Deutsches Medizin-Netz » 2001 http://www.medizin-netz.de Medizinischer Informationsdienst Tue, 27 Dec 2011 08:52:46 +0000 en hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.1.2 Lernen von den Ameisen: Ein Gen bestimmt das soziale Verhalten http://www.medizin-netz.de/news/lernen-von-den-ameisen-ein-gen-bestimmt-das-soziale-verhalten/ http://www.medizin-netz.de/news/lernen-von-den-ameisen-ein-gen-bestimmt-das-soziale-verhalten/#comments Sun, 16 Dec 2001 23:00:53 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1376

Forscher haben bei den roten Feuerameisen ein Gen entdeckt, das bestimmt, ob eine Kolonie der Feuerameisen eine Königin oder mehrere hat (1). Das Gen Gp-9 codiert ein Pheromon bindendes Protein. Pheromone sind für die chemische Kommunikation bei Insekten wichtig, indem sie Geruchsmoleküle aus dem Poren des Insekts transportieren.
Die Entdeckung des Gp-9 ist einzigartig, weil ein einzelnes Gen nachgewiesen wird, das für ein komplexes soziales Verhalten zuständig ist. Sie erlaubt ein besseres Verständnis der Evolution des sozialen Verhaltens.

1. Krieger, M. J. B., Ross, K. G. Identification of a major gene regulating complex social behaviour. Science 15 Nov, 2001.

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Obst und Gemüse gegen Verstopfung http://www.medizin-netz.de/news/obst-und-gemuese-gegen-verstopfung/ http://www.medizin-netz.de/news/obst-und-gemuese-gegen-verstopfung/#comments Sun, 09 Dec 2001 23:00:18 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1374

Ballaststoffreiche Vollkost ist die beste Medizin gegen Verstopfung. Experten empfehlen als Tagesmenge den Verzehr von 30 g Ballaststoffen. Doch die alte Faustformel: je mehr Obst oder Gemüse, desto besser die Verdauung, ist viel zu ungenau. Nicht jede Frucht ist reich an Ballaststoffen. Und so manches Gemüse, das den Darm ankurbelt, ist wenig bekömmlich. Besonders interessant sind da Gemüsesorten, die mild abführende, medizinische Substanzen enthalten.
Ballaststoffe sind für den Körper alles andere als Ballast. Im Gegenteil: Ballaststoffe bestehen aus vielen Fasern, die im Darm aufquellen und einen Dehnungsreiz auslösen.

Die richtigen Früchte gegen Verstopfung
Es gibt keine Obstsorte, welche die Verdauung blockiert – auch die geschmähte Banane nicht. Aber es gibt Sorten, die mehr Ballaststoffe enthalten als andere. Sehr anregend für die Verdauung sind Obstsorten, bei denen Schale und Kerne mit verzehrt werden, wie zum Beispiel Trauben, Johannisbeeren oder Birnen. Und: Früchte, die zu Dörrobst verarbeitet werden, wie Pflaumen, Feigen, Äpfel oder Aprikosen, enthalten auch roh viele Ballaststoffe.
Keine große Hilfe für einen trägen Darm sind dagegen stark wasserhaltige Früchte. Himbeeren, Brombeeren oder Kirschen sind zwar sehr gesund, haben aber nur wenig Ballaststoffe zum Inhalt.
Die meisten Obstsorten liefern zusätzlich wichtige Verdauungsenzyme, allen voran reife Exoten wie Mango, Ananas oder Papaya. Ananas ist eine regelrechte Heilfrucht: Eine Scheibe vor jeder Mahlzeit beugt Verstopfung wirkungsvoll vor.
Tipp: Wer zu Blähungen neigt, sollte Obst nie als Dessert oder mit dem Hauptgang verzehren: Die Kombination Stärke und Fruchtsäure kann zu Gärungen führen. Das Obst deshalb separat oder als Vorspeise essen.

Verdauungshelfer Gemüse
Besonders ballaststoffreich sind alle Krautvariationen, Hülsenfrüchte und Zwiebeln. Leider sind das auch die Gemüsesorten, die zu Blähungen führen. Gute Alternativen bieten Tomaten, Karotten und alle Blattsalate.
Manches Gemüse wirkt wie eine Arznei: So kann der regelmäßige Genuss von rohen Gurken oder Rhabarber Wunder wirken. In Gurken tummeln sich reichlich verdauungsanregende Pektine. Und im Rhabarber finden sich Anthrachinone, klassische Abführ-Wirkstoffe, die auch in der Arznei-Pflanze Sennes enthalten sind.

