Alzheimer Krankheit
(Demenz vom Alzheimer-Typ, benannt nach dem deutschen Neurologen Alois A. 1864-1915, Breslau)
Krankheitsbild
Die Alzheimer-Krankheit gehört zu den Demenzen, d.h. zu Erkrankungen des Gehirns, die durch unterschiedlichen Abbau der Hirnleistungen gekennzeichnet sind. Dabei kann es zu kognitiven oder intellektuellen Störungen kommen. Desweiteren können die Kontrolle über die Emotionen, sowie das Sozialverhalten und Gedächtnisleistungen gestört sein.
Alzheimer macht über 50% aller Demenzen aus. Vor allem Frauen ab dem 40 Lebensjahr erkranken daran. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit der Erkrankung in der Bevölkerung von 1% vor dem 6. Lebensjahrzehnt bis 48% bei über 90jährigen zu. Zur Zeit sind etwa 800.000-1,2 Mill. Deutsche an Alzheimer erkrankt.
Bei Früherscheinen der Erkrankung um das 50. Lebensjahr herum können die Symptome untypisch sein – von Vergesslichkeit und Merkfähigkeitsstörung (Amnesie), zeitlicher und räumlicher Desorientierung bis hin zu Verwirrung und Desorientierung zur eigenen Person. Typisch für den späteren Verlauf sind ebenfalls Apraxie (Unfähigkeit, Gegenstände sinnvoll zu nutzen, bei erhaltener Beweglichkeit), Agnosie(Erkennungsstörung) und Depression oder Euphorie. Bei schwererem oder fortgeschrittenem Verlauf kann es zu sensorischer und motorischer Dysphasie (Unfähigkeit, Sprache zu verstehen und zu bilden) und seltener auch zu moralischer, verbaler oder sexueller Enthemmung kommen.
Biochemisch äussert sich Alzheimer in massiver Rückbildung von grauer und weißer Hirnsubstanz (Atrophie), vor allem in der Stirn- und Schläfenregion. Diese wird verursacht durch einen Untergang von Nervenzellen. Es kommt weiter zu degenerativen Erscheinungen, wie Ablagerungen oder Verklumpungen von Proteinen. Biochemisch ist eine Verminderung des Überträgerstoffs Acetylcholin feststellbar, die ausgelöst wird durch verminderte Bildung von bestimmten Enzymen.
Bei Alzheimer ist ebenfalls eine Abnahme der Hirndurchblutung, des Sauerstoff- und Glucoseverbrauchs nachweisbar. Es ist jedoch nicht geklärt, inwieweit all diese Veränderungen krankheitsauslösend oder deren Folge sind.
Diagnose
Bei der Diagnose versucht man, andere Krankheiten auszuschließen. Dies sind z. B. Krankheiten wie Parkinson, Chorea-Huntington, Jacob-Creutzfeld, aber auch Schilddrüsenerkrankungen, Vergiftungen, Hirntumoren u. a. Im Anschluss können mittels EEG, Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MR) veränderte Hirnströme bzw. eine Hirnvolumenminderung bildtechnisch untersucht werden, um die Diagnose von Alzheimer zu erhärten. Bewährt hat sich ebenfalls die Positronenemissionstomographie (PET), mit deren Hilfe Stoffwechselstörungen des Gehirns festgestellt werden können.
Krankheitsverlauf
Die besondere Problematik von Alzheimer besteht darin, dass der Beginn der Erkrankung viele Jahre vor dem Auftreten der typischen Symptome liegen und sehr diskret und unspezifisch sein kann. Dazu gehören Nachlassen der allgemeinen intellektuellen Leistungsfähigkeit oder der Neigung, sich mit neuen Problemen auseinanderzusetzen und beginnende Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung. Erst mit Auftreten deutlicherer Symptome lässt sich rückwirkend eine Verbindung zu diesen Frühveränderungen feststellen. Eine bestehende Depression kann die Diagnose von Alzheimer verschleiern.
Im allgemeinen wird eine Steigerung in der Ausprägung der Demenz beobachtet, wobei die Persönlichkeit des Betroffenen lange Zeit unbeeinträchtigt bleiben kann. Bei schweren Fällen kann es zu parkinsonähnlichen Symptomen wie Bewegungseinschränkung und Starre kommen. Typisch sind ebenfalls stereotype und sinnlose Wiederholungen von Redensarten und Sätzen, wie auch automatische Bewegungen wie Nesteln, Schmatzen, Wisch- und Reibebewegungen. Schließlich kann die Kontaktaufnahme vollständig verloren gehen.
Therapie
Eine eindeutige Therapie von Morbus Alzheimer gibt es nicht. Im Mittelpunkt der Behandlung steht die symptomatische Behandlung von Nebenerscheinungen wie Schlafstörungen, sowie Angstzuständen und Unwohlgefühlen. Günstig für den Patienten und den Krankheitsverlauf wirkt sich ein intaktes psychosoziales Umfeld, zu Hause wie im Krankenhaus aus. Optimiert wird die Betreuung von Alzheimer-Kranken in sog. Memory-Kliniken, in denen besondere Behandlungen, wie das kognitive Training, erprobt werden.
Ursache
Die Ursachen von Alzheimer sind bisher nicht bekannt. Diskutiert werden genetische, toxische, infektiöse und immunologische Faktoren. Es konnte beobachtet werden, dass bestimmte mutierte Proteine bei
Alzheimer-Kranken gehäuft vorkamen, die auf dem Chromosom 21 lokalisiert sind. Eine familiäre Vererbung konnte nicht nachgewiesen werden. Bei Auftreten von drei oder mehr Erkrankungen in der nächsten Verwandtschaft wird jedoch ein erhöhtes Risiko vermutet.
Weiter konnte beobachtet werden, dass bestimmte degenerative Erkrankungen im Kindesalter, wie z. B. Morbus Gaucher, Morbus Wilson, Mukopolysaccharidose, Gangliosidosen u. a. mit im Alter auftretenden Demenzen im Zusammenhang stehen und das Auftreten von Alzheimer fördern können.
Vorbeugung
Da die Ursachen für die Alzheimer-Krankheit beim heutigen Stand der Forschung nicht bekannt sind, kann keine Vorbeugung empfohlen werden.
Im Internet gibt es eine Reihe von Homepages, die über Alzheimer informieren, z. B.:
- die alois-Gesellschaft, die sich speziell mit Alzheimer beschäftigt und Angehörige wie auch Arzte berät: http://www.alois.de
- Bei Curado finden Sie ergänzende Informationen zu dem Thema Alzheimer wie z.B. zur Therapie oder zu Recht und Sozialpolitik.
(ag)
Informieren Sie sich auch über Selbsthilfegruppen im Deutschen Medizin-Netz!


Im Grunde genommen ist das eine positive Geschichte, ich überlege mir nur, ob das auch dauerhaft machbar sein wird!