Schlüsselbein: Verrenkungen im Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk (Sternoclaviculargelenk)
3. Verrenkungen im Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk (Sternoclaviculargelenk)
Entstehung
Durch Sturz auf die Vorder- oder Oberseite der Schulter kann das Schlüsselbein durch Hebelwirkung an der ersten Rippe aus dem Gelenk mit dem Brustbein herausgehebelt werden. Verrenkungen vor und hinter das Brustbein sind möglich. Ein Band zwischen Brustbein und Schlüsselbein (das Ligamentum sternoclaviculare) wird hierbei zerrissen. Die lateinische Bezeichnung für die Verrenkung im Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk lautet luxatio sternoclavicularis. Diese Verletzung ist im Vergleich mit den beiden bisher beschriebenen Verletzungen eher selten.
Diagnose
Die Diagnose wird klinisch durch das sicht- und tastbare Hervorspringen des Schlüsselbeines neben dem Brustbein gestellt und durch ein Röntgenbild gesichert.
Therapie
Die Behandlung von Verrenkungen nach vorne erfolgt meist konservativ. Die Verrenkung wird durch Druck auf das Schlüsselbein und Bewegen des Armes im Schultergelenk von hinten nach vorne beseitigt. Danach erfolgt Ruhigstellung im Rucksackverband.
Verrenkungen nach hinten müssen operiert werden, wenn sie instabil sind oder zu einer Verletzung innerer Organe im Brustraum führen. Bei der Operation wird die Verrenkung eingerichtet und durch eine Draht oder Schnurschlinge in Achterform um das Gelenk stabilisiert.
Dr. med. Joachim Breinig
Lesen Sie auch Näheres über die “Schlüsselbeinbrüche und -verrenkungen” und die “Verrenkungen im Schultereck-Gelenk” sowie Schulterluxation – Wenn sich die Schulter “auskugelt”.

