Deutsches Medizin-Netz » Krankheiten http://www.medizin-netz.de Medizinischer Informationsdienst Tue, 27 Dec 2011 08:52:46 +0000 en hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.1.2 Reflux – brennende Schmerzen http://www.medizin-netz.de/krankheiten/reflux-brennende-schmerzen/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/reflux-brennende-schmerzen/#comments Thu, 10 Mar 2011 10:33:18 +0000 marketing http://www.medizin-netz.de/?p=2310

Reflux – was heißt das?
Unter einem Reflux verstehen die Mediziner die krankhaften Rückflüsse von einem Hohlorgan in ein anderes. Hauptsächlich bezieht sich der Begriff Reflux jedoch auf das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre (Refluxösophagitis). Dieser – wohl mit Abstand häufigste – Reflux löst Sodbrennen aus.

Um Nahrung verdauen und Keime abtöten zu können, handelt es sich beim Magensaft um eine sehr aggressive Säure. Der Magen selbst ist durch eine Schutzschicht vor der Säure geschützt. Tritt jedoch bei einem Reflux die Säure in die Speiseröhre, so trifft sie dort auf ungeschützte Schleimhaut und dies führt zu Verletzungen und damit zu brennenden Schmerzen.

Die häufigsten Reflux Symptome
Das für einen Reflux typische Brennen im Hals und Oberbauch tritt meistens zwei Stunden nach den Mahlzeiten auf. Dies liegt daran, dass beim Essen die Magensäure sozusagen verdünnt und gebunden wird. Ist die Nahrung aber verdaut, steigt die Konzentration der Magensäure wieder an und trifft in dieser Form auf die schutzlose Schleimhaut der Speiseröhre. Ein brennender Schmerz, der je nach Aufsteigen der Magensäure bis zur Kehle ausgedehnt sein kann, ist die Folge. Wenn der Reflux besonders ausgeprägt ist – die Magensäure somit bis in den Hals aufsteigt – kann es auch zu saurem Aufstoßen kommen.

Häufig treten Reflux-Symptome auch in der Nacht auf. Im Liegen kann die Magensäure leichter aufsteigen. Die Bewegung der Speiseröhre ist beeinträchtigt und durch die verminderte Muskelspannung ist der Schließmuskel zur Speiseröhre in seiner Funktion beeinträchtigt.

Symptome, die nicht sofort mit einem Reflux in Verbindung gebracht werden, sind Heiserkeit und Husten. Wenn der Magensaft nicht nur in die Speiseröhre, sondern auch in kleinsten Mengen in die Luftröhre kommt, führt dies zu Atemwegsentzündungen. Die Folge sind Husten, Heiserkeit oder auch eine chronische Bronchitis. Deshalb sollten Sie bei einem langanhaltendem Husten immer auch an Magenbeschwerden als mögliche Ursache denken.

Ursachen für einen Reflux
Vor allem nach üppigen und fettigen Mahlzeiten werden wir häufig mit Sodbrennen bestraft. Wird das Essen auch noch in aller Hast hinunter geschlungen, so kommen zwei Ursachen für den Reflux zusammen. Gerade bei reichhaltigem Essen wird vermehrt Magensäure produziert. Da dies auch bei Stress der Fall ist, kommt es beim Zusammentreffen beider Situationen zu einer Überproduktion von Magensaft. Stark gewürztes Essen, Schokolade oder Fruchtsäfte können ebenfalls Sodbrennen hervorrufen. Aber auch der Genuss von Kaffee, Alkohol und Nikotin sollte vermieden werden, da er einen Reflux begünstigt. Nicht zuletzt spielt das eigene Gewicht eine Rolle. So drückt bei Übergewichtigen oder Schwangeren die Körpermasse auf den Magen und begünstigt so das Auftreten eines Reflux.

Reflux – der Beginn eines Magengeschwürs?
Ein dauerhaft auftretender Reflux kann zu einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) führen. Diese klingt in der Regel schnell und problemlos ab, sobald wir unsere Essgewohnheiten gesünder gestalten. Doch häufig halten wir die Kostumstellung nur so lange durch, wie die Beschwerden andauern. Kommt es dann wiederholt zu Sodbrennen oder hält der Reflux über lange Zeit an, so kann sich ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) entwickeln. Da ein Magengeschwür auch bösartig werden und ein Reflux auch Ursache für ein Speiseröhrenkarzinom sein kann, sollten Sie dauerndes Sodbrennen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei Sodbrennen, das häufiger als zwei Mal in der Woche auftritt oder mit blutigem Erbrechen, schwarzem Stuhlgang, Gewichtsverlust oder extremer Müdigkeit einhergeht, sollten Sie daher unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Hilfe gegen das Brennen im Hals
Um dem gelegentlichen Reflux entgegen zu wirken, versuchen Sie am besten, die Ursachen für das Sodbrennen auszuschalten. Lassen Sie sich Zeit beim Essen, kauen Sie gründlich und nehmen Sie lieber viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt ein. Achten Sie auf eine mäßig gewürzte und nicht zu fettige Ernährung. Reduzieren Sie gegebenenfalls die Menge der Speisen. Den Reflux in der Nacht können Sie vermeiden, indem Sie das Kopfteil Ihres Bettes hochstellen.

Außerdem können Sie sich in der Apotheke Medikamente zur Neutralisierung der Magensäure besorgen. Diese sogenannten Antazida werden auch rezeptfrei angeboten.

Möchten Sie mehr über Reflux und Sodbrennen erfahren? Dann haben wir einen Tipp für Sie: tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen in der Selbsthilfegruppe Sodbrennen bei imedo.de aus oder schauen Sie im Infocenter Sodbrennen vorbei.

CS

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Bandscheibenvorfall – kein Grund zur Panik http://www.medizin-netz.de/krankheiten/bandscheibenvorfall-kein-grund-zur-panik/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/bandscheibenvorfall-kein-grund-zur-panik/#comments Fri, 04 Mar 2011 11:08:30 +0000 marketing http://www.medizin-netz.de/?p=2303

Vorweg gesagt: wenn der Rücken schmerzt, muss es sich nicht zwangsläufig um einen Bandscheibenvorfall handeln. Nur ein geringer Prozentsatz aller Patienten, die wegen Rückenschmerzen behandelt werden, haben in der Tat einen Bandscheibenvorfall.
Hat der Arzt bei Ihnen jedoch einen Bandscheibenvorfall festgestellt, so heißt das nicht automatisch, dass Sie operiert werden müssen. In aller Regel können Sie konservativ – also mit Medikamenten und physiotherapeutischen Anwendungen – behandelt werden.