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Um Folgeschäden des Diabetes zu vermeiden, ist eine kontinuierliche Blutzuckermessung vonnöten http://www.medizin-netz.de/news/um-folgeschaeden-des-diabetes-zu-vermeiden-ist-eine-kontinuierliche-blutzuckermessung-vonnoeten/ http://www.medizin-netz.de/news/um-folgeschaeden-des-diabetes-zu-vermeiden-ist-eine-kontinuierliche-blutzuckermessung-vonnoeten/#comments Sun, 02 Dec 2001 23:00:53 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1372

Die Volkskrankheit Diabetes mellitus ist eine der wesentlichen Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So ist ein großer Teil der Herzinfarkte und Schlaganfälle letzlich auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel zurückzuführen. Neben der Senkung eines erhöhten Blutdruckes und erhöhter Blutfette gehört eine Normalisierung des Blutzuckers nach wie vor zu den wichtigsten Therapiezielen der zahlreichen Betroffenen. “Eine gute Kontrolle des Zuckerstoffwechsels ist deshalb eine der wichtigsten Voraussetzungen, um ernstere Folgeschäden des Herz- und Gefäßsystems abzuwehren.” Dies betont Pro. Dr. Dr. Wolfgang Barnikol, Mitbegründer der Privat-Universität Witten-Herdecke und Vorstandsvorsitzender der GlukoMediTech AG.

“Um diabetische Folgeerkrankungen an den Blutgefäßen zu verhindern, die lebenswichtige Organe wie das Herz, die Nieren oder das Gehirn versorgen, muss die Eigenverantwortung des Patienten unbedingt gestärkt werden”, fordert Barnikol. Hierzu gehöre auch die einfach handhabbare, selbstständige und regelmäßige Messung des Blutzuckers.

Weltweit werde derzeit an verschiedenen Ansätzen einer patientenfreundlichen Glukosemessung geforscht. Barnikol berichtet von seinem eigenen Ansatz der Entwicklung eines implantierbaren Glukosesensors, der eine kontinuierliche Glukosebestimmung rund um die Uhr erlauben wird und in Kombination mit einer Insulinpunpe eine künstliche Betazelle darstellen würde. Auf dem Weg dahin werde zunächst ein insertierbarer Glukosesensor entwickelt, der ebenfalls kontinuierlich die Glukose messen kann. Dieser Zwischenschritt beschleunige das Entwicklungsverfahren, so dass mit der Fertigstellung eines voll implantierbaren Glukosesensors in kürzerer Zeit als ursprünglich erwartet zu rechnen sei. Barnikol spricht von einem Zeitfenster von etwa drei bis vier Jahren.

Für weitere Informationen zum Stand der Glukosesensorik wenden Sie sich bitte an:
Sangui Bio Tech International Inc. – Dr. Sieglinde Borchert, Chief Operating Officer
GlukoMediTech AG – Birgit Strautz, Projektkoordination
Telefon: (0 23 02) 91 52 00, Fax: (0 23 02) 91 52 01
E-Mail: borchert@sangui.de , strautz@sangui.de
Internet: http://www.sangui.de

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Mykosen (Pilzerkrankungen) http://www.medizin-netz.de/news/mykosen-pilzerkrankungen/ http://www.medizin-netz.de/news/mykosen-pilzerkrankungen/#comments Sun, 25 Nov 2001 23:00:26 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1370

Pilze sind normale Bewohner unserer Umwelt und auch der gesunden Haut, es existiert eine kaum zu überblickende Anzahl unterschiedlicher Arten. Normalerweise sind diese Pilze für den Menschen nicht gefährlich. Wenn sie allerdings auf besonders günstige Wachstumsbedingungen treffen, können sie sich am oder auch im menschlichen Organismus vermehren. Das Spektrum der Krankheitssymptome kann von lästigen Hautveränderungen bis zu einem lebensbedrohlichen Befall innerer Organe reichen. Jedoch kann dem Entstehen einer Pilzinfektion durch einige wirkungsvolle Maßnahmen vorgebeugt werden, bei bereits eingetretener Erkrankung stehen effektive Medikamente zur Verfügung.

