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Grippaler Infekt und Bronchitis (unechte Grippe, Erkältung)

Eingetragen vonMedizin-Netzam6. August 2007 Ein Kommentar

Krankheitsbild

Durchschnittlich drei Erkältungen macht jeder Mensch im Laufe des Jahres durch, Kinder sogar bis zu zehn – der grippale Infekt ist die wohl häufigste Infektionskrankheit und bis heute nicht ursächlich zu behandeln. Er zeichnet sich durch einen meist recht milden und kurzen Verlauf aus. Als Komplikation tritt häufig eine Bronchitis, eine Entzündung der unteren Luftwege, auf. Nicht zu verwechseln ist der grippale Infekt, auch unechte Grippe genannt, mit der “echten”, der Virusgrippe.

Die Symptome des grippalen Infektes sind wohl jedem bekannt: Man muss niesen, es stellt sich ein allgemeines Schwächegefühl ein. Später beginnt die Nase zu laufen, die Patienten klagen über Halsschmerzen und sind heiser. Kopf und Glieder schmerzen, die Körpertemperatur ist leicht bis mäßig stark (bis etwa 38,5 Grad) erhöht. Hinzu kommt etwas später oft noch Husten mit schleimigem Auswurf, die Bronchitis.

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Diagnose

In den meisten Fällen kommt es erst gar nicht zu einer ärztlichen Diagnose, da die unkomplizierte Erkältung von den meisten Patienten ohne ärztliche Hilfe bewältigt wird.

Vorsicht sollte man jedoch walten lassen, wenn das Schwächegefühl sehr stark ausgeprägt ist oder hohes Fieber (beim Erwachsenen über 39 Grad) auftritt. Ungewöhnlich sind auch Beschwerden, die länger als eine Woche andauern, Atemnot, eitriger oder blutiger Schleim oder ein vermindertes Hörvermögen. In allen dieser Fälle sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr besteht, dass die vermeintliche “Erkältung” in Wahrheit eine Virusgrippe, eine bakterielle Infektion (z. B. Mandelentzündung, Mittelohrentzündung) oder gar eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist.

Krankheitsverlauf

“Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage”, sagt der Volksmund – und an diesem Ausspruch ist viel wahres. Tatsächlich verschwinden die Symptome der einfachen Erkältung nach 8 bis 10 Tagen wieder, meist in der Reihenfolge ihres Auftretens. Am längsten hält sich bei den meisten Patienten der Hustenreiz.

Länger, auch einmal über zwei Wochen, kann die Erkrankung dauern, wenn sich zusätzlich eine Bronchitis entwickelt. Neben den üblichen Erkältungszeichen tritt hier zunächst ein trockener Husten auf, später kommt schleimiger Auswurf hinzu. Ist dieser gelb-grünlich oder mit Blut vermischt, sollte zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden: Es besteht der Verdacht auf eine bakterielle Zweitinfektion der Bronchien, gegen die man eventuell Antibiotika geben muss.

Therapie

Es gibt bis heute keine Möglichkeit, die Ursache des grippalen Infektes zu behandeln. Allerdings gibt es einige Mittel, die die Symptome lindern und damit den Verlauf der Erkrankung etwas erträglicher machen können – und nicht zuletzt auch allgemeine Therapiemaßnahmen, die dem Kranken helfen sollen, rasch wieder auf die Beine zu kommen.

So ist während der Erkrankung eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung wichtig, zusätzlich kann ein Multivitaminpräparat (Multivitol®) eingenommen werden. Wichtig ist auch, vor allem bei Fieber oder verschleimten Atemwegen, viel zu trinken; drei Liter täglich sollten es bei einem Erwachsenen idealerweise sein. Dadurch wird zum einen der Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen ausgeglichen, zum anderen verflüssigt das den Schleim.