Wenn der Stoßdämpfer nicht Stand hält
Die Bandscheibe ist eine Art Stoßdämpfer aus gallertartiger Substanz zwischen den knöchernen Wirbelkörpern. Ein Faserring begrenzt den gallertartigen Kern und verhindert im Normalfall das Verrutschen der Bandscheibe. Tritt der Kern jedoch aus diesem Bandscheibenfaserring hervor und befindet sich damit nicht mehr vollständig zwischen den Wirbelkörpern, wird dies als Bandscheibenvorfall bezeichnet. Ursache dafür können altersbedingte oder degenerative Veränderungen und mechanische Überbelastungen der Bandscheibe sein, die zu Rissen im Faserring führen. Dadurch kann der Kern herausgequetscht werden. Das hört sich allerdings schlimmer an, als es in den meisten Fällen ist. Der Körper ist nämlich in der Lage sich selbst zu heilen, in dem er die vorgedrängten Anteile des Bandscheibenkerns, die hauptsächlich aus Wasser bestehen, schrittweise abbaut. Die Chancen auf eine Rückbildung des Bandscheibenvorfalls sind also davon abhängig, wie weit der Kern aus seinem Faserring hervorgetreten ist.

Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall
Nicht jeder Bandscheibenvorfall macht überhaupt Probleme und wenn Symptome auftreten, so sind diese abhängig von der Lage und dem Schweregrad des Bandscheibenvorfalls.
Am häufigsten treten Bandscheibenvorfälle im unteren Lendenbereich der Wirbelsäule auf und führen dann zu Schmerzen und Lähmungserscheinungen an den Beinen. Aber auch ein pelziges Gefühl der Haut oder in schweren Fällen eine Inkontinenz (also die Unfähigkeit Wasser oder Stuhl zu halten) können die Folgen eines Bandscheibenvorfall im Lendenbereich sein. Tritt der Vorfall jedoch im Halswirbelbereich auf, so zeigt er sich durch Schulter- und Armschmerzen, die ebenfalls mit Lähmungen oder Taubheitsgefühl – diesmal in den Armen – einhergehen können.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall festgestellt?
In den meisten Fällen weisen die typischen Beschwerden den Arzt auf einen Bandscheibenvorfall hin. Neben der Befragung wird aber auch immer eine körperliche Untersuchung durchgeführt, um den Stand und das Gangbild, sowie die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu überprüfen. Erhärtet sich der Verdacht, dass ein Bandscheibenvorfall vorliegt, so kann durch eine Computertomographie oder ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) die Diagnose bestätigt oder widerlegt werden.

Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall
Häufig reichen Schonung und die Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten aus, um den Bandscheibenvorfall zu kurieren. In schweren Fällen kann auch eine Ruhigstellung von bis zu sechs Wochen nötig sein. Dabei kann ein Stufenbett vor allem bei Bandscheibenvorfällen im Bereich der Lendenwirbelsäule helfen, während eine Halsmanschette zur Ruhigstellung der Halswirbelsäule eingesetzt wird.
Physio- und Wärmetherapie können den Heilungsverlauf beschleunigen und Ihre Schmerzen lindern. Die Kosten für Krankengymnastik zur Stärkung der Rückenmuskulatur und Wärmetherapien zur Muskelentspannung übernehmen in der Regel die Krankenkassen.
Leiden Sie jedoch an Durchblutungsstörungen oder Herzerkrankungen, wie Angina pectoris oder Herzmuskelschwäche, könnte eine Wärmetherapie mehr schaden als nützen. Deshalb sollten Sie Ihren Arzt auf eine solche Vorerkrankung unbedingt hinweisen.
Um einen schmerzhaften Bandscheibenvorfall erträglicher zu machen, werden Schmerzmittel (zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol) aber auch Mittel gegen Rheuma, wie Diclofenac oder Salben eingesetzt. Verwenden Sie diese Medikamente aber am besten erst nach Absprache mit Ihrem Arzt und nur über einen bestimmten Zeitraum.
Treten zu den beschriebenen Rückenschmerzen oder Armschmerzen auch neurologische Ausfälle auf, wie die oben erwähnten Inkontinenz-Probleme, so kann eine Operation nötig sein, bei der die Bandscheibe aufgelöst wird. Dies ist aber nur sehr selten der Fall.

So beugen Sie einem Bandscheibenvorfall vor!
Um einen erneuten Bandscheibenvorfall zu verhindern, sollten Sie Dauerbelastungen der Bandscheiben, wie zum Beispiel durch langes Sitzen, vermeiden. Kräftigen Sie Ihre Muskulatur, um den Druck auf die Bandscheiben so gering wie möglich zu halten, indem sie Sport treiben und in Bewegung bleiben. Besonders geeignet ist das Schwimmen, da bei diesem Sport kein weiterer Druck auf die Bandscheiben ausgeübt wird. Aber auch Rückenschulen, wie sie häufig von Krankenkassen angeboten werden, sind sehr empfehlenswert. Bevor Sie aber mit dem Sport beginnen, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob Sie nicht unter einem bestimmten Bandscheibenproblem leiden, bei welchem kein Sport getrieben werden darf.
In jedem Fall ist es aber von Vorteil so oft wie möglich vom Sitzen ins Stehen oder Gehen zu wechseln, um eine einseitige Belastung der Wirbelsäule zu verhindern und die Muskulatur zu stärken. Achten Sie außerdem auf eine gesunde Ernährung, denn ein zu hohes Körpergewicht gilt als Risikofaktor für einen Bandscheibenvorfall.

Wünschen Sie weitere Informationen zu diesem Thema, dann schauen Sie doch mal im infocenter Rückenschmerzen vorbei. Dort finden Sie ausführliche Informationen auch zum Bandscheibenvorfall. Mehr zum Thema Wärmetherapien finden Sie in den Gesundheitsnews.

CS

Über imedo.de

Das Gesundheitsportal imedo.de vereint Arztsuche, Gesundheitsgemeinschaft, Infocenter und Medizinlexikon. Die Artsuche des Testsiegers unter den Online-Gesundheitsdiensten (ComputerBild, Heft 11/2010, Note 3,3) ist bei über 80 namhaften Portalen eingebunden. So finden Nutzer dank Patientenempfehlungen, Arzt-Videos und Praxisprofilen schnell und unkompliziert den richtigen Arzt.

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Magenschleimhautentzündung / Gastritis nicht auf die leichte Schulter nehmen http://www.medizin-netz.de/krankheiten/magenschleimhautentzuendung-gastritis-nicht-auf-die-leichte-schulter-nehmen/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/magenschleimhautentzuendung-gastritis-nicht-auf-die-leichte-schulter-nehmen/#comments Thu, 03 Feb 2011 11:04:38 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=2278

Mit einer Magenschleimhautentzündung/Gastritis ist nicht zu spaßen. Denn eine chronische Magenschleimhautentzündung kann die Lebensqualität deutlich einschränken.