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Medizinstation im Senegal in privater Initiative saniert http://www.medizin-netz.de/news/medizinstation-im-senegal-in-privater-initiative-saniert/ http://www.medizin-netz.de/news/medizinstation-im-senegal-in-privater-initiative-saniert/#comments Sun, 18 Nov 2001 23:00:33 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1368

Mehrere private Veranstaltungen im Hause Schneider sowie eine Sammelaktion hatten eine beträchtliche Kapitalsumme ergeben, um die Basis zur Sanierung der Medizinstation in Nianingh, Senegal, zu schaffen. Dieser Komplex in der Dorfmitte besteht aus drei einstöckigen Gebäuden und wird von dem Chefsanitäter Gana Diuf, einem Krankenpfleger geleitet. Für die 1750 Einwohner von Nianingh und den 11 Randdörfern steht kein Arzt zur Verfügung. Hier ist der Sammelpunkt für Kranke, mit Fieber und Malaria sowie Infektionen jeder Art, mit Durchfall und Erbrechen, frisch Verletzte mit größeren oder kleineren Wunden, Gelenkverrenkungen, außerdem Schwangere, die im Warteraum auf Bänken hocken und liegen. Alle Patienten sind minderbemittelt und können eine Behandlung im Krankenhaus in der 15 km entfernten Bezirksstadt Mbour (120000 Einwohner) nicht bezahlen. Es existiert im Senegal keine Sozial- und keine Krankenversicherung.

In einem sehr kleinen Lagerraum, als Apotheke ausgewiesen, sind diverse Medikamente deponiert, alle von Touristen zur Verfügung gestellt. Ausdrücklich wurde betont, dass weder von staatlicher noch von kommunaler oder sozialer Stelle Medikamente bereitgestellt werden.
In der angrenzenden chirurgischen Ambulanz werden Wundversorgungen unter desolaten hygienischen Verhältnissen vorgenommen: Die Behandlungsliege ist instabil und wackelt, die Auflage mit Plastikabdeckung total verschlissen. Die Instrumente sind verrostet, das Nahtmaterial besteht aus undeffinierbarem Material, der Infusionsständer aus ungehobeltem Holz. Ein von einem französischen Touristen gespendeten Heißluftsterilisator zur Desinfektion der Instrumente kann nicht betrieben werden, da dieser zu viel Strom verbraucht. Es ist zu erfahren, dass die Unterhaltungskosten der Station wie Strom, Wasser, Reinigung der Räumlichkeiten u.a. vom Gehalt des Leiters abgezweigt, also von der kommunalen Behörde nicht separat zur Verfügung gestellt werden.

192 Entbindungen pro Jahr
Im separaten angrenzenden Gebäude befindet sich die Entbindungsstation, ein Kreiß-Saal und weitere 6 kleine Räume mit insgesamt 15 Betten, alle belegt. Im gesamten Trakt ist der Fußboden grob betoniert und mit rotbrauner Farbe überstrichen. Die Wände sind mit gelblicher nicht abwaschbarer Farbe überstrichen und total verschmutzt. Sämtliche Betten, nicht fahrbar, sind mit verschlissenen Matratzen belegt, manche mit zerfetztem Bettuch überdeckt. Die einzige Entbindungsliege im Kreißsaal zeigt eine aufgerissene Oberfläche mit seitlich herabhängenden Kunststoff-Fetzen und bloßliegendem verschmutzen Schaumstoff. Stärkste infektiöse Komplikationen vor, während und nach der Entbindung sind für Mutter und Kind vorprogrammiert. Durchschnittlich finden hier pro Jahr 192 Geburten statt, praktiziert von einem Sanitäter, der selbst infolge einer Kinderlähmung behindert ist und die Medizinstation rund um die Uhr versorgt und oft bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit arbeitet.
Nach dieser schockierenden Inspektion wurde zunächst von Dr. Schneider und Frau Helga der Entschluss gefasst, den für 1 Woche gebuchten Urlaub zu verlängern, umgehend die Aufträge zur Basis-Renovierung zu erteilen und anschließend Ausstattung und Einrichtung vorzunehmen. Man war sich darüber im klaren, dass das zur Verfügung stehende Eigenkapital und die Spendengelder nicht ohne Überwachung eingesetzt werden durften. In Tag- und Nachtarbeit wurden zunächst in der Entbindungsstation in 5 Räumen und im Flur 50 qm Fließen verlegt, die Wände ausgebessert und das gesamte Gebäude einer gründlichen Reinigung unterzogen.
Projektleiter Abdou Sow hatte zwischenzeitlich in der Hauptstadt Dakar mehrere Untersuchungsliegen, eine moderne Entbindungsliege, Kunststoff-Auflagen, Matratzen für fast alle Betten, Regale und diverse Instrumente eingekauft. In die Apotheke wurden die aus Deutschland mitgebrachten Medikamente, Fieberthermometer, Blutdruckmesser, Verbandmaterial, elastische Binden, Desinfektionsmittel u.a. eingelagert.

