Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) bei späten Strahlentherapienebenwirkungen
Einsatzbereiche und Nebenwirkungen der Strahlentherapie
Die Strahlentherapie bildet heutzutage neben der Chirurgie und Chemotherapie die dritte wesentliche Säule in der Therapie bösartiger Tumore. Neue therapeutische Ansätze sind zwar sehr vielversprechend, haben aber bisher diese klassischen Methoden nicht verdrängen können. In anderen Bereichen, z. B. bei chronisch rheumatischen Entzündungen, wird die Strahlentherapie seltener und in niedrigeren Dosen angewendet.
In der Strahlentherapie muss immer ein Kompromiss zwischen Wirkung und Nebenwirkung geschlossen werden. Eine hohe Strahlendosis vermag viele Tumorzellen zu zerstören, beinhaltet aber auch ein hohes Nebenwirkungspotential. Demgegenüber treten bei niedrigen Strahlendosen weniger Nebenwirkungen auf, die Tumorwirkung ist aber auch geringer. Moderne Bestrahlungstechniken zielen darauf ab, eine möglichst hohe Strahlendosis am Tumor zur Wirkung zu bringen und gleichzeitig das durchstrahlte gesunde Gewebe weitestgehend zu schonen.
Unter den Nebenwirkungen einer Strahlentherapie werden sogenannte Früheffekte von Späteffekten unterschieden, die definitionsgemäß mehr als 90 Tage nach Beginn der Strahlentherapie auftreten. Letztere werden nach gängiger Lehrmeinung durch eine Schädigung der kleinen Blutgefäße (Kapillaren) im Gewebe verursacht. Durch den zunehmenden Verlust versorgender Gefäße entsteht im Gewebe ein Sauerstoffmangel, der je nach betroffenem Organ zu unterschiedlichen Schäden führen kann. Die Nebenwirkungen sind in der Regel jedoch nicht allein der Strahlentherapie anzulasten. Die meisten Patienten erhalten darüber hinaus noch eine chirurgische Intervention und Chemotherapie, die ihrerseits auch zu Gewebeschäden beitragen.
Beispiele für Nebenwirkungen einer Strahlentherapie sind:
- Zonen abgestorbenen Knochens (Osteonekrosen), vor allem nach Kiefer-/Gesichtsbestrahlungen,
- Weichteilschäden (Weichteilnekrosen),
- Knochen- und Wundheilungsstörungen nach Operationen oder Verletzungen im bestrahlten Bereich,
- chronische Blasenentzündungen,
- chronische Mastdarmentzündungen,
- Schäden am Nervengewebe (Gehirn, Rückenmark, periphere Nerven).
Allen Erkrankungen ist eine schlechte Heilungstendenz gemeinsam, die aus der oben genannten Mangelversorgung mit Sauerstoff resultiert.
Konventionelle Therapie von späten Strahlentherapienebenwirkungen
Die Behandlung von Strahlentherapienebenwirkungen ist weitgehend symptomatisch orientiert, d. h. Schmerzen werden mit entsprechenden Mitteln bekämpft etc. Kortisonpräparate werden zur Unterdrückung von Entzündungszuständen eingesetzt. Bei offenen Wunden steht die lokale Wundbehandlung im Vordergrund. Diese kann bei Wundinfektionen auch durch eine orale Antibiotikatherapie ergänzt werden. Insgesamt stehen außer der HBO keine Therapiemöglichkeiten zur Bekämpfung der Ursachen zur Verfügung. Eine Heilung durch eine rein konventionelle Therapie ist somit bei vielen Patienten nicht möglich.
HBO bei späten Strahlentherapienebenwirkungen
Unterschiedliche Basiseffekte der hyperbaren Sauerstofftherapie lassen eine positive Beeinflussung von späten Strahlentherapienebenwirkungen erwarten. Den wichtigsten Effekt bildet dabei die Induktion der Neubildung von Kapillargefäßen durch die HBO. Experimentell konnte nachgewiesen werden, dass nach 20 bis 30 HBO-Behandlungen eine Kapillargefäßdichte von über 80% des Normalwertes eines unbestrahlten Gewebes erreicht werden kann. Zuvor war dieser Wert auf ca. 20% reduziert. Hierdurch wird die Sauerstoffversorgung des Gewebes nachhaltig verbessert, so dass das Potential zur Infektionsabwehr und Wundheilung gesteigert wird. Darüber hinaus können sich durch die HBO-Behandlung Schwellungszustände zurückbilden.
