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Schlüsselbeinbrüche und -verrenkungen

Eingetragen von Medizin-Netz am 30. August 2006 Ein Kommentar

1. Schlüsselbeinbrüche und -verrenkungen

Enstehung

Schlüsselbeinbrüche entstehen meist durch indirekte Krafteinwirkung bei einem Sturz auf die Schulter, den ausgestreckten Arm oder den Ellenbogen.

Krankheitsbild

Nach dem Sturz bemerkt der Patient einen Schmerz im Schulterbereich und eine Bewegungseinschränkung im Schultergelenk. Eine Schwellung besteht meist über der Mitte des Schlüsselbeines, weil hier die häufigste Bruchstelle liegt. Manchmal kann eine Stufe oder ein Knick an der Bruchstelle schon von außen sichtbar sein. Störungen des Gefühls im Arm der verletzten Seite oder der Armdurchblutung können auftreten, weil diese Strukturen in unmittelbarer Nähe des Schlüsselbeines liegen.

Anatomie

Das Schlüsselbein (lateinisch clavicula) ist ein S-förmiger Knochen. Es steht an seinem äußeren Ende in gelenkartiger Verbindung mit dem Schulterblatt und bildet so das Schultereckgelenk. Am inneren Ende steht das Schlüsselbein in gelenkartiger Verbindung mit dem Brustbein. Zahlreiche Muskeln des Schultergürtels setzen am Schlüsselbein an. Bei einem Bruch wird das Schlüsselbein durch den Zug unterschiedlicher Muskeln, die an verschiedenen Bruchstellen ansetzen, auseinandergezogen.

Untersuchung

Der Arzt prüft nach Betrachten der äußeren Verletzungszeichen Beweglichkeit im Schultergelenk, Gefühl und Durchblutung des verletzten Armes.

Diagnose-Sicherung

Zur endgültigen Diagnosesicherung und zur Beurteilung der Stellung der Bruchstücke ist ein Röntgenbild erforderlich. Im Gegensatz zu allen sonstigen Gliedmaßenverletzungen, wo Röntgenbilder immer in (mindestens) zwei Ebenen anzufertigen sind, genügt beim Schlüsselbeinbruch häufig eine Aufnahme der Schulter von vorne. Eine zweite Ebene ergibt sich, indem der Röntgenstrahl 30 Grad von unten zur Horizontalen ausgerichtet wird.

Röntgenbild: Schlüsselbeinbruch im mittleren Drittel

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Häufigkeit der Schlüsselbeinbrüche

Der Schlüsselbeinbruch ist eine häufige Sportverletzung bei Radfahrern und bei Kontaktsportarten wie Fußball. Bei Kindern sind ca. 15% aller Brüche Schlüsselbeinbrüche.
Auch als Geburtsverletzung kommt die Claviculafraktur bei etwa 0,5-1,5% aller Geburten vor. Klinisch wird bei Kindern manchmal eine Lähmung durch die schmerzbedingte Bewegungseinschränkung vorgetäuscht, man spricht auch von einer Pseudolähmung.

Einteilung der Brüche

Nach der Lokalisation der Bruchstelle können Brüche des mittleren, des äußeren und des inneren Drittels des Schlüsselbeines unterschieden werden. Am Häufigsten sind Brüche im mittleren Drittel.
Nach der Morphologie der Bruchlinien auf dem Röntgenbild werden Schräg-, Quer- und Trümmerbrüche unterschieden, nach Art der Krafteinwirkung Biegungs- und Drehbrüche. Bei Kinder finden sich häufig so genannte Grünholzbrüche. Hier wird ein Auseinanderweichen der Bruchstücke dadurch verhindert, dass die Knochenhaut erhalten bleibt, ähnlich wie die Rinde bei grünen Baumästen.
Klinisch wichtig für die Behandlung und den Schweregrad der Verletzung ist die Unterscheidung von offenen und geschlossenen Brüchen. Bei offenen Brüchen finden sich oft Begleitverletzungen von Gefäß und Nerven, sie sind in der Regel operativ zu behandeln.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt meist konservativ (also ohne Operation) in einem so genannten Rucksackverband. Bei offenen Brüchen, Nicht-Ausheilen des Bruches mit Falschgelenkbildung und bei gleichzeitiger Verrenkung des Schlüsselbeines im Schultereckgelenk oder im Gelenk zwischen Brustbein und Schlüsselbein ist eine Operation erforderlich. Mit Hilfe einer so genannten Rekonstruktionsplatte wird die ursprüngliche anatomische Form des Schlüsselbeines wiederhergestellt.

Röntgenbild: Operativ versorgter Schlüsselbeinbruch (Rekonstruktionsplatte)

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Prognose

Die Prognose ist im Allgemeinen gut zu bezeichnen. Fast alle Brüche heilen folgenlos aus. Eine bleibende Beeinträchtigung der Beweglichkeit im Schultergelenk ist äußerst selten.

Dr. med. Joachim Breinig

Lesen Sie auch Näheres über die “Verrenkungen im Schultereck-Gelenk” und die “Verrenkungen im Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk (Sternoclaviculargelenk)” sowie Schulterluxation – Wenn sich die Schulter “auskugelt”.

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Ein Kommentar »

  • Jessica sagt:

    Hatte selber einen Schlüsselbeinbruch beim Handstand.
    Ich habe den oben genannten Rucksagverband bekommen.
    Doof war das ich ihn 3 wochen tragen musste und nicht duschen durfte.Als das ding abwar war es kumisch ohne stütze zu laufen. TIPP: nehmt ein Dreieckstuch zur Hilfe,
    nach insgesamt 3 wochen danach musste ich nochmal zum artz.

    Endergebnis: 9 Wochen kein Sport
    3 Wochen nicht duschen
    viel Zettelkram zu machen
    3 mal ins Krankenhaus zur konntrolle

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