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Arteriosklerose (Atherosklerose, „Gefäßverkalkung“)

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 Kein Kommentar

Krankheitsbild

Unter Arteriosklerose versteht man Veränderungen in den Wänden der Blutgefäße, die die betroffenen Gefäße zunehmend einengen und schließlich völlig verschließen können. Die Arteriosklerose ist ein chronischer Prozess, der sich – oft erst nach vielen Jahren – in ganz unterschiedlichen Krankheiten mit entsprechenden Symptomen äußern kann. Typische Folgeerkrankungen sind Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine.
Die Arteriosklerose mit ihren Folgen ist die häufigste „Wohlstandserkrankung“ der westlichen Welt und die häufigste Todesursache überhaupt in den Industrieländern. Ihre Häufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter stetig zu; Männer sind deutlich häufiger als Frauen betroffen.

Diagnose

Die Diagnose einer der typischen Folgeerkrankungen lässt in der Regel die Schlussfolgerung zu, dass der Betroffene an Arteriosklerose erkrankt ist. Welche Untersuchungen zur Diagnose und Beurteilung nötig sind, hängt vom betroffenen Körperteil ab (z. B. Herz, Nieren, Beine). Hierbei kann die Darstellung der Blutgefäße und ihrer Durchlässigkeit durch besondere Ultraschallmethoden (Duplex-Sonographie), sowie durch Röntgenuntersuchungen mit Injektion von Kontrastmittel (z. B. bei der Herzkatheter-Untersuchung) in die Blutbahn sinnvoll sein.

Krankheitsverlauf

In Abhängigkeit davon, welche Stellen des Blutkreislaufs von der Arteriosklerose betroffen sind, äußert sie sich in verschiedenen Krankheiten mit unterschiedlichen Symptomen und Verläufen:

  • Koronare Herzkrankheit (die sich durch Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Angina pectoris und Herzinfarkt äußern kann) bei Beteiligung der Herzkranzgefäße
  • Schlaganfall bei einer Arteriosklerose von Gefäßen, die das Gehirn mit Blut versorgen
  • Bauchaortenaneurysma (Aussackung der Bauchschlagader), die aufreissen kann und zu einer lebensgefährlichen inneren Blutung führen kann
  • Durchblutungsstörungen der Beine, die im Extremfall bei Arteriosklerose in den Blutgefäßen der Beine eine Amputation erforderlich machen
  • Nierenversagen und Hypertonie (hoher Blutdruck) bei Arteriosklerose der Nierenarterien

Da die Ursache der genannten Krankheiten also die gleiche sein kann, kommt es nicht selten vor, dass bei einem Patienten gleichzeitig mehrere der genannten Erkrankungen vorliegen.

Therapie

Eine Behandlung, die die Veränderungen an den Blutgefäßen rückgängig macht, gibt es bis heute nicht. Möglich ist in manchen Fällen (Halsschlagadern, Beinarterien, Herzkranzgefäße) eine Ausschälung der Ablagerungen oder Aufdrücken der Engstelle mit einem speziellen Katheter. Häufig tritt die Arteriosklerose jedoch innerhalb einiger Jahre an derselben Stelle erneut auf.
Das Risiko der Entstehung von Blutgerinnseln an den atherosklerotisch veränderten Gefäßen kann durch Acetylsalicylsäure oder Antikoagulantien (z. B. Marcumar®) gesenkt werden. Je nach Folgeerkrankung können sehr unterschiedliche Behandlungen notwendig sein, z. B. Bypass-Operation an den Herzkranzgefäßen, Gefäßprothesen an der Bauchschlagader oder den Beinarterien.
Durch konsequente Reduktion von Risikofaktoren (siehe Ursache) kann jeder selbst dazu beitragen, das Risiko einer Arteriosklerose zu senken bzw. den Krankheitsprozess abzubremsen.

Ursache

Die Integrität der Wand der Blutgefäße hängt von einem eng koordinierten Zusammenspiel zahlreicher Faktoren im Blut, im Endothel (die Zellschicht, die die Blutgefäße innen auskleidet), sowie der darunter liegenden Anteile der Gefäßwand ab. Hoher Blutdruck, Stoffwechselstörungen und Schadstoffe können dieses Zusammenspiel stören. Im Laufe der Jahre kommt es dann zu Veränderungen in der Gefäßwand (sog. Plaques), in denen sich Cholesterinkristalle und Kalksalze ablagern (daher „Gefäßverkalkung“). Am betroffenen Gefäßabschnitt kann es zusätzlich zur Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) kommen, die das Gefäß noch weiter einengen oder völlig verschließen können.
Die Entstehung von Arteriosklerose wird durch eine Reihe gesicherter Risikofaktoren begünstigt. Die vier wichtigsten sind:

Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Hyperurikämie (zu hohe Harnsäurewerte im Blut) Bewegungsmangel, Stress, Unterfunktion der Schilddrüse, hormonelle Faktoren (erhöhtes Risiko bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern) sowie eine familiäre Veranlagung.

Vorbeugung

Die meisten der genannten Risiken lassen sich reduzieren oder sogar ganz vermeiden.
Die vier wichtigsten Tipps zur Vorbeugung der Arteriosklerose und ihrer Folgen sind daher:

  • Eine bestehende Hypertonie behandeln, auch wenn sie (noch!) keine Beschwerden macht;
  • Einen Diabetes mellitus behandeln;
  • Nicht Rauchen;
  • Durch Bewegung, Gewichtsreduktion und notfalls medikamentös zu hohe Blutfette reduzieren.

Lesen Sie auch die Artikel zu:

  • “Die arterielle Verschlusskrankheit (AVK, obliterierende Artheriopathie) der unteren Extremitäten”
    • Technik des Gefäßersatzes (Bypass)
    • TEA (Thrombendarteriektomie)
  • Diabetes mellitus

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