Es gibt drei Möglichkeiten, wodurch chronische Magenschleimhautentzündungen bzw. Gastritis ausgelöst werden können. Dabei hat sich in Deutschland insbesondere das ABC-Schema herausgebildet. Der Typ C steht für chemische Faktoren. Alkohol oder entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) können eine chronische Gastritis auslösen. NSAR werden unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt und schädigen bei vielen Patienten die Magenschleimhaut. Der Typ A steht für eine autoimmune Auslösung einer Gastritis. Die Typ-A-Form als Ursache für eine Magenschleimhautentzündung ist recht selten.

Am häufigsten ist der Typ B, der für das Bakterium Helicobacter pylori steht. Helicobacter pylori können eine Magenschleimhautentzündung auslösen. Es handelt sich hierbei um dünnhäutige, spiralförmige Bakterien, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, meist im Kindesalter. Dieser Bakterienstamm hat die Eigenschaft, ammoniakbildend zu sein und somit im sauren Milieu des Magens überleben zu können. Dadurch dass das Bakterium in der Lage ist, zellschädigende Produkte wie Ammoniak abzugeben, greifen Helicobacter pylori die Magenschleimhaut an. Helicobacter kommt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magengeschwüren zu. Auch Magenkrebs kann dadurch begünstigt werden, der jedoch öfter bei der autoimmunen Variante (Typ A) vorkommt.

Betont werden muss, dass eine leichte Magenschleimhautentzündung meist von selbst wieder abklingt. Auch bei Sodbrennen kann diese leichte Reizung auftreten. Erst wenn die Magenschmerzen langanhaltend sind oder sehr stark , sollte ein Arzt aufgesucht werden. Einen Arzt in Ihrer Nähe finden Sie in der imedo Arztsuche.

Tipp: Wer mehr zum Thema lesen möchte, kann dies im Sodbrennen-Infocenter tun.

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Mitralklappeninsuffizienz http://www.medizin-netz.de/krankheiten/mitralklappeninsuffizienz/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/mitralklappeninsuffizienz/#comments Mon, 12 Jan 2009 23:00:54 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=381

Krankheitsbild

Von Mitralklappeninsuffizienz, oder kürzer von Mitralinsuffizienz spricht man, wenn die Mitralklappe (Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer) „undicht“ wird, d. h. das Zurückströmen von Blut in den Vorhof beim Zusammenziehen des Herzmuskels nicht mehr vollständig verhindern kann.
Erst die fortgeschrittene Mitralinsuffizienz macht Beschwerden: Belastungsabhängige Atemnot, nächtlicher Husten, Verminderung der Leistungsfähigkeit, unregelmäßiger Herzrhythmus oder Herzschmerzen.

Die Mitralinsuffizienz tritt vorwiegend bei älteren Menschen auf; vor allem als Komplikation des rheumatischen Fiebers kann sie aber auch junge Erwachsene betreffen. Im fortgeschrittenen Stadium ist sie nur durch eine Operation – notfalls mit Ersatz der Klappe – zu behandeln.

Diagnose

Das Abhören des Herzens durch den Arzt liefert oft die Verdachtsdiagnose. Insbesondere durch eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens), sowie durch die Elektrokardiographie (EKG = Ableitung der Herzströme), ein Röntgenbild des Brustkorbs und eventuell durch eine Herzkatheteruntersuchung wird die Diagnose gesichert und das Ausmaß des Klappenfehlers erfasst. Gleichzeitig gilt es, eventuell vorhandene zusätzliche Herzerkrankungen (z. B. eine koronare Herzkrankheit oder eine Herzinsuffizienz) zu entdecken.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf hängt davon ab, wie stark die Insuffizienz („Undichtigkeit“) der Mitralklappe ist. Eine geringfügige Mitralinsuffizienz bleibt für den Betroffenen oft lebenslang unbedeutend. Das Ausmaß des Klappenfehlers kann aber auch über Jahre zunehmen, und so zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Als Komplikation der Mitralinsuffizienz kann es zur Entstehung von Thromben (Blutgerinnseln) an der Klappe oder im Vorhof kommen, die mit dem Blut in den Körper gespült werden können. Dies kann den Verschluss des betroffenen Blutgefäßes zur Folge haben (Embolie), was wiederum die Durchblutung des betroffenen Organs (z. B. Gehirn, Arm oder Bein) gefährdet. Auch Bakterien können sich an der Klappe festsetzen und zu einer Endokarditis (Entzündung der Herzinnenschicht) führen.

Therapie

Die medikamentöse Behandlung der Mitralinsuffizienz beschränkt sich auf die Therapie der Herzinsuffizienz. Allerdings kann man die Ursache der Beschwerden mit Medikamenten nicht beheben. Daher ist oft bei deutlichen Beschwerden oder zunehmender Herzschwäche eine Operation mit Ersatz der Mitralklappe nötig. Als Klappenersatz kommen künstliche Klappen (Metall, Kunststoff) oder Klappen aus Schweineherzen in Frage.
Zur Vorbeugung der genannten Komplikationen (Thromben und Endokarditis) sind in der Regel gerinnungshemmende Mittel (z. B. Marcumar ®) sowie bei potentiell gefährdenden Situationen (z. B. Zahnarztbesuch) die vorbeugende Einnahme von Antibiotika nötig.

Ursache

Als Mitralklappe bezeichnet man die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer. Wenn sich die Vorhöfe zusammenziehen, wird sie vom Blut aufgedrückt und ermöglicht das Einströmen von Blut in die Kammer. Wenn sich kurz darauf der Muskel der Kammern zusammenzieht, wird die Mitralklappe vom ansteigenden Blutdruck wieder zugedrückt und verhindert so ein Zurückströmen von Blut in den Vorhof; das Blut strömt aus der Kammer in die Aorta (Hauptschlagader).
Jede der vier Klappen des Herzens kann „undicht“ werden, d. h. die Fähigkeit verlieren, vollständig zu schließen. Man nennt dies Klappeninsuffizienz; im Falle der Mitralklappe Mitral(klappen)insuffizienz.
Als Folge der Mitralinsuffizienz gelangt ein Teil des gepumpten Blutes nicht in den Körper, sondern wird zwischen Vorhof und Kammer hin und her gepumpt. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung für das Herz und führt über Jahre oft zu einer Herzinsuffizienz.
Die häufigste Ursache der Mitralinsuffizienz ist eine Schädigung der Klappe durch eine bakterielle oder rheumatische Endokarditis (Entzündung der Herzinnenschicht). Andere Ursachen sind der Herzinfarkt, altersbedingte Verkalkung und (selten) ein Mitralklappenprolaps. In einem oft langjährigen Prozess kommt es zu einer zunehmenden Schädigung und narbigem Umbau der Klappe, die die Undichtigkeit – eventl. mit einer Verengung (=Mitralstenose) kombiniert – verursacht.