Bettruhe sollen alle Patienten halten, die eine erhöhte Temperatur oder Fieber haben. Dabei muss beachtet werden, dass der Raum weder zu warm noch zu kalt sein sollte. Dass man mit einer Erkältung Anstrengungen vermeiden sollte, bis man wieder fit ist, dürfte selbsverständlich sein. Ruhe und ausreichender Schlaf sind für die rasche Erholung von einem grippalen Infekt sehr wichtig.

Dass es bis heute keine Medikamente zur ursächlichen Behandlung der Erkältung gibt, ist oben bereits erwähnt. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Mitteln, die die Symptome lindern können. Dabei gibt es zum einen die Kombinationspräparate, in denen Wirkstoffe gegen eine ganze Reihe von Beschwerden stecken – der Marktführer Wick MediNait® beispielsweise enthält vier Stoffe, die beruhigend und antiallergisch, schleimhautabschwellend, hustenstillend sowie schmerzstillend und fiebersenkend wirken.

Oft wird es sich jedoch empfehlen, anstatt einer solchen Kombination nur einzelne Symptome zu unterdrücken. So hilft etwa eine leicht erhöhte Körpertemperatur, die Krankheitserreger zu bekämpfen; der Hustenreiz ist, solange vermehrt Schleim produziert wird, sogar unbedingt notwendig, um diesen abzuhusten. Bei Husten empfiehlt sich daher eher ein schleimverflüssigendes Mittel wie ACC® akut oder Mucosolvan® (als Naturheilmittel Gelomyrtol®), bei einer stark zugeschwollenen Nase beispielsweise Otriven® Tropfen.

Schmerzen und hohes Fieber dagegen können, wenn nötig, mit einem leichten Schmerzmittel behandelt werden, dass den Wirkstoff Paracetamol enthält (z.B. ben-u-ron®). Wichtig ist allerdings, dass Kinder keine Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) einehmen dürfen, die z. B. in Aspirin® enthalten ist. Hier besteht die Gefahr eines Reye-Syndroms, einer zwar sehr seltenen, aber lebensgefährlichen Nebenwirkung mit Leber- und Hirnschäden.

Ursache

Zwar wird der grippale Infekt meist als Erkältung bezeichnet – Ursache der Erkrankung ist jedoch niemals allein die Kälte, sondern immer ein Krankheitserreger aus der Gruppe der Rhinoviren, seltener eine Bakterienart. Die kalte Jahreszeit tut jedoch einiges dazu, das Immnunsystem der Menschen zu schwächen und damit den Viren den Weg in den Körper zu bahnen.

Nach dem Eindringen der Krankheitserreger in den Organismus werden die Schleimhäute von Nase, Rachen und Bronchien verstärkt durchblutet, damit größere Mengen körpereigener Abwehrstoffe dorthin transportiert werden können, die Schleimhaute schwellen an, die Nase ist verstopft. Gleichzeitig wird mehr Schleim produziert, um die Viren und Bakterien nach außen zu befördern.

Vorbeugung

Wer ungewöhnlich häufig von grippalen Infekten geplagt wird, hat sehr wahrscheinlich ein geschwächtes Immunsystem. Zur Vorbeugung empfehlen sich daher allgemeine Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems.

Dazu gehört zunächst einmal Bewegung an der frischen Luft – regelmäßig, aber nicht übertrieben und immer in der Wetterlage entsprechenden Kleidung. Nicht zu warm und nicht zu kalt, aber in jedem Fall wetterfest sollte sie sein. Sehr hilfreich ist eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, zusätzlich eventuell ein Vitamin C- oder Multivitamin-Präparat. Abhärtend wirken auch Kneippkuren oder Saunabesuche.

Schließlich gibt es Medikamente, die vorbeugend und zu Beginn einer Erkältung das Immunsystem stärken. Dazu zählt vor allem der Extrakt aus dem Purpursonnenhut (Echinacea purpurea, enthalten z. B. in Echinacin® Madaus) oder aus der Eleutherococcus-Wurzel (Eleu-Kokk®).

(to)

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