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Gonorrhoe (Tripper)

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 Kein Kommentar

Krankheitsbild

Als Gonorrhoe (Tripper) bezeichnet man eine Geschlechtskrankheit, die durch bestimmte Bakterien, sog. Gonokokken, verursacht wird. Sie ist in Deutschland die häufigste Geschlechtskrankheit.
Einige Tage nach einer Ansteckung äußert sich die Gonorrhoe beim Mann durch eitrige Absonderungen aus der Harnröhre, verbunden mit Brennen beim Wasserlassen. Bei der Frau kann es zu eitrigem Ausfluss und ebenfalls zu Schmerzen beim Wasserlassen kommen. Bei entsprechenden Sexualpraktiken kann sich die Infektion auch durch eine eitrige Entzündung des Rachens bzw. des Afters äußern. Etwa jeder 5. Mann und mindestens jede 2. Frau bemerkt jedoch zunächst nichts von der Infektion.
Unbehandelt kann die Gonorrhoe zu chronischen Schmerzen und zur Unfruchtbarkeit von Mann und Frau führen. Schwangere können die Erreger bei der Geburt auf ihr Kind übertragen.
Andere Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, können ähnliche Beschwerden verursachen (Chlamydien, Ureaplasmen).

Diagnose

Wenn nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr die o. g. Symptome auftreten, muss an eine Gonokokken-Infektion gedacht werden. Der Arzt kann die Diagnose durch die mikroskopische Untersuchung eines Abstrichs schnell sichern. Definitiv ausgeschlossen ist eine Gonorrhoe hingegen erst dann, wenn es auch nach mehreren Tagen nicht gelingt, die Bakterien aus dem Abstrich anzuzüchten.
Die Gonorrhoe ist eine meldepflichtige Geschlechtskrankheit. Der behandelnde Arzt meldet sie anonym, d. h. ohne Namensnennung, dem zuständigen Gesundheitsamt.

Krankheitsverlauf

Von einem großen Teil der Betroffenen wird die Infektion gar nicht bemerkt, oder für „nichts Besonderes“ gehalten. Das Immunsystem kann die Erreger in einem Teil der Fälle durchaus auch ohne Hilfe besiegen.
Möglich ist aber auch, dass sich die Bakterien in den Harn- und Geschlechtswegen ausbreiten und so beim Mann zu Entzündungen der Prostata und Nebenhoden, bei der Frau zur Entzündung der Eileiter, Eierstöcke und sogar der Bauchhöhle führen. Bei Frauen und Männern verursacht dies unterschiedlich starke Beschwerden und kann zu narbigen Veränderungen und Verklebungen führen, die eine Unfruchtbarkeit verursachen.
Selten breiten sich die Gonokokken über die Blutbahn im gesamten Körper aus. Als Folge können Fieber, Entzündungen von Augen und Gelenken sowie Hautausschlag auftreten.
Schwangere Frauen können den Erreger bei der Geburt auf die Schleimhäute ihres Kindes übertragen. Insbesondere eine Infektion der Augen des Neugeborenen ist gefährlich; sie kann zur Erblindung führen. Aus diesem Grund bekommen in Deutschland die meisten Neugeborenen prophylaktisch unmittelbar nach der Geburt Augentropfen, um Gonokokken abzutöten.

Therapie

Die Therapie der unkomplizierten Gonorrhoe ist im Antibiotika-Zeitalter einfach: In aller Regel reicht eine einmalige Gabe von Penicillin (als Spritze in den Gesäßmuskel oder als Tabletten). Komplizierte Fälle bedürfen einer intravenösen Gabe von Antibiotika im Krankenhaus.
Wichtig ist natürlich sexuelle Enthaltsamkeit bis zur definitiven Ausheilung der Infektion, die bei einer Nachuntersuchung durch den Arzt gesichert werden muss, damit andere nicht angesteckt werden. Alle Menschen, die man möglicherweise angesteckt hat, sollten informiert werden.
Wer sich mit Gonokokken infiziert hat, kann sich gleichzeitig eine andere Geschlechtskrankheit (z. B. Syphilis, Chlamydieninfektion) zugezogen haben. Entsprechende Untersuchungen (inklusive HIV-Test) sind deshalb ratsam.

Ursache

Die Gonorrhoe wird durch Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae) ausgelöst. Diese Bakterien sind äußerst empfindlich gegen Kälte und Austrocknung und können nur über Schleimhäute in den Körper eindringen, weshalb eine Infektion ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich ist. Wenn der Keim nicht erfolgreich durch das Immunsystem bekämpft werden kann, breitet es sich im übrigen Urogenitalsystem aus und kann auch in die Blutbahn übertreten.

Vorbeugung

Die Gonorrhoe ist heute durch Antibiotika leicht zu behandeln. Noch leichter ist es aber, ihr vorzubeugen. Eine Ansteckung ist ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich; die Übertragung des Erregers wird durch das Benutzen von Kondomen sicher verhindert.
Wer sich mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt, sollte das auch im Zeitalter der Antibiotika sehr ernst nehmen.

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