Rückenschmerzen
Krankheitsbild
20-30% der Bevölkerung leiden an Rückenschmerzen, Männer in gleichem Maße wie Frauen. Rückenschmerzen sind häufig Grund für einen Arbeitsausfall. Meist beginnen die Beschwerden schon im jüngeren bis mittleren Lebensabschnitt (25-35 Jahre) und treten entweder in kurzen Episoden als Hexenschuss oder als ständige Rückenschmerzen auf.
Bei Beschwerden z. B. in der Halswirbelsäule ist die Drehung im Hals- und Schulterbereich schmerzhaft, wobei knackende Geräusche auftreten können. In den betroffenen Muskeln sind manchmal schmerzhafte Knoten tastbar, auch die Muskeln entlang der Wirbelsäule sind beim Betasten schmerzempfindlich. Bei einem Bandscheibenvorfall treten Schmerzen und Muskelfunktionsstörungen in dem Körpergebiet auf, das von der Nervenwurzel versorgt wird.
Diagnose
Um eine geeignete Behandlungsstrategie zu entwickeln, wird der Arzt/die Ärztin erst die Ursache der Rückenschmerzen herausfinden. Dies geschieht durch die Befragung nach körperlichen oder psychischen Belastungen und der Untersuchung der Haltung und der Form der Wirbelsäule, der Beweglichkeit und dem Aufsuchen von Schmerz- und Spannungspunkten. Auch wird der Kniescheiben- und Achillessehnenreflex untersucht. Röntgenaufnahmen, Computertomographie oder Analyse des Blutbildes dienen dazu, um andere Ursachen auszuschließen.
Um zu diagnostizieren, ob die Rückenschmerzen aufgrund von Nevenquetschungen entstanden sind, wird die Schmerzqualität vom Arzt analysiert. Die Rückenschmerzen gehen nicht von einer Nervenwurzel aus, wenn der Schmerz dumpf und schwer zu lokalisieren ist und ausstrahlt. Der Schmerz verstärkt sich bei eintönigen Haltungen, z. B. bei langem Sitzen. Ist der Schmerz stechend, ziehen und strahlt z. B. in ein Bein aus, spricht dies für einen Bandscheibenschaden mit Nervenwurzelreizung. Treten Taubheitsgefühle auf und kann eine Schmerzlinderung durch Vorbeugen des Oberkörpers erreicht werden, kann dies ein Indiz für eine Nervenwurzeleinengung sein.
Krankheitsverlauf
Durch Bewegungsmangel, falsches Sitzen, langes Stehen, schweres Heben und einen unergonomischen Arbeitsplatz können Muskelverspannungen auftreten, die vorübergehende Rückenschmerzen auslösen. Sie können sich bei einer Dauerbelastung verstärken und sogar chronisch werden. Der Entwicklung zum Dauerschmerz kann durch Gymnastik, Sport und dem Vermeiden von rückenbelastenden Arbeiten entgegengewirkt werden.
Durch einseitige Bewegungsabläufe kann ein Verschleiß der Wirbelsäule auftreten, der sich in Muskelverspannungen und -schmerzen äußert und im fortgeschrittenen Stadium zu einer Nervenschädigung führen kann. Sind Nerven eingeklemmt oder drückt die Wirbelsäule auf Nerven, entstehen Schmerzen, die in den Muskelgruppen auftreten, die von den Nerven versorgt werden.
Therapie
Bei Schmerzen in der Halswirbelsäule wird eine Halskrause verordnet, durch die eine leichte Halsdehnung erreicht wird. Der Einsatz von Wärme und ein im Handel erhältliches Nackenstützkissen ist von Vorteil. Der Facharzt/Fachärztin löst die Bewegungseinschränkungen der kleinen Gelenke der Wirbelsäule durch gelernte Handgriffe. Zur Schmerzlinderung kann er Azetylsalizylsäure (z. B. Aspirin®) oder Paracetamol (z. B. Spalt®) verschreiben. Bei einem Bandscheibenvorfall wird, abhängig vom Grad des Vorfalls, eine 2-wöchige Bettruhe auf einer harten Matratze verordnet oder durch ein sog. Stufenbett (=Hochlagerung der Unterschenkel) der Schmerz gelindert. Zur Therapie werden Krankengymnastik und Massage der angespannten Muskel sowie Wärme eingesetzt. Sind die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall sehr groß, können leichte Schmerzmittel oder kurzfristig kortisonfreie Rheumamittel verschreiben werden. Bei Schmerzattacken ist es möglich, dass ein Arzt/Ärztin eine örtliche Betäubung vornimmt. Sind die genannten Maßnahmen alle ohne Erfolg, kann eventuell durch eine Operation der Verschleiß der Wirbelsäule korrigiert werden.
