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Mitralklappenprolaps

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 9 Kommentare

Krankheitsbild

Als Mitralklappe bezeichnet man die Klappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Kammer des Herzens. Wenn sich der Muskel der Herzkammer kontrahiert (zusammenzieht), verschließt die Klappe die Kammer zum Vorhof hin und verhindert so das Zurückströmen von Blut. Wenn sich die Mitralklappe bei der Kontraktion des Herzens in den Vorhof zurückwölbt, spricht man vom Mitralklappenprolaps.
Einen Mitralklappenprolaps kann man bei ca. 10% der Bevölkerung nachweisen. Auch junge Erwachsene können betroffen sein. In den meisten Fällen hat der Betroffene keinerlei Beschwerden und der Befund hat keinen Krankheitswert. Bei einem Teil der Betroffenen kann es jedoch zu Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Herzklopfen oder -schmerzen, sowie zu Angstgefühlen kommen.

Diagnose

Oft lässt sich beim Abhören des Herzens durch den Arzt ein typisches Geräusch hören. Die wichtigste Untersuchung zur Sicherung der Diagnose ist das Echokardiogramm (Ultraschalluntersuchung des Herzens). Mit diesem Verfahren kann die sich vorwölbende Herzklappe betrachtet werden; gleichzeitig können andere Herzfehler als Ursache der Symptome ausgeschlossen werden. Ein Elektrokardiogramm (EKG, Ableitung der Herzströme) ergänzt die Diagnostik.

Krankheitsverlauf

Die Mehrzahl der Betroffenen hat keinerlei Beschwerden und ist voll belastbar, und in den meisten Fällen ändert sich daran auch nichts. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen können die o. g. Symptome auftreten, die jedoch in der Regel ebenfalls harmlos sind. Nur in wenigen Fällen hat der Mitralklappenprolaps wirklich Krankheitswert:

  • Wenn kleine Blutgerinnsel (Thromben) auf der Klappe entstehen, die sich ablösen und als Embolien über die Arterien ins Gehirn gelangen können. Die Folge sind zumeist kurzzeitige neurologische Ausfälle wie eine Sprachstörung, Lähmung oder Sehstörung.
  • Wenn sich Bakterien auf der Mitralklappe festsetzen und zu einer Endokarditis (Entzündung der Herzinnenschicht) führen.
  • Wenn die Klappe ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann und es zur Mitralinsuffizienz („Undichtigkeit“ der Mitralklappe) kommt.

Therapie

Der beschwerdefreie Mitralklappenprolaps bedarf keiner Behandlung. Beim Auftreten von Herzrhythmusstörungen kann die Gabe eines Beta-Blockers sinnvoll sein. Wenn durch kleine Embolien neurologische Symptome aufgetreten sind, wird mit Acetylsalicylsäure der Bildung von Blutgerinnseln auf der Mitralklappe entgegengewirkt. Wenn die Gefahr einer Endokarditis besteht, kann eine vorbeugende Gabe von Antibiotika nötig sein (z. B. beim Zahnarztbesuch).

Ursache

In den meisten Fällen entsteht der Mitralklappenprolaps durch einen geringfügigen Umbau der Mitralklappe im Erwachsenenalter. Die Klappe vergrößert sich ein wenig und wölbt sich in den Vorhof hinein. Die Ursache dieser Veränderung ist unbekannt. Seltener ist die Erkrankung eine Folge eines Herzinfarktes oder einer angeborenen Bindegewebserkrankung (z. B. Marfan-Syndrom).

Vorbeugung

Da der Auslöser des Mitralklappenprolapses nicht bekannt ist, gibt es keine Empfehlungen zur Vermeidung seiner Entstehung.

ventilebene

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages Haus&Groß.

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