Colitis ulcerosa (geschwürige Dickdarmentzündung)
Colon (griech.)=Darm; ulcerös (lat. ulcus=Geschwür)=geschwürig
Krankheitsbild
Bei der Colitis ulcerosa (Cu) handelt es sich um eine seltene chronisch-entzündliche Erkrankung des Dickdarmes. Sie beginnt im Enddarm und breitet sich kontinuierlich nach oben über den ganzen Dickdarm aus, wobei sich Geschwüre bilden.
Die Cu verläuft schubweise und wird von Fieber und Bauchschmerzen begleitet. Typisch sind blutige-schleimige Durchfälle, die bis zu 20mal am Tag auftreten können. Die Folgen sind Blutarmut, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Auch an anderen Organen können Beschwerden auftreten, wie z.B. Augen- und Gelenkentzündungen oder Hautveränderungen.
Ein ähnliches Krankheitsbild zeigt sich auch bei der Crohnschen Krankheit (Morbus Crohn), die sich allerdings auf den gesamten Verdauungstrakt ausdehnen kann.
Die Cu beginnt häufig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und ist bei Frauen etwas häufiger als bei Männern. Eine völlige Heilung ist nur durch die Entfernung des Dickdarmes möglich.
Diagnose
Die Diagnose Colitis ulcerosa ist erst durch eine Gewebeprobe eindeutig festzustellen. Dies geschieht im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie), wodurch sich andere Ursachen, wie z.B. Darmkrebs oder Darmpolypen, ausschließen lassen. Im Vorfeld kann auch eine Röntgenuntersuchung des Darmes mit Kontrastmittel erste Hinweise geben. Zusätzliche Blutuntersuchungen auf Entzündungsparameter können den Befund erhärten.
Krankheitsverlauf
Die Cu ist eine in Schüben verlaufende Erkrankung. Jährlich können mehrere Schübe auftreten, die bis zu 2 Monaten andauern. Im akuten Schub kommt es zu heftigen schweren blutig-schleimigen Durchfällen, die zu starken Beeinträchtigungen des Betroffenen führen. Auch in den Zeiten zwischen den Schüben ist der Cu-Kranke nie ganz beschwerdefrei.
Die Dauer sowie die Häufigkeit der Episoden lässt sich durch Medikamente günstig beeinflussen. Bei langem Bestehen der Cu ist mit einem erhöhten Dickdarmkrebsrisiko zu rechnen. Ebenso besteht die Gefahr einer vom Dickdarm ausgehenden Blutvergiftung, die dann sofort behandelt werden muss.
Therapie
Eine völlige Ausheilung kann nur durch die Dickdarmentfernung erreicht werden. Durch Medikamente können aber Verlauf und Beschwerden gemildert werden.
Akute Krankheitsschübe werden hochdosiert mit Kortison oder Salizylsäure-Präparaten behandelt, die die Entzündung eindämmen und die Länge des Schubes verkürzen. Zur Langzeitbehandlung haben sich ebenfalls Salizylsäure-Präparate und Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, bewährt.
Hinsichtlich der Ernährung gibt es widersprüchliche Ansichten. Der Cu-Kranke kann essen was ihm gut tut, wobei sich ballaststoffreiche Ernährung günstig auswirken soll. Als begleitende Maßnahme kann bei der Cu eine Psychotherapie sehr hilfreich sein. Diese kann bei der Bewältigung der Lebensbelastung durch die Cu als auch bei der Aufarbeitung persönlicher Probleme helfen, die möglicherweise zur Entstehung der Cu beigetragen haben könnten.
Ursache
Die genaue Ursache der Cu ist bis heute nicht bekannt. Zahlreiche Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen. Neben einer erblichen Veranlagung wird darüber spekuliert, dass Bakterien an der Entstehung von Cu beteiligt sein könnten. Da die Psychotherapie bei Cu-Patienten oftmals sehr wirksam ist, ist anzunehmen, dass Lebensumstände und Persönlichkeitsstrukturen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung bei der Entstehung der Cu einnehmen.
Vorbeugung
Eine gezielte Vorbeugung ist nicht möglich, da Cu auslösende Faktoren nicht genau bekannt sind.
Selbsthilfegruppe
DCCV – Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung e. V.
Paracelsusstr. 15
51375 Leverkusen
Tel.: 0214/87608-0
Fax: 0214/87608-88

