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Hautkrebs (Maligne (bösartige) Tumoren der Haut)

Eingetragen von Medizin-Netz am 23. August 2006 Kein Kommentar

Bösartige Hauttumoren zählen zu den häufigsten Geschwulsten beim Menschen. Frühzeitig erkannt sind sie in der Regel heilbar.
Oft entstehen sie auf Hautstellen, die besonders der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Daher sind besonders häufig Menschen betroffen, die sich viel im Freien aufhalten (Sportler, Sonnenbadende), aber auch Menschen in Berufsgruppen, die viel im Freien arbeiten (Bauern, Seeleute, Fischer). Durch die Sonnenstrahlung kann es zu Veränderung der Erbsubstanz der Hautzellen kommen, daraus kann sich Krebs entwickeln. Problematisch ist die Einstellung weiter Schichten der Bevölkerung, braune Haut mit Erholung, Urlaub, Jugend und Dynamik gleichzusetzen. In den letzten Jahren hat die Registrierung neuer Hautkrebsfälle alarmierend zugenommen, vor allem in Ländern mit hoher Sonnenbestrahlung (z. B. bei der hellhäutigen Bevölkerung Australiens). Aber auch bei uns in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 8000 Menschen an der bösartigsten Form des Hautkrebses, des sogenannten Malignen Melanoms.
Allgemein sind hellhäutige, blonde oder rothaarige Menschen oder Menschen mit vielen Sommersprossen besonders anfällig. Auch Personen mit mehr als 50 Pigmentflecken (“Muttermalen, Leberflecken”) gelten als besonders gefährdet.
Man unterscheidet als wichtigste maligne Hauttumoren das Basaliom (Basalzellkarziom), das Spinaliom (Spinalzellkarzinom) und das Maligne Melanom (Schwarzer Hautkrebs).

Malignes Melanom

Ein Malignes Melanom kann überall dort entstehen, wo sich im Körper Pigmentzellen befinden: auf der Haut, den Schleimhäuten (also auch z. B. in der Speiseröhre oder im Genitalbereich), im Auge und im Zentralen Nervensystem. Es gibt gewisse Unterschiede in der “Bösartigkeit” der Melanome, so kann es sein, dass sich ein Melanom schnell ausbreitet und wenige Monaten nach Entdeckung zum Tode führt, oder aber bei anderen Formen 5 Jahre nach Entdeckung und Therapie Patienten als geheilt gelten. Entscheidend wichtig für die Prognose sind der frühzeitige Verdacht, dass es sich bei einer Hautveränderung um ein Malignes Melanom handeln könnte und die entsprechende frühzeitige und vollständige chirurgische Entfernung. Hat der Tumor eine bestimmte Eindringtiefe nicht überschritten, kann er in praktisch allen Fällen vollständig mit einem kleinen Eingriff unter Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) entfernt werden. So können mehr als 95% der Patienten geheilt werden, wenn der Tumor rechtzeitig erkannt wird. Tückisch ist, dass das Maligne Melanom sehr frühzeitig zur Metastasenbildung (Absiedlung von Tochtergeschwülsten in andere Organe) führt. Diese Metastasen sind es auch in der Regel, die zum Tod des Patienten führen.

Warnzeichen

Die meisten Melanome entstehen auf vorher gesunder Haut, weniger als ein Drittel entwickelt sich aus einem schon bestehenden Pigmentfleck. Bei der Früherkennung hilft die sogenannte ABCDE-Regel. Sie gibt Hilfestellungen, wann man unverzüglich einen Hautarzt zur weiteren Abklärung aufsuchen sollte.

A wie Asymmetrie: Ein Mal ist in seiner Form unregelmäßig.
B wie Begrenzung: Ein Mal hat eine unregelmäßige oder unscharfe Begrenzung oder bogige Randauswüchse.
C wie Colour (von englisch. Farbe): Ein Mal ist an einigen Stellen heller oder dunkler, die Farbe ist uneinheitlich. Auch wenn ein Mal sehr dunkel, fast schwarz ist, sollte ein Spezialist aufgesucht werden.
D wie Durchmesser: Ein Mal ist größer als 5 mm.
E wie erhoben: Ein Mal erhebt sich mehr als 1 mm über das übrige Hautniveau.

Alle diese Kriterien können, müssen aber nicht auf ein Malignes Melanom hinweisen, bedürfen aber der fachärztlichen Abklärung. Weitere verdächtige Zeichen sind:

  • Plötzliches Auftreten eines Pigmentfleckes auf vorher normaler Haut, vor allem bei Menschen, die älter sind als 35-40 Jahre.
  • Wachstum, Änderung der Pigmentierung, Entzündung, Nässen oder Bluten von bestehenden Pigmentflecken.
  • Juckreiz oder Brennen eines Pigmentfleckes.