Die HBO wird bei den meisten Krankheitsbildern nicht isoliert, sondern als Teil eines Therapiekonzeptes eingesetzt. Oftmals wird sie mit operativen Maßnahmen kombiniert. Dabei wird so verfahren, dass ca. 2/3 der HBO vor einer Operation zur Verbesserung der Gewebequalität und das restliche Drittel danach eingesetzt wird (z. B. 20 Behandlungen vor und 10 nach einer Operation). Die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges der chirurgischen Maßnahmen wird durch die HBO deutlich erhöht. Da Operationen in zuvor bestrahlten Körperbereichen generell durch eine hohe Komplikationsrate (Wundheilungsstörungen, Infektionen) belastet sind, eröffnen sich der Chirurgie neue Möglichkeiten. Erfolge wurden zunächst bei Osteo- und Weichteilnekrosen im Kiefer-/Gesichtsbereich gesehen. Hier zeigte sich eine sehr hohe Heilungsrate bei Anwendung einer Kombination aus HBO und Operation. Auch zur Vorbeugung von Komplikationen bei Eingriffen in vorbestrahlten Kiefern – z. B. bei Zahnextraktionen oder plastischen Operationen – hat sich die HBO als hochwirksam erwiesen. Als Alternative zu schwierigen plastisch-chirurgischen Maßnahmen bietet sich im Kiefer-/Gesichtsbereich die Befestigung von sogenannten knochenintegierten Implantaten an. Diese zeigen aber bei bestrahlten Patienten eine überdurchschnittliche Verlustquote. Eine begleitende HBO hat sich als Mittel zur deutlichen Reduktion dieser Verluste erwiesen. Weitere positive Effekte der HBO wurden bei Knochen- und Weichteilschäden nach Durchstrahlung der Brust- und Bauchwand beschrieben. Auch bei Blasen- und Mastdarmentzündungen ließ sich eine hohe Heilungsquote bei Patienten erreichen, bei denen zuvor kein Therapieerfolg mit konventionellen Maßnahmen erzielt werden konnte. Besondere Probleme ergeben sich bei Strahlentherapienebenwirkungen am Nervengewebe. Da dieses nicht regenerationsfähig ist, muss eine Therapie erfolgen, bevor Nervenzellen absterben.
Die HBO hat sich als effektives Verfahren in der Behandlung von späten Strahlennebenwirkungen erwiesen. Die Therapie ist in der Regel langfristig ausgelegt, denn im Mittel werden 30 bis 40 Sitzungen benötigt, wobei mindestens fünfmal pro Woche behandelt wird. Die Einzeltherapie dauert jeweils 135 Minuten. Die Komplikationsrate ist insgesamt gering, vom Lebensalter her gibt es keine Einschränkungen für eine Therapie. Patienten, die unter schweren Lungenerkrankungen, Epilepsie und bestimmten Herzrhythmusstörungen leiden, sollten ebenso wie Herzschrittmacherträger nicht mit HBO behandelt werden. Bei Chemotherapiepatienten ist stets Vorsicht geboten. Nach Einnahme bestimmter Substanzen verbietet sich die HBO zeitweilig oder sogar dauerhaft.
Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind nicht mit dem gleichen Erfolg wie diejenigen einer Strahlentherapie zu behandeln. Bestimmte durch eine Chemotherapie verursachte Wunden wurden durch die HBO eher noch verschlimmert, demgegenüber wurden bei hartnäckigen Blasenfunktionsstörungen nach Chemotherapie in Einzelfällen Erfolge berichtet.
Heutzutage steht in Deutschland ein nahezu flächendeckendes Netz von Therapiedruckkammern zur HBO zur Verfügung. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass nur solche Kammern, die den Standard des „Verbandes Deutscher Druckkammerzentren (VDD) e. V.“ einhalten, sowohl technisch als auch personell eine nachgewiesen hohe Qualität bieten.
Wichtige Adressen:
Verband Deutscher Druckkammerzentren (VDD) e.V.
Geschäftsstelle
Cuno Niggl Str. 3
83278 Traunstein
www.vdd-hbo.de
Dr. med. Christian Plafki
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GUten Tag liebe Interessenten,
ich habe selbst gerade eine HBO Therapie angefangen und es sehr schwierig gefunden, zwischen all’ den Werbeseiten für die Therapie unabhängige Informationen zu finden.
Nach 5 Behandlungstagen kann ich nur sagen:
Es ist ratsam, eine Druckkammer zu suchen, die die “Fahrten” nach dem Zeitplan des Patienten richtet. – Nicht alle Druckkammern bieten dies, manche schreiben den Termin vor.
Da die Therapie nicht billig ist, werden sie i.d.R. bemüht sein, die Terminwünsche der Patienten zu berücksichtigen.
Die Fahrt dauert insgesamt nicht wirklich 2 Stunden, man sollte eher mit 3 Stunden rechnen. Danach ist man nicht unbedingt fahrtüchtig!
Abhängig vom Wetter verträgt man es mal besser, mal schlechtert….
Heute wurde mir so übel und schwindelig, dass ich fast das Bewußtsein verlohren hätte. Auch das steht leider nirgends….
Auch den ganzen Tag nach der Behandlung ist man noch benommen. Ich kann kaum schlafen nachts weil meine KOpfschmerzen so stark sind.
Auch extreme Ohrschmerzen können vom Hals-Nasen-OHrenarzt als “normale nebenwirkung” abgetan werden. Auch Flüssigkeitsaustreten aus den Ohren sei angeblilch “als normal zu bezeichnen”.
Nun gut.
Ich habe ansonsten auch gelesen, dass man durch zu viel Sauerstoff ansonsten erblinden kann, Epiliepsie bekommen kann – und ich habe eine amerikanische Studie entdeckt, bei der Leute sogar gestorben sind. Nur sagt einem das leider niemand.
Soviel zu den Fakten.
Trat bisher eine Besserung bei mir ein?
Nein, ich kann nichts spüren in meinem kaputten Knochen…
Aber ich denke, abgesehen vom Geld, was die Therapie kostet, sollte man sich auch für ihre Dauer Urlaub nehmen. Man ist einfach nicht mehr Leistungsfähig – im Besten Falle sind die Nebenwirkungen nur reine, bleierne Müdigkeit.
Viel Erfolg allen Patienten!