Vorbeugung

Eine häufige Ursache der Mitralinsuffizienz ist die Schädigung der Klappe im Rahmen des rheumatischen Fiebers. Daher ist es wichtig, diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu therapieren, und ggf. Rückfällen durch konsequente vorbeugende Antibiotikagabe vorzubeugen.
Für alle Herzklappenfehler gilt, dass der Betroffene unter genauer ärztlicher Kontrolle stehen muss, um die Indikation zur Operation rechtzeitig stellen zu können. Eine auf dem Boden eines Klappenfehlers entstandene Schwächung des Herzmuskel ist nämlich kaum rückgängig zu machen; außerdem erhöht die Herzschwäche das Operationsrisiko erheblich.

Der Herzzyklus

herzzyklus

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages Haus&Groß.

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Angina pectoris und Koronare Herzkrankheit (KHK) http://www.medizin-netz.de/krankheiten/angina-pectoris-und-koronare-herzkrankheit-khk/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/angina-pectoris-und-koronare-herzkrankheit-khk/#comments Mon, 12 Jan 2009 23:00:49 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=275

corona (lat.)=Krone, Kranz (gemeint sind die Herzkranzgefäße); angere (lat.)=verengen; pectus (lat.)=Brustkorb; somit kann Angina pectoris mit „Brustenge“ übersetzt werden.

Krankheitsbild

Als koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet man die Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff aufgrund einer Verengung der Herzkranzgefäße (Koronararterien). Der Erkrankung liegt fast immer eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde.

Die Angina pectoris ist das häufigste Beschwerdebild, das durch die KHK verursacht wird. Bei Mehrbelastung des Herzens (körperliche Arbeit, Stress, üppige Mahlzeit, Fieber) kommt es zu Schmerzen, Enge- oder Druckgefühl im Brustkorb. Die Schmerzen sind in der Regel von kurzer Dauer (5-30 min) und können in den linken Arm oder den Hals ausstrahlen. Die Beschwerden können von Angst oder Atemnot begleitet sein.

Viele Betroffene leben jahrelang mit den wiederkehrenden Beschwerden einer Angina pectoris. Dennoch muss jede neu, bzw. in Ruhe auftretende oder sich verschlechternde Angina unbedingt sofort abgeklärt werden, da ein Herzinfarkt unmittelbar drohen kann oder bereits vorliegt. Durch spezielle Untersuchungen im Krankenhaus muss der Herzinfarkt, der eine ganz andere Therapie erfordert, rasch ausgeschlossen werden. Auch andere, teilweise schwere Erkrankungen, können in ihren Symptomen einer Angina pectoris sehr ähneln (z. B. Herzinfarkt).

Unter einer KHK leiden 10 % aller Deutschen; es gibt eine familiäre Häufung. Männer sind etwa dreimal häufiger als Frauen betroffen. Neben der Angina pectoris, unter der jeder zweite KHK-Patient leidet, kann die KHK auch Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) verursachen. In 25% der Fälle bleibt die KHK „stumm“. Ohne jegliche Vorzeichen kann es dann zu einem Herzinfarkt kommen.

Diagnose

Die Diagnosestellung einer koronaren Herzkrankheit erfolgt mit einem Belastungs-EKG: Während körperlicher Belastung (Fahrradfahren, Laufband) werden die Herzströme abgeleitet. Eine Minderversorgung von Teilen des Herzmuskels kann der Arzt an Veränderungen der Herzströme erkennen. Die Untersuchung mit einem Herzkatheter liefert genaue Information darüber, welches Herzkranzgefäß wie stark eingeengt ist, gleichzeitig kann eine vorhandene Herzschwäche eingeschätzt werden.

Die Diagnostik einer KHK umfasst auch die Suche nach ihren Risikofaktoren (siehe Vorbeugung). Hierzu zählt u. a. eine 24 Stunden-Blutdruckmessung und verschiedene Blutuntersuchungen.

Spezielle nuklearmedizinische Methoden (Messung von Herzfunktionen unter Einsatz radioaktiver Substanzen) werden bislang nur an größeren Zentren bei speziellen Fragestellungen oder unklaren Befunden durchgeführt.

Krankheitsverlauf

Wird eine KHK nicht behandelt, geht der Betroffene ein hohes Risiko ein, einen Herzinfarkt zu erleiden. Die Prognose hängt vor allem von der Anzahl der betroffenen Gefäße und dem Umfang der jeweiligen Engstelle ab. Bei geeigneter medikamentöser Therapie und konsequenter Reduktion der Risikofaktoren, notfalls durch eine rechtzeitige Operation, kann die Prognose deutlich verbessert werden.

Therapie

Die Therapie der KHK fußt auf drei Säulen: medikamentöse Behandlung, operative Verfahren und Ausschaltung von Risikofaktoren. Ziel ist in jedem Fall die Beschwerdefreiheit des Patienten. Solange Angina pectoris-Anfälle auftreten, ist die Infarktgefahr nicht gebannt.

  • Medikamentöse Behandlung: Nitrate (z.B. Nitrolingual®, ISMO®, Isoket®), Calciumkanalblocker (z. B. Isoptin®, Dilzem®) und Betablocker (Beloc®, u. v. a.) erweitern die Herzkranzgefäße und/oder verringern den Sauerstoffbedarf des Herzens. Sie werden einzeln oder in Kombination eingesetzt. Zusätzlich gibt man niedrig dosiert Acetylsalicylsäure, um die Entstehung von Blutgerinnseln an den Gefäßengstellen zu verhindern.
  • Operative Verfahren: Es ist möglich, mit einem Herzkatheter in die Herzkranzgefäße vorzudringen, um dort die Engstelle(n) mittels eines Ballons an der Katheterspitze auszudehnen. Eine solche „Ballondilatation“ hat eine relativ geringe Komplikationsrate und eine zunächst hohe Erfolgsrate. Leider verengen sich bis zu 40% der so aufgedehnten Gefäße binnen 6 Monaten wieder. Im Rahmen einer (viel aufwendigeren) Bypass-Operation werden Gefäßstücke (meist aus einer Beinvene) an die Herzkranzgefäße genäht, um die Engstellen zu umgehen. Je nach Operationsverfahren muss mit einem Verschluss von etwa 10% bis 50% der Bypässe innerhalb von 10 Jahren gerechnet werden.
  • Ausschaltung von Risikofaktoren: Dies ist eine gemeinsame Aufgabe von Arzt und Patient.

