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Herpes Zoster (Zoster, Gürtelrose)

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 3 Kommentare

Zoster (gr.), Gürtel, Band.

Krankheitsbild

Herpes Zoster ist eine Viruserkrankung, die durch das Varizellen-Zoster-Virus ausgelöst wird. Während das Virus bei Kindern die Windpocken (= Varizellen) verursacht, löst der gleiche Erreger bei erneuter Erkrankung als Erwachsener eine andere Erkrankung aus, den Herpes Zoster.
Zoster äußert sich durch Ansammlungen von dichtstehenden Bläschen auf der Haut in einem bandförmigen Bereich von Brustkorb, Bauch, Nacken oder Schulter. Der Ausschlag bleibt dabei fast immer auf eine Körperseite beschränkt. Begleitet wird der Ausschlag durch brennende, stechende oder dumpfe Schmerzen im betroffenen Hautabschnitt.
In aller Regel ist der Zoster zwar unangenehm, aber harmlos und heilt folgenlos ab. Selten kann der Zoster jedoch das Gesicht, Auge oder Ohr betreffen, oder das Gehirn befallen. Dann muss die Erkrankung unbedingt, ggf. im Krankenhaus, behandelt werden.

Diagnose

Der Arzt kann die Diagnose in der Regel allein aufgrund der beschriebenen Beschwerden und des charakteristischen Hautausschlags stellen. Nur ausnahmsweise ist eine Blutuntersuchung zum Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Zoster-Virus nötig.

Krankheitsverlauf

Typischerweise äußert sich der Herpes Zoster zunächst durch brennende oder dumpfe Schmerzen im Rumpf-, Schulter- oder Halsbereich, denen einige Tage später der bläschenförmige Hautausschlag folgt. Manchmal geht diesen Beschwerden eine Phase mit Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und leichtem Fieber voraus. Nach ein bis zwei Wochen heilen die Bläschen langsam unter Krustenbildung ab; es können geringfügige Narben oder Veränderungen der Hautpigmentierung zurückbleiben. Die Schmerzen verschwinden zumeist mit oder wenige Tage nach dem Hautausschlag. Selten (vor allem bei alten Menschen) halten die Schmerzen noch viele Monate an; man spricht dann von einer Zosterneuralgie.

Therapie

Der Zoster am Rumpf oder Hals bedarf in aller Regel keiner speziellen Behandlung. Bei starken Schmerzen ist die Gabe eines Schmerzmittels (z. B. Paracetamol, Acetylsalicylsäure) sinnvoll; die Abheilung des Hautausschlags kann durch Puder beschleunigt werden. Auf keinen Fall sollte man die juckenden Bläschen aufkratzen, da sich die Haut dadurch zusätzlich infizieren kann. Dann kann zusätzlich ein Antibiotikum zur Behandlung nötig werden; auch die Narbenbildung wird durch die Infektion verstärkt.
Ein schwerer Herpes Zoster, der Auge, Ohr, Gehirn oder eine größere Körperfläche betrifft, muss spezifisch mit Aciclovir (Zovirax®) in Tablettenform oder (im Krankenhaus) als Infusion behandelt werden. Die Behandlung der chronischen Zosterneuralgie kann schwierig sein und weitere Medikamente erforderlich machen.

Ursache

Die Ursache des Herpes Zoster ist das Varizella-Zoster-Virus. Es verursacht beim Kind die Windpocken (Varizellen). Nach Jahrzehnten, wenn das immunologische Gedächtnis den Erreger der Windpocken „vergessen“ hat, kann es durch erneute Ansteckung oder Aktivierung im Körper verweilender Viren zu einer Vermehrung des Erregers kommen, was sich dann als Herpes Zoster äußert. Die Viren setzen sich in einem der sog. Spinalnerven fest (Nerven, die das Rückenmark in regelmäßigen Abständen nach beiden Seiten verlassen und sich u. a. zur Weiterleitung der Schmerz- und Tastempfindung in einem umschriebenen Hautabschnitt aufzweigen). Dies erklärt die charakteristischen Schmerzen und die Beschränkung des Ausschlags auf einen bestimmten Hautabschnitt.
Ein Zoster tritt oft „aus dem Nichts“ auf. Die Erkrankung kann aber auch auf eine allgemeine Schwächung des Immunsystems hinweisen (hohes Alter, aber auch durch Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen). Deshalb ist es wichtig, spätestens dann einen Arzt aufzusuchen, wenn der Zoster wiederholt auftritt oder sich über große Körperbereiche erstreckt.

Vorbeugung

Während der von den meisten Menschen in ihrer Kindheit durchlebten Windpockenerkrankung baut das Immunsystem einen spezifischen Schutz gegen das Virus auf, der über viele Jahrzehnte vor einer erneuten Erkrankung schützt. Nur ausnahmsweise ist es nötig, eine vorbeugende Passivimpfung gegen den Erreger durchzuführen, die allerdings nur eine begrenzte Zeit wirksam schützt.

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