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Zecken-Impfung: FSME

Eingetragen von Medizin-Netz am 13. Oktober 2008 2 Kommentare

Vorgestellt: der Holzbock

Der Holzbock (lateinisch: Ixodes ricinus) ist eine Zeckenart. Wie alle Zecken ist er mit Mundwerkzeugen ausgestattet, die sowohl stechen als auch saugen können.
Der Holzbock ist in Europa weit verbreitet. Sein bevorzugter Lebensraum ist der Wald, aber er ist auch auf Wiesen und Feldern zu finden. Steigt während der warmen Jahreszeit die Temperatur konstant über etwa sieben Grad, werden die Blutsauger aktiv und gehen auf Nahrungssuche.

Zecken als Krankheitsüberträger

Zecken sind Wirte für verschiedene Krankheitserreger. Mit ihrem Speichel übertragen sie beim Beißen diese Erreger auf ihre Opfer.
In Mitteleuropa übertragen Zecken vor allem zwei Krankheiten:

  • die Borreliose
  • die Frühsommer- Meningoencephalitis (FSME).

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FSME-Verbreitung

FSME ist eine Viruserkrankung. Das Virus lebt in der Zecke. Kontinuierliche Untersuchungen über Jahrzehnte hinweg haben gezeigt, dass es in Europa Gebiete gibt, in denen fast alle Zecken FSME-Viren tragen. Andere Landstriche hingegen sind praktisch FSME-frei.

FSME in Deutschland

In Deutschland ist vor allem in Bayern und in Baden-Württemberg mit FSME-übertragenden Zecken zu rechnen.
In Bayern finden sich FSME-tragende Zecken in hoher Dichte im Donaugebiet zwischen Deggendorf und Passau. Außerdem ist die südöstliche Landesgrenze zu Tschechien FSME-Gebiet. Ein weiterer Herd findet sich bei Schobenhausen, zwischen Ingolstadt und Augsburg gelegen.
In Baden-Württemberg ist FSME am Nordufer des Bodensees besonders häufig zu erwarten. Im Odenwald greift die Infektion auch auf die hessische Seite des Mittelgebirges über. Weitere Herde finden sich um Freiburg-Kirchzarten-Waldkirch, zwischen Tübingen und Freudenstadt und schließlich um Pforzheim.

FSME in Europa

Besonders FSME-reiche Gebiete in Europa sind Slowenien, Estland, Litauen, Lettland und Russland. In Österreich konzentriert sich die FSME auf Kärnten und die Steiermark. In Tschechien ist besonders Südböhmen befallen.

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Wen der Holzbock sticht

Wer sich im Wald und in freier Natur aufhält, kann von Zecken befallen werden. Zecken halten sich bevorzugt in hohem Gras, Gebüsch und Unterholz auf. Zu den gefährdeten Personen in Risikogebieten zählen deshalb alle Personen, die sich aus beruflichen Gründen oder während Freizeitaktivitäten in freier Natur aufhalten- Wald-, Land- und Forstarbeiter, Freizeitsportler, Urlauber, Bewohner von Risikogebieten.
Zecken lassen sich bevorzugt auf unbekleidete Körperteile fallen. Jedoch suchen sie von dort aus auch bekleidete Körperareale auf, besonders solche, die warm und feucht sind (Achselhöhle, Haaransatz, Leistenbeuge).
Beim Beißen gibt die Zecke eine betäubende Substanz ab. Deshalb erinnern sich die Befallenen später oft an keinen Zeckenbiss.
Nach dem Biss verhakt sich die Zecke mit ihren Beißwerkzeugen in der Haut des Opfers. In aller Ruhe saugt sie sich nun voll Blut. Ist sie nach mehreren Tagen satt, fällt sie ab.
Unmittelbar nach dem Biss ist die Zecke als kleiner schwarzer Punkt sichtbar, der sich nicht wegwischen lässt.
Vollgesaugt erscheint sie knapp kleinfingernagelgroß und grau.

FSME-Anzeichen

Mit dem Biss gibt die Zecke FSME-infizierten Speichel in den Bisskanal ab. Im Blut des Opfers braucht das Virus drei bis 14 Tage, um sich ausreichend zu vermehren. Nach dieser Inkubationszeit (Zeit, die von der Infektion bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen verstreicht) spürt etwa jeder dritte Infizierte grippeähnliche Symptome: Neben Kopf- und Gliederschmerzen kommt es zu allgemeinem Unwohlsein und leichtem Fieber. Diese flüchtigen Anzeichen sind schnell vorüber.

