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Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörung

Eingetragen vonMedizin-Netzam 14. Oktober 2008 Ein Kommentar

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen weltweit an erster Stelle der Todesursachen – allen voran die Erkrankung der Herzkranzgefäße. Je mehr Sie über Herzerkrankungen wissen, desto besser können Sie sich selbst vor ihnen schützen.

In der Statistik der Ursachen, an denen die Menschen in der Bundesrepublik sterben, stehen die Herz-Kreislauf-Krankheiten vor allen anderen mit weitem Abstand an erster Stelle.

Der Herzinfarkt

Sobald eine Engstelle in einem Herzkranzgefäß durch einen Blutpfropfen völlig verschlossen ist, so dass der dahinterliegende Abschnitt des Herzmuskels nicht mehr durchblutet wird und zugrundezugehen droht, ist der Herzinfarkt eingetreten. Pro Jahr erleiden in Deutschland rund 300000 Menschen einen Herzinfarkt, und etwa 190000 davon sterben noch vor der Einlieferung in ein Krankenhaus daran oder kurz nach Eintreffen in einer Klinik. Der Herzinfarkt ist in den Industrieländern nahezu eine Epidemie. Am bedrohlichsten ist, wenn dem Infarkt noch Herzrhythmusstörungen folgen, insbesondere Kammerflimmern. Die Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus ist dann auf das höchste gefährdet. Wird das Kammerflimmern nicht sofort durch einen Elektroschock beseitigt oder der Kreislauf durch Herzmassage und Beatmung aufrecht erhalten, stirbt der Patient innerhalb von fünf bis zehn Minuten.
Symptome des Herzinfarkts sind starke Schmerzen in der Brust, häufig mit Ausstrahlung in die Arme, sowie in die Hals-, Nacken- und Magengegend oder in den Rükken. Gleichzeitig setzen meistens noch Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß und Todesangst ein. Auch wenn die Symptome nicht so eindeutig sind, sollte sofort ein Rettungswagen alarmiert werden. Schon drei Stunden nach einem kompletten Verschluss einer Koronararterie sind 60 Prozent des betroffenen Herzmuskel-Areals rettungslos verloren. Eine einprägsame Formel lautet: Zeit ist Muskel. Je zeitiger ein Infarkt-Patient in kompetente ärztliche Versorgung kommt, desto mehr kann von dem bedrohten Herzmuskel noch vor dem Absterben bewahrt werden.

Therapie des Herzinfarkts

Primäres Ziel der Herzinfarkt-Therapie ist die schnellstmögliche Beseitigung des Verschlusses des Herzkranzgefäßes, der den Infarkt ausgelöst hat. Dafür gibt es zunächst die sogenannte Lyse-Therapie mit der Möglichkeit, den Blutpfropfen aufzulösen. Außer den seit langem dazu eingesetzten Wirksubstanzen Streptokinase und Urokinase gibt es neuere Thrombolytika, die heute auch schon gentechnisch hergestellt werden. Sie öffnen verschlossene Blutgefäße schneller und vollkommener und reduzieren gleichzeitig die Gefahr eines erneuten Gefäßverschlusses.

Von gleicher Bedeutung wie die Lyse-Therapie ist die Schmerzbekämpfung und die Sedierung des Patienten mit dem Ziel, ihm die Todesangst zu nehmen. In dafür ausgestatteten Kliniken, wo rund um die Uhr eine geübte Crew bereitsteht, wird heute schon routinemäßig bei einem frischen Herzinfarkt statt der Lyse-Therapie eine Ballondilatation vorgenommen, der Verschluss also mechanisch aufgedehnt und dann ein Stent eingesetzt, der das Gefäß offenhält. Auch sogar unter den Bedingungen des Notfalls, wenn die Lyse-Therapie nicht wirken sollte, kann in diesen spezialisierten Zentren dem Patienten ein Stent eingesetzt werden. Beta-Blocker und Acetylsalicylsäure oder ein anderes Präparat, das der Verklumpung des Blutes vorbeugt, sind unumgänglich zur Verhinderung eines zweiten Infarkts.

Der Herzinfarkt kommt nicht immer, wie gelegentlich zu hören ist, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sondern er sendet meistens vorher Warnsignale aus, die aber nur zu häufig unbeachtet bleiben oder falsch gedeutet werden. In achtzig Prozent der Fälle kommt es schon Wochen vor dem Infarkt zum Beispiel zu Schmerzen in der Brust unter körperlicher und/oder seelischer Belastung, manchmal aber auch ohne jeden Anlass. Weitere Warnzeichen sind Atembeklemmung, Unwohlsein, Übelkeit, Brechreiz, Schweißausbrüche und Angst.

