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Gallensteine (Cholelithiasis)

Eingetragen vonMedizin-Netzam 13. Januar 2009 Ein Kommentar

Krankheitsbild

Galle ist ein Sekret der Leber, das durch den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgeleitet wird. Die Gallenblase zweigt als Speicherorgan der Galle vom Gallengang ab. Gallensteine entstehen, wenn Stoffe wie Cholesterin und Calcium, die normalerweise in der Galle gelöst sind, auskristallisieren und in der Gallenblase oder dem Gallengang Konkremente (Steine) in der Größenordnung von wenigen mm bis etwa 1 cm bilden.

Das Vorhandensein eines oder mehrerer Gallensteine ist ein sehr häufiger Befund: Etwa jeder fünfte Deutsche ist Gallensteinträger, wobei Frauen dreimal häufiger als Männer betroffen sind und es eine familiäre Häufung gibt. Die Mehrheit der Gallensteinträger ist beschwerdefrei und bleibt dies auch. Gallensteine können aber auch in seltenen Fällen schwere Komplikationen nach sich ziehen.

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Diagnose

Etwa 75% der Gallensteinträger sind völlig beschwerdefrei. Bei ihnen wird die Diagnose zufällig gestellt, i. d. R. mit Ultraschall. Im Ultraschall kann der Arzt die Gallenblase und eventl. darin vorhandene Steine gut erkennen.

Bei einem Patienten mit Beschwerden, d. h. einer Gallenkolik (s. Krankheitsverlauf), wird neben einer Ultraschalluntersuchung auch das Blut untersucht, um die Schwere der Erkrankung beurteilen zu können: Die Konzentration von Bilirubin (ein Blutabbauprodukt, das mit der Galle ausgeschieden wird) wird bestimmt, sowie weitere Werte, die eine mögliche Beteiligung der Gallengänge und der Leber beurteilen lassen (Alkalische Phosphatase, Gamma-Glutamyl-Transferase, Leberenzyme). Durch weitere Laboruntersuchungen werden Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden machen können, insbesondere die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis, oft auch eine Folge eines Gallensteins), ausgeschlossen.

Die ERC (endoskopische retrograde Cholangiographie=röntgenologische Darstellung der Gallengänge im Rahmen einer Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung) ermöglicht vor allem eine genaue Untersuchung des Gallengangs. Im Rahmen der Untersuchung kann mit diesem Verfahren auch gleich ein Gallengangsstein entfernt werden.

Krankheitsverlauf

Man muss die Gallensteinträger (75% der Fälle), die bei zufällig diagnostizierten Gallensteinen keine Beschwerden haben, von den Gallensteinkranken (25% der Fälle) unterscheiden. Das typische Beschwerdebild, das durch Gallensteine verursacht ist, ist die Gallenkolik. Sie wird durch eine meist vorübergehende Verlegung des Gallenganges oder der Mündungsstelle des Gallengangs in den Zwölffingerdarm verursacht. Die Wandmuskulatur verkrampft sich über dem Hindernis, was zu Schmerzen im rechten und mittleren Oberbauch, begleitet von Übelkeit und Erbrechen, führt.

Wenn der Gallenstein den Abfluss der Galle blockiert, kommt es zu einer Gelbfärbung von Haut und Augenweiß, sowie zu einer deutlichen Dunkelfärbung des Urins (Ikterus=Gelbsucht), weil das gelbe Bilirubin nicht mehr mit der Galle ausgeschieden werden kann. Blockiert der Stein auch den Abfluss des Sekretes der Bauchspeicheldrüse, kann sich diese entzünden (akute Pankreatitis). Bakterien können sich im Bereich des Steines ansiedeln und zu einer Entzündung des Gallenganges (Cholangitis) oder der Gallenblase (Cholezystitis) führen. Sehr selten kann der Stein auch zu einer Perforation (Durchbruch) der Gallenblase führen. Die Galle tritt dann in die Bauchhöhle ein, es kommt zur Bauchfellentzündung („gallige“ Peritonitis).

Therapie

Ein asymptomatischer Gallenstein wird nicht behandelt; die Risiken einer Operation stehen in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen. Symptomatischen Gallensteinträgern wird – möglichst in einem beschwerdefreien Intervall – die Gallenblase operativ entfernt (Cholezystektomie). Dies kann durch einen Hautschnitt am rechten Rippenbogenrand erfolgen, oder – heute die Regel – laparoskopisch, d. h. mit speziellen Instrumenten durch vier je 1-2 cm lange Schnitte (am Bauchnabel, am linken und rechten Unterbauch, sowie am linken Oberbauch, sog. „Schlüsselloch-Operation“). Vorteile dieser OP-Technik sind vor allem die geringeren postoperativen Schmerzen und der kürzere stationäre Aufenthalt. Durch die operative Entfernung der Gallenblase ist das Problem in aller Regel behoben, da fast alle Steine in der Gallenblase, und nicht im Gallengang entstehen.

Die Akuttherapie der Gallenkolik ist zur Zeit im Wandel. Es ist möglich, unter Gabe von Schmerzmitteln und krampflösenden Medikamenten, bei bakteriellen Entzündungen zusätzlich mit Antibiotika, abzuwarten, bis der Stein den Gallengang passiert hat. Insbesondere bei Verdacht auf eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse wird heute zunehmend mit Hilfe der ERC (s.o.) der Stein aufgesucht und aus dem Gallengang herausgezogen. Galle und Bauchspeichel können dann wieder ungehindert abfließen, die Beschwerden klingen ab.

Unter bestimmten Voraussetzungen (unverkalkte Cholesterinsteine, keine Komplikationen) kann man durch Medikamente (Ursodeoxycholsäure, Chenodeoxycholsäure) oder elektromechanische Steinzertrümmerung von außen (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie ESWL) die Steine auflösen, ohne operieren zu müssen.

Ursache

Risikofaktoren für die Entstehung von Gallensteinen sind Übergewicht, cholesterinreiche Ernährung, Diabetes mellitus, sowie bestimmte Darmerkrankungen (Morbus Crohn). Aufgrund eines Missverhältnisses zwischen Cholesterin und Gallensäuren in der Galle, verminderter Bewegung der Gallenblase oder geringem Säuregehalt der Galle kristallisieren Cholesterin, Calcium, sowie das Blutabbauprodukt Bilirubin aus und bilden die Steine.
Vorbeugung

Eine ausgewogene, fett- und cholesterinarme, ballaststoffreiche Ernährung und ggf. Gewichtsreduktion kann das Risiko der Entstehung von Gallensteinen vermindern.

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Ein Kommentar »

  • hallo, ich habe 2 G-steine, keine Schmerzen, allerdings einVöölegefühle seit einigen <jahren
    1 Glas Bier ,od Flüssigkeiten habe ichein Völlegfühl
    etwas Essen,z.b Abends 1 Scheibe Brot, Völlegefuehl

    Täglich mindestens 30 x bubsen, kein Geruch,ist aber unangenehm da ich öfters in der Gesellschaft michbefinde

    Keine Schmerzen, immer Völlegefühl und bubsen (Flatten)

    vielen dank auf Ihre Antworten

    wolfgang oberfeld

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