Borreliose (Lyme-Krankheit)
Krankheitsbild
Die Borreliose ist eine entzündliche Erkrankung, die durch ein Bakterium namens Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Der Erreger wird fast ausschließlich durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen.
Das Krankheitsbild der Borreliose ist vielschichtig und reicht von vorübergehender Hautrötung im Bereich der Einstichstelle bis hin zu rheumatischen und neurologischen Beschwerden, die manchmal erst Jahrzehnte (!) nach dem Zeckenstich auftreten können.
Das Frühstadium der Borreliose tritt am häufigsten in den Sommermonaten auf. Gefährdet sind vor allem Menschen, die sich häufig im Wald oder in hohem Gras aufhalten. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich an der Borreliose zu erkranken, ist selbst in den „Risikogebieten“ (Süddeutschland, Österreich, Schweiz, Osteuropa) gering.
Der Erreger der Borreliose wurde erst 1982 in den USA entdeckt.
Eine andere Erkrankung, die (sehr selten) durch Zecken übertragen wird, aber von einen anderen Krankheitserreger verursacht ist, ist die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME).
Diagnose
Zur Diagnose der Borreliose ist es wichtig, dass man beim Auftreten ungewöhnlicher Beschwerden (s. u.) den Arzt über einen eventuellen Zeckenstich informiert. Besteht aufgrund der Symptome im Anschluss an einen Zeckenstich der Verdacht einer Borreliose, kann dieser durch eine Blutuntersuchung gesichert werden, bei dem Antikörper gegen den Erreger nachgewiesen werden.
Krankheitsverlauf
Etwa 1 bis 6 Wochen nach der Infektion kommt es bei einem Teil der Betroffenen zu einer typischen Rötung der Haut um die Einstichstelle, die sich im Laufe von Wochen ausdehnt und dabei in der Mitte abblasst (sog. Erythema chronicum migrans). Oft wird dieses Frühstadium von allgemeinen Krankheitssymptomen (Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen) begleitet. Es können auch kleine Hautknötchen an der Einstichstelle entstehen, die sich auch nach Monaten nicht zurückbilden (sog. Lymphadenitis cutis benigna).
Ohne Behandlung kann es nach einigen Wochen bis Monaten bei manchen Infizierten zu Entzündungen der Gelenke (Arthritis), des Herzmuskels (Myokarditis) und des Nervensystems (Hirnhäute, Gehirn oder Nervenwurzeln am Rückenmark) kommen. Der Befall des Nervensystems kann zu brennenden Schmerzen am Rumpf, Armen oder Beinen, sowie zu Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen führen.
Im Spätstadium (Monate bis Jahrzehnte nach dem Zeckenstich) können Schäden des Nervensystems (Lähmungen, Gefühlsstörungen, Schmerzen, sog. Neuroborreliose) auftreten. Gelenkentzündungen treten wieder auf, und es kann zu chronischen Hautveränderungen kommen (dunkle, dünne Haut, sog. Acrodermatitis chronica atrophica). Diese Spätfolgen lassen sich nur schwer behandeln.
Bei einem Teil der Betroffenen treten die späten Beschwerden auf, ohne dass sie sich an einen (womöglich viele Jahre zurückliegenden) Zeckenstich oder eine Frühreaktion mit Hautrötung erinnern können.
Therapie
Treten im Anschluss an einen Zeckenstich die genannten Beschwerden auf, so muss möglichst früh mit einer Therapie begonnen werden, um die Erkrankung zu stoppen, bevor es zu Spätsymptomen v. a. des Nervensystems und der Gelenke kommt. Hierzu muss ein Antibiotikum – manchmal über mehrere Wochen und gegebenenfalls im Krankenhaus – verabreicht werden.
Ursache
Die Ursache vieler Symptome der Borreliose ist das Borrelia-Bakterium, das von der Einstichstelle zunächst in der Haut, später mit dem Blut im gesamten Körper ausbreitet. Aus noch nicht geklärten Gründen gelingt es dem Immunsystem offensichtlich manchmal nicht, den Erreger abzutöten. Die Spätschäden der Borreliose beruhen wahrscheinlich zusätzlich auf fehlgeleitete Vorgänge des Immunsystems, durch die nach der Infektion körpereigenes Gewebe (z. B. Gelenke) angegriffen wird. Deshalb können sie selbst nach Abtötung des Erregers durch Antibiotika weiter bestehen.
Vorbeugung
Eine Schutzimpfung gegen die Borreliose gibt es, im Gegensatz zur Impfung gegen die wesentlich seltenere Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME), nicht. Die Vorbeugung besteht darin, Zeckenstiche durch adäquate Kleidung zu vermeiden und Zecken möglichst frühzeitig zu entfernen.
Informieren Sie sich auch über Selbsthilfegruppen und lesen Sie den Artikel zu FSME: Zecken-Impfung.