Die Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Unter Herzinsuffizienz versteht man eine Herzmuskelschwäche mit verminderter Pumpleistung des Herzens. Das Herz ist dann nicht mehr in der Lage, das Bedürfnis des Organismus an Blut und Sauerstoff zu decken. Ein gesundes Herz pumpt beispielsweise in einer Minute rund fünf Liter Blut in den Kreislauf, das insuffiziente Herz dagegen deutlich weniger, manchmal nur zwei Liter. Die Menge des ausgeworfenen Blutes ist also zu gering, um den Körper bis in die weit vom Herzen entfernt gelegenen Bereiche ausreichend zu versorgen.

Ein schwaches Herz kann die Folge einer lange bestehenden Verengung der Herzkranzgefäße, also der koronaren Herzkrankheit sein, eines Herzinfarkts, einer Herzmuskelentzündung, häufig auch eines erhöhten Blutdrucks, entzündeter Herzklappen, chronischer Bronchitis, Infektionskrankheiten, Vergiftungen und angeborener Herzfehler.

Da das Herz durch die Scheidewand in eine linke und rechte Hälfte unterteilt ist, wird auch zwischen der Links-Herz-Insuffizienz und der Rechts-Herz-Insuffizienz unterschieden. Liegt eine Schwäche des Herzens insgesamt vor, spricht der Arzt von einer Global-Insuffizienz.

Die Herzinsuffizienz wird nach den klinischen Beschwerden in vier Schweregrade eingeteilt:

  • Schweregrad I: An der Menge des ausgepumpten Blutes kann man abmessen, dass die Leistung des Herzens vermindert ist. Das macht sich jedoch erst bei erheblichen körperlichen Anstrengungen als Atemnot oder starkes Herzklopfen bemerkbar.
  • Schweregrad II: Schon bei durchschnittlicher körperlicher Belastung setzt schnelle Ermüdung ein, verbunden meist mit Atemnot und Steigerung der Pulsfrequenz.
  • Schweregrad III und IV: Eine körperliche Belastung ist nicht mehr möglich. Die Atemnot ist groß und anhaltend, und schon bei völliger Ruhe kann der Patient nur noch unter großen Mühen atmen.

Je schwerer die Herzinsuffizienz ist, desto ausgeprägter sind die sogenannten Stauungszeichen, die klassischen Symptome der Herzschwäche. Je nachdem, ob die linke oder rechte Herzhälfte betroffen ist, kommt es zu Aufstauungen des vom Herzen nicht weitergepumpten Blutes. Bei Links-Herz-Insuffizienz staut es sich in der Lunge (Lungenödem), bei Rechts- Herz-Insuffizienz in Leber, Magen-Darm-Bereich, Hals und Beinen. Typische Zeichen der Herzschwäche sind Kurzatmigkeit und beschleunigter Herzschlag, dann aber auch Anschwellen der Beine, besonders am Abend, Blaufärbung der Lippen (Zyanose) als Ausdruck akuter Sauerstoffnot, geringe Flüssigkeitsausscheidung am Tage, dafür um so mehr in der Nacht. Bei fortgeschrittener Herzschwäche kommen noch Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Magendruck und Durchfälle hinzu.

Das Herz ist gegen eine solche Insuffizienz lange Zeit über vielfältige Mechanismen geschützt. Es kann zum Beispiel schneller schlagen oder sich, um den Blutbedarf sicherstellen zu können, vergrößern. Über diese und andere Mechanismen vermag das Herz eine permanente Überforderung so weit auszugleichen, dass der Patient wenig davon verspürt und noch relativ gut damit leben kann. Erst allmählich steigert sich die Herzschwäche, und letztendlich ist das bis zu einer völligen Dekompensation möglich.