Pünktlich wie vereinbart, fand am Tage vor der Abreise von Dr. Schneider und Frau die feierliche Übergabe der Medizinstation statt. In Anwesenheit des Präsidenten der Bezirks-Krankenhausgesellschaft, Monsieur BAM, des Bürgermeisters mit dem gesamten Gemeindevorstand von Nianingh sowie zahlreicher Bürgerinnen und Bürger erstattete Dr. Schneider zunächst Bericht über den Hintergrund zum Entschluss der Hilfeleistungen für die 3. Welt, insbesondere seit 1997 aussschließlich für Nianingh.
Bürgermeister und Gemeindevorsteher dankten in bewegenden Worten und brachten zum Ausdruck, dass infolge fast keinerlei staatlicher Subvention solche Hilfe aus Deutschland im Senegal ganz besondere Beachtung finde. Großer Beifall und mannigfaltige Ehrenbekundungen sowie Freudentränen wurden registriert, als nach der Besichtigung der im vollen Glanz erstrahlenden Medizinstation Dr. Schneider die Übergabe an den Chef Gana Diuf vollzog mit der dringenden Bitte und Mahnung zur Schonung und Pflege der Räumlichkeiten und zum sorgfältigen Umgang mit der gesamten Einrichtung.

1. Entbindung unter (fast) sterilen Verhältnissen
Wenige Minuten später wurde eine Schwangere in Wehen eingeliefert und im renovierten Kreißsaal auf einer nagelneuen Entbindungsliege untersucht und Wehentätigkeit und Kreislaufverhältnisse überprüft. In der folgenden Nacht erblickte ein gesundes Mädchen bei bestem Befinden der Mutter das Licht der Welt.
Dr. Schneider und Frau Helga sind sich bewusst, dass in Nianingh im westafrikanischen Senegal lediglich die Basis für etwa vergleichbares medizinisches Handeln im Bereich eines kleinen Dorfes irgendwo in Europa geschaffen wurde. In dieser klinischen Station bleibt noch viel zu tun, wie überall im Senegal, wie überall in der 3. Welt. Es ist schon einiges erreicht, wenn zum Beispiel für Impfungen ein Desinfektionsmittel für die Injektion zur Verfügung steht, eine Wunde ordentlich versorgt, eine Gelenkverrenkung mit fachgerechtem elastischen Material behandelt und eine Schwangere in hygienisch einwandfreier Umwelt ein Kind gebären kann.

Spenden für den weiteren Ausbau der Medizinstation in Nianingh sind herzlich willkommen!

Kontaktadresse:
Dr. med. Karl-Heinz Schneider, Laufdorfer Weg 89, 35578 Wetzlar
Telefon: 06441/921170
Fax: 06441/921171
E-Mail: drkhschneider@t-online.de

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Nobelpreis in Medizin 2001 für die Erforschung der Zellzyklus-Kontrolle http://www.medizin-netz.de/news/nobelpreis-in-medizin-2001-fuer-die-erforschung-der-zellzyklus-kontrolle/ http://www.medizin-netz.de/news/nobelpreis-in-medizin-2001-fuer-die-erforschung-der-zellzyklus-kontrolle/#comments Sun, 11 Nov 2001 23:00:55 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1366

