr&#252;se mit modernen, hochaufl&#246;senden Schallk&#246;pfen mit einer Sendefrequenz von 7,5 bis 10 Mhz erlaubt neben der Bestimmung des Schilddr&#252;senvolumens und der Beurteilung der Binnenstruktur der Schilddr&#252;se eine sehr sensitive Erfassung des Schilddr&#252;senknotens. Wichtig f&#252;r die Differenzierung des Herdbefundes ist das Echoverhalten, das Vorliegen von Verkalkungsstrukturen im Knoten, die Randbegrenzung des Knotens und die Suche nach fl&#252;ssigkeitsgef&#252;llten Anteilen. Beim Echoverhalten bezieht man sich auf den Vergleich der umliegenden Halsmuskulatur mit der Schilddr&#252;se. Normalerweise l&#228;sst sich im Ultraschall die Schilddr&#252;se im Vergleich zur Halsmuskulatur deutlich heller abgrenzen, man nennt dies echodicht und im Vergleich zur normalen Schilddr&#252;se echonormal. Erscheint eine Struktur &#228;hnlich wie die Halsmuskulatur und damit dunkler als das gesunde Schilddr&#252;sengewebe, spricht man von echoarm. Echonormale und echoreiche Knoten, teils mit echoarmem Randsaum und echofreien Anteilen sind h&#228;ufig nachweisbar und entsprechen meist gutartigen Ver&#228;nderungen. Das Risiko eines b&#246;sartigen Tumors liegt bei diesen Knoten sehr niedrig. Der echofreie Randsaum entspricht meist einer Zone vermehrter Durchblutung und findet sich h&#228;ufiger bei gutartigen Knoten. Diese Zeichen schlie&#223;en jedoch ein Schilddr&#252;senkarzinom nicht aus. Schilddr&#252;senkarzinome weisen meistens eine dunkle und damit echoarme Binnenstruktur auf.<br />
Weiterhin kann man bei diesen h&#228;ufig, &#228;hnlich den gutartigen Ver&#228;nderungen, in etwa zwei Drittel einen hohen Blutfluss im Knoten nachweisen. Eine sichere Unterscheidung zwischen gut- und b&#246;sartigen Knoten ist mittels der Sonographie somit nicht durchf&#252;hrbar.</p>
<p>2) <strong>Schilddr&#252;senszintigraphie</strong>:<br />
Die Schilddr&#252;senszintigraphie zum Nachweis eines kalten („hypofunktionellen”) Knotens ist indiziert bei allen tastbaren oder sonographisch nachweisbaren Knoten. Die Untersuchung wird mit radioaktiven Substanzen durchgef&#252;hrt. &#220;blicherweise wird den Patienten Technetium (99mTc04) in eine Armvene eingespritzt und nach 10-20 Minuten die Impulse, die durch den radioaktiven Zerfall der Substanz entstehen, mit einer Kamera aufgezeichnet. Eine Untersuchung mit radioakivem Iod (123I) ist h&#228;ufig nur dann erforderlich, wenn eine stark vergr&#246;&#223;erte Schilddr&#252;se weit hinter das Brustbein reichen sollte oder andere Prozesse im Halsbereich in Betracht gezogen werden m&#252;ssen.</p>
<p>3) <strong>Feinnadelpunktion</strong>:<br />
Der Feinnadelpunktion von Schilddr&#252;senknoten gehen in der Regel die Schilddr&#252;sen- sonographie und -szintigraphie voran. Der hypofunktionelle Schilddr&#252;senknoten stellt dabei die h&#228;ufigste Indikation zur Feinnadelpunktion dar. Auf eine Punktion kann nur verzichtet werden, wenn klinische und sonographische Kriterien f&#252;r einen b&#246;sartigen Prozess fehlen. Bei der Punktion wird mit einer d&#252;nnen Kan&#252;le durch die Haut in die Schilddr&#252;se gestochen und durch Zug an der Spritze Zellmaterial gewonnen. Da die Schilddr&#252;se keine Nervenfasern enth&#228;lt, ist von der Punktion nur das Durchstechen der Haut gering schmerzhaft und mit einer Blutabnahme am Unterarm vergleichbar. Komplikationen sind durch die Kontrolle der Punktionsnadel im Ultraschall extrem unwahrscheinlich. Diese Material wird dann von einem Spezialisten (Pathologen, Zytologen) unter dem Mikroskop bei vielfacher Vergr&#246;&#223;erung beurteilt. Das h&#228;ufigste zytologische Bild zeigt in &#252;ber 90% der F&#228;lle gutartige Ver&#228;nderungen mit &#220;berresten von Abbauprodukten, Zeichen von Blutungen, Bindegewebspartikeln und Schilddr&#252;senzellen. Ein wichtiges Kriterium f&#252;r die Beurteilung von Punktaten ist das Vorhandensein einer ausreichenden Zahl von Schilddr&#252;senzellen.<br />
Die Sensitivit&#228;t und Spezifit&#228;t der Punktionszytologie hinsichtlich des Nachweises von b&#246;sartigen Tumoren der Schilddr&#252;se betr&#228;gt bei ge&#252;bten Untersuchern mit langj&#228;hriger Punktionserfahrung und bei erfahrenen Zytopathologen 70 bis &#252;ber 90%.</p>
<p>4) <strong>Labordiagnostik</strong>:<br />
Der hypofunktionellen Knoten geht in der Regel nicht mit einer Funktionsst&#246;rung des Gesamtorgans Schilddr&#252;se einher, d. h. die Stoffwechselparameter liegen im Normbereich. Zur Abkl&#228;rung der Stoffwechsellage sollten jedoch die Parameter bestimmt werden. Eine dann festgestellte Funktionsst&#246;rung zeigt das Vorliegen einer weiteren Schilddr&#252;senst&#246;rung und sollte n&#228;her untersucht werden. Kalte Knoten finden sich nicht selten neben hei&#223;en Knoten oder einer Autoimmunthyreopathie vom Typ des Morbus Basedow.<br />
