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Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH)

Eingetragen von Medizin-Netz am 23. August 2006 Ein Kommentar

benigne=gutartig; Prostata=Vorsteherdrüse

Krankheitsbild

Der Name “gutartige Prostatavergrößerung” bzw. die medizinische Abkürzung BPH beschreiben das Auftreten von langsam wachsenden Knoten im Inneren der Vorsteherdrüse des Mannes. Die Prostata liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Durch das Größerwerden der Knoten kann die Harnröhre eingeengt werden, was zu den typischen Beschwerden im Zusammenhang mit dem Wasserlassen führt:

  • Der Harnstrahl verliert an Kraft, setzt spät ein
  • Der Urin wird in mehreren Portionen gelassen
  • Es kommt nach dem Wasserlassen zu einem Nachträufeln und dem Gefühl einer unvollständigen Entleerung der Blase
  • Insgesamt muss häufiger Wasser gelassen werden, auch nachts
  • Oftmals besteht ein nicht unterdrückbarer Harndrang

Die BPH gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Mannes; bei nahezu allen 60 – 70jährigen Männern lassen sich mikroskopisch Veränderungen an der Prostata finden, bei rund 50 % sind die Knoten bereits tastbar. Jeder vierte Mann fortgeschrittenen Alters wird wegen einer BPH behandelt! Angesichts des starken Vorkommens ist eigentlich bereits von einer normalen Alterserscheinung zu reden.

Wichtig: Bei der BPH handelt es sich nicht um Krebs! Die Gewebeknoten wachsen langsam und ohne umliegendes Gewebe zu zerstören. Es können auch keine Metastasen entstehen.

Diagnose

Wegweisend ist oft bereits die Anamnese, also die Angaben des Patienten über seine Beschwerden. Bei der körperlichen Untersuchung erlaubt das Abtasten der Prostata mit dem in den After eingeführten Finger bereits häufig die Unterscheidung zwischen BPH und Prostatakrebs; eine Prüfung auf Knoten, deren Härte und die allgemeine Vergrößerung der Vorsteherdrüse sind so möglich. Eine genauere Beurteilung geschieht durch die transrektale, also über den Enddarm durchgeführte Ultraschalluntersuchung (=Sonographie) der Prostata. Eine Ultraschalluntersuchung durch die Bauchdecke untersucht neben der Prostata, ob es durch die Verengung der Harnröhre zu Veränderungen an der Blase oder den Harnleitern gekommen ist. Als weiteres Mittel steht die Endoskopie durch die Harnröhre, die Urethrozystoskopie, zur Verfügung. Das Funktionieren des Wasserlassens kann mit Harnflussmessungen untersucht werden.

Krankheitsverlauf

Im ersten Stadium der BPH kommt es unregelmäßig zu den oben genannten Symptomen beim Wasserlassen. Oft ist zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Vergrößerung der Prostata feststellbar. Im zweiten Stadium bleibt durch die Verengung der Harnröhre nach dem Wasserlassen Urin in der Blase zurück (=Restharn). Im dritten Stadium nimmt der Restharn-Anteil soweit zu, dass es zu Blasenüberdehnung, Blasenausstülpungen (=Divertikeln) und Blasensteinbildung kommen kann.

Therapie

Für die Therapie stehen medikamentöse und operative Alternativen zur Verfügung

In den Anfangsstadien kommen zunächst oft pflanzliche Präparate zur Anwendung. Desweiteren kommen in Frage die sogenannten Alpha-Rezeptorenblocker, welche nicht an der Prostata angreifen, sondern ein erleichtertes Wasserlassen bewirken. In jüngerer Zeit wurden die erfolgversprechenden Alpha-Reduktasehemmer entwickelt, die eine weitere Vergrößerung der Prostata aufhalten und sogar ihre erneute Verkleinerung bewirken können.

Bleibt die medikamentöse Therapie unbefriedigend, kann bei stärkeren Beschwerden ein operatives Vorgehen erwogen werden. Dabei stehen verschiedene Verfahren zur Wahl: Durch die Harnröhre können Teile der inneren Prostata weggenommen werden (Fachausdruck: TUR-P für transurethrale Resektion der Prostata). Dabei kommen auch Überwärmung oder Laser (TULIP) zum Einsatz. Abhängig von der Größe der Prostata wird ihr innerer Anteil auch bei einer Bauchoperation durch die Blase entfernt. Der Erfolg dieser Therapien liegt bei bis zu 90%, allerdings kann es auch zu Komplikationen kommen: Gerade bei der Entfernung durch einen Blasenschnitt werden Verschlussstrukturen an der Blase verletzt, es kann zur “trockenen Ejakulation” kommen. Dabei erfolgt der Samenerguss nach Rückwärts in die Blase, das Sperma wird später mit dem Urin ausgeschieden.

Ursache

Die Ursache der BPH ist unklar, vermutlich spielt die genetische Veranlagung die Hauptrolle. Auslösend könnten auch die hormonellen Umstellungsprozesse im Alter sein.

Vorbeugung

Da keine Risikofaktoren bekannt sind, werden momentan auch keine Empfehlungen zur Vorbeugung gegeben.

(ck)

Lesen Sie auch den Artikel zu der Schmerzbehandlung bei Metastasen des fortgeschrittenen Prostatakarzinomes.

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Ein Kommentar »

  • Sehr geehrter Damen und Herren,

    ich bin 62 Jahre Alt und bei mir ist eine vergrößerte Prostata und PSA von 3,4 festgestellt worden. Mein Arzt sagt alles normal aber ist es?

    Mit freundlichen Grüßen

    Alain Bourdichon

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