Der Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine akute, schwere, oft tödliche verlaufende Infektionskrankheit.
Der Krankheitserreger
Ausgelöst wird die Erkrankung durch ein Bakterium namens Clostridium tetani. Das Besondere an diesem Krankheitskeim ist, dass er sich ohne Sauerstoff besonders gut vermehren kann (ein sog. anaerober Keim), dass er beweglich ist und dass ihn eine dicke Zellhülle sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse, z. B. Austrocknung macht. Clostridien können im Boden mehrere Monate überleben.
Dieses Bakterium ist in der Lage, ein sehr starkes Gift (ein Toxin) zu produzieren, welches die Nerven und Bestandteile des Blutes schädigt. Clostridium tetani kommt überall auf der Erde vor, hauptsächlich im Erdreich (besonders in mit Tiermist gedüngten Böden), im Staub, in und an faulem Holz, an Pflanzen, aber auch im Verdauungstrakt und Stuhlgang von Menschen und Tieren. Häufige Erkrankungsfälle findet man in Ländern mit geringem hygienischen Standard und feuchtwarmen klimatischen Bedingungen. In der westlichen Welt ist die Zahl der Tetanuserkrankungen mit der Einführung einer aktiven Schutzimpfung stark zurückgegangen. Es gibt aber auch in Deutschland pro Jahr immer noch 20 bis 30 Todesfälle. Dies betrifft fast immer ältere Menschen, von denen fast 50% nicht ausreichend durch eine Impfung geschützt sind.
Übertragungsweg
Weil die Bakterien praktisch überall im Erdreich vorhanden sind, können sie bei jeder Verletzung, d. h. auch bei sehr kleinen Bagatellverletzungen, in die Wunde gelangen. Besonders gefährlich sind jedoch tiefe verschmutzte Wunden mit ungenügender Sauerstoffzufuhr, vor allem wenn Fremdkörper (z. B. Holzsplitter, Rosendornen o. ä.) in der Wunde verblieben sind, sowie Stich- und Bisswunden. Auch in Verbrennungswunden oder, wenn Gewebe abgestorben ist, vermehren sich die Keime besonders schnell und produzieren ihr Gift.
Wie äußert sich die Erkrankung?
Wenige Tage bis drei Wochen nach der Verletzung (die Zeitspanne hängt von der aufgenommenen Keimmenge und von Ort, Art und Ausdehnung der Verletzung ab; eine kurze Zeit zwischen Infektion und Ausbruch von Krankheitssymptomen spricht für einen schweren Verlauf) beginnt die Erkrankung mit
- allgemeinem grippeähnlichen Krankheitsgefühl,
- Kopfschmerzen,
- einer mäßigen Temperaturerhöhung,
- Taubheitsgefühl oder Schmerzen in der Wundgegend,
- Kopfschmerzen
- allgemeine Unruhe.
Weil alle diese Symptome jedoch häufig auch bei banalen Infektionskrankheiten vorkommen, denkt kaum jemand jetzt schon an eine Tetanuserkrankung.
Es folgt eine Erhöhung der Muskelspannung, die zuerst zu einer Kieferklemme (Trismus) führt. Dies kann sich äußern durch Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken. Bei jeder Kieferklemme muss man annehmen, dass es sich um einen Tetanus handelt, bis das Gegenteil bewiesen ist!
Die Muskelsteifigkeit dehnt sich dann von oben nach unten über praktisch alle Muskeln aus und führt zu einer zunehmenden krampfartigen Starre des Körpers. Die Patienten können wegen Krämpfen der Mund- und der Speiseröhrenmuskulatur nichts essen, haben stärkste Muskelschmerzen, erleben aber ihre Krankheit bei vollem Bewusstsein. Im weiteren Verlauf kann es zu lebensgefährlichen Atemnot- und Erstickungsanfällen kommen, wenn auch die Atemmuskulatur, vor allem das Zwerchfell befallen wird. Geringe Reize von außen (z. B. Musik, Geräusche) verursachen neue Kämpfe der Muskulatur, die so stark sein können, dass Knochenbrüche die Folge sind. Typisch im Vollbild der Erkrankung ist auch die Überstrekkung des Rumpfes mit Rückwärtsbeugung des Kopfes und eine Art verzerrtes Grinsen durch die Krämpfe der Gesichtsmuskulatur. Weitere Krankheitssymptome sind: Kopfschmerzen, Schwindel, vermehrtes Schwitzen, Schlaflosigkeit, Verstopfung, erhöhte Temperatur und Krämpfe der Zwerchfellmuskulatur mit Schluckauf. Im Endstadium der Erkrankung können die Patienten an , Kammerflimmern und Atemstillstand versterben. Auch bei Einsatz aller Therapiemöglichkeiten liegt die Sterblichkeit an Wundstarrkrampf bei 25% – 50%.
DieKrankheit mit Krämpfen dauert etwa drei Wochen lang, bis zur vollständigen Erholung dauert es Monate. Eine überstandene Erkrankung hinterlässt keine zuverlässige Immunität, d. h. ein Patient könnte ein weiteres Mal erkranken.
Diagnose
Die Diagnose ergibt sich aus den typischen Symptomen (Muskelsteifheit und Krämpfe) in Verbindung mit einer Verletzung. Wichtig ist, frühzeitig an die Möglichkeit eines Wundstarrkrampfes zu denken. Man kann einen Abstrich von der Wunde machen und im Labor nach Erregern oder Toxin suchen.
