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Thrombose und ihre Folgeerscheinungen

Eingetragen von Medizin-Netz am 31. August 2006 2 Kommentare

Einleitung

Die Blutpfropfbildung innerhalb des Gefäßsystems wird als Thrombose bezeichnet, der Blutpfropf als Thrombus.
Je nach Örtlichkeit ihres Auftretens und Beschaffenheit des Thrombus weist die Thrombose verschiedene Erscheinungsformen auf und kann unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen.
Um sich einen Überblick zu verschaffen, sind Kenntnisse über das Herz-Kreislaufsystem wichtig; Ursachen und Entstehung, Arten der Thromben, Einteilung der Thrombosen, Sonderformen, Folgeerscheinungen, Untersuchungsmethoden, VorbeugemöglichkeitAen und Behandlungsmaßnahmen sind Inhalt dieses Artikels. Ihrer Häufigkeit wegen werden vor allem die Erkrankungen der unteren Gliedmaßen beschrieben.

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Das Herz-Kreislauf-System

Es besteht aus dem faustgroßen Hohlmuskelmotor Herz, welches in 2 Vorhöfe und 2 Kammern unterteilt ist und das durch seine rhythmischen Zusammenziehungen das wichtige Blut ein Leben lang in Bewegung hält, und dem Gefäßsystem, das dem Blut als Behälter dient und in seinem Dauerfluss unterstützt. Der immerwährende Kreislauf des Blutes wird in einen großen oder “Körperkreislauf” und einen kleinen oder “Lungenkreislauf” eingeteilt, die beide durch das Herz miteinander verbunden sind.
Die Blutgefäße, auch Adern genannt, bestehen aus

Arterien (Schlagadern), mehr oder weniger dickwandig;

  • sie führen das Blut vom Herzen in den Körper (Körperkreislauf) und in die Lungen (Lungenkreislauf)
  • verästeln sich in immer kleinere Gefäße
  • die kleinsten Arterien heißen Arteriolen

Venen (Röhren, Kanäle), dünnwandig, vor allem in den Gliedmaßen mit Klappen versehen

  • sie führen das Blut aus dem Körper und den Lungen zum Herzen
  • entstehen durch den Zusammenfluss kleinster Venen (Venolen) zu immer größeren

Kapillaren (Haargefäße)

  • sie sind die Verbindung des arteriellen und venösen Teiles des Gefäßsystems
  • entstehen auf der einen Seite aus Arteriolen und gehen auf der anderen Seite in Venolen über
  • befinden sich in den Körpergeweben (so auch in den Lungen)
  • durch sie findet der Stoff- und Gasaustausch (Sauerstoff – Kohlendioxid) im Organismus statt.

Ist der Stoff- und Gasaustausch in einem Körperteil behindert oder fällt ganz aus, kommt es zur Unterversorgung des betreffenden Gebietes und schließlich zum Absterben seines Gewebes. Damit das Blut ungehindert zu seinem jeweiligen Bestimmungsort überall im Organismus fließen kann, ist ein einwandfrei funktionierendes durchgängiges Herz-Gefäßsystem von größter Bedeutung. Wird der Blutkreislauf an einer Stelle beispielsweise durch einen Thrombus unterbrochen, kann das verheerende Folgen für den Organismus haben.

Ursachen und Entstehung

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die sich begünstigend auf die Entstehung einer Thrombose auswirken wie beispielsweise Krampfadern, Übergewicht, Herzmuskelschwäche, Bettlägerigkeit, Geburten, Operationen, Verletzungen, Verbrennungen, bösartige Erkrankungen, Verhütungsmittel, andere Hormompräparate, Medikamente.
Die wichtigsten Entstehungsmöglichkeiten der Thrombose wurden vor über 100 Jahren von dem Pathologen Rudolf VIRCHOW (1821-1902) beschrieben und sind in der Medizin als VIRCHOW-Trias bekannt.

  1. Schädigungen von Gefäßwänden entstehen vor allem durch verkalkungsbedingte (arteriosklerotische) Ablagerungen und entzündliche Gefäßwandveränderungen sowie durch eine Sauerstoffverminderung oder auch Gefäßwandverletzung.
  2. Verlangsamung des Blutstromes bei Venenerweiterung, Abflussbehinderung durch mechanische Ursachen, Herzmuskelschwäche u.s.w.
  3. Erhöhte Blutgerinnung in den Gefäßen durch Anderung der blutgerinnungsbeteiligten Körperchen und Faktoren z. B. bei Knochenbrüchen, Operationen, Verletzungen, Verbrennungen u.s w.