Das “typische” Melanom äußert sich entweder als braun-schwarzer, im Hautniveau liegender Pigmentfleck, der sich ausdehnt (das sog. Superfiziell Spreitende Melanom) oder als Knoten mit meist unterschiedlicher Pigmentierung mit unscharfer Randbegrenzung (Noduläres Melanom, Knotiges Melanom). Problematisch ist oft die Stellung der richtigen Diagnose eines Melanoms unter Finger- oder Fußnägeln. In Einzelfällen kann sich auch einmal ein bösartiger Hauttumor unter einer nicht heilenden Nagelentzündung verbergen. Auch Melanome, die nicht die typische braune oder schwarze Farbe haben, bleiben oft (zu) lange unentdeckt.
Bei Frauen entwickeln sich Melanome häufiger an den unteren Extremitäten (Beine und Füße), während bei Männern Melanome häufiger am Rumpf, insbesondere am Rücken auftreten. Generell sind die Areale des Körpers, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, stärker betroffen, es gibt jedoch auch Melanome an Stellen, die nie oder praktisch nie dem Sonnenlicht ausgesetzt sind (z. B. Speiseröhre, Fußsohle, Zwischenzehenbereich). Melanome treten ab dem dreißigsten, vierzigsten Lebensjahr gehäuft auf, Kinder vor der Pubertät sind nur in Ausnahmefällen betroffen. Eine entscheidende Rolle für das spätere Entstehen eines Melanoms scheint die Anzahl der in der Kindheit durchgemachten Sonnenbrände zu sein. Jeder einzelne Sonnenbrand im Baby- und frühen Kindesalter scheint das Risiko zu erhöhen. Kinder sollten daher die Sonne meiden und immer mit einem Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor eingerieben werden. Wichtig zu wissen ist, dass ein Sonnenschutzmittel etwa 20 Minuten bis eine halbe Stunde benötigt, bis der Lichtschutz aufgebaut ist. Es gibt mittlerweile auch spezielle, undurchlässige Kleidung und Strand- bzw Badekleidung für Kinder. Besondere Vorsicht erfordert ein Aufenthalt am Strand und im Gebirge, vor allem wenn Wasser und Schnee die Sonneneinstrahlung zusätzlich reflektieren. Babys unter einem Jahr sollten grundsätzlich nie der Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Natürlich ist auch für Erwachsene ein ausreichender Sonnenschutz Pflicht.

Therapie

Es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass die frühzeitige Erkennung und vollständige Entfernung eines Melanoms lebensentscheidend für den betroffenen Patienten ist!

Bei einem Verdacht auf ein Malignes Melanom sollte keinesfalls abgewartet und beobachtet werden. Auch der Rat, Muttermale in Ruhe zu lassen, kann zu einer Verschleppung der lebensrettenden chirurgischen Entfernung führen. Verdächtige Pigmentflecke müssen immer entfernt werden und anschließend von einem Pathologen gründlich untersucht werden. Erst dann kann man mit Sicherheit sagen, ob ein Pigmentfleck gut- oder bösartig ist.
Ist das Melanom bereits in tiefere Hautschichten durchgebrochen, ist die Therapie sehr viel schwieriger. Das Maligne Melanom gehört zu den Tumoren, die am frühesten metastasieren. Auch diese Tochtergeschwülste sollten, wenn möglich, chirurgisch entfernt werden. Nach der Operation wird häufig eine sog. Immuntherapie durchgeführt. Mit Hilfe von Interferon sollen die körpereigenen Abwehrkräfte zum Kampf gegen den Krebs gestärkt werden. Durch Interferon kann die Metastasenbildung verzögert und die Lebenszeit verlängert werden. Eine Chemotherapie mit sogenannten Zytostatika wird heute beim Melanom nur noch selten als einzige Therapie eingesetzt. Zytostatika sind Medikamente, die Zellen besonders während ihrer Teilungsphase abtöten. Krebszellen teilen sich häufiger als normale, gesunde Körperzellen, deshalb sind sie der Hauptangriffspunkt bei solch einer Therapie.

Basaliom (Basalzellkarzinom)

Das Basaliom gehört zur Gruppe der sog. semi (= halb) malignen Tumoren. Das bedeutet, dass der Tumor zwar örtlich wachsend das umliegende Gewebe zerstört, praktisch aber keine Tochtergeschwülste absiedelt. Im Gegensatz zum Malignen Melanom liegt der Hauptgipfel der Erkrankten im höheren Lebensalter, etwa ab dem 60.-80. Lebensjahr. Weiterhin tritt das Basaliom hauptsächlich an Stellen des Körpers auf, die sehr stark der Sonne ausgesetzt sind, vor allem im Gesicht.
Typisch ist ein langsames Wachstum, meist über mehrere Jahre, dann treten häufig plötzliche Wachstumsschübe auf. Basaliome können ganz unterschiedlich in Erscheinung treten: mal als glänzende, derbe Knötchen, oft mit einer zentralen Eindellung, mal als “offene”, nicht heilende Stellen, mal als in die Tiefe wachsendes Geschwür.
Wiederholtes Bluten oder Verkrusten wird oft beschrieben.
Die Art der chirurgischen Therapie richtet sich nach dem Sitz und der Ausdehnung des Tumors.

Spinaliom (Spinozelluläres Karzinom)

Das Spinaliom ist der zweithäufigste Hautkrebs (nach dem Basaliom). Gekennzeichnet ist er durch ein örtlich gewebszerstörendes Wachstum in die Umgebung.
Im Gegensatz zum Basaliom bildet das Spinaliom jedoch Metastasen, vornehmlich in die umliegenden Lymphknoten. Das Spinaliom tritt bevorzugt im höheren Lebensalter (ab ca. 55 Jahren) auf und kommt häufiger bei Männern vor. Auch das Spinaliom tritt meist auf sonnenvorgeschädigter Haut auf. Die Therapie besteht in der vollständigen chirurgischen Entfernung. Weitere Therapiemaßnahmen können in Abhängigkeit von der Ausdehnung des Tumors und eventuellem Bestehen von Fernmetastasen nötig werden.

Dr. med. Marietta Czioska

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