Ursache

Der KHK liegt eine Arteriosklerose (“Arterienverkalkung”) der Herzkranzgefäße zugrunde. Die Arteriosklerose entsteht vermutlich aufgrund eines fehlerhaften Zusammenspiels verschiedener Komponenten der Gefäßwände und des Blutes. Risikofaktoren hierfür sind neben genetischer Veranlagung insbesondere Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Zigarettenrauchen und bestimmte Fettstoffwechselstörungen. Durch das verengte Gefäß erreicht ohne körperliche Anstrengung noch genügend Blut den Herzmuskel. Bei Belastung können die verkalkten Gefäße jedoch dem erhöhten Sauerstoffbedarf des Herzens nicht mehr gerecht werden; es kommt zur Unterversorgung des Herzmuskels. Ein völliger Verschluss der Engstelle führt zum Absterben des Herzmuskels und somit zum Herzinfarkt.

Vorbeugung

In umfangreichen Studien wurden Risikofaktoren nachgewiesen, die die Wahrscheinlichkeit einer Arteriosklerose, und damit einer KHK, um ein mehrfaches erhöhen. Beim Vorhandensein mehrerer Faktoren addieren sich die Einzelrisiken:

Risikofaktoren 1. Ordnung sind:

  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörungen (v. a. Erhöhung des LDL-Cholesterins und Verminderung des HDL-Cholesterins)
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Die Krankheit können begünstigen:

  • fettreiche Ernährung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress

Alle genannten Faktoren können durch eine geeignete Lebensführung oder medikamentöse Behandlung durch den behandelnden Arzt günstig beeinflusst werden. Der einzelne kann also durchaus sein Risiko, an der KHK und ihren Folgen zu erkranken, vermindern und auch nach Diagnosestellung den Verlauf günstig beeinflussen. Beispielsweise sinkt das Herzinfarktrisiko von dem Tag an, an dem das Zigarettenrauchen eingestellt wird, stetig!

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Ulcus molle (Weicher Schanker, “Dritte Geschlechtskrankheit”) http://www.medizin-netz.de/krankheiten/ulcus-molle-weicher-schanker-dritte-geschlechtskrankheit/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/ulcus-molle-weicher-schanker-dritte-geschlechtskrankheit/#comments Mon, 12 Jan 2009 23:00:49 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=448

Krankheitsbild

Das Ulcus molle gehört neben der Syphilis, der Gonorrhoe und dem Lymphogranuloma inguinale zu den vier Geschlechtskrankheiten im Sinne des deutschen Gesetzes. Es wird durch eine Infektion mit dem Bakterium Haemophilus ducreyi ausgelöst, das praktisch nur beim Geschlechtsverkehr übertragen werden kann.
Das Ulcus molle äußert sich wenige Tage nach der Ansteckung durch in der Regel sehr schmerzhafte kleine Hautgeschwüre an den Geschlechtsorganen. Besonderes bei Frauen kann die Infektion aber auch völlig symptomlos verlaufen. Im Gegensatz zu tropischen Ländern ist die Erkrankung in Mitteleuropa relativ selten.

Diagnose

Bei entsprechenden Beschwerden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollte man zur Abklärung unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine sicherer Nachweis der Bakterien ist oft schwierig; eine Behandlung muss gegebenenfalls „auf Verdacht“ vorgenommen werden.
Der Arzt ist verpflichtet, die Diagnose dieser Geschlechtskrankheit den Gesundheitsbehörden anonym, also ohne Namensnennung, zu melden, damit mögliche Häufungen in einer Region frühzeitig erkannt werden können.

Krankheitsverlauf

Ohne Behandlung können sich die Bakterien entlang der Lymphgefäße in die Lymphknoten der Leisten ausbreiten. Es kommt dann zu einer schmerzhaften Schwellung der Lymphknoten mit Hautrötung. Die geschwollenen Lymphknoten können zur Haut hin eitrig aufbrechen.

Therapie

Die Behandlung des weichen Schankers erfolgt mit Antibiotika (z. B. Tetrazyklin). Damit werden die Erreger binnen weniger Tage abgetötet. Wichtig ist sexuelle Enthaltsamkeit bis zur definitiven Ausheilung der Infektion, die bei einer Nachuntersuchung durch den Arzt gesichert werden muss, damit andere nicht angesteckt werden. Alle Menschen, die man möglicherweise angesteckt hat, sollten informiert werden.
Wer am Ulcus molle erkrankt, kann sich gleichzeitig eine andere Geschlechtskrankheit (z. B. Syphilis, Gonorrhoe) zugezogen haben. Entsprechende Untersuchungen (inklusive HIV-Test) sind deshalb ratsam.

Ursache

Das Ulcus molle wird durch das Bakterium Haemophilus ducreyi ausgelöst. Dieser Keim ist sehr empfindlich gegenüber Kälte und Austrocknung, weshalb eine Übertragung praktisch ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich ist. Normalerweise breitet sich der Keim allenfalls bis zu den Leistenlymphknoten aus; hier kann er meistens vom Immunsystem aufgehalten werden.

Vorbeugung

Wie für alle Geschlechtskrankheiten gilt auch für den weichen Schanker: Kondome schützen! Eine Ansteckung ist ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich; die Übertragung des Erregers wird durch das Benutzen von Kondomen sicher verhindert. Wer sich mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt, sollte das auch im Zeitalter der Antibiotika sehr ernst nehmen.

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Gallensteine (Cholelithiasis) http://www.medizin-netz.de/krankheiten/gallensteine-cholelithiasis/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/gallensteine-cholelithiasis/#comments Mon, 12 Jan 2009 23:00:46 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=334

Krankheitsbild

Galle ist ein Sekret der Leber, das durch den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgeleitet wird. Die Gallenblase zweigt als Speicherorgan der Galle vom Gallengang ab. Gallensteine entstehen, wenn Stoffe wie Cholesterin und Calcium, die normalerweise in der Galle gelöst sind, auskristallisieren und in der Gallenblase oder dem Gallengang Konkremente (Steine) in der Größenordnung von wenigen mm bis etwa 1 cm bilden.

Das Vorhandensein eines oder mehrerer Gallensteine ist ein sehr häufiger Befund: Etwa jeder fünfte Deutsche ist Gallensteinträger, wobei Frauen dreimal häufiger als Männer betroffen sind und es eine familiäre Häufung gibt. Die Mehrheit der Gallensteinträger ist beschwerdefrei und bleibt dies auch. Gallensteine können aber auch in seltenen Fällen schwere Komplikationen nach sich ziehen.