Arten der Thromben

Je nach Entstehungsort, -art und Zusammensetzung unterscheidet man folgende Thromben:
Abscheidungsthromben oder Plättchenthromben (weiß) entstehen durch die Ablagerung von Blutplättchen (Thrombozyten) an den durch Verkalkung, Entzündung u. a. Ursachen aufgerauhten Arterienwänden oder auf den Herzklappen. Am Aufbau dieser Thromben ist auch Fibrin, ein für die Blutgerinnung wichtiges, wasserunlösliches Protein (Eiweiß) beteiligt, dass hier in Form von dünnsten Platten (Lamellen) die Thrombozytenbälkchen begrenzt.

Gerinnungsthromben (rot) entstehen bei einer Blutstromverlangsamung sowie bei einer erhöhten Blutgerinnung. Sie bestehen aus einem Fibrinnetz, in das rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen eingelagert sind.

Gemischte Thromben bestehen aus einem Abscheidungsthrombus als Kopfteil und einem Gerinnungsthrombus als Schwanzteil. Zwischen beiden kann ein Mittelteil aus weißen und roten Schichten bestehen, wenn sich der Thrombus in Schüben gebildet hat. Gemischte Thromben kommen vorwiegend in Venen vor.

Sogenannte hyaline Thromben, gleichmäßig aussehende, vermutlich vor allem aus Fibrin bestehende Thromben sind in den Kleinstgefäßen zu finden.
Thromben können sich überall im Gefäßteil bilden, entstehen jedoch bevorzugt an bestimmten Orten.

Einteilung der Thrombosen

Je nach Entstehungsort, dem daraus erwachsenden Krankheitsbild und den Folgeerscheinungen, gibt es eine Reihe von Thrombosen.

ArterielleThrombosen.
Wie bereits erwähnt, entstehen arterielle Thrombosen bei Arterienwandschädigung durch arteriosklerotische Veränderungen, Entzündungen, Verletzungen, sauerstoffmangelbedingte Schäden. Auch Infektionskrankheiten oder beispielsweise bösartige Erkrankungen können zu arteriellen Thrombosen führen. Bevorzugte Stellen sind Becken- und Beinarterien, die Körperschlagader (Aorta), linker Vorhof und linke Kammer des Herzens sowie die Herzkranzgefäße. Krankhafte Arterienausbuchtungen (Aneurysmen) sind ebenfalls von Thrombosen bedroht. Auch andere Organe wie z. B. das Gehirn, die Nieren, der Darm können von Thrombosen befallen werden.
Beim Verschluss kleinerer Arterien und bei sich langsam entwickelnden Verschlüssen großer Arterien sind die Krankheitszeichen (Symptome) häufig nicht ausgeprägt. Akute Verschlüsse gehen mit schwerwiegenden Symptomen und oftmals auch Folgen einher. So kommt es zu Abkühlung und Blässe der Haut sowie zu starken Schmerzen. Die Arterienpulse können an den betreffenden Stellen nicht getastet werden. Auch Empfindungsstörungen treten auf.

Venenthrombosen.
Je nach Entstehungsort unterscheidet man auch hier verschiedene Thrombosen. Dies kann z. B. bei Hirn-, Nieren- oder Darmvenen der Fall sein. Am häufigsten kommen Thrombosen in den Venen des Beckens und der Beine vor.
Die Beinvenenthrombosen werden in oberflächliche und tiefe Thrombosen eingeteilt.
Die oberflächliche Venenthrombose wird auch als Thrombophlebitis bezeichnet (griech.: phlebitis = Venenentzündung), weil sie infolge einer Venenwandentzündung entsteht. Außerdem können Verletzungen, langangelegte Infusionsbestecke, auf Venen übergehende Entzündungen von Nachbargebieten u. a. Ursachen sein. Bei Krampfadern kommen Thrombosen häufiger vor.
Da die oberflächliche Beinvenenthrombose im Zusammenhang mit Entzündungen steht, wird sie sich durch Symptome einer Entzündung bemerkbar machen: Rötung, Hitze, Schmerz und durch einen tastbaren Venenstrang. Normalerweise heilt die oberflächliche Venenthrombose ohne Folge ab. Sie kann sich jedoch auch in tieferen Venen fortsetzen, was zu folgenschweren Komplikationen führen kann.
Tiefe Venenthrombosen (Phlebothrombosen) sind meistens Komplikationen verschiedener Krankheiten wie Infektionen, Herzinfarkt, bösartige Krankheiten u. s. w. Sie kommen bei Operationen und bettlägerigen Patienten gehäuft vor. Wie bereits erwähnt, können sie auch Folge von oberflächlichen Beinvenenthrombosen sein.
Die tiefen Beinvenenthrombosen beginnen meistens in Wadenvenen, also im Unterschenkel, und können sich in den Oberschenkel fortsetzen. Krankheitszeichen (s. Untersuchungsmethoden) sind nicht immer ausgeprägt.

