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Mitralklappenstenose

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Januar 2009 Kein Kommentar

Krankheitsbild

Wenn die Verbindung zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer im Bereich der Mitralklappe verengt und somit das Einströmen von Blut aus dem Vorhof in die Kammer erschwert ist, spricht man von einer Mitralklappenstenose, oder kürzer von einer Mitralstenose.
Je nach Ausmaß der Verengung äußert sich die Mitralstenose durch belastungsabhängige Atemnot, nächtlichen Husten, Verminderung der Leistungsfähigkeit, unregelmäßigen Herzrhythmus oder Herzschmerzen. Manchmal kommt es auch zu einer charakteristischen blau-roten Wangenfarbe, die aber auch viele andere Ursachen haben kann.
Oft ist die Mitralstenose die Folge eines rheumatischen Fiebers im Kindesalter; die Symptome der Mitralstenose treten daher häufig im mittleren Erwachsenenalter auf. Die Erkrankung kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Eine hochgradige Mitralstenose ist nur durch eine Operation mit Klappenersatz zu behandeln.

Diagnose

Durch Abhören des Herzens stellt der Arzt die Verdachtsdiagnose. Insbesondere durch eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens), ein Röntgenbild des Brustkorbs, eine Elektrokardiographie (EKG = Ableitung der Herzströme) und eventuell durch eine Herzkatheteruntersuchung wird die Diagnose gesichert und das Ausmaß des Klappenfehlers erfasst. Gleichzeitig gilt es, eventuell vorhandene zusätzliche Herzerkrankungen (z. B. eine koronare Herzkrankheit oder eine Herzinsuffizienz) zu entdecken.

Krankheitsverlauf

Eine geringfügige Mitralstenose bleibt für den Betroffenen oft lebenslang unbedeutend. Häufiger aber nimmt die Verengung der Klappenöffnung im Laufe der Zeit zu, und kann so unbehandelt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Als Komplikation der Mitralstenose kann es zur Entstehung von Thromben (Blutgerinnseln) an der Klappe oder im Vorhof kommen, die mit dem Blut in den Körper gespült werden können. Dies kann einen Verschluss des betroffenen Blutgefäßes zur Folge haben (Embolie), was wiederum die Durchblutung des betroffenen Organs (z. B. Gehirn, Arm oder Bein) gefährdet. Auch Bakterien können sich an der Klappe festsetzen und zur Endokarditis (Entzündung der Herzinnenschicht) führen.

Therapie

Eine medikamentöse Behandlung der Mitralstenose ist nur bedingt möglich. Sie zielt auf die Therapie der Herzinsuffizienz ab. Die Ursache der Erkrankung kann man mit Medikamenten jedoch nicht beheben. Bei stärkerer Verengung ist daher oft eine „Aufsprengung“ der verengten Verbindung zwischen Vorhof und Kammer (sog. Valvuloplastie), in schweren Fällen eine Operation mit Ersatz der Mitralklappe nötig. Als Klappenersatz kommen künstliche Klappen (Metall, Kunststoff) oder Klappen aus Schweineherzen in Frage.
Zur Vorbeugung der genannten Komplikationen (Thromben und Endokarditis) sind in der Regel gerinnungshemmende Mittel (z. B. Marcumar®) sowie bei potentiell gefährdenden Situationen (z. B. Zahnarztbesuch) die vorbeugende Einnahme von Antibiotika nötig.

Ursache

Als Mitralklappe bezeichnet man die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer. Wenn sich die Vorhöfe zusammenziehen, wird sie vom Blut aufgedrückt und ermöglicht das Einströmen von Blut in die Kammer. Wenn sich kurz darauf der Herzmuskel der Kammern zusammenzieht, wird die Mitralklappe vom ansteigenden Blutdruck wieder zugedrückt und verhindert so ein Zurückströmen von Blut in den Vorhof.
Jede der vier Klappen des Herzens kann verengen, und so der Blutströmung einen zusätzlichen Widerstand gegenüberstellen. Man nennt dies eine Klappenstenose; im Falle der Mitralklappe eine Mitral(klappen)stenose.
Als Folge der Mitralstenose staut sich das Blut vermehrt vor der linken Kammer, d. h. im linken Vorhof (der sich vergrößert) und in den Lungen (was die Atemnot erklärt). Die Kammer muss verstärkt arbeiten, um trotz der Engstelle ausreichend Blut pumpen zu können. Diese zusätzliche Belastung kann im Laufe der Zeit zur Entstehung einer Herzinsuffizienz führen.
Die häufigsten Ursachen der Mitralstenose sind Schädigungen der Klappe durch eine bakterielle oder rheumatische Endokarditis (Entzündung der Herzinnenschicht). In einem oft Jahrzehnte dauernden Prozess kommt es zu einer zunehmenden Schädigung und narbigen Umbau der Klappe, die die Verengung – eventl. mit einer Undichtigkeit (Mitralinsuffizienz) kombiniert – verursacht.

Vorbeugung

Eine häufige Ursache der Mitralstenose ist die Schädigung der Klappe im Rahmen des rheumatischen Fiebers. Daher ist es wichtig, diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu therapieren, und ggf. Rückfällen durch konsequente vorbeugende Antibiotikagabe vorzubeugen.
Für alle Herzklappenfehler gilt, dass der Betroffene unter genauer ärztlicher Kontrolle stehen muss, um die Indikation zur Operation rechtzeitig stellen zu können. Eine auf dem Boden eines Klappenfehlers entstandene Schwächung des Herzmuskels ist nämlich nur selten rückgängig zu machen; außerdem erhöht die Herzschwäche das Operationsrisiko erheblich.

Die Herzinnenräume

herzinnnenraeume

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages Haus&Groß.

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