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Diagnose

Etwa 75% der Gallensteinträger sind völlig beschwerdefrei. Bei ihnen wird die Diagnose zufällig gestellt, i. d. R. mit Ultraschall. Im Ultraschall kann der Arzt die Gallenblase und eventl. darin vorhandene Steine gut erkennen.

Bei einem Patienten mit Beschwerden, d. h. einer Gallenkolik (s. Krankheitsverlauf), wird neben einer Ultraschalluntersuchung auch das Blut untersucht, um die Schwere der Erkrankung beurteilen zu können: Die Konzentration von Bilirubin (ein Blutabbauprodukt, das mit der Galle ausgeschieden wird) wird bestimmt, sowie weitere Werte, die eine mögliche Beteiligung der Gallengänge und der Leber beurteilen lassen (Alkalische Phosphatase, Gamma-Glutamyl-Transferase, Leberenzyme). Durch weitere Laboruntersuchungen werden Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden machen können, insbesondere die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis, oft auch eine Folge eines Gallensteins), ausgeschlossen.

Die ERC (endoskopische retrograde Cholangiographie=röntgenologische Darstellung der Gallengänge im Rahmen einer Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung) ermöglicht vor allem eine genaue Untersuchung des Gallengangs. Im Rahmen der Untersuchung kann mit diesem Verfahren auch gleich ein Gallengangsstein entfernt werden.

Krankheitsverlauf

Man muss die Gallensteinträger (75% der Fälle), die bei zufällig diagnostizierten Gallensteinen keine Beschwerden haben, von den Gallensteinkranken (25% der Fälle) unterscheiden. Das typische Beschwerdebild, das durch Gallensteine verursacht ist, ist die Gallenkolik. Sie wird durch eine meist vorübergehende Verlegung des Gallenganges oder der Mündungsstelle des Gallengangs in den Zwölffingerdarm verursacht. Die Wandmuskulatur verkrampft sich über dem Hindernis, was zu Schmerzen im rechten und mittleren Oberbauch, begleitet von Übelkeit und Erbrechen, führt.

Wenn der Gallenstein den Abfluss der Galle blockiert, kommt es zu einer Gelbfärbung von Haut und Augenweiß, sowie zu einer deutlichen Dunkelfärbung des Urins (Ikterus=Gelbsucht), weil das gelbe Bilirubin nicht mehr mit der Galle ausgeschieden werden kann. Blockiert der Stein auch den Abfluss des Sekretes der Bauchspeicheldrüse, kann sich diese entzünden (akute Pankreatitis). Bakterien können sich im Bereich des Steines ansiedeln und zu einer Entzündung des Gallenganges (Cholangitis) oder der Gallenblase (Cholezystitis) führen. Sehr selten kann der Stein auch zu einer Perforation (Durchbruch) der Gallenblase führen. Die Galle tritt dann in die Bauchhöhle ein, es kommt zur Bauchfellentzündung („gallige“ Peritonitis).

Therapie

Ein asymptomatischer Gallenstein wird nicht behandelt; die Risiken einer Operation stehen in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen. Symptomatischen Gallensteinträgern wird – möglichst in einem beschwerdefreien Intervall – die Gallenblase operativ entfernt (Cholezystektomie). Dies kann durch einen Hautschnitt am rechten Rippenbogenrand erfolgen, oder – heute die Regel – laparoskopisch, d. h. mit speziellen Instrumenten durch vier je 1-2 cm lange Schnitte (am Bauchnabel, am linken und rechten Unterbauch, sowie am linken Oberbauch, sog. „Schlüsselloch-Operation“). Vorteile dieser OP-Technik sind vor allem die geringeren postoperativen Schmerzen und der kürzere stationäre Aufenthalt. Durch die operative Entfernung der Gallenblase ist das Problem in aller Regel behoben, da fast alle Steine in der Gallenblase, und nicht im Gallengang entstehen.

Die Akuttherapie der Gallenkolik ist zur Zeit im Wandel. Es ist möglich, unter Gabe von Schmerzmitteln und krampflösenden Medikamenten, bei bakteriellen Entzündungen zusätzlich mit Antibiotika, abzuwarten, bis der Stein den Gallengang passiert hat. Insbesondere bei Verdacht auf eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse wird heute zunehmend mit Hilfe der ERC (s.o.) der Stein aufgesucht und aus dem Gallengang herausgezogen. Galle und Bauchspeichel können dann wieder ungehindert abfließen, die Beschwerden klingen ab.

Unter bestimmten Voraussetzungen (unverkalkte Cholesterinsteine, keine Komplikationen) kann man durch Medikamente (Ursodeoxycholsäure, Chenodeoxycholsäure) oder elektromechanische Steinzertrümmerung von außen (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie ESWL) die Steine auflösen, ohne operieren zu müssen.

Ursache

Risikofaktoren für die Entstehung von Gallensteinen sind Übergewicht, cholesterinreiche Ernährung, Diabetes mellitus, sowie bestimmte Darmerkrankungen (Morbus Crohn). Aufgrund eines Missverhältnisses zwischen Cholesterin und Gallensäuren in der Galle, verminderter Bewegung der Gallenblase oder geringem Säuregehalt der Galle kristallisieren Cholesterin, Calcium, sowie das Blutabbauprodukt Bilirubin aus und bilden die Steine.
Vorbeugung

Eine ausgewogene, fett- und cholesterinarme, ballaststoffreiche Ernährung und ggf. Gewichtsreduktion kann das Risiko der Entstehung von Gallensteinen vermindern.

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Wundrose (Erysipel) http://www.medizin-netz.de/krankheiten/wundrose-erysipel/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/wundrose-erysipel/#comments Mon, 12 Jan 2009 23:00:45 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=457

Krankheitsbild

Das Erysipel ist eine besondere bakterielle Entzündung der Haut. Dabei breiten sich die Bakterien nach einer (oft unscheinbaren) Hautverletzung in den Lymphgefäßen der Haut aus. Zumeist von Fieber, Schmerzen und einem deutlichen Krankheitsgefühl begleitet, kommt es zu einer flächenhaften Rötung und Schwellung des erkrankten Hautbereichs, die sich binnen Stunden oder weniger Tage ausbreitet.
Das Erysipel ist eine relativ häufige Erkrankung. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem (alte Menschen, Diabetiker). Die Erkrankung kann aber in jedem Alter auftreten.
Unbehandelt kann das Erysipel lebensgefährlich sein. Bei geeigneter Therapie heilt sie jedoch in aller Regel folgenlos aus.