Thrombose der Kleinstgefäße.
In den kleinsten Gefäßen, der sogenannten Endstrombahn, können durch eine krankhafte Gerinnung des Blutes in diesem Gebiet Fibrinthromben auftreten, die die kleinsten Gefäße verlegen. Ursachen dieser Thromben können Kreislaufschock, Geburtskomplikationen, Blutvergiftung, Leukämie, Tochtertumoren (Metastasen) bildende Krebse u. a. sein.
Durch die Verlegung der für den Stoff- und Gasaustausch (wichtiger Sauerstoff!) zuständigen Endstrombahn kann es zum örtlichen Gewebsabsterben in verschiedenen lebenswichtigen Organen kommen wie z. B. den Nieren und Nebennieren, den Lungen, der Leber u.s.w.up

Sonderformen der Thrombosen

Thrombophlebitis migrans et saltans (wandernde oder springende Venenthrombose)
Diese Art der Thrombose befällt immer wieder oft über Jahre hinaus kleinere Abschnitte von oberflächlichen Venen aber auch, allerdings weniger häufig, Körpervenen und Venen innerer Organe.

Phlegmasia courulea dolens
bedeutet blaue schmerzhafte Entzündung und ist eine plötzlich große Venengebiete erfassende Thrombose, die oft ein Bein betrifft und mit einer intensiven Schwellung, Blaufärbung und stärksten Schmerzen einhergeht. Dabei kann es sogar zu einem Schock kommen. Durch die dadurch bedingte Durchblutungsstörung ist das Auftreten von Gewebsschäden möglich.

Endangiitis obliterans
(auch Thromboangiitis obliterans genannt und als WINIWARTER-BUERGER-Krankheit bezeichnet) ist eine entzündliche Verschlusskrankheit durch Thromben hervorgerufen. Davon sind kleine und mittelgroße Arterien des Unterarms, der Hand sowie des Unterschenkels und Fußes betroffen. Dadurch kommt es zu Durchblutungsstörungen. Oft besteht gleichzeitig eine Thrombophlebitis migrans bzw. saltans. Kälte und Rauchen begünstigen die Entstehung. Es sind vor allem Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betroffen. Symptome sind häufig starke, oft brennende Schmerzen, Kälte und Kribbeln im betroffenen Gebiet, ja sogar Gewebeabsterben an Fingern und Zehen.

