Arthrose, Gelenkverschleiß (Arthrosis deformans; degeneratives Rheuma)
arthro…(griech.)=Gelenk; …osis=Krankheit
Krankheitsbild
Die Arthrose stellt eine vorwiegend degenerative, nicht entzündliche und nichtinfektiöse chronische Gelenkerkrankung dar, die mit Schmerzen und zunehmenden funktionsbehindernden Gelenkveränderungen einhergehen kann. Bei fast allen Menschen über 65 Jahren lassen sich röntgenologisch Zeichen einer Arthrose feststellen, es kann aber bereits in jüngeren Jahren zur Ausbildung einer Arthrose kommen.
Die folgenden charakteristischen Symptome an den für die Arthrose typischen Gelenken (Schulter, Knie, Hüfte) lenken den Verdacht auf eine Arthrosis deformans: belastungsabhängige Schmerzen, Schmerzen nach längerer Ruhe (sog. Anlaufschmerz: z. B. Knieschmerz nach längerem Sitzen, der sich dann beim Gehen bessert) sowie die oben erwähnten Zeichen einer aktivierten Arthrose mit Schwellung und Rötung. In fortgeschrittenen Stadien dominieren dann der Schmerz in Ruhe, die Bewegungseinschränkung und eine zunehmende Verformung des Gelenkes.
Diagnose
Liegt der Verdacht auf eine Arthrose vor, wird eine Röntgenaufnahme der betreffenden Gelenke angefertigt, auf der der Arzt die für die Diagnose entscheidenden Veränderungen feststellen kann. Laboruntersuchungen von Blut und Urin dienen dem Ausschluss von Gelenkerkrankungen anderer Ursache (Gicht, bakterielle Gelenkentzündungen u. a.), für die Diagnose der Arthrose selbst haben sie keine Bedeutung.
Krankheitsverlauf
Zu Beginn sind meist nur ein oder wenige Gelenke betroffen. Das erste Symptom sind bei Belastung auftretende Schmerzen sowie Schmerzen und Steifigkeitsgefühl nach Ruhelage und am Morgen, letztere dauern jedoch meist nur einige Minuten an und bessern sich nach Bewegung. Bei fortschreitender Erkrankung kommt es allmählich zur Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit und zur Druckschmerzhaftigkeit der betroffenen Gelenke. Schließlich folgt eine Gelenkdeformierung durch Veränderungen sämtlicher am Gelenk beteiligter Strukturen wie Knorpel, Knochen, Bänder und Sehnen. Durch Lockerung der Bänder wird das Gelenk zunehmend instabil, Verrenkungen (“Auskugelung”) des Gelenks sind die Folge. Zusätzlich treten Muskelschwund, Muskelverspannungen und -verkürzungen auf. Die Arthrose muss jedoch keinesfalls immer in der aufgeführten Art und Weise voranschreiten. Atypische Verläufe mit Stillstand oder gar Rückgang der Befunde werden bisweilen auch beobachtet.
Therapie
Wichtige therapeutische Gesichtspunkte der Arthrose sind zum einen die Entlastung überanspruchter Gelenke, im Falle der unteren Extremität in erster Linie durch Gewichtsabnahme, zum anderen aber die aktive Übungsbehandlung mit Bewegungstraining, Haltungstraining, allgemeiner Kräftigung und Dehnungsübungen. Hierdurch kann ein Fortschreiten des krankhaften Prozesses im Knorpel aufgehalten und das Gelenk durch Kräftigung der Muskeln und Sehnen stabilisiert werden. Von größter Bedeutung ist es, den Patienten zur eigenständigen Durchführung der Übungen anzuleiten. Vor allem die kontinuierliche, tägliche Gymnastik verspricht die größten Erfolge. Grundsätzlich abzuraten ist dagegen von einer Schonung im Sinne einer Ruhigstellung der betroffenen Gelenke, da hierdurch die Versorgung des Gelenkknorpels mit Nährstoffen nochmals verschlechtert wird.
Medikamentöse Maßnahmen stehen bei der Arthrosebehandlung eher im Hintergrund. Um die Schmerzen zu bekämpfen, können Aspirin oder verwandte Substanzen eingesetzt werden. Bei Vorliegen von unangenehmen Muskelverspannungen sind eventuell Medikamente zur Entspannung, sog. Muskelrelaxantien, hilfreich. Kommt es im Rahmen einer aktivierten Arthrose zur sekundären Entzündung des Gelenks, bringen manchmal Kortison-Injektionen direkt in das Gelenk Linderung.
