Sonnenbrand
Krankheitsbild
Die Sonne gibt ihre Energie nicht nur in Form von sichtbarem Licht und wärmender Infrarotstrahlung ab, sondern auch als unsichtbares ultraviolettes (UV-) Licht. Zu intensive Einwirkung des energiereichen UV-Lichts schädigt die oberste Hautschicht (Epidermis); es kommt zum Sonnenbrand. Die Symptome des Sonnenbrandes kennt wohl jeder: Es entsteht eine teilweise sehr schmerzhafte Rötung ungeschützter Hautbereiche innerhalb einiger Stunden nach zu intensiver Sonnenlichtexposition. In schwereren Fällen kommt es zur Blasenbildung und anschließender Ablösung der obersten Hautschicht.
Diagnose
Die Diagnose eines Sonnenbrandes kann man meistens selbst stellen. Abzugrenzen sind jedoch sog. photoallergische und phototoxische Reaktionen. Hierunter versteht man Hautauschläge, die nicht von der UV-Strahlung selbst herrühren, sondern die durch die Umwandlung von Inhaltsstoffen mancher Pflanzen (z. B. Herkulesstaude) oder Medikamente (z. B. Tetrazyklin) in der Haut durch die UV-Strahlung verursacht werden. Erst die Reaktionsprodukte schädigen bei diesen Erkrankungen die Haut und führen zum Ausschlag.
Krankheitsverlauf
In aller Regel heilt der Sonnenbrand folgenlos aus; nur bei schwerem Sonnenbrand mit Blasenbildung kann es – vor allem wenn die Blasen z. B. nach Aufkratzen infiziert werden – zur Narbenbildung kommen.
Wenn der Betroffene nach starker Sonnenexposition erheblich geschwächt oder krank wirkt, kann zusätzlich zum Sonnenbrand auch ein Sonnenstich oder Hitzschlag vorliegen. Diese bedürfen ärztlicher Behandlung!
Die langfristige Gefahr der UV-Strahlung ist eine andere: Sie erhöht durch Schädigung der Hautzellen im Laufe der Jahre das Risiko der Entstehung bösartiger Hauttumoren.
Therapie
Bei leichtem Sonnenbrand ist eine spezifische Therapie nicht nötig. Eine Kühlung der betroffenen Hautbereiche mit feuchten Umschlägen lindert die Beschwerden, hat aber – im Gegensatz zur akuten Verbrennung der Haut – wenig Einfluss auf den Gesamtverlauf. Bei starken Schmerzen kann die Gabe eines nichtsteroidalen Antiphlogistikums (z. B Acetylsalicylsäure (Aspirin®), Diclofenac) nötig sein. Falls Blasen entstehen, dürfen diese keinesfalls selbst eröffnet werden, sondern allenfalls durch einen Arzt unter sterilen Bedingungen.
Ursache
Ursache des Sonnenbrandes ist eine akute Schädigung des obersten Hautschicht (Epidermis) durch das energiereiche UV-Licht der Sonne (oder künstlicher UV-Lichtquellen, z. B. Sonnenbank). Der Körper reagiert auf die Schädigung der Zellen mit Weitstellung der Blutgefäße um eine verstärkte Durchblutung zu ermöglichen; dies erklärt die Rötung und Schwellung des betroffenen Hautbereichs. Je nach Hautpigmentierung kann die Haut des Einzelnen unterschiedlich viel UV-Licht „ertragen“, ohne dass es zum Sonnenbrand kommt.
UV-Strahlung kann jedoch auch die Erbsubstanz der Hautzellen, die Desoxyribonukleinsäure (= DNA), schädigen. Gelingt es der Zelle nicht, den Schaden zu entdecken und zu reparieren, kann sie beginnen, sich unkontrolliert zu teilen: Ein bösartiger Hauttumor entsteht. Eine Obergrenze „harmloser“ UV-Strahlung gibt es dabei nicht; vielmehr steigt das Risiko einer bösartigen Hauterkrankung mit der steigenden Gesamtdosis an UV-Licht. Studien haben ergeben, dass vor allem Sonnenbrand im Kindesalter das Risiko der Entstehung von Hautkrebs im späteren Leben erheblich erhöht. Auch die Alterung der Haut schreitet schneller voran, wenn man sich wiederholt übermäßiger UV-Bestrahlung aussetzt.
Vorbeugung
Obwohl Sonnenlicht für manche Körperfunktionen (z. B. Vitamin D-Bildung) und ohne Zweifel für das Wohlbefinden im Allgemeinen eine wichtige Rolle spielt, tut man seiner Gesundheit weder kurz-, noch langfristig mit übermäßiger UV-Bestrahlung durch Sonnenbäder oder Sonnenbank einen Gefallen. Durch Bedeckung der Haut und Verwendung von Sonnenschutzcremes an allen unbedeckten Hautstellen kann man einen Sonnenbrand in unseren Breiten sicher verhindern.
Auf keine Fall darf man die Intensität der Sonne in großer Höhe, in den Tropen, am Meer, sowie auf Eis und Schnee unterschätzen. Selbst ein Lichtschutzfaktor von 20 bedeutet lediglich, dass man sich 20mal länger in der Sonne aufhalten kann als ohne Sonnenschutz. Dies kann für die genannten Gegenden dennoch nur 1-2 Stunden bedeuten. Insbesondere in den ersten Tagen sollte man daher lange Aufenthalte in der Sonne vor allem um die Mittagszeit ganz vermeiden.
Die Haut von Kleinkindern ist aufgrund unvollständiger Pigmentierung viel lichtempfindlicher als die von Erwachsenen. Sie benötigt daher besonders aufmerksamen Schutz.
In Neuseeland wird mit dem Slogan geworben:
It’s cool to cover up!