Folgeerscheinungen

Ob es zu Folgeerscheinungen bzw. Komplikationen kommt, hängt vom Verlauf einer Thrombose ab. Dabei spielen verschiedene Faktoren wie Örtlichkeit und Thromboseart eine entscheidende Rolle. Kleine Thromben, die vor allem aus Fibrin bestehen, können durch spontane Fibrinauflösung völlig verschwinden. Größere Thromben lösen sich nicht immer ganz auf. Es findet jedoch eine bindegewebige Umwandlung statt. Bei großen Thrombosen ist das Erlangen einer vollständigen Durchgängigkeit des betreffenden Gefäßabschnittes oft nicht möglich. Die Heilung kann auch durch eine Ausdehnung des Verschlusses durch Thrombuswachstum erschwert werden.
In den Arterien hängt die Heilung vorwiegend von der Art der Gefäßwände und der Größe der Gefäßlichtung ab. Die wichtigsten Folgeerscheinungen, die auftreten können, sind folgende:
Bei akuten Verschlüssen der Arterien kommt es zu einer Minderversorgung des betreffenden Gebietes z. B. der Gliedmaßen, so auch zu einem Sauerstoffmangel. Das Gewebe stirbt ab. Hier kann zusätzlich eine bakterielle Infektion stattfinden, so dass eine feuchte Gangrän (infizierter schwarzer Brand – auch typisch für Späterscheinungen der Zuckerkrankheit) entsteht.
Bei tiefen Venenthrombosen kann das sogenannte postthrombotische Syndrom entstehen. Das ist eine Venenschwäche, die vor allem durch eine Venenklappenzerstörung zustande kommt. Folgen sind: Blutstauung in den befallenen Venen mit Wassereinlagerung (Ödemen) in den Beinen; Venenerweiterung, das heißt Krampfadern, und an den Unterschenkeln schlecht heilende Geschwüre, die als Ulcus cruris bezeichnet werden.
Eine dramatische Folgeerscheinung arterieller oder venöser Thrombosen ist die Embolie. Dabei werden Thromboseteile (Emboli) in der Blutbahn verschleppt und verlegen vom Thromboseort ferne Gefäße.
Arterielle Embolien haben ihren Ursprung vor allem im linken Herzen. Thromben, die ihren Sitz entweder im linken Vorhof z. B. bei Herzklappenverengung zwischen linkem Vorhof und linker Kammer (Stenose der Mitralklappe), in der Wand der linken Herzkammer nach Herzinfarkt oder auf entzündlich veränderten Herzklappen bei Herzinnenwandentzündung haben, können als Emboli in den großen Kreislauf gelangen und setzen sich hier vor allem in den Gefäßen der unteren Gliedmaßen fest.
Die Symptome einer arteriellen Embolie ähneln denen einer akuten Arterienthrombose. Arterielle Embolien können auch im Gehirn, den Nieren oder anderen Organen auftreten.
Eine gefährliche, ja lebensbedrohliche Komplikation tiefer Beinvenen- und Beckenvenenthrombosen ist die Lungenembolie. Thrombenstücke (Emboli) gelangen aus dem großen Kreislauf in den Lungenkreislauf und verlegen hier Gefäße. Je nachdem, ob größere oder kleinere Gefäße betroffen werden, sind die Krankheitszeichen unterschiedlich. Es kommt zu Luftnot, atemabhängigen Schmerzen im Bereich des Lungen- und Rippenfells und einem trockenen Husten. Schwere Lungenembolien können mit Kreislaufschock einhergehen oder auch tödlich enden. Besonders größere Operationen wirken sich begünstigend auf die Entstehung tiefer Beinvenenthrombosen und Lungenembolien aus.

Untersuchungsmethoden

Der arterielle Verschluss lässt sich am sichersten durch die Arteriographie nachweisen. Indirekte Methoden sind Dopplersonographie und Oszillometrie. Die beiden letzteren sind für Verlaufskontrollen geeignet.
Die oberflächliche Beinvenenthrombose ist leicht an den Entzündungszeichen: Rötung, Schwellung, Hitze, Schmerz und dem thrombosebefallenen harten Venenstrang zu erkennen.
Bei der tiefen Beinvenenthrombose ist es schwieriger, anhand von Symptomen die Krankheit zu erkennen. Verdacht besteht, wenn es zu einer Druckempfindlichkeit und Härte der Waden, zu leichten Knöchel- oder Fußrückenschwellungen (Ödemen), Spannungsgefühl in den Beinen, Schmerzen entlang der Venen kommt. Im Gegensatz zu den oberflächlichen Beinvenenthrombosen, wo eher eine Rötung besteht, zeichnen sich die tiefen neben Schwellung und Hitze durch Blaufärbung aus. Auch HOMANNsches Zeichen (Schmerzen bei einer schnellen Beugung des zu untersuchenden Fußes mit den Zehen nach oben), PAYERsches Zeichen (Druckschmerz an der Innenseite der Fußsohle) und LOWENBERG-Test (Druck der Unterschenkel mittels einer Blutdruckmanschette: am kranken Bein wird niedrigerer Druck als am gesunden ausgehalten) können eine tiefe Beinvenenthrombose anzeigen.
Wichtige Untersuchungsmethoden sind die Phlebographie, eine sehr zuverlässliche Methode, Dopplersonographie, Plethysmographie u. a. Kleinstthrombosen in der Endstrombahn werden durch die Krankheitszeichen erkannt, die durch sie ausgelöst werden.

