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Karpaltunnelsyndrom

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 2 Kommentare

Krankheitsbild

Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es aufgrund einer Nerveneinklemmung im Handwurzelbereich zu Gefühlsstörungen, Schmerzen und Lähmungserscheinungen des Daumens, des Zeige- und des Mittelfingers der betroffenen Hand. Besonders typisch ist ein nachts auftretendes Taubheitsgefühl oder Brennen des Mittelfingers, der sich im Verlauf auf den Zeigefinger und Daumen ausdehnt.
Das Karpaltunnelsyndrom betrifft vor allem Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, wobei Frauen etwas häufiger als Männer erkranken. Auch in der Schwangerschaft kommt die Erkrankung gehäuft vor.
Eine Reihe von Erkrankungen können sehr ähnliche Beschwerden verursachen (z. B. Nerveneinklemmung an der Halswirbelsäule, Durchblutungsstörungen der Finger). Eine ärztliche Abklärung der genannten Beschwerden ist deshalb immer notwendig.

Diagnose

Durch Untersuchungen der Beweglichkeit, des Tastsinns und der Schmerzempfindlichkeit der Hand, eventl. unterstützt durch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit des betroffenen Nerven, kann der Arzt die Diagnose in den meisten Fällen leicht stellen. Schwieriger kann die Diagnose sein, wenn gleichzeitig andere Erkrankungen vorhanden sind (z. B. rheumatische Erkrankungen, früherer Bandscheibenvorfall am Hals).

Krankheitsverlauf

Der Verlauf des Karpaltunnelsyndroms ist unterschiedlich. Ohne angemessene Behandlung besteht die Gefahr bleibender Gefühlsstörungen, chronischer Schmerzen oder einer bleibenden Schwächung der Kraft des Daumens. Bei rechtzeitiger Behandlung bilden sich die Beschwerden jedoch zurück. Nicht selten kommt es aber zu Rückfällen, die eine erneute Behandlung notwendig machen.

Therapie

Für die Behandlung des Karpaltunnelsyndroms bieten sich verschiedene nicht-operative Verfahren sowie die Operation an. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren (z. B. Schwere der Erkrankung, Rückfälle, sonstige Krankheiten des Betroffenen) ab und muss im Einzelfall entschieden werden.
Bei einem erstmaligen Karpaltunnelsyndrom hilft in der Regel eine Ruhigstellung des Handgelenks mit einer Schiene. Auch das Einspritzen von Kortisonpräparaten oder örtlichen Betäubungsmitteln in den Bereich der Nerveneinklemmung kann die Beschwerden dauerhaft beseitigen.
Eine Operation ist meistens bei schwerem Verlauf oder Rückfällen notwendig. Hierbei wird – in der Regel in regionaler Betäubung am wachen Patienten – der Karpaltunnel erweitert und so die Nerveneinklemmung gelöst. Die meisten Patienten werden mit dieser Operation geheilt.

Ursache

Als Karpaltunnel bezeichnet man einen Kanal, der zum Handrücken und nach beiden Seiten hin von den Handwurzelknochen und zur Handfläche hin mit derbem Bindegewebe begrenzt ist. Durch den Karpaltunnel ziehen Beugesehnen vom Unterarm zu den Fingern, sowie ein Nerv (Nervus medianus), der an der Innervation des Mittel- und Zeigefingers sowie des Daumens beteiligt ist. Entzündliche Schwellungen, rheumatische Umbauprozesse oder Einlagerung von Gewebswasser führen im Karpaltunnel leicht zu einem Druck auf den Nervus medianus, der dadurch gereizt oder in seiner Funktion eingeschränkt wird. Die Folgen sind die Schmerzen, Gefühlsstörungen und Lähmungen.
Viele ganz unterschiedliche Erkrankungen können zum Karpaltunnelsyndrom führen:

  • Chronische Polyarthritis, Arthrosen und andere rheumatische Erkrankungen im Bereich der Handwurzel;
  • Knochenbrüche u. a. Verletzungen im Handwurzelbereich, die zu Schwellung und Einengung des Karpaltunnels führen;
  • vermehrten Einlagerung von Gewebewasser auch im Bereich des Karpaltunnels im Rahmen einer Schwangerschaft;
  • langjährige Fehlbeanspruchung des Handgelenks mit häufigem Strecken im Gelenk (z. B. Tätigkeit am PC);
  • Gicht;
  • seltene Erkrankungen des Knochen- oder Bindegewebe-Stoffwechsels (z. B. Akromegalie).

Häufig ist jedoch kein spezieller Auslöser zu finden.

Vorbeugung

Nur manche Ursachen des Karpaltunnelsyndroms lassen sich durch angemessene Verhaltensregeln vorbeugen (z. B. richtige Haltung der Hände beim Maschinenschreiben). Andere Auslöser (z. B. rheumatische Erkrankungen) lassen sich kaum beeinflussen.

Lesen Sie auch den ausführlichen Beitrag zum Karpaltunnelsyndrom!

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2 Kommentare »

  • Hallo,
    schöne und laiengerechte Übersicht zum Thema KTS. Allerdings könnten die Beschreibungen zur Operation noch etwas ausführlicher sein. Obwohl viele gegen die endoskopische Technik wettern, konnte die Erkrankung bei mir mit diesem Eingriff rasch geheilt werden. Nach 3 Wochen konnte ich meine Hand schon wieder gut einsetzen.

  • Vama Poster sagt:

    Krass, ich habe niemals für möglich gehalten dass das real wirklich funktionieren kann :)

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