Dies ist ein Service von

imedo Logo
Anzeige
Home » 2008, News

Sehr intensiver Kontakt mit Haustieren kann zur Übertragung von tierspezifischen Helicobacter-Spezies führen

Eingetragen vonMedizin-Netzam 1. August 2008 Kein Kommentar

Neben Helicobacter pylori können auch andere Helicobacter-Spezies Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritiden) verursachen. Diese Bakterien sind meist tierischen Ursprungs und können von Haustieren wie Hunden und Katzen auf den Menschen übertragen werden. Eine Infektion mit Helicobacter pylori ist die zweithäufigste Infektionskrankheit nach der Karies, betonen Experten. Symptome wie Aufstoßen, Völlegefühl, Schmerzen oder Brechreiz verraten, dass der Magenkeim im Körper in Form einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) sein Unwesen treibt.

Helicobachter pylori fördert Krebs
Die Gastritis ist häufig Ausgangspunkt vieler weiterer Erkrankungen. Besonders dann, wenn Faktoren wie genetische Veranlagung, Rauchen oder bestimmte Medikamente hinzukommen. Etwa 95 Prozent aller Zwölffingerdarm- sowie 70 bis 80 Prozent aller Magengeschwüre sind Helicobacter pylori (H. pylori) zuzuschreiben. Er steht auch in Verdacht, bösartige Erkrankungen wie Magenkrebs zu begünstigen oder gar auszulösen. Doch nicht jeder H.-pylori-Träger bekommt Geschwüre, aber das Risiko dafür ist erhöht.

Folgende Beschwerden deuten auf das Wirken von H. pylori hin:

  • Schmerzen oder Druck im Oberbauch
  • ständiges Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
  • Nüchternschmerz: Die Beschwerden lassen während oder nach einer Mahlzeit kurzzeitig nach.
  • Schmerzen in der Nacht, die einen aufwachen lassen
  • Blutarmut und schwarzer Stuhl

Diagnose ist heute Routine
H. pylori wird meist schon in der Kindheit von Mensch zu Mensch übertragen. Die Gefahr, dass eine infizierte Person im Erwachsenenalter eine andere ansteckt, ist allerdings sehr gering. H. pylori im Magen aufzuspüren, ist heute Routine. Die sicherste Untersuchungsmethode ist die Magenspiegelung. Aber auch andere Methoden wie der Atem-, Stuhl- oder Bluttest überführen den Keim recht zuverlässig.
Der Fall: Übertragung durch den Haushund
In Belgien war eine 76-jährige Frau mit Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit eingeliefert worden. Eine Therapie mit Amoxicillin, Clavulansäure und Butylscopolamin brachte keine Besserung. In weiteren Untersuchungen wurden Geschwüre und Entzündungen im distalen Magen (Antrum pylori) gefunden. Ein Urease-Test der Fundus-Biopsien fiel positiv aus. Mikroskopisch fielen spiralförmige Mikroorganismen auf. Auch der Hund wurde untersucht. Mit PCR wurde nachgewiesen, dass die Helicobacter-Spezies von Frau und Hund identisch waren (H.felis). Sowohl die Patientin als auch ihr Hund erholten sich nach Tripeltherapie vollständig.

Quelle: De Bock M et al.: Peptic ulcer disease associated with Helicobacter felis in a dog owner. Eur J Gastroenterol Hepatol 19 (2007) 79-82

Suchen Sie nach ähnlichen Themen im Medizinlexikon:
Anzeige

Schreiben sie einen Kommentar!

Fügen sie unten ihren Kommentar hinzu, oder trackback von ihrer eigenen Seite.. Sie können außerdemAbonnieren sie diese Kommentarevia RSS.

Sei nett. Halt es sauber. Bleib beim Thema. Kein Spam.

Sie können diese HTML-Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Dieser Blog hat Gravatar aktiviert. Um ihren eignen Avatar zu bekommen registrieren sie sich bitte unter Gravatar.