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Diagnose

Der Arzt kann die Diagnose meistens schon durch die Untersuchung des Patienten stellen. Im Zweifelsfall klärt eine bakteriologische Untersuchung aus einem Wundabstrich, um welchen Keim es sich handelt. Bei der sog. Blutkultur untersucht man, ob in einer Blutprobe des Betroffenen Bakterien nachzuweisen sind. Dies würde auf eine Sepsis („Blutvergiftung“) als Komplikation des Erysipels hinweisen.
Tritt ein Erysipel wiederholt auf, sollte man nach möglichen Ursachen eines geschwächten Immunsystems suchen und insbesondere einen Diabetes mellitus ausschließen.

Krankheitsverlauf

Bei guter Abwehrlage kann sich ein Erysipel auch ohne Behandlung zurückbilden. Das Risiko, dass sich die Bakterien über sehr große Hautflächen ausbreiten und der Körper des Betroffenen durch ihre Giftstoffe und die starke Abwehrreaktion des Körpers zu stark belastet wird, ist groß. Als Komplikation können sich Blutgefäße im Bereich des Erysipels entzünden (sog. Thrombophlebitis). Insbesondere beim Erysipel im Kopfbereich kann eine solche Venenentzündung gefährliche neurologische Komplikationen zur Folge haben. Schließlich ist es möglich, dass sich die Erreger mit dem Blut im ganzen Körper ausbreiten, und zur lebensgefährlichen Sepsis (Blutvergiftung) oder zu einer Entzündung der Herzinnenschicht (Endokarditis) führen.
Bei angemessener Behandlung bildet sich das Erysipel aber binnen weniger Tage zurück. In der Regel heilt sie folgenlos aus. Nur selten kann die Entzündung der Lymphgefäße bleibende Schwellungen im betroffenen Bereich (sog. Lymphödem) hinterlassen.

Therapie

Stellt der Arzt ein Erysipel fest, so wird er den Betroffenen in aller Regel zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus einweisen. Dort muss der Patient zunächst Bettruhe einhalten, das betroffene Körperteil (Bein oder Arm) wird ggf. in einer Schiene ruhig gestellt und hoch gelagert. Gleichzeitig wird ein Antibiotikum (z. B. Penicillin) für mindestens eine Woche über die Vene verabreicht. Die Ursache der Hautverletzung, die das Eindringen der Bakterien ermöglicht hat, muss gefunden und wenn nötig (z. B. Schnittwunde, offene Beine bei Durchblutungsstörungen oder Krampfadern, Fußpilz) in geeigneter Weise behandelt werden.

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Ursache

Der häufigste Erreger des Erysipels gehört zu der Gruppe der A-Streptokokken; seltener verursachen andere Bakterien (z. B. Staphylokokken) ein ähnliches Krankheitsbild. Diese Bakterien befinden sich auf der Haut und Schleimhaut vieler Menschen, ohne dass sie Beschwerden verursachen, da sie die Hautbarriere nicht überwinden können. Selbst bei einer Verletzung dieser Barriere sind die allgegenwärtigen Streptokokken für das Immunsystem in der Regel kein großes Problem. Nur verhältnismäßig selten gelingt es daher den Keimen, sich in dem feinen Geflecht der Lymphgefäße zu vermehren und auszubreiten. Eine Schwächung der Abwehrkräfte an der Haut, wie dies z. B. für Diabetiker sehr typisch ist, kann das Risiko der Krankheitsentstehung erhöhen.
Im Volksmund wird die flächenhafte, sich nach einer Verletzung an Hand oder Fuß zum Körper hin ausbreitende Hautrötung gelegentlich als „Blutvergiftung“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch falsch, denn die Bakterien sitzen in den Lymphgefäßen der Haut. Als Komplikation der Erkrankung können sie aber durchaus in die Blutbahn gelangen, wo sie dann eine Sepsis (echte „Blutvergiftung“) verursachen können.

Vorbeugung

Gesunde Menschen müssen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um der Entstehung eines Erysipels vorzubeugen, denn ihr Immunsystem ist hierzu stark genug. Menschen, die unter Gefühlsstörungen der Beine oder Hände leiden (z. B. Diabetiker, Menschen mit Durchblutungsstörungen oder bestimmten Autoimmunerkrankungen, Alkoholiker), sollten ihre Haut entsprechend schützen (z. B. durch spezielle Schuhe) und regelmäßig genau untersuchen. So können mögliche Verletzungen, die sich entzündet haben, aber keine Schmerzen verursachen, frühzeitig erkannt werden.

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Magenkrebs (Magenkarzinom) http://www.medizin-netz.de/krankheiten/magenkrebs-magenkarzinom/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/magenkrebs-magenkarzinom/#comments Mon, 12 Jan 2009 23:00:44 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=375

Karzinom (von Karzinos, gr.) Krebs.

Krankheitsbild

Das Magenkarzinom ist nach dem Darmkrebs der zweithäufigste bösartige Tumor des Magen-Darm-Traktes und liegt bei Männern und Frauen unter den fünf häufigsten Tumorerkrankungen überhaupt. Die Erkrankung geht von entarteten Schleimhautzellen des Mageninnern aus.
Die Symptome des Magenkarzinoms sind lange Zeit gering oder fehlen ganz. Möglich sind Gewichtsverlust, Schmerzen oder ein Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit, Abgeschlagenheit. Diese Beschwerden können natürlich bei vielen anderen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorkommen.
Das Magenkarzinom kann die Passage von Speisen durch den Magen einengen oder völlig verschließen, in benachbarte Organe einwachsen und Metastasen (Tochtergeschwülste) in vielen Organen des Körpers verursachen. Ohne Behandlung ist das Magenkarzinom eine tödliche Erkrankung. Durch frühere Diagnosenstellung und Behandlung ist das Magenkarzinom heute aber eine in ihrem Verlauf zumeist positiv beeinflussbare, bei frühzeitiger Entdeckung auch heilbare Erkrankung.
Am Magenkarzinom erkranken in Deutschland jährlich etwa 15.000 Menschen. Die Häufigkeit der Erkrankung hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Magenkrebs kommt ab dem 50. Lebensjahr gehäuft vor; Männer sind etwa doppelt so häufig wie Frauen betroffen. Vermutlich aufgrund der anderen Ernährung ist die Erkrankung in manchen Ländern (Finnland, Japan, China) um ein Vielfaches häufiger.

Diagnose

Die wichtigste Untersuchung beim Verdacht auf ein Magenkarzinom ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Bei dieser Untersuchung kann der Arzt den Magen von innen betrachten und Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung entnehmen. Die sichere Diagnose ist nur durch eine solche Gewebeprobe möglich; andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen (z. B. Magengeschwür, Reizmagen) können abgegrenzt werden.
Weitere Untersuchungen dienen der Beurteilung der Ausdehnung eines möglichen Tumors, der Suche nach Metastasen und der Erfassung weiterer Erkrankungen des Betroffenen. Hierzu können verschiedene Untersuchungen (z. B. Röntgenuntersuchungen, Ultraschall, Computertomographie) nötig sein.

