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Nabelschnurblut

Eingetragen von Medizin-Netz am 25. Mai 2005 Kein Kommentar

Nabelschnurblut ist das Blut, das nach der Geburt eines Kindes in der Nabelschnur und in der Plazenta zurückbleibt. Es handelt sich weder um Blut der Mutter noch um kindliches Blut, da es zwischen beiden zirkuliert. Während der Schwangerschaft ist es für die Versorgung des Embryos mit Sauerstoff und Nährstoffen zuständig, die aus dem mütterlichen Kreislauf stammen. Daneben werden über das Nabelschnurblut auch Stoffwechselabbauprodukte des Kindes abtransportiert. Drei Blutgefäße in der Nabelschnur erfüllen diese Zwecke. Dabei handelt es sich um eine Nabelvene und zwei Nabelarterien. Erstere leitet nährstoffreiches Blut von der Plazenta zum Kind, und die beiden Letzteren entsorgen die Stoffwechselreste des Embryos – vor allem Kohlendioxid – in Richtung der Plazenta der Mutter.

In der Vergangenheit wurde die Nabelschnur in der Regel nach der Geburt entsorgt. Inzwischen haben Medizin und Forschung jedoch verschiedene Verwendungen für das darin enthaltene Restblut entdeckt, weshalb es zunehmend aufbewahrt wird. Die Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich aus der hohen Anzahl im Nabelschnurblut enthaltener adulter Stammzellen.

Der Grund für diese Konzentration liegt darin, dass die Stammzellen kurz vor der Geburt von Leber und Milz über das Blut ins Knochenmark wandert. Dadurch ist auch das Blut in der Nabelschnur besonders stark mit Stammzellen angereichert. Im Nabelschnurblut findet man hämatopoetische (blutbildende) und mesenchymale (gewebebildende) Zellen, weitere Bestandteile werden erforscht. Mit ihrer Hilfe können Krankheiten behandelt oder Ersatzgewebe gezüchtet werden. Außerdem kommen die Zellen in der Forschung zum Einsatz. Die konservierten Zellen aus dem Nabelschnurblut haben dabei gegenüber adulten Stammzellen, wie sie in vielen Organen und Geweben jedes Menschen vorkommen, einen Vorteil: Sie sind jung – höchstens neun Monate alt. Deshalb weisen sie keine der Schäden auf, die alle Zellen im Laufe der Zeit nehmen – etwa durch den natürlichen Prozess der Alterung oder auch durch virale und bakterielle Infektionen.

Nabelschnurblut kann entweder in einer öffentlichen oder einer privaten Nabelschnurblutbank aufbewahrt werden. Die Einlagerung bei privaten Institutionen ist kostenpflichtig, dafür stehen die autologen (eigenen) Stammzellen bei Bedarf ausschließlich dem Spender für eine Transplantation zur Verfügung. Eine Spende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank ist für die Eltern kostenfrei. In diesem Fall steht das Blut für die Allgemeinheit bereit und wird vorrangig bei allogenen (fremden) Stammzellübertragungen eingesetzt. Öffentliche Banken finanzieren sich über den Verkauf dieser Spenden. Daneben können Eltern das Blut auch kostenfrei für die Forschung spenden.

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