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Narkose: Vorbereitungen zur Narkose

Eingetragen von Medizin-Netz am 23. August 2006 Kein Kommentar

Ein typischer Fall:

Ein Patient, 32 Jahre, hat sich beim Skifahren verletzt. Die Bänder am Sprunggelenk sind gerissen und müssen operativ versorgt werden. Der OP-Termin ist für den kommenden Tag anberaumt.

Der Patient bekommt bereits bei seinem Eintreffen auf der Chirurgischen Station eine Reihe von Informationsblättern. Eines davon betrifft die Narkose. Die wichtigsten Narkoseformen werden vorgestellt und beschrieben und es werden Fragen zur Krankengeschichte des Patienten gestellt. Der Patient sollte sich den Informationsbogen gut durchlesen und die Fragen schriftlich beantworten, denn beides ist die Grundlage für das im Folgenden stattfindende Gespräch mit dem Narkosearzt.

Das Prämedikationsgespräch

Der Narkosearzt erscheint noch am gleichen Tag zum Prämedikationsgespräch, einem Gespräch, das zwischen Arzt und Patient vor der Narkose stattfindet.

Der Narkosearzt bekommt im Prämedikationsgespräch Informationen über den Patienten, seine Vorerkrankungen, regelmäßige Medikamenteneinnahme, regelmäßiger Nikotin-, Alkohol- oder Drogengenuss, frühere Operationen und Komplikationen bei früheren Narkosen. Narkosekomplikationen können sein: Übelkeit/Erbrechen nach dem Aufwachen aus der Narkose, verlängerte Aufwachzeit, Probleme bei der Intubation und Beatmung, allergische Reaktionen auf Narkosemittel und anderes mehr. Der Patient erhält weitergehende Informationen über die möglichen Narkoseformen, die bei der geplanten Operation durchführbar sind, über deren Ablauf, über deren Vor- und Nachteile hinsichtlich des Gesundheitszustandes oder der psychischen Verfassung des Patienten. Auch der Ablauf nach der Operation wird besprochen.

Um den Gesundheitszustand des Patienten objektiv beurteilen zu können, sind eine Reihe von Voruntersuchungen nötig. Deren Anzahl richtet sich nach dem Alter des Patienten, den bestehenden Vorerkrankungen und der Art und Größe der Operation. Geforderte Basisuntersuchungen sind Bluttests, ab einem Patientenalter von 40 Jahren ein EKG und ab 50 Jahren eine Röntgenaufnahme der Lunge. Diese Anforderungen können, was die Altersgrenzen anbelangt, von Klinik zu Klinik leicht variieren. Das Basisprogramm wird dann entsprechend dem Alter und Gesundheitszustand des Patienten und der Art und Größe der Operation erweitert. Beispielsweise wird bei dem oben genannten 32-jährigen Patienten, wenn er unter einer bekannten schweren Asthmaerkrankung leidet, eine Lungen-Röntgenaufnahme gefordert werden, eventuell sogar, je nach Schwere der Asthmaerkrankung, eine Untersuchung der Funktion der Lunge. Ebenso wird bei dem Patienten, wenn er über Herzrhythmusstörungen klagt, die Durchführung eines EKG’s sinnvoll sein. Während des Prämedikationsgesprächs führt der Narkosearzt die körperliche Untersuchung durch. Vor allem Herz und Lunge werden untersucht, dann Kopf- und Halspartie mit Weite der Mundöffnung, Zahnstatus, Schwellungen des Halses und bei geplanten Regionalanästhesien entweder Rücken, Arme oder Beine.

Am Ende des Prämedikationsgespräches willigt der Patient in die besprochene Narkose mittels einer Unterschrift ein. Der Narkosearzt verordnet auf Wunsch des Patienten eine Schlaftablette für die Nacht vor der Operation und eine Beruhigungstablette für den Morgen des Operationstages.

Wichtig ist, dass der Patient am Operationstag nüchtern ist, d. h. er darf ab ca. 22 Uhr des Vorabends nichts mehr essen, nichts mehr trinken und nicht mehr rauchen. Er soll ausgeruht sein und darf keinerlei Schmuck, auch keine Brille, im Operationssaal tragen. Nagellack, sowie Zahnprothesen müssen entfernt werden.

Dr. med. M. Oberndorfer

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