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Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin, Lymphogranulomatose)

Eingetragen vonMedizin-Netzam 23. August 2006 Ein Kommentar

Krankheitsbild

Das Hodgkin Lymphom ist ein bösartiger Tumor der Lymphknoten mit einer Häufigkeit von 6:100 000 in der deutschen Bevölkerung. Gefährdet sind meistens Menschen im 3. und 6.-7. Lebensjahrzehnt, wobei Männer häufiger betroffen sind.
Gekennzeichnet ist die Erkrankung durch eine nicht schmerzhafte Vergrößerung der Lymphknoten – meist im Halsbereich – bei anfangs gutem Allgemeinbefinden. Im weiteren Verlauf kann es typischerweise zu Fieber über 38°C (ohne infektiöse Ursache), Nachtschweiß und Gewichtsverlust von mehr als 10% in den vorangegangenen 6 Monaten kommen. Auch Juckreiz und Lymphknotenschmerz nach Alkoholkonsum sind anzutreffen.
Davon abzugrenzen sind jedoch die gleichen Symptome, die bei anderen Erkrankungen (z. B. virale oder bakterielle Infektion) oder bei einer Diät auftreten.

Diagnose

Wie erwähnt, ist die Krankheit an zuerst geschwollenen Lymphknoten durch Tasten (Palpation) festellbar. Stationär werden Laborbefunde zu Hilfe gezogen wie:

  • BSG: Blutsenkungsgeschwindigkeit. Das ist die Senkungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen in ungerinnbar gemachten Blut. Die BSG gehört zu den Routineuntersuchungen im Krankenhaus, denn eine Erhöhung des Wertes kann ein Hinweis auf Entzündungen, Tumore oder andere pathologische Prozesse sein.
  • Phosphatasen-Spiegel. Phosphatasen sind Enzyme, deren verschiedene Unterklassen in diversen Organen gehäuft vorkommen. Deren Erhöhung kann Indikator für pathologische Prozesse, z. B. in Knochen, Leber; Milz oder Nieren sein.
  • Röntgen
  • Computer-Tomographie
  • Ultraschall
  • Gewebeentnahme. Die Gewebeprobe wird am Beckenkamm entnommen. Man untersucht dabei das Knochenmark, das dazu dient, das Stadium der Erkrankung genauer festzustellen. Zusätzlich können auch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder eine Eröffnung der Bauchhöhle (Laparotomie) notwendig sein, um ebenfalls Gewebeproben zu entnehmen und zu untersuchen, ob die dort befindlichen Organe befallen sind.

Krankheitsverlauf

Allgemein wird die Krankheit in vier Stadien eingeteilt:

I. : befallen werden einzelne Lymphknoten (Hals/Brustbereich); bevorzugt bei Männern im 3.-4. Lebensjahrzehnt zu finden.

II. : zwei oder mehrere Lymphknoten ober- oder unterhalb des Zwerchfells; bevorzugt sind Frauen ab dem 20. Lebensjahr betroffen.

III. : Befall von Lymphknoten beiderseits des Zwerchfells, und/oder der Milz oder nicht-lymphatischer Gewebe/Organe; bevorzugt bei Männern um das 55. Lebensjahr zu finden.

IV. : befallen werden verschiedene Organe (Leber, Lunge, Knochenmark, Skelett, Haut) mit oder ohne Lymphknotenbeteiligung; bevorzugt werden Männer im 7.-8. Lebensjahrzehnt betroffen.

Prognose: In den ersten beiden Stadien ist eine gute bis sehr gute Prognose möglich (80%). Im Stadium IV liegt sie bei etwa 30%, im III. Stadium zwischen den beiden Werten. Nach erfolgreicher Therapie ist eine Kontrolle jedes Viertel-/Halbjahr notwendig. Die Langzeitprognose ist um so günstiger, je länger der Tumor nach der Heilung nicht wiederauftritt. Bei Rezidiven, d. h. bei Wiederauftreten der Krankheit, kann eine Knochenmarktransplantation erwogen werden. Im Rahmen der Therapie ist die Wahrscheinlichkeit, durch Bestrahlung oder Chemotherapie einen anderen Tumor hervorzurufen, erhöht.

Therapie

Stadien I und II werden durch Bestrahlung behandelt, III und IV mit einer kombinierten Behandlung von Radio- und Chemotherapie über 6 Monate. Allerdings kann bei den ersten beiden Stadien je nach Zustand ebenfalls eine Chemotherapie mit zytostatischen Substanzen eingesetzt werden. Zytostatische Substanzen, die bei einer Chemotherapie verwendet werden, sind Stoffe, die die Zellteilung aktiver Zellen stören oder verhindern. Da Tumorzellen besonders hohe Teilungsraten aufweisen, werden sie selektiv geschädigt. Körpereigene Zellen, zum Beispiel Haare, werden dabei auch in Mitleidenschaft gezogen, da dies ebenso Zellen mit hoher Teilungsrate sind.

Bei Stadium III und IV kann die Therapie die Entfernung eines Organs, z. B. der Milz (Splenektomie), erfordern. Dies kann der Fall sein, wenn die Milz als größtes lymphatisches Organ befallen wird. Bei Kindern kann es nach einer Milzentfernung zu Komplikationen kommen (postoperative Infektionen).

Ursache

Die Ursache des Morbus Hodgkin ist nach dem heutigen Wissen unklar. Diskutiert werden virale Infektionen (Epstein-Barr-Virus), Strahlenbelastung und eine genetische Veranlagung.

Vorbeugung

Da die Ursachen für die Erkrankung nicht geklärt sind, ist eine prophylaktische Beratung sehr schwierig. Auf jeden Fall ist es ratsam, bei Auftreten der angeführten Symptome sofort einen Arzt aufzusuchen.

(ag)

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