Die Therapie der Herzinsuffizienz

Die Behandlung der Herzinsuffizienz orientiert sich zunächst einmal an den Grundleiden und damit an den Ursachen, die zur Herzschwäche geführt haben. Prinzipiell wird der Arzt versuchen, die Ursache der Herzinsuffizienz wenn immer möglich zum Beispiel durch eine Herzoperation (Klappenersatz) zu beseitigen. Zusätzlich wird das Herz mit Hilfe von Medikamenten entlastet und der Widerstand, den es bei der Pumparbeit zu überwinden hat, gesenkt. Fünf Medikamentengruppen stehen zur Verfügung: ACE-Hemmer, Diuretika, Herzglykoside, Angiotensin-Antagonisten und Betablocker. Bei schwerster Herzinsuffizienz und wenn alle diese Medikamente dem Patienten nicht mehr ausreichend Erleichterung verschaffen, ist nur noch eine Herztransplantation als letzter Ausweg möglich. Prof. Christiaan Barnard nahm am 3. Dezember 1967 in Kapstadt die erste Herztransplantation vor, doch starb der Empfänger Louis Washkansky schon wenige Stunden nach der Operation. Der Patient der zweiten Herztransplantation, der Zahnarzt Philip Blaiberg, lebte dann aber schon zwanzig Monate mit dem neuen Herzen. Die erste Herztransplantation in der Bundesrepublik nahm Prof. Rudolf Zenker am 13. Februar 1969 in München vor. Doch dieser Patient, Joseph Zehner, überlebte wieder nur 22 Stunden. Inzwischen aber ist die Herztransplantation ein Routineverfahren geworden, und die einzelnen Transplantationen werden nicht mehr gezählt. Man schätzt, dass es mittlerweile etwa 40000 waren.
Größtes Aufsehen in der ganzen Welt erregte dann am 2. Dezember 1982 der erste längerfristige Einsatz eines künstlichen Herzens bei einem Patienten, ausgeführt am Medical Center von Utah in Salt Lake City von Dr. William Devries. Der Zahnarzt Dr. Barney Clark lebte damit bis zum 25. März 1983. Danach hat auch noch in Berlin Prof. Emil Sebastian Bücherl ein von ihm entwickeltes künstliches Herz an Patienten ausprobiert – ebenfalls ohne Erfolg. Die Gründe dafür liegen unter anderem in der stark überhöhten Emboliegefahr des Blutes bei Kontakt mit dem Kunststoff.

Die bisherigen Forschungen an einem künstlichen Herzen waren jedoch nicht ohne Nutzen. Es entwickelte sich daraus das sogenannte Bridging-Verfahren, das die Zeitspanne überbrücken hilft, die anfällt, wenn ein Patient auf ein für ihn passendes Spenderherz warten muss. Ihm wird dann zu seinem schwerkranken Herzen vorübergehend ein Hilfsherz eingesetzt, eine mechanische Pumpe, die das geschwächte eigene Herz bis zur Transplantation unterstützen, vor allem jedoch entlasten soll.

Für die Therapie der Herzinsuffizienz gibt es auch noch ein paar extravagante Methoden im Versuchsstaddium. Zu Beginn der achtziger Jahre hatte in Paris Alain Carpentier zum ersten Mal eine Kardiomyoplastie vorgenommen. Er legte dafür den breiten Rückenmuskel frei, zog einen Teil davon in der Höhe der zweiten Rippe nach vorne durch und legte ihn zur Unterstützung um das leistungsschwach gewordene Herz. Zusätzlich musste nun, und das erschwerte das Verfahren, ein spezieller Herzschrittmacher dafür sorgen, dass die quergestreifte Muskulatur des Rückenmuskels, die schnell ermüdet, sich umbaut in die glatte Muskulatur des Herzmuskels, die niemals ermüdet. In Deutschland ist dieses Verfahren nur vereinzelt eingesetzt worden, und inzwischen ist es überall im Rückgang, weil die erhoffte Besserung der Herzschwäche ausblieb.

Das ist offenbar anders beim „Herzlifting” des Brasilianers Randas Batista – ein sensationelles, mutiges Verfahren im Experimentierstadium, das auch Ventrikulektomie genannt wird. Bei der Batista-Methode schneidet der Chirurg im Bereich der linken Herzkammer aus dem vergrößerten, gewissermaßen ausgeleierten und geschwächten Herzen ein etwa zehn Zentimeter langes dreieckiges Herzstück heraus, ähnlich wie man ein Dreiecksstück aus einer Melone herausschneidet. Das deutlich verkleinerte Organ wird daraufhin gerafft und wieder zusammengenäht. Tatsächlich hat Batista seit 1995 bei vielen hundert Eingriffen dieser Art (weltweit waren es bis Herbst 1998 etwa 1000, in Deutschland knapp einhundert) hervorragende Ergebnisse erzielt. Bei 75 Prozent der so operierten Patienten ließ sich der Schweregrad der Herzschwäche von der Höchststufe IV auf die Stufen I und II zurückführen. Weitere Erfahrungen und wissenschaftliche Studien sind notwendig, wenn einmal die Batista-Methode auf breiterer Basis Anwendung finden soll.