Der Amerikaner Leland Hartwell und die beiden Briten Paul Nurse und Tim Hunt haben den diesjährigen Nobelpreis in Medizin und Physiologie für die Forschung am Zellzyklus erhalten. Der Zellzyklus beschreibt den Vorgang der Zellteilung, der bei Menschen, Tieren und Pflanzen gleich ist. Die Forschungsergebnisse sind besonders für die Krebsforschung interessant – bei Krebszellen gerät der Zellzyklus ausser Kontrolle.
Hartwell hat das Gen “Start” entdeckt, das bei Beginn des Zellzyklus eine wichtige Rolle spielt. Nurse hat die Cyclin-abhängige Kinase (CDK) identifiziert, die für die Kontrolle des Zellzyklus zuständig ist. Die Funktion der CDK wird von Cyclin-Proteinen geregelt, für deren Entdeckung Tim Hunt den Nobelpreis bekam.

http://www.nobel.se

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Stiftung “Der herzkranke Diabetiker” fördert fachübergreifende Zusammenarbeit http://www.medizin-netz.de/news/stiftung-der-herzkranke-diabetiker-foerdert-fachuebergreifende-zusammenarbeit/ http://www.medizin-netz.de/news/stiftung-der-herzkranke-diabetiker-foerdert-fachuebergreifende-zusammenarbeit/#comments Sun, 04 Nov 2001 23:00:43 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1364

Statement des Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung “Der herzkranke Diabetiker”, Prof. Dr. med. Diethelm Tschöpe, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Diabetes mellitus, insbesondere der Typ 2-Diabetes, und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weit enger zusammen, als dies gemeinhin angenommen wird. Einige Zahlen sollen dies im Folgenden verdeutlichen: Mehr als 75 % aller Patienten mit Diabetes sterben am Herzinfarkt oder Schlaganfall. Im Gegensatz zur nicht-diabetischen Bevölkerung besteht diese Besorgnis erregende Situation nahezu unverändert fort. Für Frauen scheint sich die Lage derzeit sogar noch zu verschlechtern. Umgekehrt haben neuere Forschungen aus Tübingen ergeben, dass bei fast 90 % aller Infarktpatienten ein Zusammenhang mit einer chronischen Zuckerstoffwechselstörung gesehen werden muss. Diese Daten und ihre Bedeutung für die Kardiologie haben für großes Aufsehen gesorgt und man muss dabei berücksichtigen, dass auch Vorstufen des Diabetes in die Ursachenforschung der Infarkte eingeflossen sind. Dies macht aber um so deutlicher, dass bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezielt nach einer zugrunde liegenden Zuckerstoffwechselstörung gefahndet werden muss, und sei es nur, dass ein erhöhtes familiäres Risiko für Diabetes mellitus vorliegt. Denn wir wissen heute, dass der Typ 2-Diabetes eine hohe vererbliche Komponente hat und dass jeder Typ 2-Diabetiker nicht nur sich selber, sondern auch sine Kinder und Enkel als Hochrisikopersonen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Auge behalten sollte. Würden wir heute schon Typ 2-Diabetiker und auch ihre Nachkommen von vornherein als potentielle Herz- und Gefäßpatienten betrachten und auch behandeln, kämen wir der tatsächlichen Sachlage einen wesentlichen Schritt näher und könnten der wachsenden Zahl von später ernsthaft Erkrankten wirksam begegnen.

Die Realität sieht heute aber leider ganz anders aus: Nur etwa 20 % aller manifesten Diabetiker werden von ihrem behandelnden Arzt auf ihr drohendes Infarktrisiko hin angesprochen. Dies zeigt ganz klar die herausragende Rolle des aufgeklärten, gut informierten und selbstbewussten Patienten. Er muss sein Schicksal selbst in die eigene Hand nehmen und den Arzt auf sein Risiko hinweisen.