Ursache
Rückenschmerzen werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Meistens treten Rückenschmerzen ohne Reizung der Nervenwurzel auf. Bei Rückenschmerzen mit Reizung der Nervenwurzel wird zwischen Bandscheibenschäden und knöcherne Einengungen des Nervenkanals unterschieden. Seltener treten Rückenschmerzen durch Erkrankung des Darmbein-Kreuzbein-Gelenkes auf.
Der Schmerz ist als Frühwarnsystem des Körpers zu sehen. Physiologische Ursachen von Rückenschmerzen sind entweder Entzündungen, Nervenschädigungen oder Muskelverspannungen. Durch Fehlhaltungen, Angst oder Stress treten Muskelverspannungen auf, die die Schmerzsensoren (=Fühler des Nervensystems) im Muskel, der Sehne oder den Gelenken erregen. Es kommt zum Schmerzempfinden. Durch den Druck des Muskels auf die Versorgungsgefäße entsteht Sauerstoffmangel, wodurch sich Stoffwechselprodukte im Muskel bilden, die den Schmerz verstärken. Die Nerven, die den Muskel versorgen, erfahren durch die Muskelverspannung eine Dauererregung und zeigen eine erhöhte Reizaktivität, was durch einen nicht willentlich gesteuerten Reflex zu einer Verstärkung der Muskelanspannung führt. Der Teufelskreis von Muskelverspannung und Nervendauererregung schließt sich. Häufig sind die Haltemuskeln der Wirbelsäule von diesem Teufelskreis betroffen.
Der Verschleiß des Bewegungs- und Halteapparates kann sowohl zu Muskelverspannung als auch zur Nervenschädigung führen. Bewegungsmangel und falsches Sitzen sind die Ursache eines Verschleißes. Tritt ein Verschleiß im Bereich einer Bandscheibe auf, muss verstärkt Muskelarbeit geleistet werden, um das Zusammenspiel von Halte- und Stützapparat zu ermöglichen. Eine frühe Folge des Verschleißes ist eine Muskelverspannung. Im mittleren Lebensabschnitt ist die Neigung zu einem Bandscheibenvorfall (sog. Prolaps) groß. Hierbei ist der den Bandscheibenkern umgebende Faserring rissig, so dass der Bandscheibenkern auf die Nervenwurzel im Rückenmark drückt. Im Alter hingegen tritt eher der Fall ein, dass die Nervenwurzel durch knöcherne Verwachsungen an den Wirbelgelenken eingeengt werden. Die eingequetschten Nerven leiten dann den Schmerzreiz an das Gehirn weiter.
Vorbeugung
- Entspannungsübungen
- regelmäßig Bewegung (kein Leistungssport!), z. B. Schwimmen, Fahrradfahren
- Kräftigung der Muskulatur durch Rückenschule
- den Rücken immer gerade halten
- nicht schwer tragen
- beim Bücken in die Hocke gehen
- nicht lange stehen oder sitzen
- nicht Rauchen
- Übergewicht vermeiden
- sich einen ergonomischen Arbeitsplatz schaffen
Die Wirbelsäule

Abb.: HWS=Halswirbelsäule, BWS=Brustwirbelsäule, LWS=Lendenwirbelsäule.
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages Haus&Gross
(DMN)


[...] (JobKultur) Seit sechs Jahren keine Rückenschmerzen mehr – Kieser sei Dank (Job & Joy) Allgemeines über Rückenschmerzen (Deutsches Medizin-Netz) Irrtümer bei Rückenschmerzen – was wirklich hilft (Aktivblog) [...]
Hallo,
gegen meine Rückenschmerzen wende ich eine Kombination aus Schwimmen (3 x wöchentlich) und TENS (täglich, ca. 10 min) an. Das hilft ganz gut und bei mir hat sich das gesamte Wohlbefinden gebessert. Habe es auch schon längere Zeit mal ohne TENS probiert, aber das scheint nicht ganz so gut zu sein wie die Kombination.
Viele Grüße, Harald