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Myome

Eingetragen vonMedizin-Netzam 1. Oktober 2008 Kein Kommentar

Krankheitsbild

Ein Myom ist ein gutartiges Geschwulst in der Gebärmutter. Myome in der Gebärmutter sind die häufigste gutartige Tumorerkrankung. Myome betreffen vorwiegend Frauen im gebärfähigen Alter, da sie hormonabhängig wachsen.
Myome können sehr klein sein, aber auch bis zur Größe einer Honigmelone anwachsen. Oft treten mehrere Myome gleichzeitig auf. Folgende Symptome sind geläufig:

* Starke und lange Monatsblutungen
* Schmerzen im Rücken oder in den Beinen oder Druck im Becken
* Ungewollte Kinderlosigkeit oder Fehlgeburten
* Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
* Häufiger Druck auf der Blase oder Inkontinenz

Diagnose

Ihr Frauenarzt/-ärztin kann mittels einer Tast- und Ultraschalluntersuchung (Sonographie) klären, ob Sie Myome haben (Anzahl, Lage und Größe), und kann feststellen, ob diese die Ursache für Ihre Beschwerden sind. Bei sonographisch unklaren Befunden kommt auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) in Frage.
Nur wenn Beschwerden auftreten, sollte eine Myom-Behandlung eingeleitet werden.
Krankheitsverlauf

Myome bilden sich zunächst oftmals unbemerkt. Häufig kommt es erst zu Beschwerden, wenn die Myome größer oder zahlreicher werden. Nach der Menopause schrumpfen die Myome zum Teil wieder ein und die Beschwerden lindern sich im Allgemeinen.

Therapie

Mit welcher Methode Myome therapierbar sind, muss immer individuell mit der Patientin festgelegt werden.

1. Operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)
Die Gebärmutterentfernung wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Patientinnen unter großen Schmerzen leiden, starke Regelblutungen und eine dadurch ausgelöste Anämie zeigen oder die Myome rasch wachsen und in großer Zahl vorhanden sind. Vor allem bei Wucherungen, die auf breiter Basis mit der Gebärmutter verwachsen sind, ist ein Herausschneiden der einzelnen Knoten oft nicht möglich, da eine zu große Wundfläche entstehen würde. Für den Eingriff wird eine abgeschlossene Familienplanung vorausgesetzt.
2. Operative Entfernung des Myoms (Myomektomie)
Neuere Verfahren setzen auf den Erhalt der Gebärmutter durch Ausschälung des Myoms – auch bei älteren Frauen ohne Kinderwunsch. Die Rückfallrate für ein erneutes Wachstum eines Myoms nach der operativen Entfernung liegt bei circa 10 bis 30%.
3. MRT-gesteuerter Fokussierter Ultraschall (MRgFUS)
Durch die gezielte Bündelung von Ultraschallwellen im Innern des Körpers kann das Myom punktgenau erhitzt werden. Dort wird eine lokale Temperatur von 60 bis 80 Grad Celsius erzeugt, wodurch das Myom eingeschmolzen und zerstört wird, während das umliegende Gewebe verschont und unverletzt bleibt. Das Myom schrumpft und bereitet keine Beschwerden mehr. Das abgestorbene Gewebe wird im Laufe der nächsten Wochen vom Immunsystem der Patientin selbständig abgebaut. Die Therapie wird ambulant durchgeführt und gewährleistet der Patientin eine schnelle Rückkehr zum normalen Tagesablauf. Die Gebärmutter und somit die Fruchtbarkeit der Frau bleibt vollständig erhalten. Das Verfahren wird nur an wenigen Standorten in Deutschland angeboten (www.uterusmyome.de).
4. Myomembolisation
Die Myomembolisation stoppt oder vermindert die Blutzufuhr zum Myom, die für die Versorgung des Myomgewebes verantwortlich ist. Der behandelnde Radiologe schiebt unter örtlicher Betäubung einen Schlauch in der Blutbahn bis zum Ast der Gebärmutterhauptarterie (Arteria uterina) vor, der auch das Myom versorgt. Über den Katheter spritzt er dann unter Röntgen-Durchleuchtung kleine, biologisch verträgliche Kunststoff-Partikel in die Arterie, die sich in den feineren Verästelungen festsetzen und sie so blockieren. Die Blutversorgung der Gebärmutter gerät dadurch nicht in Gefahr, weil sie noch über andere Gefäße erfolgt. Im Idealfall schrumpfen die Myome innerhalb von sechs Monaten bis maximal einem Jahr und die Symptome lassen nach. Für den Eingriff ist es von Vorteil, wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Standorte zur Myomebolisation: www.myomembolisation.org
5. Hormonbehandlung
Da das Myomwachstum vom Hormonhaushalt beeinflusst wird, können Östrogen-Gegenspieler wie die Gestagene oder die zyklussteuernden Hormone Myome zum Schrumpfen bringen. Auch die Schwangerschaftsverhütung mittels der Hormonspirale oder eine Langzyklus- oder Langzeiteinnahme einer “Pille” kann zu einem Wachstumsstopp oder zur Rückbildung von Myomen führen.

Ursache

Als Ursachen für Myome werden heute eine genetische Veranlagung sowie eine hormonell bedingte Stimulierung vermutet. Diese Vermutung würde erklären, warum Myome überwiegend bei Frauen zwischen 35-45 auftreten (Östrogen Level ist hoch) und aufhören zu wachsen, wenn die Menopause eingetreten ist (Östrogen Level fällt).

Vorbeugung

Da die Ursache für Myome immer noch unbekannt ist, gibt es keine klaren Empfehlungen, wie diese verhindert werden können.

Autor: Dr. Matthias Matzko, Facharzt für Diagnostische Radiologie, Chefarzt Radiologie am Klinikum Dachau und Leiter des FUS-Center für Myomtherapie

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