MethodeAusführung
Körperliche Untersuchung der unteren Gliedmaßen
  • Betrachten (Inspektion): z. B. Blässe, Rötung, Blaufärbung der Haut
  • Abtasten (Palpation): z. B. fehlender Puls unterhalb eines Verschlusses, Druckschmerz, Verhärtung der Wade, harter Gefäßstrang
  • Abhorchen (Auskultation): z. B. Strömungsgeräusche in großen Arterien (durch Wirbelbildung im arteriellen Blutstrom unter bestimmten Bedingungen bei Enge und Verschluss)
ArteriographieRöntgenuntersuchung der Arterien unter Kontrastmitteldarstellung
DopplersonographieSpezielle Ultraschalluntersuchung z. B. zur Feststellung arterieller oder venöser Gefäßerkrankungen
OszillometrieMessung von Pulsveränderungen zur Bestimmung (auch der Örtlichkeit) arterieller Durchblutungsstörungen
PhlebographieRöntgenuntersuchung der Venen unter Kontrastmitteldarstellung
PlethysmographieErmittlung einer Venenthrombose durch Messung des venösen Blutrückstroms aus dem Unterschenkel

Vorbeugemöglichkeiten

Die Vorbeugung arterieller Verschlüsse besteht in der Ausschaltung bzw. Behandlung aller Risikofaktoren, die zu diesem Erscheinungsbild führen. Wichtig ist eine gesunde Lebensweise: Richtige Ernährung, genügend Bewegung, richtiger Umgang mit Stress.
Um Venenentzündungen und Thrombosen zu vermeiden, sollten Übergewicht vermieden, eine genügend große Flüssigkeitsmenge (mindestens 2 l) täglich getrunken und verschiedene Übungen durchgeführt werden, die die Muskelpumpe (Muskeltätigkeit in den unteren Gliedmaßen, die den Rückstrom des Venenblutes zum Herzen unterstützt) fit halten.
Dazu eignen sich z. B.:

  • Zehenspitzenstand: sich wiederholt auf die Zehen stellen;
  • Fußabrollen: Abrollen der Füße mit abwechselndem Zehen- und Fersenstand;
  • Zehenkreisen: Kreisbewegungen der Zehen (Füße) im Sitzen zueinander und voneinander weg;
  • Walking u. a.

Nach Operationen werden Kompressionsstrümpfe bzw. -verbände getragen. Möglichst frühes Aufstehen und Gehen sind nach ärztlicher Aufforderung zu beachten.
Bei Operationen sind auch medikamentöse Maßnahmen von Bedeutung wie niedrig dosierte Heparingaben oder – beispielsweise nach Herzinfarkten oder bei Herzmuskelschwäche – bestimmte Medikamente, die als Cumarine bezeichnet werden. Auch Acetylsalicylsäure (Aspirin, Colfarit) kann zur Thrombosenprophylaxe eingesetzt werden.
Kommt es aber zu Thrombosen, müssen Behandlungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Behandlungsmaßnahmen
Die dafür in Frage kommenden Arzneimittel sind in folgender Tabelle dargestellt:

Antithrombotika (Mittel gegen Thrombosen)Arzneimittelgruppen, ArzneimittelWirkung
Antikoagulantien (Gerinnungshemmer)
  • Heparin, Heparinoide
  • Cumarine
  • greifen hemmend an verschiedenen Stellen in den komplizierten Ablauf der Blutgerinnung ein
  • Vitamin-K-Antagonisten, d. h., dass sie als Gegner des Vitamins K, das den Aufbau verschiedener Blutgerinnungsfaktoren bewirkt, hemmend auf die Blutgerinnung einwirken
Thrombozytenaggregationshemmer (Hemmer von Blutplättchenverklumpungen)Acetylsalicylsäure
u. a. Entzündungshemmer, Dipyridamol, Dextrane
hemmen die Verklumpung von Blutplättchen durch verschiedene Mechanismen
Fibrinolytika bzw. Thrombolytika (Fibrinauflöser, Thrombenauflöser)Streptokinase
Urokinase
aktivieren den Fibrinabbau

