Pneumon (gr.) Lunge
Krankheitsbild
Eine Entzündung des Lungengewebes bezeichnet man als Pneumonie. Sie wird durch das Einatmen infektiöser (ansteckender) Krankheitserreger verursacht.
Eine typische Pneumonie äußert sich mit Husten, Brustschmerzen, Atemnot und Fieber. Diese Beschwerden sind je nach Ursache und Schwere der Pneumonie unterschiedlich stark.
Die Pneumonie kann im Verlauf einer zunächst harmlosen Erkältung auftreten. Vor allem ist sie aber als Komplikation bei bettlägrigen, alten oder kranken Menschen gefürchtet. Trotz aller Fortschritte in der Therapie (Antibiotika!) liegt die Sterblichkeit bei dieser Patientengruppe bei etwa 30%; beim vorher Gesunden immerhin bei etwa 5%.
Von der Pneumonie abzugrenzen ist die in der Regel harmlose Bronchitis, bei der nur die Hauptäste der Bronchien (Atemwege, die sich in den Lungen verzweigen), entzündet sind.
Diagnose
Oft kann beim Vorliegen der genannten Beschwerden durch Abhören der Lunge durch den Arzt der Verdacht auf eine Lungenentzündung gestellt werden. Die wichtigste Untersuchung zur Sicherung der Diagnose ist ein Röntgenbild des Brustkorbs, in dem typische Veränderungen der erkrankten Lungenbereiche meist erkennbar sind. Manchmal ist auch eine Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege mit einem fiberoptischen Instrument) nötig.
Krankheitsverlauf
Der Verlauf einer Pneumonie hängt vor allem davon ab, wodurch sie verursacht wurde und wie schnell mit einer geeigneten Therapie begonnen wurde. Die typische Pneumonie (z. B. durch Pneumokokken verursacht) führt binnen Stunden zu einem sehr schweren Krankheitsbild. Unbehandelt leidet der Patient für etwa 7 bis 14 Tage an den genannten Symptomen mit hohem Fieber, bevor es – sofern das Abwehrsystem des Kranken den Krankheitserreger besiegen kann – zu einer langsamen Erholung kommt. Durch Versagen der Funktion der Lunge bei der Atmung, durch die Herz-Kreislaufbelastung aufgrund des hohen Fiebers, durch eine Sepsis („Blutvergiftung“, wenn der Erreger in den Kreislauf des Kranken kommt), sowie durch eine Reihe anderer Komplikationen kann die Pneumonie aber – insbesondere bei alten Menschen oder beim Vorhandensein weiterer Erkrankungen – auch tödlich verlaufen.
Eine Reihe von Krankheitserregern (v. a. Viren) verursachen die sog. atypische Pneumonie. Hier ist der Verlauf in aller Regel milder; die Erkrankung entwickelt sich langsam über Tage bis Wochen und wird nicht immer sofort erkannt. Auch die atypische Pneumonie ist aber eine ernste Erkrankung, die unbedingt einer ärztlichen Untersuchung bedarf.
Therapie
Die Behandlung der Pneumonie hängt vom auslösenden Erregerab. Bei bakteriellen Pneumonien (z. B. Pneumokokken) muss der Patient im Krankenhaus mit Antibiotika wie Penicillin – in der Regel zunächst intravenös (über die Vene verabreicht) – behandelt werden. Gegen Viren helfen Antibiotika nicht; häufig wird eine virale Pneumonie aber durch eine zusätzliche bakterielle Besiedlung der geschwächten Lunge kompliziert. Deshalb kann es nötig sein, auch bei der Viruspneumonie vorsorglich Antibiotika zu verabreichen.
Oft ist Bettruhe aufgrund der krankheitsbedingten Schwächung nötig; sehr wichtig sind neben der medikamentösen Therapie auch Atemübungen (s. Prophylaxe); wegen des Fiebers muss auf ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit geachtet werden.
Insbesondere die im Krankenhaus erworbene Pneumonie ist manchmal schwierig zu behandeln, da hier oft aggressive Keime der Auslöser sind, die gegen viele Antibiotika resistent sind.
Ursache
Die häufigste Ursache für eine Lungenentzündung ist eine Infektion mit Krankheitserregern, die mit der Luft eingeatmet werden. Am häufigsten sind dies Bakterien (Pneumokokken, Haemophilus, Legionellen, Mykoplasmen, Pseudomonas u. v. a.) oder Viren (Grippeviren und andere „Erkältungsviren“, Zytomegalie-Virus, u. a.). Seltener ist die Lungenentzündung durch Pilze oder andere Parasiten (z. B. Pneumocystis carinii) bedingt. Beim ansonsten gesunden, jungen Menschen ist die Lungenentzündung eher selten. Alte Menschen (und auch Säuglinge), sowie Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben (z. B. wegen einer Chemotherapie, HIV-Infektion), sowie Bettlägrige, deren Lungen schlecht belüftet sind, sind hingegen viel stärker gefährdet. Bei diesen Menschen können sich Erreger vermehren; es kommt zur Schädigung der Lunge, gegen die der Organismus mit der Lungenentzündung reagiert.
Vorbeugung
Durch spezielle Atemübungen („Atemgymnastik“) und möglichst frühe Mobilisation eines bettlägrigen Patienten (was zur besseren Lungendurchblutung und tieferen Atmung führt) lässt sich das Risiko einer Pneumonie deutlich reduzieren. Gegen manche Erreger der Pneumonie (Pneumokokken, Grippe-Viren) gibt es Impfstoffe, die gefährdeten Personen vorbeugend verabreicht werden können. Die Pneumocystis-Pneumonie bei HIV-Infizierten kann durch die vorbeugende Inhalation bestimmter Medikamente oft verhindert werden. Welche Maßnahmen zur Vorbeugung im Einzelfall sinnvoll sind, wird der behandelnde Arzt entscheiden.


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