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Diphterie

Eingetragen von Medizin-Netz am 23. August 2006 Ein Kommentar

Krankheitsbild

Die Diphterie ist eine akute, ansteckende, durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit. Typisch ist eine Besiedlung des Nasen-Rachenraumes. Die Bakterien produzieren ein Gift (Toxin), das die oberen Schleimhautschichten zerstört. Dadurch bilden sich im Verlauf der Erkrankung feste graue Membranen auf der Rachen- und Atemwegsschleimhaut. Das Bakteriengift kann auch den Herzmuskel, die Nieren und das Nervengewebe schädigen.
Die Diphterie kommt weltweit vor, besonders in Ländern der Dritten Welt. In Deutschland traten zu Beginn des Jahrhunderts große Epidemien auf, allein 1942 erkrankten fast 250 000 Menschen, fast 15 000 starben an den Folgen. Erst mit der Einführung einer Impfung sind die Erkrankungsfälle bis Mitte der neunziger Jahre drastisch zurückgegangen. Seit 1988 kommt es wieder zu einer deutlichen Zunahme der Infektionen, hauptsächlich durch eingeschleppte Fälle aus den Ländern der ehemaligen UdSSR. Problematisch ist in Deutschland die schlechte Immunitätslage durch nicht durchgeführte Impfungen oder vergessenen Auffrischungen. Man schätzt, dass etwa 60% der 30- bis 40jährigen nicht ausreichend geschützt sind.

Diagnose

Da eine erfolgreiche Therapie der Diphterie von einer schnellen Diagnose abhängt, muss man sich anfangs auf die klinischen Symptome verlassen. Die Diagnose stützt sich auf das typische Bild grauer Membranen im Nasen-Rachenraum, die innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach Krankheitsbeginn entstehen. Diese Beläge sind nicht abwischbar. Zur Diagnosesicherung wird ein Rachenabstrich gemacht und im Labor bakteriologisch untersucht.

Krankheitsverlauf

Etwa 2 bis 5 Tage nach der Ansteckung beginnt die Krankheit plötzlich mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Hohes Fieber ist eher selten. Danach entwickeln sich die bereits beschriebenen typischen Membranen. Die Krankheit kann leicht aber auch mit schwerwiegenden Komplikationen verlaufen. Wenn die Membranbildung auch auf den Kehlkopf übergreift, kann es zu Atemnot und Erstickungsanfällen kommen. Schwere Komplikationen sind dann häufiger, wenn nicht sofort eine Therapie eingeleitet wurde. Dann kann sich das Diphterietoxin ausbreiten und zu einer Entzündung des Herzmuskels (Myocarditis) führen. Dies kann zu Herzrhythmusstörungen, Herzversagen und plötzlichem Tod führen. Durch Schädigungen des Nervensystems kann es zu Lähmungen, vor allem der Augenmuskeln und der Rachen- und Schluckmuskulatur kommen. Die Todesrate liegt bei etwa 5%, bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsenen über 40 Jahren bei etwa 20%.

Therapie

Bei Verdacht auf eine Diphterieerkrankung muss ein Patient in eine Klinik eingewiesen und dort stationär therapiert werden. Dies beinhaltet die Gabe von Antibiotika und einem Mittel gegen das Bakterientoxin (Diphterie-Antitoxin). Unterstützende Maßnahmen wie Bettruhe, sorgfältige Pflege und andauernder Überwachung, vor allem wegen der Gefahr von Atemnot- und Erstickungsanfällen und möglicher Komplikationen von Seiten des Herz- und Nervensystems sind notwendig. Nach einer überstandenen Diphterie ist die Erholungsphase lang. Vor allem Patienten mit einer Beteiligung des Herzmuskels müssen sich lange Zeit vor Belastungen schützen.

Ursache

Auslöser der Krankheit ist ein Bakterium namens “Corynebakterium diphteriae”. Die Ansteckung erfolgt durch den Kontakt mit infizierten Personen (per Tröpfcheninfektion oder direkten körperlichen Kontakt). Das Bakterium bewirkt eine lokale Gewebezerstörung und produziert ein auf Herz- und Nervensystem wirkendes Toxin.
Vorbeugung

Die wichtigste Vorbeugung ist die Impfung. Es gibt Impfstoffe in unterschiedlicher Dosis für Kinder bis zu 6 Jahren (abgekürzt als “D”) und für ältere Kinder und Erwachsene (“d”). Eine Grundimmunisierung umfasst drei Impfungen. Auffrischungen sollten zusammen mit der Tetanusschutzimpfung im Abstand von zehn Jahren lebenslang durchgeführt werden. Die Impfung ist eine für alle Menschen empfohlene Impfung. Sie wird von den Krankenkassen bezahlt.

(mc)

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Ein Kommentar »

  • Andreas Schnur sagt:

    Wollte nur Tetanus nach 10 Jahren auffrischen. War erstaunt, daß mein Arzt ohne Hinweis (nur kurze Bemerkung der impfenden Sprechstundenhilfe, daß Diphterie kombiniert dabei ist. Bei Tetanusimpfungen hatte ich noch nie Probleme. Bei dieser Kombi-Impfnung mit D schwoll er Oberarm stark an, schmerzte,wurde hart, Unwohlsein und leichte Temperatur waren die Folge für ca. 2 Tage.

    MfG
    Andreas Schnur

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