  • Der Diabetes mellitus ist von Beginn auch eine Gefäßkrankheit.
    Diabetes ist ein unabhängiger Risikofaktor für Gefäßereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall, aber meistens sind weitere typische Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck (Hypertonie) und Übergewicht vorhanden. Zusätzlich besteht häufig ein vielschichtiger genetischer Hintergrund, der eine erhöhte Anfälligkeit dieser Patienten für Herzinfarkt und Schlaganfall begründet. Letztlich kommt es zu einer beschleunigten Entwicklung einer besonders schlimmen Veränderung der Blutgefäßwände durch schädigende An- und Einlagerungen, die sich mit einer beschleunigten Gerinnungsneigung kombiniert. Diese Mechanismen scheinen auch für den schlechteren Erfolg solcher Maßnahmen verantwortlich zu sein, mit deren Hilfe man versucht, verschlossene Blutgefäße wieder durchgängig zu machen, wie z. B. Ballonkatheterdehnung oder Gefäß-Bypass.
  • Das erfordert eine frühzeitige Diagnostik der Gefäße und des Herz- Kreislaufsystems sowie eine umfassende, vor allem vorbeugende Behandlung aller Risikofaktoren.
    Eine alleinige Blutzuckernormalisierung kann all diese Veränderungen nicht neutralisieren. Neben Allgemeinmaßnahmen, die auf eine gesunde Lebensführung mit ausgewogener, fett- und zuckerarmer und ballaststoffreicher Ernährung und ausreichend körperlicher Bewegung hinwirken, müssen sich Blutdruck senkende, gerinnungshemmende und den Fettstoffwechsel normalisierende Maßnahmen an den individuellen Bedürfnissen des betroffenen Patienten ausrichten.
  • Die Stiftung “Der herzkranke Diabetiker” möchte den Informationsbedarf zwischen den verschiedenen ärztlichen Fachgruppen – den Gefäß-, Herz- und Diabetesspezialisten – thematisieren (Aufklärung), die Erforschung gefäßmedizinischer Probleme des Diabetikers stimulieren und zu einer frühen Prävention aufrufen, die neben diabetologischen auch gefäßmedizinische Behandlungskriterien beinhaltet.

Die Stiftung “Der herzkranke Diabetiker” in der Deutschen Diabetesstiftung gründet sich auf die o.g. ernüchternde Erkenntnis, dass Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen die dominante Ursache für die erhöhte Sterblichkeit, insbesondere jedoch auch der wichtigste Einflussfaktor für die Lebensqualität von Diabetikern sind. Dabei geht der Gründungsgedanke der Stiftung “Der herzkranke Diabetiker” davon aus, dass ein offensichtliches Informationsdefizit auf Seiten der betroffenen Patienten, der behandelnden Ärzte und der thematisch orientierten Forschung besteht, das wesentlich zu der geschilderten, unverändert dramatischen Situation beiträgt. Eine Verbesserung der medizinischen Versorgungslage der Diabetespatienten im Sinne der St.-Vincent-Deklaration, die eine Halbierung der Zahl der diabetesbedingten Fußamputationen und eine deutliche Verringerung der durch Mangeldurchblutung bedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie des dialysepflichtigem Nierenversagens fordert, kann nur durch intensive Information/ Aufklärung und Anleitung zu früher Erkennung und vorbeugender Behandlung erreicht werden. Die Stiftung “Der herzkranke Diabetiker” in der Deutschen Diabetesstiftung unterstützt daher als fachgruppenübergreifendes Forum Forschungsvorhaben, therapiebegleitende Maßnahmen sowie Aufklärung und Laienarbeit, um damit dem übergeordneten Ziel zu dienen, die überbordende Belastung der Diabetespatienten durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf- bzw. Gefäßsystems zu vermindern und zu verhindern.

Kontakt: www.stiftung-dhd.de

Martin Wiehl, Erfurt

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Tetracyclin: ein Antibiotikum mit starker Wirkung und Nebenwirkung http://www.medizin-netz.de/news/tetracyclin-ein-antibiotikum-mit-starker-wirkung-und-nebenwirkung/ http://www.medizin-netz.de/news/tetracyclin-ein-antibiotikum-mit-starker-wirkung-und-nebenwirkung/#comments Sun, 28 Oct 2001 23:00:02 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1362

Tetracycline verhindern eine Vermehrung der Bakterien durch eine Blockade der Proteinsynthese. Da sie als sog. Breitspektrumantibiotika auch die Bakterien im Magen-Darm Trakt angreifen, sind häufige Nebenwirkungen Übelkeit und Erbrechen. Tetracycline bilden mit Calcium unlösliche Komplexe und werden dadurch unwirksam: Daher sollte bei Einnahme des Antibiotikums keine Milch getrunken werden. Calcium befindet sich natürlicherweise im Körper auch in Zähnen und Knochen. Aus diesem Grund kann es bei noch wachsenden Zähnen und Knochen zu irreversiblen Einlagerungen von Tetracyclinen kommen – die Zähne verfärben sich gelblich und das Knochenwachstum kann gehemmt werden. Daher sollten Kinder und Schwangere auf eine Einnahme von Tetracyclinen verzichten. Auch ist eine erhöhte Lichtempfindlichkeit eine Nebenwirkung des Medikamentes.

