Keuchhusten (Pertussis)
Krankheitsbild
Der Keuchhusten ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit der Atemwege. Sie wird durch bakterienhaltige Lufttröpfchen übertragen, die von erkrankten Personen ausgeatmet und vor allem ausgehustet werden. Die Erkrankung beginnt wie eine banale Erkältung mit Schnupfen, Fieber und leichtem Husten. Es folgt eine mehrwöchige Phase, in der es überwiegend nachts zu starken Hustenanfällen kommt. Die Hustenattacken haben einen stakkatoartigen Charakter und sind für die Betroffenen immer sehr anstrengend. Besonders bei Säuglingen und kleinen Kinder kann es dadurch zu einer lebensbedrohlichen Luftnot kommen.
Ahnliche Beschwerden finden sich auch bei anderen Infektionskrankheiten der Atemwege, bei Mukoviszidose oder beim „Verschlucken“ von Speisen oder Flüssigkeiten.
Während es bei Erwachsenen wieder zur völligen Genesung kommt, kann es bei Säuglingen durch die Atemnot zu schweren Hirnschäden kommen.
Diagnose
Hinweise auf den Keuchhusten sind die typischen Hustenanfälle mit 15 bis 20 stakkatoartigen Hustenstößen, die nachts häufiger auftreten, als tagsüber. Ein genaue Abklärung ist durch eine Abstrichuntersuchung mit Nachweis des Keimes oder durch die Bestimmung von Antikörpern im Blut (ab der 3./4. Erkrankungswoche) möglich.
Krankheitsverlauf
Der Keuchhusten verläuft in der Regel in 3 Stadien. Nach einer Ansteckungszeit von bis zu 2 Wochen kommt es im Anfangsstadium („Stadium catarrhale“) zu Erkältungsbeschwerden, wie Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber oder leichtem Husten, die einige Tage bestehen. Daran schließt sich ein mehrwöchiges Hustenstadium („Stadium convulsivum“) an, das in der Schwere und der Häufigkeit der Hustenanfälle (8 bis 50 x pro Tag) sehr unterschiedlich verlaufen kann. Der Keuchhusten verläuft meistens ohne Fieber und ist geprägt durch das anfallsartige, besonders nachts auftretende, Stakkatohusten mit 15 bis 20 Hustenstößen. Aufgrund der Hustendauer kann es zu Luftnot mit „Blauwerden“ und bedrohlichem Atemstillstand bei kleinen Kindern kommen. Das Ende der Erkrankung kündigt sich dann mit einem sich über mehrere Wochen erstreckenden Abklingstadium („Stadium decrementi“) an, in dem die Hustenanfälle allmählich nachlassen.
Schwere Komplikationen treten am häufigsten bei Kleinkindern und Säuglingen auf in Form von Lungenentzündungen, Lungenüberblähungen oder anderen Zweitinfektionen. Ganz selten kann der Keuchhusten bei Säuglingen zu Krampfanfällen mit Bewusstlosigkeit führen, die bleibende Hirnschäden hinterlassen.
Therapie
Wird die Erkrankung rechtzeitig im Anfangsstadium erkannt, kann der Erreger durch Gabe eines Antibiotikums beseitigt werden, was den Krankheitsverlauf mildert. Wegen der Erstickungsgefahr müssen Kleinkinder und Säuglinge immer sorgfältig überwacht werden (evtl. ist ein Klinikaufenthalt notwendig). Hat erst einmal das Hustenstadium begonnen, kann nur noch symptomatisch behandelt werden durch ausreichende Frischluftzufuhr und körperliche Schonung.
Ursache
Auslöser des Keuchhustens ist das Bakterium Bordetella Pertussis. Es vermehrt sich bevorzugt auf den Schleimhäuten von der Nase bis zu den tiefen Abschnitten der Atemwege. Dort bildet es einen Giftstoff (Toxin), der zu einer Schädigung der Schleimhautoberfläche führt. Die dadurch hervorgerufene starke Reizung des Gewebes ruft dann die typischen Hustenanfälle hervor.
Vorbeugung
Der beste Schutz bietet eine Impfung (aktive Immunisierung), die schon bereits im 3. Lebensmonat durchgeführt werden kann. Die Immunität hält allerdings nicht ewig, so dass man im Laufe des Lebens wieder erneut erkranken kann.
Bei Säuglingen ist darauf zu achten, jeglichen Kontakt mit Hustenden zu meiden und schon beim geringsten Verdacht auf Keuchhusten eine Antibiotika-Therapie zu beginnen.
(mr)



irgebdwo habe ich gelesen, dass jeder 100. keuchhustenkranke bleibende hirnschäden davonträgt. das scheint nach diesem artikel zu urteilen nicht zu stimmen, denn das wäre ja mehr als “sehr selten”, oder…?