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Brustkrebs (Mammakarzinom): Operative Therapie

Eingetragen vonMedizin-Netzam8. April 2008 Kein Kommentar

Operative Therapie

Bei der Therapieentscheidung sollte man immer im Auge behalten, dass die Heilungschance vor der Brusterhaltung Vorrang hat.
Als Faustregel gilt:

  • wenn der Tumor im Durchmesser größer als 2 cm ist, sollte eine einfache Mastektomie (totale Brustentfernung) mit Axilladissektion (Lymphknotenentfernung aus der Achselhöhle) eventuell eine modifizierte Mastektomie (mit einschließlicher Entfernung der Brustmuskelhülle) durchgeführt werden.
  • wenn der Tumor kleiner als 2 cm ist, reicht eine Quadrantenresektion (eine Teilentfernung der Brustdrüse) aus, allerdings ist nach der Operation eine Bestrahlung des Restdrüsengewebes obligat.

Eine axilläre Lymphknotendissektion (eine Entfernung der Lymphknoten aus der Achselhöhle) ist heute bei allen operablen Stadien erforderlich. Nur hierdurch ist eine exakte Stadieneinteilung mit Folgerungen für die Prognosebeurteilung und Zusatztherapie erreichbar.

a. Die einfache Mastektomie (die totale Brustentfernung)
Der Eingriff wird in Vollnarkose in Rückenlage mit abgespreiztem Arm auf der erkrankten Seite durchgeführt.
Die Schnittführung hängt von der Ausdehnung des Tumors ab, und besteht im Normalfall in einen queren oder schrägen ovalären Hautschnitt. Die Tiefe des Schnittes reicht bis auf die Hülle des Brustmuskels. Der Drüsenkörper wird vom unter der Haut liegenden Fettgewebe mit dem elektrischen Skalpel gelöst. Danach erfolgt das Abschälen des Drüsenkörpers von der Hülle des Brustmuskels, anschließend wird ein Drainagenrohr zur Ableitung des Wundsekrets in die Wunde eingelegt. Die Operation endet mit der Naht der Wunde.

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b. Die modifizierte Mastektomie nach Patey
Unterscheidet sich von der Oberen durch die zusätzliche Mitnahme der Brustmuskelhülle.
Die operativen Schritte sind gleich bei beiden Methoden.

c. Die Quadrantenresektion (Lumpektomie)
Die Lumpektomie ist eine Form der brusterhaltenden Operationen, bei welcher der Tumor großzügig mit umliegenden Gewebe und darüberliegendem Hautareal entfernt wird.
Sie ist heute die meist angewandte Operationsmethode bei Tumoren, die im Durchmesser kleiner als 2 cm sind.
Im Normalfall werden nicht tastbare Tumoren noch vor der Operation unter Durchleuchtung mit einem feinen Draht markiert. Der Schnitt liegt so weit wie möglich im gesunden Gewebe. Der kann auch rund um die Brustwarze oder in der unteren Brustfalte liegen. Somit erzeugt man ein besseres kosmetisches Ergebnis.
Danach erfolgt eine breite keilförmige Exzision des markierten Bezirkes bis auf die Hülle des Brustmuskels. Die Operation endet mit dem Einlegen einer Drainage zum Ableiten des Wundwassers.

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d. Die axilläre Lymphadenektomie (die Ausräumung der Lymphknoten aus der Achselhöhle)
Dieser Schritt ist bei allen operablen Stadien obligat für die Stadieneinteilung.
Es können zwei, oder ein bogenförmiger Schnitt in der Achselhöhle schrägverlaufend gesetzt werden.
Nach der Entfernung des Fettgewebes aus der Achselhöhle erfolgt das Aufsuchen der Achselschlagader, der Achselvene und des seitlichen Brustkorbnerves (N.thoracicus longus).
Es werden ausschließlich die Lymphknoten der Level I und Level II (bzw. die Lymphknoten der unteren Achselhöhle, die sich seitlich vom Rande des kleinen Brustmuskels befinden, sowie die Lymphknoten der mittleren Achselhöhle die sich zwischen den großen und kleinen Brustmuskel sich verbergen).
Der Eingriff endet mit dem Einlegen einer Drainage zum Ableiten des Wundwassers.

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Tumorklassifikation

Die Formel pTNM bedeutet eine pathologische Klassifikation des Tumors der betroffenen Lymphknoten und der eventuellen Metastasen (Tochtergeschwülste in anderen Organen).
Somit ist p die Abkürzung für pathologisch, T für Tumor, N für Lymphknoten, und M für Metastasen.
Die pathologische Klassifikation erfordert die Untersuchung des gesamten Tumors, der soweit entfernt wurde, dass an seinen Rändern mikroskopisch keine Tumorzellen zu erkennen sind, und ist folglich nur nach der operativen Entfernung des Tumors durchzuführen.

Die pTNM Formel wird nach Berücksichtigung von verschiedenen Kriterien wie z. B. Tumorgröße, Zahl, Beweglichkeit und Lokalisation der mit Tumorzellen durchsetzten Lymphknoten, das Vorhanden von Tochtergeschwulste in anderen Organen, zusammengestellt.
Sollte z.B. eine Formel von pT2N1M0 vorliegen, bedeutet das, dass der Tumor 2-5 cm groß ist, N1 das Vorhanden von beweglichen Lymphknoten in der Achselhöhle auf der Seite der betroffenen Brust, und M0 das Fehlen von Metastasen in anderen Organen.

Die Prognose und die weitere postoperative Therapie (Bestrahlung und/oder Chemotherapie) hängen von dieser Formel ab.

Dr. med. Monika Szombath

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