Krankheitsverlauf

Unbehandelt wird das Magenkarzinom in aller Regel an Größe zunehmen und früher oder später durch lokale Komplikationen (Verlegung des Speiseweges) oder durch Metastasen in Leber, Lunge, Knochen oder Gehirn erhebliche Beschwerden bereiten und zum Tode führen. Beim frühzeitig erkannten und behandelten Tumor jedoch liegt die sogenannte 5-Jahres-Überlebensrate (der übliche Wert zur Beurteilung der Prognose einer bösartigen Erkrankung) hingegen bei 70-100%; oft ist eine Heilung möglich.

Therapie

Da der ausgesprochen schlechten Prognose ohne Behandlung einer guten Heilungschance bei rechtzeitiger Therapie gegenübersteht, sollte eine Operation mit dem Ziel, den Tumor vollständig zu entfernen, angestrebt werden. Hierbei wird in der Regel der gesamte Magen oder ein Teil davon entfernt; aus Sicherheitsgründen zusätzlich auch Lymphknoten und anderes Gewebe im Bereich des Magens und oft auch die an den Magen angrenzende Milz. Das Ende der Speiseröhre wird mit dem Dünndarm verbunden, was eine weitgehend normale Ernährung nach der Operation ermöglicht.
Wenn der Tumor zu groß ist, um vollständig entfernt werden zu können, oder wenn eine Operation aus anderen Gründen nicht möglich ist (z. B. bei sehr alten Patienten, zusätzliche schwere Erkrankungen), kann im Rahmen einer Magenspiegelung ein Röhrchen (sog. Stent) eingeführt werden, das den Speiseweg offen hält und so Beschwerden lindern kann.
Begleitend oder alternativ zur Operation kann eine Chemotherapie sinnvoll sein.

Ursache

Die Ursache jeden bösartigen Tumors ist das unkontrollierte Wachstum entarteter Zellen. Im Einzelfall ist nicht vorherzusagen, wer an einem Magenkarzinom erkranken wird; man kennt aber Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Erkrankung einhergehen. Beim Magenkarzinom spielt die Ernährung eine wichtige Rolle: Nitratreiche Ernährung (v. a. gesalzene und gepökelte Speisen) erhöht das Risiko, weil das Nitrat im Magen in die krebserregenden Nitrosamine umgewandelt wird. Umgekehrt kann eine Vitamin C-reiche Ernährung das Erkrankungsrisiko womöglich senken. Es gibt außerdem eine Reihe von Magenerkrankungen, die das Krebsrisiko erhöhen: bestimmte Arten der Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Magengeschwüre, manche Magenoperationen, seltene angeborene Magenerkrankungen. Auch das Rauchen erhöht das Magenkrebsrisiko.

Vorbeugung

Eine sichere Vorbeugung eines Magenkarzinoms ist nicht möglich. Durch eine gesunde Ernährung (wenig Gepökeltes, viel Obst und Gemüse), durch Nichtrauchen, und ggf. durch eine regelmäßige Kontrolle vorhandener Magenerkrankungen lässt sich das Risiko jedoch senken.
Wichtig ist die sichere Abklärung vom Magenbeschwerden durch den Arzt, wenn sich die Beschwerden nach spätestens zwei Wochen nicht bessern. Mit Hilfe einer Magenspiegelung, die heutzutage eine harmlose Routineuntersuchung darstellt, kann man behandlungsbedürftige Erkrankungen ausschließen bzw. früh entdecken, ob eine Behandlung notwendig wird.

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Lymphogranuloma inguinale („Vierte Geschlechtskrankheit“) http://www.medizin-netz.de/krankheiten/lymphogranuloma-inguinale-vierte-geschlechtskrankheit/ http://www.medizin-netz.de/krankheiten/lymphogranuloma-inguinale-vierte-geschlechtskrankheit/#comments Mon, 12 Jan 2009 23:00:43 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=370

Krankheitsbild

Das Lymphogranuloma inguinale gehört neben der Syphilis, der Gonorrhoe und dem Ulcus molle zu den vier Geschlechtskrankheiten im Sinne des deutschen Gesetzes. Es wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht.
Das Lymphogranuloma inguinale ist in Mitteleuropa im Gegensatz zu Afrika, Mittel- und Südamerika selten.
Die Infektion mit den Krankheitserregern wird oft nicht bemerkt; es tritt meistens lediglich ein kleines Hautgeschwür oder -bläschen an der Eintrittsstelle der Bakterien auf, das nach einigen Tagen von selbst wieder verschwindet.

Diagnose

Jegliche ungewöhnliche Hautveränderungen, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr auftreten, sollten den Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit lenken; ein Arztbesuch ist unbedingt nötig. Der Arzt nimmt einen Abstrich und lässt ihn auf Chlamydien und andere mögliche Erreger von Geschlechtskrankheiten untersuchen.

Krankheitsverlauf

Bei rechtzeitiger Behandlung heilt die Infektion folgenlos aus. Unbehandelt kommt es zu schmerzhaften knotigen Schwellungen und zur Hautrötung in der Leiste, an den Geschlechtsorganen und am Damm. Diese Lymphknotenschwellungen können vereitern und zur Haut hin aufbrechen. Die lokalen Krankheitszeichen sind von einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Fieber begleitet.

Therapie

Das Lymphogranuloma inguinale kann heute mit Antibiotika (z. B. Tetrazyklin) behandelt werden, wenn die Therapie rechtzeitig begonnen wird. Schwere knotige Veränderungen bilden sich jedoch nicht immer zurück; auch ist bleibende Unfruchtbarkeit möglich.

Ursache

Das Lymphogranuloma inguinale wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis ausgelöst. Dieser Keim ist sehr empfindlich gegenüber Kälte und Austrocknung und kann sich nur innerhalb anderer Zellen vermehren, weshalb eine Übertragung praktisch ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich ist. Die Ausbreitung und Vermehrung der Bakterien und die Abwehrmechanismen des Immunsystems gegen die infizierten körpereigenen Zellen führen zu der schweren Gewebeschädigung.

Vorbeugung

Eine Ansteckung mit den verursachenden Erregern des Lymphogranuloma inguinale ist ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich; die Übertragung des Erregers wird durch das Benutzen von Kondomen sicher verhindert. Sie sind daher ein sehr zuverlässiger Schutz.
Wer sich mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt, sollte das auch im Zeitalter der Antibiotika sehr ernst nehmen.

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