Je nach Thrombose, sind unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen erforderlich.
Bei einer akuten arteriellen Thrombose der Gliedmaßen, die sich durch eine kühle, blasse Haut und starke Schmerzen im betroffenen Gebiet äußert, muss sofort ärztliche Hilfe erfolgen. Ein Schmerzmittel und Heparin leiten die Behandlung ein, bevor die klinische Behandlung beginnt. In der Klinik kann, bei guter zugänglicher Örtlichkeit des Thrombus, seine chirurgische Entfernung vorgenommen oder eine thromboseauflösende (thrombolytische) medikamentöse Behandlung durchgeführt werden.
Bei einem gut tastbaren Venenstrang, Schmerzen, Rötung und Hitze im Bein ist an eine oberflächliche Venenthrombose (Thrombophlebitis) zu denken. Auch hier soll der Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung einer oberflächlichen Beinvenenthrombose besteht in einem richtig angelegten Stützverband (das Anlegen des Verbandes wird dem Patienten von seinem Arzt gezeigt), des weiteren vom Auftragen von Heparin- bzw. Heparinoidsalbe an dem entzündeten, von Thromben befallenen Gebiet und einer medikamentösen Behandlung der Entzündung mit entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten. Mit einer oberflächlichen Beinvenenthrombose darf man nicht im Bett liegen, sondern muss sich täglich, nach Anordnung des Arztes, bewegen.
Tiefe Beinvenenthrombosen machen durch ziehende Schmerzen, Spannungsgefühle in den Beinen, Wadenkrämpfe, Knöchel- und Fußrückenödeme, Blaufärbung, Schwellung und Hitze im betreffenden Bein auf sich aufmerksam. Im Gegensatz zur oberflächlichen Beinvenenthrombose ist bei der tiefen Bettruhe angesagt. Es wird entweder eine operative Thrombenentfernung oder eine thrombenauflösende medikamentöse Behandlung durchgeführt. Anschließend werden 6 bis 12 Monate Antikoagulantien verabreicht.
Die tiefe Beinvenenthrombose ist mit größter Sorfalt zu behandeln, weil ja, wie bereits bemerkt, eine Folgeerscheinung bzw. Komplikation die oft tödlich verlaufende Lungenembolie ist.
Bei den Kleinstthrombosen (Mikrothrombosen) der Endstrombahn ist es wichtig, die Grundleiden, die zu diesen Thromboseformen führen, zu behandeln und Heparin zu verabfolgen sowie evtl. eine Thrombolyse durchzuführen.

Zusammenfassung

Die Blutpfropfbildung im Gefäßsystem heißt Thrombose, der Blutpfropf Thrombus.
Das Blut fließt in einem Kreislauf das ganze Leben lang durch das Gefäßsystem. Es wird durch das Herz in Bewegung gehalten. Die Blutgefäße sind: Arterien, Venen, Kapillaren.
Thrombosen entstehen bei Schädigungen von Gefäßwänden, Verlangsamung des Blutstromes, einer erhöhten Blutgerinnung (VIRCHOV-Trias).
Es gibt Abscheidungsthromben oder Plättchenthromben, Gerinnungsthromben, gemischte und hyaline Thromben.
Thrombosen kommen als arterielle und Venenthrombosen sowie Thrombosen der Endstrombahn vor.
Sonderformen: Thrombophlebitis migrans oder saltans, Phlegmasia coerulea dolens, Endangiitis obliterans.
Folgeerscheinungen: Absterben von Gewebe, postthrombotisches Syndrom, Embolien.
Untersuchungsmethoden: Körperliche Untersuchung, Arteriographie, Phlebographie, Doppler-Sonographie, Oszillometrie, Plethysmographie.
Thrombosen kann vor allem durch eine richtige Lebensweise und bestimmte Bewegungsübungen vorgebeugt werden. Bei Operationen werden Kompressionsstrümpfe bzw. -verbände angelegt. Ein frühes Aufstehen und Gehen soll beachtet werden. Auch eine medikamentöse Vorbeugung kommt nach Operationen oder bei bettlägerigen Patienten anderer Ursachen zum Einsatz.
Die Behandlung der Thrombosen kann teils operativ, teils medikamentös durchgeführt werden.
WICHTIG: Beim Auftreten von Thrombose-Krankheitszeichen nicht abwarten! Sofort ärztlichen Kontakt aufnehmen!