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Leichtfertige, präventive Einnahme von Antibiotika fördert Resistenzen http://www.medizin-netz.de/news/leichtfertige-praeventive-einnahme-von-antibiotika-foerdert-resistenzen/ http://www.medizin-netz.de/news/leichtfertige-praeventive-einnahme-von-antibiotika-foerdert-resistenzen/#comments Sun, 21 Oct 2001 23:00:35 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1360

Antibiotika töten Bakterien ab. Penicillin z. B. unterbricht die Zellwandsythese der Penicillin-empfindlichen Bakterien, wodurch sie aufgrund der Zellwanddefekte anschwellen und platzen. Aus empfindlichen Bakterien können sich gegen das Antibiotikum unempfindliche Bakterien entwickeln, sog. resistente Bakterien. Wird das betreffende Antibiotikum häufig eingesetzt, ist ein Auftreten unempfindlicher Bakterien immer wahrscheinlicher. Diesen Effekt trifft man besonders in Krankenhäusern an, wo sich vielfach resistente Keime aufhalten und sich eine Behandlung betroffener Patienten schwierig gestaltet.
Um dem Ausbreiten der Resistenzen Einhalt zu gebieten, schlagen Wissenschaftler vor, einen umsichtigen Einsatz von Antibiotika zu fördern (1). Es sollen auf den Keim besser abgestimmte Therapien durchgeführt und Patienten besser über die Einnahme von Antibiotika aufgeklärt werden. Viele Patienten, besonders ältere, verstehen die Anweisungen des Arztes nicht korrekt (2).
Weiterhin müssen neue Medikamente entwickelt werden, die die Resistenzmechanismen umgehen. In neuen Forschungsansätzen werden kleine Moleküle, die die Kohlenhydrathülle der Bakterien (insbesondere Rezeptoren) angreifen, getestet sowie Kohlenhydrat modifizierende Enzyme (3).

1. Courvalin P, Trieu-Cuot P. Minimizing potential resistance: the molecular view. Clin Infect Dis, 2001 Sept 15;33 Suppl 3:S138-146.
2. Lopez Diaz J, Alejandre Lazaro G et al. Do patients understand their prescribed antibiotic treatments? Alten Primaria, 2001, Oct 15;28(6):386-390.
3. Ritter TK, Wong CH. Carbohydrate-Based Antibiotics: A New Approach to Tackling the Problem of Resistance. Angew Chem Int Ed Engl, 2001, Oct 1;40(19):3508-3533.

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Was ist Milzbrand? http://www.medizin-netz.de/news/was-ist-milzbrand/ http://www.medizin-netz.de/news/was-ist-milzbrand/#comments Sun, 14 Oct 2001 23:00:07 +0000 Medizin-Netz http://www.medizin-netz.de/?p=1358

Milzbrand, auch Anthrax genannt, wird durch Milzbrandbakterien (Bacillus anthracis) hervorgerufen. Bei Befall sieht die Milz schwarzrot aus, daher der abgeleitete Name. Fast alle Warmblüter können infiziert werden, also Rinder, Schafe, Schweine, Pferde und natürlich auch der Mensch. Abhängig vom Infektionsweg gibt es drei Formen des Milzbrandes, den Hautmilzbrand (sog. Milzbrandkarbunkel), den Lungenmilzbrand und den Darmmilzbrand. Nach 1-3 tägiger Inkubationszeit kommt es zu Krankheitssymptomen.
Die Kapsel des Milzbrandbakteriums ist dafür verantwortlich, dass Abwehrzellen gehemmt werden und sich die Bakterien im Gewebe vermehren können. Das Gewebe wird durch gewebsschädigende Enzyme zerstört. Die Milzbrandbazillen produzieren zusätzlich ein Gift, das die weißen Blutzellen zerstört und das Zentralnervensystem schädigt. Besonders Hautmilzbrand kann durch rechtzeitige Gabe von Penicillin behandelt werden.

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