Versandapotheken
Versandapotheken sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Seit der Novellierung des Arzneimittelgesetzes und des Apothekengesetzes im Jahre 2004 können auch in Deutschland apothekenpflichtige Arzneimittel versandt werden. Das geht natürlich nur unter bestimmten Voraussetzungen:
- Der Versand darf nur aus einer öffentlichen Apotheke, die von einem Apotheker betrieben wird, erfolgen
- Es besteht das Erfordernis einer vorherigen behördlichen Erlaubnis
- Auch bei Versandapotheken gelten die Vorschriften für den Apothekenbetrieb
- Vollsortiment und Kontrahierungsverbot
- Qualitätssicherungssystem für den Versandvorgang
- Zudem muss ein ordnungsgemäßer Versandablauf sowie eine ordentliche Patientenberatung durch den Apothekenleiter sichergestellt werden
- Es bestehen detaillierte Vorgaben, wie die Internetseite für den E-Commerce gestaltet sein darf
- Medikamente, die versendet werden, müssen in Deutschland zugelassen und verkehrsfähig sein. Zudem müssen sie mit einer sog. PZN gekennzeichnet sein und die Abgabe der Medikamente darf nur in haushaltsüblichen Mengen an Endverbraucher erfolgen.
- Rezeptpflichtige Arzneimittel dürfen nur dann versendet werden, wenn das Originalrezept zuvor per Post eingegangen ist und in der Apotheke durch Fachpersonal geprüft wurde
Von den derzeit 22.000 deutschen Apotheken besitzen bisher ca. 10% eine Versanderlaubnis für apothekenpflichtige Medikamente. Man kann erkennen, dass das deutsche Gesetz hohe Anforderungen an den Betrieb einer Versandapotheke stellt. Meldungen über gefälschte Arzneimittel bei Versandapotheken betreffen nicht ohne Grund ausschließlich ausländische Versandapotheken, die unkontrolliert Waren nach Deutschland versenden.
Im heutigen Zeitalter der Modernität ist es nur selbstverständlich, dass der Bezug von Medikamenten auch über das Internet möglich ist. Die Vorteile und Möglichkeiten, die einem die Internetapotheke bietet sind vielfältig. Besonders interessant sind diese Dienste vor allem für Bürgerinnen und Bürger, die berufstätig sind, deren Mobilität durch Krankheit oder Alter eingeschränkt ist oder die eine größere Entfernung zu ihrer nächsten Apotheke zurücklegen müssen. Zudem ist es gerade bei Jugendlichen so, dass sie sich scheuen, in einer Apotheke Kondome, Gleitmittel, Schwangerschaftstests oder Ähnliches zu kaufen. Oder als weiteres Beispiel: potenzsteigernde Mittel wie z.B. Viagra. Hier ist die Schamgrenze für viele oft sehr hoch um in die stationäre Apotheke zu gehen.
Die Internetapotheken haben zudem im Markt für mehr Preistransparenz gesorgt. Preise können leichter verglichen werden und oft werden die Produkte zu weit günstigeren Preisen angeboten als in den stationären Apotheken. Ein aktueller Test bestätigte, dass trotz Öffnung des Marktes bei 2/3 der stationären Apotheken immer noch die Produkte zu den UVP-Preisen der Hersteller angeboten werden.
Zudem schließen seriöse Versandapotheken die Lücke der persönlichen Beratung, indem sie eine Fachberatung durch pharmazeutisch geschultes Fachpersonal per Telefon oder E-Mail anbieten.

