Sarkoidose (Morbus Boeck)
Krankheitsbild
Bei der Sarkoidose handelt es sich um eine Erkrankung, die vor allem die Lungen betrifft, aber auch an anderen Organen (v. a. Haut und Augen) zu Beschwerden führen kann. Ursache ist wahrscheinlich eine Reaktion der körpereigenen Abwehr gegen eigenes Gewebe (sog. Autoimmunerkrankung).
Je nach Organbeteiligung und Verlauf kann sich die Sarkoidose durch Husten und Luftnot, aber auch durch Gelenkschwellungen, Fieber, bläulich-rote, knotige Hautveränderungen oder schmerzhafte Entzündungen der Augen äußern.
An der Sarkoidose erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 10.000 Menschen. Die Erkrankung betrifft Frauen etwas häufiger als Männer; die meisten Patienten sind jünger als 40 Jahre. In manchen Ländern (z. B. Schweden), sowie bei der schwarzen Bevölkerung in den USA ist die Erkrankung um ein Vielfaches häufiger.
Von der Sarkoidose abzugrenzen sind andere Lungenerkrankungen mit teilweise ähnlichen Symptomen (Tuberkulose, Staublunge u. a.).
Diagnose
Eine Reihe von Blutwerten können bei der Sarkoidose verändert sein und dem Arzt so Hinweise auf die Erkrankung geben. Die wichtigste Untersuchung zur Erhärtung des Verdachts ist eine Röntgenuntersuchung der Lungen, die meistens typische Veränderungen der Lungen zeigt. Die sichere Diagnose wird durch eine Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege mit einem fiberoptischen Instrument) gesichert, indem kleine Gewebeproben entnommen und anschließend untersucht werden.
Krankheitsverlauf
Der Verlauf der Sarkoidose ist von Fall zu Fall verschieden. Die Erkrankung kann mit einer Reihe von Symptomen plötzlich auftreten und auch ohne Therapie wieder verschwinden. Häufiger ist aber ein schleichender Verlauf, der sich allenfalls durch Kurzatmigkeit und Hustenreiz äußert, nach Jahren aber zu deutlichen Einbußen der Lungenfunktion führen kann. Diese Patienten können durch die Sarkoidose durchaus berufsunfähig werden; eine schwere Sarkoidose kann auch tödlich verlaufen. Beim den meisten Betroffenen jedoch heilt die Sarkoidose, ggf. unter einer geeigneten Therapie, nach einigen Monaten folgenlos aus.
Therapie
Da die Erkrankung trotz ihrer manchmal besorgniserregenden Symptome meistens auch ohne spezielle Behandlung ausheilt, kann man in vielen Fällen auf eine Therapie verzichten. Hierbei muss der Betroffene aber unbedingt unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle stehen. Wiederholte Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen sind wichtig, um notfalls die Notwendigkeit einer Therapie zu erkennen.
Bei schwereren Verläufen kann vor allem der Einsatz von Kortison-Präparaten angebracht sein. Unter dieser Therapie kann es zur Ausheilung der Erkrankung kommen, oder die Beschwerden bessern sich zumindest deutlich.
Ursache
Die Ursache der Sarkoidose ist wahrscheinlich eine Reaktion des Immunsystems gegen körpereigene Gewebe (Autoimmunerkrankung). Es entstehen sog. Granulome (kleine Knötchen, die aus Anhäufungen von Zellen des Immunsystems bestehen) in den Lungen und anderen Organen; zusätzlich kann die Lunge durch verstärkte Einlagerung von Kollagenfasern an Elastizität verlieren (sog. Lungenfibrose), was wiederum zu den Atemproblemen führt.
Vorbeugung
Familienangehörige von an Sarkoidose Erkrankter haben auch selbst ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Ansonsten sind keine sicheren Risikofaktoren bekannt. Entsprechend ist eine gezielte Vorbeugung der Sarkoidose nicht möglich.

