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Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie)

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 Kein Kommentar

Krankheitsbild

Vor allem in den westlichen Ländern lassen sich bei vielen Menschen im Blut erhöhte Mengen an Fetten, d. h. Triglyceriden und Cholesterin, nachweisen. Man spricht dann von Hypertrigylceridämie und Hypercholesterinämie.
Die erhöhte Konzentration von Cholesterin und/oder Triglyceriden ist ein wesentlicher Risikofaktor für Arteriosklerose und damit für eine Vielzahl von lebensgefährlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Weitere Folgen der Erhöhung sind Leberverfettung, Fettablagerungen in der Haut (Augenbereich, Ellenbogen), sowie selten (bei sehr hohen Werten) eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Diagnose

Die Diagnose einer Störung des Fettstoffwechsels erfolgt durch eine Blutuntersuchung, bei der der Gehalt an Triglyceriden und Cholesterin bestimmt wird. Wichtig ist dabei die Unterscheidung von LDL- und HDL-Cholesterin (s. Ursache). Welche Fettkonzentrationen im Blut akzeptabel sind, hängt vor allem davon ab, ob zusätzliche Risikofaktoren einer Herz-Kreislauferkrankung vorliegen.
Andere Risikofaktoren sollten ausgeschlossen werden, wenn eine Fettstoffwechselstörung erkannt wurde (z. B. hoher Blutdruck, Diabetes mellitus).

Krankheitsverlauf

Hohe Blutfettwerte machen nur selten unmittelbare Beschwerden wie Fettablagerungen in der Haut. Darin liegt die Gefahr dieser Stoffwechselstörung: Unbemerkt kann es im Laufe der Jahre zur Arteriosklerose kommen. Die Folgen dieser Gefäßerkrankung hängen davon ab, welche Blutgefäße betroffen sind. Besonders häufig sind Herzerkrankungen (koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz), Schlaganfall sowie Durchblutungsstörungen der Beine.

Therapie

Da das Vorliegen erhöhter Cholesterin- und/oder Triglyceridwerte für sich genommen ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen darstellt, macht es Sinn, diese Blutwerte möglichst in den Normbereich abzusenken. Dies ist ganz besonders wichtig, wenn zusätzliche Risikofaktoren für Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), arterielle Hypertonie (hoher Blutdruck) oder ein früherer Herzinfarkt vorliegen.
Die wichtigste und unvermeidliche Maßnahme zur Senkung der Blutfette ist die Gewichtsreduktion und Umstellung der Ernährung. Der Fettanteil (insbesondere tierische Fette) und insbesondere der Anteil an Cholesterin, aber auch der Anteil reinen Zuckers muss zugunsten von ballaststoffreichen, vollwertigen Nahrungsmitteln gesenkt werden.
Die medikamentöse Behandlung ist und bleibt eine ergänzende Maßnahme, die das Einhalten einer Diät niemals ersetzen, sondern nur unterstützen kann. Eine Reihe von Medikamenten stehen dabei für die unterschiedlichen Fettstoffwechselstörungen zur Verfügung.

Ursache

Fettstoffwechselstörungen treten in den westlichen Ländern vor allem als Folge langjähriger Fehlernährung auf und gehen dann fast immer mit Übergewicht einher. Häufig ist er mit einem Diabetes mellitus vom Typ II (sog. Altersdiabetes, der erst im Erwachsenenalter auftritt) vergesellschaftet, dessen Entstehung ebenfalls durch die Fehlernährung begünstigt wurde. Auch übermäßiger Alkoholkonsum stört den Fettstoffwechsel.
Sehr viel seltener liegt ein angeborener Defekt im Fettstoffwechsel vor, von dem man eine Vielzahl verschiedener Typen kennt. Dabei funktionieren bestimmte Enzyme oder Transportproteine im Fettstoffwechsel nicht richtig, und es kommt zur Erhöhung bestimmter Fette im Blut. Leichte angeborene Defekte können sich erst dann zeigen, wenn zusätzlich eine falsche Ernährung hinzukommt; insofern gibt es zwischen beiden Gruppen der Fettstoffwechselstörung fließende Übergänge.
Cholesterin wird im Blut vor allem an ein Transportmolekül, das LDL (low density lipoprotein) gebunden. Überschüssiges Cholesterin (in unserer Gesellschaft der Normalfall) kann an einen anderen Eiweißstoff (HDL, high density lipoprotein) gebunden werden. Es wird dann von der Leber aus dem Blut gefiltert und mit der Galle ausgeschieden. Vereinfachend spricht man vom „schlechten“ LDL- und „guten“ HDL-Cholesterin. Es ist daher wichtig, zwischen diesen beiden Cholesterinformen bei der Blutuntersuchung zu unterscheiden: Je höher der HDL-Wert im Vergleich zum LDL-Wert ist, desto besser.

Vorbeugung

Ebenso wie Übergewicht und Typ II-Diabetes entwickeln sich Fettstoffwechselstörungen über viele Jahre. Ursache ist – bei unterschiedlich stark ausgeprägter familiärer Veranlagung – die ständige Fehlernährung, die in unserer Gesellschaft üblich ist.
Bei vielen Hausärzten, Apotheken und Krankenkassen gibt es Informationsmaterial mit Tips zur bewussteren Ernährung; Volkshochschulen bieten Kochkurse an. Man sollte nicht warten, bis ein Herzinfarkt zum Umdenken zwingt. Schon Kinder sollten an eine vernünftige Ernährung herangeführt werden.

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