Die Herzrhythmusstörung

Das Herz eines gesunden Erwachsenen jüngeren und mittleren Alters schlägt in der Minute etwa siebzig bis achtzig Mal, das eines Kindes etwa neunzig Mal. Der Arzt spricht bei diesen Zahlen von der Herzfrequenz. Bei normaler körperlicher Belastung und seelischer Situation schlägt das Herz schneller oder manchmal auch unregelmäßig. Hier liegen meist harmlose Störungen des Herzrhythmus vor. Sie machen 10 bis 15 Prozent aller Herzkrankheiten aus. Andere Herzrhythmusstörungen können besorgniserregend und sogar akut lebensbedrohend sein, mal aber auch völlig harmlos, beispielsweise wenn der Schlagrhythmus kurz unterbrochen ist, sogleich aber mit einem fast doppelt stark empfundenen Schlag wieder aufgenommen wird.

Das Herz – so kann man sagen – besitzt ein eigenes Elektrizitätswerk, das ein Leben lang den Strom liefert für die Pumparbeit. Die Initialzündung zu einem Herzschlag geht vom sogenannten Sinusknoten aus, der gewissermaßen der Schrittmacher dafür ist, dass das Herz immer wieder neu in Gang kommt und Blut pumpt. Im Sinusknoten werden automatisch elektrische Impulse gebildet, und diese Eigenschaft bezeichnet man als Automatie. Vom Sinusknoten aus breiten sich die elektrischen Impulse über die Pumpmuskulatur des rechten und linken Herzvorhofs aus, treffen im Atrioventrikulär-Knoten (AV-Knoten), der zwischen den Vorhöfen und den beiden Herzkammern liegt, wieder zusammen und werden dann über die Arbeitsmuskulatur der linken und rechten Herzkammer weitergegeben und in eine Pumpreaktion umgesetzt. Fällt der Sinusknoten einmal aus, übernehmen nachgeordnete Impulsgeber mit etwas verlangsamter Frequenz seine Funktion. Praktisch ist jede Herzmuskelzelle auch einzeln in der Lage, von sich aus Schlagimpulse zu entwickeln.

Der Herzrhythmus wird indessen nicht nur vom herzeigenen Reizleitungssystem bestimmt, sondern zusätzlich noch von einer übergeordneten Steuerungszentrale, nämlich vom vegetativen, das heißt vom Willen nicht beeinflussbaren Nervensystem. Dazu gehören der Sympathikus, der der Antreiber für die Herzaktivität ist, und der Parasympathikus, auch Vagus genannt, der als Bremser und Gegenspieler wirkt.

Diese übergeordneten Nerven, die noch beeinflusst werden durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin, dienen dazu, die Arbeit des Herzens den unterschiedlichen Bedürfnissen des Körpers anzupassen, beispielsweise zu beschleunigen beim Treppensteigen oder bei innerer Erregung, oder zu verlangsamen im Schlaf. Das vegetative Nervensystem ist gleichzeitig auch die Verbindung des Herzens zum Gehirn als der zentralen Steuerungsstelle aller Lebensvorgänge des Menschen.

Der verlangsamte Herzschlag (Bradykardie)

Entsprechend den vielfältigen Einflüssen, die ihn mitbestimmen, kann der Herzrhythmus auch vielfältig gestört sein. So spricht man von einer Leitungsstörung, wenn die Weitergabe der Schlagimpulse im Reizleitungssystem gestört ist, und von der Bildungsstörung, wenn schon bei der Bildung des initialen Impulses Störungen auftreten. Viele Patienten leiden unter einem verlangsamten Herzschlag, einer Bradykardie, mit deutlich weniger als sechzig Schlägen in der Minute. Recht häufig liegt dann eine Störung der Nervenversorgung des Herzmuskels in dem Sinne vor, als der Parasympathikus als der Bremser stärkeren Einfluss hat. Geht die Herzfrequenz auf 30 bis 40 Schläge pro Minute zurück, wird dem Kranken plötzlich schwarz vor Augen, er stürzt und erleidet einen Ohnmachtsanfall, der – wenn er länger als drei bis vier Minuten anhält – tödlich sein kann. Man spricht von einem Adams-Stokes-Anfall; die beiden Arzte Adams und Stokes hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts dieses Krankheitsbild als erste beschrieben. Einem Adams-Stokes-Anfall liegt immer eine Blockierung der Erregungsleitung zugrunde.

Der beschleunigte Herzschlag (Tachykardie)

Jede körperliche Anstrengung, insbesondere jede sportliche Aktivität und ebenso innere Erregung wie Arger, Aufregung und Angst kann den Herzschlag beschleunigen. Man spricht dann vom Herzklopfen – einem völlig normalen, gesunden Vorgang. Doch gibt es auch krankhafte Formen des beschleunigten Herzschlags: anfallsweises Herzjagen, wenn es häufiger auftritt, Herzflattern und das extrem gefährliche Herzflimmern. Arztliche Hilfe ist in jedem dieser Fälle unerlässlich.