Bei Versagen aller oben genannten Maßnahmen, stehen an letzter Stelle operative Eingriffe zur Verbesserung der Gelenkmechanik oder zur Schmerzreduktion zur Verfügung. An Knie- und Hüftgelenk ist der Gelenkersatz mittels Endoprothese (künstliches Gelenk) die am häufigsten durchgeführte operative Maßnahme. Bei schmerzhaften Arthrosen im Bereich von Fuß-, Hand- und Ellenbogengelenk sowie an der Wirbelsäule kann die operative Gelenkversteifung durchgeführt werden.
Ursache
Es wird eine primäre Arthrose mit unbekannter Ursache von einer häufiger auftretenden sekundären Arthrose unterschieden. Zu einer sekundären Arthrose kann es aufgrund von Vorschädigungen des Gelenks kommen, die ihrerseits verursacht sein können durch Fehl- oder Überbelastungen, nach Gewalteinwirkungen wie Verrenkungen und Knochenbrüchen, nach Gelenksentzündungen, bei Gicht, angeborenen Fehlbildungen der Gelenke oder neurologischen Erkrankungen (mit Muskelschwäche bzw. Lähmung oder Spastik). Weiterhin wird die sekundäre Arthrose begünstigt durch Risikofaktoren wie Übergewicht, Ruhigstellung des Gelenks oder allgemein verminderte körperliche Aktivität. Auch eine familiäre Häufung lässt sich vor allem bei Arthrosen junger Menschen beobachten. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich eine Arthrose immer aus einem Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Belastungsfähigkeit des Gelenks entwickelt. Die häufigsten durch eine Arthrose betroffenen Gelenke sind diejenigen, die einer besonders hohen Belastung ausgesetzt sind, meist also Knie-, Schulter- und Hüftgelenk, aber auch die Wirbelsäule kann betroffen sein.
Die Entstehungsursachen der primären Arthrosen ist ungeklärt. Sie betreffen häufig mehrere Gelenke der Hand und sind zudem meist symmetrisch an beiden Händen ausgebildet. Speziell Frauen in den Wechseljahren erkranken häufiger als Männer an diesen auch als Systemarthrosen oder Polyarthrosen bezeichneten Arthroseformen.
Die Arthrose, gleich ob primär oder sekundär, ist in erster Linie eine Erkrankung des Gelenkknorpels. Es kommt zu einem Elastizitätsverlust des Knorpelgewebes mit Knorpelabrieb, Höhenminderung und Einrissen in die Knorpeloberfläche. Später wird auch der Knochen mit in den Prozess einbezogen: es bilden sich Knochenvorsprünge aus, Zysten und krankhafte Verdichtungen des gelenkbildenden Knochens. Durch die Knorpelabriebprodukte innerhalb des Gelenks kann es zur entzündlichen Reizung der Gelenkhaut mit Ausbildung eines Gelenkergusses und den äußerlich sichtbaren Zeichen Schwellung, Rötung, Überwärmung kommen. In diesem Stadium spricht man von einer aktivierten Arthrose (mit entzündlicher Komponente).
Vorbeugung
- regelmäßige Gymnastik und Bewegung, besonders Sportarten, die alle Gelenke gleichmäßig belasten, z. B. Schwimmen und Radfahren
- einseitige Körperhaltungen und Bewegungen vermeiden
- Übergewicht abbauen
- Schuhe mit weichen Sohlen tragen, um die Beingelenke zu schonen
(js)
Lesen Sie auch den Beitrag: “Sporttipps für Arthrosepatienten und Patienten nach Gelenkersatzoperation“.


Hey Leute
mein Name ist Doris ich bin 46 Jahre alt…
bei mir spricht man von Polyarthrose…sie befindet sich bei mir in den Fussskeletten…Schulter (Rotatorenmanschetten)…ISG (iliosakralgelenk)…beiden Kniegelenken…tels an Wirbelkörper…
dazu kommen dann noch in beiden Füssen Fersensporn und Gleitwirbel…ich habe Tag für Tag (seit 14 Jahren nun) Schmerzen…IBU oder Diclo kann ich nicht nehmen da ich sofort Wasser einlagerungen bekomme…ein Muskelrelaxantien z.b. Musaril geht gar nicht…es wirkt wie ein starken Schlafmittel bei mir…Übergewicht bin ich am abbauen…habe eine 5 monatige ambulante Reha hinter mir…nun ist die Reha fertig und ich bin in einem Fitnessclub und trainiere da weite wo ich in der Reha aufgehört habe…mir wurde gesagt ich solle Muskulatur aufbauen und das nicht wenig…Schwimmen gehe ich auch ab und an…da ich normales Brustschwimmen fast gar nicht mehr kann wegen Schmerz versuche ich mich nun im Rückenschwimmen was gar nicht so einfach ist wenn man es sonst nie gebraucht hat…was kann ich sonst noch tun um die Schmerzen zu lindern oder heilen…gibt es evtl. auch eine spezielle Ernährung bei Arthrose ?