Nach einem beschwerdefreien Intervall von längstens 20 Tagen entwickelt wiederum jeder dritte „Grippekranke“ weitere Anzeichen. Sie erkranken an einer Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Encephalitis) oder an einer Kombination beider Entzündungen (Meningoencephalitis).
Die Hirnhautentzündung äußert sich durch Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
Besonders Entzündungen des Gehirns gehen mit Lähmungserscheinungen einher. Befallen werden Nerven, die das Gesicht, Augen-, Zungen- und Mundmuskulatur versorgen. Auch Lähmungen von extremitätenversorgenden Nerven werden beobachtet. Lebensgefährlich wird die Erkrankung, wenn der Hirnstamm befallen wird. Dann kommt es unter Umständen zu Beeinträchtigung der Atmung, des Schluckens und des Bewusstseins.
Gefürchtet sind bleibende Lähmungen nach FSME, die etwa jeden fünften Erkrankten treffen.
Kinder erkranken in der Regel leichter als Erwachsene.

Behandlung der FSME

Die FSME kann nicht ursächlich (kausal) behandelt werden. Lediglich ihre Symptome können gelindert werden, etwa durch Fieber- und Schmerzmittel oder krankengymnastische Betreuung.
Ein hoher Stellenwert kommt deshalb der Verhütung von Infektionen zu. Die empfohlenen Abwehrmaßnahmen wie lange Kleidung, Repellentien (Insektenabwehrmittel) bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Die FSME-Impfung wird weiterhin empfohlen.

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FSME-Impfung

Verhindert werden Erkrankungen an FSME durch die Schutzimpfung.
Dabei werden abgeschwächte Krankheitserreger in den Muskel gespritzt. Sie bewirken im Organismus des Impflings eine Antikörperbildung gegen FSME-Viren.

Impfschema

Sicherer Schutz vor Erkrankung ist erst nach drei Impfungen zu erwarten. Nach der Erstimpfung erfolgt zwei bis zwölf Wochen später die Zweitimpfung. Die dritte Impfung gibt es neun bis zwölf Monate nach der zweiten.
Soll der Impfschutz aufrecht erhalten werden, muss alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischungsimpfung erfolgen.

Schnellimmunisierung

Alternativ für Eilige kann die Impfung bereits sieben und 21 Tage nach der Erstimpfung wiederholt werden. Eine Auffrischung sollte dann nach einem und drei bis fünf Jahren erfolgen.

Wer sollte sich impfen lassen?

Urlauber sollten sich rechtzeitig vor Urlaubsantritt informieren, ob in ihrem Urlaubsgebiet FSME verbreitet ist.
Impfärzte und Gesundheitsämter haben Landkarten, in denen FSME-Gebiete eingetragen sind.
Risikopersonen (Wald- und Forstarbeiter, Jäger, Landwirte) in FSME-Gebieten sollten generell geimpft werden.

Und wer schützt vor Borreliose?

Borrelien sind eine Bakterienart, die ebenfalls von mitteleuropäischen Zecken übertragen wird. Neben Hautausschlag, Gelenkschwellungen und Fieber können auch sie Hirnhautentzündungen und Lähmungen verursachen. Borrelien sind weiter verbreitet als FSME-Viren. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es derzeit noch nicht. Allerdings kann die Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden.

Nach dem Zeckenbiss

Bemerkt man eine festgebissene Zecke, kann man sie entfernen, besser noch, entfernen lassen.
Mit speziellen Zeckenzangen oder normalen Pinzetten kann der Zecke vorsichtig zu Leibe gerückt werden. Wichtig ist die Entfernung des Kopfes.
Ungeübte Manipulationen sollten unterbleiben. Denn sie veranlassen die Zecke, erst recht infizierten Speichel in den Bisskanal abzugeben. Reißt bei erfolglosen Zeckenentfernungen der Kopf des Parasiten ab, kann er in der Haut des Opfers überdies zu örtlichen Entzündungsreaktionen führen.
Einen gewissen Schutz bietet die Anwendung von Insektenabwehrmitteln und das Tragen geeigneter Bekleidung bei Aufenthalten im Wald:
Langärmelige Oberteile und lange Hosen, ergänzt durch eine leichte Kopfbedeckung, bieten dem Holzbock kaum Angriffsfläche.

Dr. med. Sabine Stein

Tipps:

  • Unter www.zecken.de zeigt Baxter Deutschland GmbH beeindruckende Bilder von Zecken und bietet ausführliche Informationen zu den Themen Zecken, Krankheiten, Risikogebieten und Schutz vor Zecken.
  • Informationen zur Auffrischungsimpfung für den Impfstoff Encepur ® (Gebrauchsinformation als pdf Datei).

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