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Lymphogranuloma inguinale („Vierte Geschlechtskrankheit“)

Eingetragen vonMedizin-Netzam 13. Januar 2009 Kein Kommentar

Krankheitsbild

Das Lymphogranuloma inguinale gehört neben der Syphilis, der Gonorrhoe und dem Ulcus molle zu den vier Geschlechtskrankheiten im Sinne des deutschen Gesetzes. Es wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht.
Das Lymphogranuloma inguinale ist in Mitteleuropa im Gegensatz zu Afrika, Mittel- und Südamerika selten.
Die Infektion mit den Krankheitserregern wird oft nicht bemerkt; es tritt meistens lediglich ein kleines Hautgeschwür oder -bläschen an der Eintrittsstelle der Bakterien auf, das nach einigen Tagen von selbst wieder verschwindet.

Diagnose

Jegliche ungewöhnliche Hautveränderungen, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr auftreten, sollten den Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit lenken; ein Arztbesuch ist unbedingt nötig. Der Arzt nimmt einen Abstrich und lässt ihn auf Chlamydien und andere mögliche Erreger von Geschlechtskrankheiten untersuchen.

Krankheitsverlauf

Bei rechtzeitiger Behandlung heilt die Infektion folgenlos aus. Unbehandelt kommt es zu schmerzhaften knotigen Schwellungen und zur Hautrötung in der Leiste, an den Geschlechtsorganen und am Damm. Diese Lymphknotenschwellungen können vereitern und zur Haut hin aufbrechen. Die lokalen Krankheitszeichen sind von einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Fieber begleitet.

Therapie

Das Lymphogranuloma inguinale kann heute mit Antibiotika (z. B. Tetrazyklin) behandelt werden, wenn die Therapie rechtzeitig begonnen wird. Schwere knotige Veränderungen bilden sich jedoch nicht immer zurück; auch ist bleibende Unfruchtbarkeit möglich.

Ursache

Das Lymphogranuloma inguinale wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis ausgelöst. Dieser Keim ist sehr empfindlich gegenüber Kälte und Austrocknung und kann sich nur innerhalb anderer Zellen vermehren, weshalb eine Übertragung praktisch ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich ist. Die Ausbreitung und Vermehrung der Bakterien und die Abwehrmechanismen des Immunsystems gegen die infizierten körpereigenen Zellen führen zu der schweren Gewebeschädigung.

Vorbeugung

Eine Ansteckung mit den verursachenden Erregern des Lymphogranuloma inguinale ist ausschließlich beim Geschlechtsverkehr möglich; die Übertragung des Erregers wird durch das Benutzen von Kondomen sicher verhindert. Sie sind daher ein sehr zuverlässiger Schutz.
Wer sich mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt, sollte das auch im Zeitalter der Antibiotika sehr ernst nehmen.

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