Der unregelmäßige Herzschlag (Arrhythmie)

Wenn das Reizleitungssystem des Herzens gestört ist, kann es auch zu einem unregelmäßigen Schlagrhythmus kommen, und es stellen sich dann, je nachdem, wo die Störung liegt, unterschiedliche Krankheitsbilder ein. Dazu gehören auch die Extrasystolen, die dann vorliegen, wenn sich die großen Herzkammern außerhalb des normalen Rhythmus zusammenziehen, das Herz also Doppelschläge macht. Extrasystolen sind manchmal auch die Folgen von Rauchen und Alkohol im Übermaß, oder von Störungen des Salzhaushalts (Kalium- und/oder Magnesiummangel), Herzklappenfehlern, koronarer Herzkrankheit und einer Überfunktion der Schilddrüse.

Die Therapie der Herzrhythmusstörungen

Nach Art und Ursachen der Herzrhythmusstörungen ist die Therapie unterschiedlich. Wenn geklärt ist, dass es sich auch wirklich um eine ernsthafte, behandlungsbedürftige Rhythmusstörung und nicht um eine Bagatelle handelt, sollte zunächst und grundsätzlich, wo dies möglich ist, die Grunderkrankung angegangen werden, die die Herzrhythmusstörungen herbeigeführt hat. Der Arzt wird dann zunächst zur Unterdrückung der Störungen Medikamente einsetzen, sogenannte Antiarrhythmika, die allerdings gefährliche Nebenwirkungen haben können. Deswegen wird intensiv an nichtmedikamentösen Behandlungsverfahren gearbeitet. Zwei solcher Verfahren stehen heute im Zentrum der Therapie: die Verödung (Ablation) der im Herzen für die anfallsweise auftretende Tachykardie verantwortlichen Bezirke mit Hochfrequenzenergie, die mit einer speziellen Kathetertechnik erfolgt und deswegen auch Katheterablation genannt wird. Gelingt es, das betreffende Gewebe auf Dauer zu zerstören, ist der Patient womöglich für immer von Herzrhythmusstörungen befreit. Das zweite Verfahren ist der Einsatz eines Defibrillators, eines antitachykarden ”Elektroschockgerätes”, das bei Bedarf einspringt und den aus dem Rhythmus gekommenen Herzschlag normalisiert. Dieses Gerät wird bei Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Der Defibrillator, kurz auch nur Defi genannt, ist etwa so groß wie eine große Taschenuhr und größer als ein Herzschrittmacher und wird, unter die Haut geschoben, über Elektroden mit dem Herzen verbunden.

Ein vergleichbares Gerät, das allerdings bei gegensätzlicher Diagnose eingesetzt wird, ist der seit 1958 bekannte Herzschrittmacher, der ein zu langsam schlagendes Herz korrigierend unterstützen soll. In Deutschland werden pro Jahr zwischen 30000 und 40000 Herzschrittmacher implantiert; sie sind multiprogrammierbar, können also individuell auf die Erfordernisse jedes Patienten eingestellt werden und werden ebenso wie der Defi unter die Haut geschoben.

Broschüre aus der TK-Schriftenreihe zur gesundheitsbewussten Lebensführung. 1. Auflage 1999. Herausgeber: Techniker Krankenkasse, Hauptverwaltung: 22291 Hamburg. Fax: 040 – 69 09 – 22 58, Internet: http://www.tk-online.de. Bereich Marketing und Vertrieb; Fachbereich Werbung und Redaktion. Text: Max Conradt. Redaktion: Roderich Vollmer-Rupprecht, Britta Surholt-Rauer.
Mit freundlicher Genehmigung der Techniker Krankenkasse.

Lesen Sie auch die Artikel zu:

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  • Angina pectoris und Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
  • Herzinsuffizienz (Herzversagen)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Risikofaktoren

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Ein Kommentar »

  • Mesasul sagt:

    trotzdem habe ich eine Frage.

    Gibt es eine Statistik welche Ursachen am häufigsten zum Tod führen, aufgeteilt auf männlich/weiblich.
    Also Herzrhythmusstörungen oder Sklerose oder Schock, oder Diabetes etc.
    Aus welchen Gründen jemand dahin kommt ist mir egal.
    Ich möchte nur wissen welche geschädigten Organteile/Gefäße o.ä. bei den Herzinfakrten am häufigsten der Grund für den Herzstillstand darstellen.

    Würde mich sehr über eine Antwort freuen.
    Danke
    Mesasul

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