Dr. med. Selma M. Martin

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2 Kommentare »

  • heidi fonck sagt:

    Vielen Dank für die klare Erklärung, habe eine tiefe Bein-beckenvenethrombose erlitten, bekomme keine Mitel mehr und werde auch nicht mehr behandelt..es ist mehr als ein Jahr vergangen, habe nie eine erklárung bekommen weshalb ich nicht sitzen kann, nur wenn ich halbliegend, mit den erhöhten Beinen liege fühle ich mich besser..auch wenn ich etwas länger stehe , entseht ein Schmerz und Druckgefühl ind der gegend des Magens auf der linken Seite und dann auch die Niere, fühle als ob sich das Blut anstaut bis zu den Augen hin und muss mich dann in meine beschriebene halbsitzzende Position hinlegen..auch habe ich keine diät und nicht verschriebn bekommen..auch das ausscheiden von Urin geschieht nie wenn ich länfger stehe, sonder ihc liege völlig ruhig und dann staut es sich langsam an und dann endlich entwässere ich..es ist dann keine schwellung in den Beinen und Oberbauch zu beobachten..würde gerne wissen was mich ab jetzt erwartet, da ich jetzt wegen diesem Priblem keine Mittel habe ( finanziell) und so auch fast nicht arbeiten kann..es sind kleine Zeitspannen möglich aber nicht mehr..habe einen grossen Willen mir doch ein gutes und frohes Leben zu verschaffen..die thrombose entstand nach dem durchneiden der Cavavene und einigen Arterien bei einer misslungenen Operation von einem Rethroperitionalen Tumor der mir den Urether der rechten Niere blockiert hat..3 Tage dannach in der Intensivstation bekam ich dann diese thrombuse die von oben nach unten verläuft..keineWaden sondern von über den Knien ab bis unter den Nierenn auf der linken Seite mehr als auf der anderen Seite und dann habe ich mich 3 Mal angestossen in der Behandlungseit und auf dem rechten Bein dann blaue Flecken entstandn die sich hart anfühlen und schmerzen..habe jetzt stark an Gewicht zugenommen und meine ibereb fingerglieder verkrümmen sich langsam..kann mir jemand ganz klar sagen wie ich mich verhalten soll? Ich mache mir Mur, aber um mich herum, da sieht man mir mein Problem nicht an und auch nicht die schmerzen, so dass es störende empfunden wird wenn ich etwas darüber sage oder alle denken nach der Beendung dasich gesund werde..anrecht auf eine Pension habe ich nicht aber würde mich sehr fruen von euch z wissn wie ich meine Zeit und Ernährung einteilen kann damit es eine freude ist weiterzuleben..ab und zu verdirt diess mir gründlich den Spass..ach..ich ahbe fr¨her ein Leben in der Natur ehabt, mit wilden Speisepilzen gearbeitet und jetzt habe ich den Komputer als Begleitung..Gott sei Dank, denn da habe ich Kontakt zu meiner Aussenwelt..Habe noch eine kleine tochter zu erziehen und zum Leben vorzubereiten

    Hoffentlichbekomme ich eine diát und Lebensorganisation von euch die ich mit viel Vorfreude erwarte..lebe in Chile, in der Naehe vom Meer im Süden
    herzlichst eure Heidi

  • Grit Böttcher sagt:

    Wirklich interessante Seite. 1998 war ich 27 Jahre und schwanger. Hatte am Abend ständig ein geschwollenes,schmerzhafts linkes Bein. Kein Arzt ging aber weiter darauf ein. Als meine Tochter 4 Monate alt war, war mein Bein bläulich,stark geschwollen und unbeschreiblich schmerzhaft. Ich wurde in die Klinik geflogen. Thrombose! Meine linke Beckenvene war völlig dicht. Ich wurde operiert. Es wurden Thromben entfernt..4 cm lang und 8 g schwer. Danach habe ich drei Jahre lang blutverdünnende Medikamente eingenommen. Einen Kompressionsstrumpf trage ich seither auch. Ich bin jetzt 41 Jahre und kann mich mit meiner Situation noch nicht abfinden. Ich rauche nicht, habe abgenommen, treibe Sport und ernähre mich gesund. Am Morgen, wenn ich aufwache, ist mein linkes Bein genauso schlank wie das Rechte und völlig schmerzfrei. Im laufe des Tages aber schwillt es an, schmerzt und oberflächliche Adern bilden sich an der Innenseite des Fußknöchels, am Unterschenkel und am Knie. Ich gehe auch einmal im Jahr zur Kontrolle. Mein Wunsch ist einfach, ein schmerzfreies Leben zu führen. Zudem würde ich wahnsinnig gerne im Sommer mal wieder einen Rock tragen. Mich interessiert deshalb, ob es in der Medizin irgendetwas Neues gibt. Vielleicht eine OP oder Therapie?
    Liebe Grüße Grit

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