Therapie
Sofort bei Verdacht auf eine Tetanuserkrankung muss der Patient in eine Klinik eingewiesen werden. Entscheidend für den Verlauf der Krankheit ist die frühzeitige Einleitung der Therapie. Sie beinhaltet die Gabe eines Gegengiftes (Antitoxin), um das von den Clostridien produzierte Nervengift zu neutralisieren, Antibiotika und vorgefertigter Antikörper gegen den Tetanuserreger. Der Patient wird auf der Intensivstation behandelt, er bekommt Medikamente, die die Muskelspannung herabsetzen und starke Beruhigungsmittel. In schweren Fällen müssen die Patienten manchmal beatmet und in ein künstliches Koma versetzt werden. Wegen der starken Erregbarkeit brauchen die Patienten ein Einzelzimmer und müssen vor allen unnötigen Reizen (Licht, Geräusche, Berührungen usw.) geschützt werden, da diese sofortige Muskelkrämpfe auslösen. Natürlich gehört auch die Behandlung der Wunde als Eintrittspforte für die Krankheitserreger zur klinischen Therapie. Sofortiges und sorgfältiges Ausschneiden der Wunde, vor allem bei tiefen Stichwunden ist notwendig. Dies ist daher notwendig, weil der Tetanuserreger ein Keim ist, der bei fehlendem Sauerstoff die besten Lebensbedingungen vorfindet.
Vorbeugung
Da ein Meiden der Erreger nicht möglich ist, kommt der Vorbeugung eine besondere Bedeutung zu. Es existiert ein gut verträglicher Impfstoff. Durch die Impfung bildet der Organismus Antikörper gegen die Tetanuserreger, die eintretende Keime unschädlich machen (“aktive” Impfung). Die erste Impfung kann bereits im Säuglingsalter ab der achten Lebenswoche erfolgen.
Zum Aufbau eines vollständigen Impfschutzes (Grundimmunisierung) benötigt man drei Impfungen im Abstand von vier Wochen und sechs bis zwölf Monaten nach der ersten Dosis. Zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes genügt normalerweise eine Nachimpfung etwa alle zehn Jahre. Praktischerweise kann diese Auffrischung in Kombination mit einem Impfstoff gegen Diphterie (eine schwere, durch Bakterien verursachte Erkrankung) durchgeführt werden. Im Zweifelsfall (Verlust des Impfpasses, der Patient kann sich nicht an die letzte Impfung erinnern o. ä.) kann man durch eine Blutuntersuchung die Menge der Antikörper (Titer) gegen Tetanusbakterien ermitteln und anhand des Ergebnisses den Zeitpunkt der nächsten Impfung bestimmen. Im Falle einer akuten Verletzung bei ungenügendem Schutz kann auch eine Impfung mit bereits vorgefertigten Antikörpern gegeben werden (sog. “passive” Impfung), gleichzeitig wird eine zweite Spritze mit der aktiven Impfung gemacht, damit der Körper eigene Antikörper aufbaut. Notwendig ist dies jedoch nur, wenn mehr als fünf Jahre nach der letzten Impfung vergangen sind.
Die Impfung gegen Tetanus ist eine für alle Menschen empfohlene Impfung, sie wird von den Krankenkassen bezahlt. (Die Kosten für eine Impfdosis betragen ca. 3,70 DM, die Kosten für eine Intensivbehandlung eines Tetanuskranken können sich leicht auf über 100.000 DM summieren).
Dr. med. Marietta Czioska

am 6. Februar 2013
[...] Tatsache, das es keine Meldepflicht mehr gibt, bedeutet nicht, dass die Krankheit nicht da ist. Tetanus (Wundstarrkrampf) – Deutsches Medizin-Netz LG Rhenus [...]
Edmund Herzog
am 31. Januar 2011
Bei diesem Thema fällt es schon sehr schwer sachlich zu bleiben.
Der Erreger kam natürlich früher viel öfters vor als heute. Das hängt mit den Gülle, Kuh bzw. Pferdemist beförderungen zusammen.
Heute wird immer noch mit den Angstverursachenden Mitteilungen Geld verdient. Wie so viele Impfungen ist die Tetanusimpfung in 90% der Fölle überflüssig, da die Geimpften niemals mit einem Erreger konfrontiert werden. Es wird immer dargestell als würde jede Verletzung automatisch das Risiko Infizierung darstellen. Völliger Blödsinn.
Selbst bei den kleinsten Haushaltsunfällen wird den Patienten eine Auffrischung verabreicht.
Gut für den der es verabreicht, sehr schlecht und extrem Nebenwirkungsreich für den der es bekommt.
Also lest den Impfreport, der euch die andere Seite der Impfung vor Augen führt. Natürlich könnte man darüber diskutieren, wenn sich jemand von den Wissenschaftlern zu Verfügung stellen würde.
Ich habe es noch nicht erlebt und meine Patienten werden nicht geimpft.
Herzlichen Gruß,
Edmund C. Herzog
petronila
am 1. Februar 2010
klasse alles super erklärt ihr habt mich gerettet
Vivien Ebnet
am 25. November 2009
Super erklärt, vielen Dank!
nathalie
am 19. September 2009
mich würde brennend der bericht eines impfkritischen arztes bezüglich der impfkrankheiten interessieren!!