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Magenkrebs (Magenkarzinom)

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 Kein Kommentar

Karzinom (von Karzinos, gr.) Krebs.

Krankheitsbild

Das Magenkarzinom ist nach dem Darmkrebs der zweithäufigste bösartige Tumor des Magen-Darm-Traktes und liegt bei Männern und Frauen unter den fünf häufigsten Tumorerkrankungen überhaupt. Die Erkrankung geht von entarteten Schleimhautzellen des Mageninnern aus.
Die Symptome des Magenkarzinoms sind lange Zeit gering oder fehlen ganz. Möglich sind Gewichtsverlust, Schmerzen oder ein Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit, Abgeschlagenheit. Diese Beschwerden können natürlich bei vielen anderen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorkommen.
Das Magenkarzinom kann die Passage von Speisen durch den Magen einengen oder völlig verschließen, in benachbarte Organe einwachsen und Metastasen (Tochtergeschwülste) in vielen Organen des Körpers verursachen. Ohne Behandlung ist das Magenkarzinom eine tödliche Erkrankung. Durch frühere Diagnosenstellung und Behandlung ist das Magenkarzinom heute aber eine in ihrem Verlauf zumeist positiv beeinflussbare, bei frühzeitiger Entdeckung auch heilbare Erkrankung.
Am Magenkarzinom erkranken in Deutschland jährlich etwa 15.000 Menschen. Die Häufigkeit der Erkrankung hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Magenkrebs kommt ab dem 50. Lebensjahr gehäuft vor; Männer sind etwa doppelt so häufig wie Frauen betroffen. Vermutlich aufgrund der anderen Ernährung ist die Erkrankung in manchen Ländern (Finnland, Japan, China) um ein Vielfaches häufiger.

Diagnose

Die wichtigste Untersuchung beim Verdacht auf ein Magenkarzinom ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Bei dieser Untersuchung kann der Arzt den Magen von innen betrachten und Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung entnehmen. Die sichere Diagnose ist nur durch eine solche Gewebeprobe möglich; andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen (z. B. Magengeschwür, Reizmagen) können abgegrenzt werden.
Weitere Untersuchungen dienen der Beurteilung der Ausdehnung eines möglichen Tumors, der Suche nach Metastasen und der Erfassung weiterer Erkrankungen des Betroffenen. Hierzu können verschiedene Untersuchungen (z. B. Röntgenuntersuchungen, Ultraschall, Computertomographie) nötig sein.

Krankheitsverlauf

Unbehandelt wird das Magenkarzinom in aller Regel an Größe zunehmen und früher oder später durch lokale Komplikationen (Verlegung des Speiseweges) oder durch Metastasen in Leber, Lunge, Knochen oder Gehirn erhebliche Beschwerden bereiten und zum Tode führen. Beim frühzeitig erkannten und behandelten Tumor jedoch liegt die sogenannte 5-Jahres-Überlebensrate (der übliche Wert zur Beurteilung der Prognose einer bösartigen Erkrankung) hingegen bei 70-100%; oft ist eine Heilung möglich.

Therapie

Da der ausgesprochen schlechten Prognose ohne Behandlung einer guten Heilungschance bei rechtzeitiger Therapie gegenübersteht, sollte eine Operation mit dem Ziel, den Tumor vollständig zu entfernen, angestrebt werden. Hierbei wird in der Regel der gesamte Magen oder ein Teil davon entfernt; aus Sicherheitsgründen zusätzlich auch Lymphknoten und anderes Gewebe im Bereich des Magens und oft auch die an den Magen angrenzende Milz. Das Ende der Speiseröhre wird mit dem Dünndarm verbunden, was eine weitgehend normale Ernährung nach der Operation ermöglicht.
Wenn der Tumor zu groß ist, um vollständig entfernt werden zu können, oder wenn eine Operation aus anderen Gründen nicht möglich ist (z. B. bei sehr alten Patienten, zusätzliche schwere Erkrankungen), kann im Rahmen einer Magenspiegelung ein Röhrchen (sog. Stent) eingeführt werden, das den Speiseweg offen hält und so Beschwerden lindern kann.
Begleitend oder alternativ zur Operation kann eine Chemotherapie sinnvoll sein.

Ursache

Die Ursache jeden bösartigen Tumors ist das unkontrollierte Wachstum entarteter Zellen. Im Einzelfall ist nicht vorherzusagen, wer an einem Magenkarzinom erkranken wird; man kennt aber Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Erkrankung einhergehen. Beim Magenkarzinom spielt die Ernährung eine wichtige Rolle: Nitratreiche Ernährung (v. a. gesalzene und gepökelte Speisen) erhöht das Risiko, weil das Nitrat im Magen in die krebserregenden Nitrosamine umgewandelt wird. Umgekehrt kann eine Vitamin C-reiche Ernährung das Erkrankungsrisiko womöglich senken. Es gibt außerdem eine Reihe von Magenerkrankungen, die das Krebsrisiko erhöhen: bestimmte Arten der Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Magengeschwüre, manche Magenoperationen, seltene angeborene Magenerkrankungen. Auch das Rauchen erhöht das Magenkrebsrisiko.

Vorbeugung

Eine sichere Vorbeugung eines Magenkarzinoms ist nicht möglich. Durch eine gesunde Ernährung (wenig Gepökeltes, viel Obst und Gemüse), durch Nichtrauchen, und ggf. durch eine regelmäßige Kontrolle vorhandener Magenerkrankungen lässt sich das Risiko jedoch senken.
Wichtig ist die sichere Abklärung vom Magenbeschwerden durch den Arzt, wenn sich die Beschwerden nach spätestens zwei Wochen nicht bessern. Mit Hilfe einer Magenspiegelung, die heutzutage eine harmlose Routineuntersuchung darstellt, kann man behandlungsbedürftige Erkrankungen ausschließen bzw. früh entdecken, ob eine Behandlung notwendig wird.

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