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Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis und ulnaris)

Eingetragen von Medizin-Netz am 31. August 2006 2 Kommentare

Epicondylitis=entzündeter Knochenvorsprung; humerus=Oberarm

Krankheitsbild

Es handelt sich nicht um eine bakterielle Entzündung, die klinischen Symptome ähneln aber einer Entzündung (die Endsilbe –itis steht für Entzündung in der medizinischen Fachsprache). Da der Oberarm im Bereich des Ellenbogengelenkes zwei Epicondylen (=einem Gelenkknorren aufsitzende Knochenvorsprung für Muskelansätze) besitzt, unterscheidet man eine radiale, d. h. speichenseitig bzw. ulnare, d. h. ellenseitig gelegen. Am radialen Epicondylus setzt die Unterarmstreckmuskulatur an, am ulnaren die Beugemuskulatur.

Die Epicondylitiden gehören zu den sogenannten Ansatztendinosen, d. h. den Übergang Muskel-Sehne-Knochen betreffend. Diese Ansatztendinosen können ebenfalls z. B. am Schultergelenk, Handgelenk oder Kniegelenk auftreten.

Da Tennisspieler wegen Überlastung oder falscher Spieltechnik an der Epicondylitis humeri radialis erkranken können, wird diese auch als „Tennisarm“ bezeichnet, die Golfer leiden auch (aber nicht häufiger) an der ulnaren Epicondylitis, d. h. den Ansatz der Beugemuskulatur betreffend.

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Diagnose

Die Patienten leiden teilweise unter stärksten Schmerzen am Ansatz der Sehnen am Ellenbogen. Der Arm muss geschont werden (akute Phase). Es können aber auch lediglich Schmerzen bei Belastung des Armes auftreten (chronische Phase).

Die genaue Diagnose wird durch den druckschmerzhaften Sehnenansatzbereich, die Bewegungsprüfung und verschiedene Muskelprovokationstests bestätigt. Hier fordert der Arzt auf, z. B. den Mittelfinger gegen Widerstand zu strecken. Da aber auch seltene andere Erkrankungen des Ellenbogengelenkes oder der begleitenden Nerven ähnliche Schmerzen verursachen können, sollte angesichts dieser vielfältigen Symptomatik die Diagnose durch einen Arzt (für Orthopädie) gestellt werden.

Das Röntgenbild ist normalerweise bei den Epicondylitiden unauffällig. Da aber ähnliche Symptome z. B. auch durch einen Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule, eine Schultersehnenaffektion oder neurologische Erkrankungen verursacht werden können, muss die Diagnose von einem Fachmann gestellt werden.

Krankheitsverlauf

Je nachdem, ob frühzeitig die für die Symptomatik ursächliche Belastung reduziert wird, kann sich die Erkrankung entweder jahrelang chronisch zeigen oder nach ein paar Wochen von allein wieder verschwinden.

Therapie

Im akuten Stadium sollte der Arm ruhiggestellt und schmerzlindernde Mittel eingenommen werden. Eine Injektion mit cortisonhaltigen Medikamenten kann helfen. Zusätzlich kann mit Quermassagen (Friktionen), Spangen, Reizstrom, Ultraschall und Eisbehandlung einzeln oder in Kombination therapiert werden. Damit wird die Durchblutung verbessert und die Schmerzen gelindert. Alternative Ansätze berichten über Erfolge mit niedrig-energetischen Laserstrahlen.

Wenn die Beschwerden nicht besser werden, kann durch die extrakorporelle Stosswellentherapie der chronische Schmerzzustand angegangen werden. Obwohl Erfolgsquoten zwischen 50 und 80% in der Literatur berichtet werden, ist der Wirkmechanismus nicht geklärt. Es wird eine Beeinflussung der Schmerzrezeptoren sowie des lokalen Stoffwechsels vermutet.

Wenn alles nichts mehr bringt, kann mit einer Operation versucht werden, der Lage Herr zu werden. Viele Verfahren wurden mit kleineren Modifikationen beschrieben. Ein häufiges Prinzip ist die Einkerbung des schmerzhaften Sehnenansatzes und Entfernung der Schmerzfühler im Sehnenansatzbereich. Die Erfolgsaussichten aller Methoden betragen zwischen 60 und 80%.

Ursache

Die Ursache liegt in einer chronischen mechanischen Überbeanspruchung. So kommt es zu einer Degeneration (=funktioneller Zerfall) des Sehnenansatzes.

Vorbeugung

Gerade Sportler können durch verbesserte Spieltechniken das Problem lösen. Hier sollte ein erfahrener Trainer konsultiert werden, der ebenfalls das Sportgerät inspiziert. Grundlegend ist die konsequente Schonung im Anfangsstadium, da die chronische Form weniger erfolgreich behandelt werden kann.

  • Weiterführende Literatur
    Plancher, KD et al. Medial and lateral epicondylitis in the athlete. Clin Sports Med, 1996, 15:283-305.

(tw)

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2 Kommentare »

  • Sarah sagt:

    Hallo,

    ein Tennisarm ist nichts schönes! Hatte auch sehr lange Schmerzen im rechten Arm. Wollte es nicht mit Spritzen probieren. Glücklicher war ich mit TENS und Krankengymnastik, das klappte ganz gut. Ist zwar immer noch keine Wunderheilung, aber besser als eine Spritze meiner Meinung nach. Zum Testen ist es auf jeden Fall empfehlenswert.

    Bye, Sarah

  • Hans sagt:

    Wenn jemand an einem “Tennisarm” leidet, ist das nun eine Krankheit oder ist es ein Unfall? Wichtig wegen der Versicherung.

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