H&#228;ufig wird im Rahmen der Abkl&#228;rung des hypofunktionellen Schilddr&#252;senknotens auch der Tumormarker Thyreoglobulin bestimmt, der einen guten Verlaufsparameter in der Nachsorge des Schilddr&#252;senkarzinomes darstellt. Beim Tumormarker Thyreoglobulin handelt es sich um eine Substanz, die nur in der Schilddr&#252;se vorkommt. Bei der Abkl&#228;rung zwischen einem gut- und b&#246;sartigen Schilddr&#252;senknoten ist die Wertigkeit der Tumormarkerbestimmung allerdings nicht gesichert. Dies best&#228;tigte eine k&#252;rzlich ver&#246;ffentlichte retrospektive Untersuchung von Okamoto und Mitarbeitern (2). Auch wenn stark erh&#246;hte Tumormarkerspiegel nachgewiesen werden konnten, erbrachte die Bestimmung im Einzelfall aufgrund einer niedrigen Sensitivit&#228;t und Spezifit&#228;t (57% bzw. 85%) keine verwertbare zus&#228;tzliche Information.<br />
Vor einigen Jahren wurde erstmals der Einsatz der Bestimmung von Calcitonin bei der Abkl&#228;rung des hypofunktionellen Schilddr&#252;senknotens mit dem Ziel einer fr&#252;hzeitigen Erkennung von sog. „C-Zell Karzinomen” diskutiert. Dies sind b&#246;sartige Wucherung von Zellen, die in der Schilddr&#252;sen lokalisiert sind, ihrer Funktion nach jedoch am Aufbau von Knochensubstanz beteiligt sind. Hier ist die Diskussion &#252;ber die Wertigkeit dieser Bestimmung noch im Flusse, endg&#252;ltige Empfehlungen m&#252;ssen im Einzelfall abgewogen werden.</p>
<h4>Literatur</h4>
<p>(1) Hampel R., K&#252;hlberrg T. und Klein K. Strumapr&#228;valenz in Deutschland gr&#246;&#223;er als bisher angenommen. Med Klin 1995;90:324-329.</p>
<p>(2) Okamoto T., Kanbe M. und Ihara M. Measuring serum thyroglobulin in patients with follicular thyroid nodule: it´s diagnostic implications. Endocr. J. 1997;44:187-193.</p>
<p>(3) Saller B., Esser I., Horn K. et al. Diagnostik und Therapie von Schilddr&#252;senkrankheiten &#8211; Empfehlungen zur Qualit&#228;tssicherung &#8211; Sektion Schilddr&#252;se der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Endokrinologie. Teil 1 &#8211; Diagnostik von Schilddr&#252;senerkrankungen. Internist 1997;38:177-185.</p>
<p>Dr. med. Carsten K&#246;rber<br />
Nuklearmedizinische Praxis Fulda</p>
<p>Lesen Sie auch die Artikel zur</p>
<ul>
<li> Pathogenese der <a href='http://www.medizin-netz.de/umfassende-berichte/pathogenese-der-immunogenen-hyperthyreose-und-der-endokrinen-orbitopathie/' title='Pathogenese der immunogenen Hyperthyreose und der endokrinen Orbitopathie'>immunogenen Hyperthyreose und der endokrinen Orbitopathie</a></li>
<li>Der <a href='http://www.medizin-netz.de/umfassende-berichte/heisser-schilddruesenknoten-funktionelle-schilddruesenautonomie/' title='Hei&#223;er Schilddr&#252;senknoten (funktionelle Schilddr&#252;senautonomie)'>hei&#223;e Schilddr&#252;senknoten</a> (funktionelle Schilddr&#252;senautonomie)</li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/therapien/radioiodbehandlung-der-schilddruesenueberfunktion-oder-vergroesserung/' title='Radioiodbehandlung der Schilddr&#252;sen&#252;berfunktion oder -vergr&#246;&#223;erung'>Radioiodbehandlung</a>: Risikofreie, dauerhafte Erfolge bei Schilddr&#252;sen&#252;berfunktion oder -vergr&#246;&#223;erung</li>
<li>Basedow-Krankheit (<a href='http://www.medizin-netz.de/krankheiten/basedow-krankheit-morbus-basedow-immunhyperthyreose-graves-disease/' title='Basedow-Krankheit (Morbus Basedow, Immunhyperthyreose, Graves&#8217; Disease)'>Morbus Basedow</a>, Immunhyperthyreose, Graves&#8217; Disease)</li>
<li><a href='http://www.medizin-netz.de/therapien/schilddruesenoperation-operative-therapie-der-gutartigen-schilddruesenkrankheiten/' title='Schilddr&#252;senoperation, Operative Therapie der gutartigen Schilddr&#252;senkrankheiten'>Operative Therapie</a> der gutartigen Schilddr&#252;senkrankheiten</li>
<li>B&#246;sartige Neubildungen der Schilddr&#252;se (<a href='http://www.medizin-netz.de/umfassende-berichte/boesartige-neubildungen-der-schilddruese-schilddruesenkarzinom/' title='B&#246;sartige Neubildungen der Schilddr&#252;se (Schilddr&#252;senkarzinom)'>Schilddr&#252;senkarzinom</a>)</li>
</ul>

<!-- google_ad_section_end -->
<img src="http://www.medizin-netz.de/?ak_action=api_record_view&id=465&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-netz.de/diagnostik/aktuelle-diagnostik-des-kalten-hypofunktionellen-schilddruesenknotens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

