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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 Kein Kommentar

Krankheitsbild

Als Bronchialkarzinom bezeichnet man einen bösartigen Tumor, der von den Schleimhautzellen ausgeht, die das Innere der Atemwege (Bronchien) auskleiden. Das Bronchialkarzinom macht über 95% aller bösartigen Tumoren der Lunge aus.
Symptome des Bronchialkarzinoms können vor allem anhaltender Husten, Auswurf (eventl. mit Beimengung von Blut), Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb sein. Andere Beschwerden sind ständige Abgeschlagenheit, verminderte Belastbarkeit und Gewichtsverlust. Häufig zeigt das Bronchialkarzinom jedoch überhaupt keine Symptome. Anhaltende (d. h. mehr als 3 Wochen bestehende) Beschwerden der Atemwege müssen unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden!

An einem Bronchialkarzinom erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 30.000 Menschen, wobei die meisten Patienten zwischen 40 und 70 Jahre alt sind. Drei von vier Patienten sind Männer. Damit ist das Bronchialkarzinom in Deutschland der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Wird der Tumor nicht frühzeitig entdeckt, hat er eine sehr schlechte Prognose.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Lungenerkrankung ist die wichtigste Untersuchung zunächst ein Röntgenbild des Brustkorbs. Darauf können Veränderungen der Lunge oft sichtbar sein. Weitere Untersuchungen zur Sicherung der Diagnose bzw. zum Ausschluss eines Bronchialkarzinoms sind insbesondere die Computertomographie und Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) mit Entnahme von Gewebeproben. Wird ein Tumor festgestellt, sind eine Reihe weiterer Untersuchungen (i. d. R. im Krankenhaus) nötig, um das Ausmaß der Erkrankung festzustellen und eventuelle Begleiterkrankungen zu erfassen.

Krankheitsverlauf

Ohne Behandlung ist das Bronchialkarzinom eine tödliche Erkrankung. Die Atemwege werden eingeengt; häufig entstehen Metastasen (Tochtergeschwülste) in Lymphknoten, Leber, Gehirn oder Knochen. Wie schnell die Erkrankung fortschreitet, hängt vor allem von der Art der Tumorzellen ab, und davon, wie früh der Tumor erkannt und behandelt wurde. Wie bei den meisten Krankheiten ist jedoch auch beim Bronchialkarzinom im Einzelfall keine Aussage über die Lebenserwartung möglich.

Therapie

Aufgrund der schlechten Prognose ohne Behandlung ist eine Therapie des Bronchialkarzinoms in den meisten Fällen anzustreben. Je nach Größe und Lage des Tumors, Art des Tumorgewebes und weiteren Faktoren kommen drei Behandlungsmöglichkeiten, die eventuell kombiniert werden, in Frage:

  • Operation mit Entfernung des betroffenen Gewebes (d. h. in der Regel eines Lungenlappens)
  • Bestrahlung des betroffenen Lungenbereichs mit dem Ziel, die Tumorzellen abzutöten
  • Chemotherapie (ebenfalls mit dem Ziel, die Tumorzellen abzutöten).

Manche Patienten können durch die geeignete Therapie ganz geheilt werden, bei vielen kann die Erkrankung zumindest für einige Jahre aufgehalten werden.

Ursache

Die Ursache des Bronchialkarzinoms ist eine Entartung von Schleimhautzellen, die das Innere der Atemwege (Bronchien) in den Lungen auskleiden. Die Zellen teilen sich unkontrolliert, dringen in gesundes Gewebe vor und können über Lymph- und Blutgefäße in entfernte Organe gelangen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.
Für die Entstehung des Bronchialkarzinoms gibt es einige gesicherte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit der Zellentartung steigern. Allen voran ist dabei das Rauchen zu nennen: 9 von 10 Patienten mit einem Bronchialkarzinom sind oder waren Raucher! Ohne Zweifel ist auch das Passivrauchen ein Risikofaktor!
Andere Risikofaktoren sind bestimmte Arbeitsstoffe (Asbeststaub, radioaktive Substanzen, Nickel-, Arsen- oder Chromstaub). Außerdem ist das Risiko des Einzelnen erhöht, wenn Vater oder Mutter am Bronchialkarzinom erkrankt waren.

Vorbeugung

Dem Bronchialkarzinom kann man besser als vielen anderen Tumoren vorbeugen, indem man vor allem eine Regel beachtet: Nicht rauchen! Wer raucht, sollte so bald wie möglich mit dem Rauchen aufhören. Das Risiko an einem Bronchialkarzinom zu erkranken sinkt bei Ex-Rauchern kontinuierlich!
Andere Risikofaktoren treten vor allem am Arbeitsplatz auf und sollten durch entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen kontrolliert werden.

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